Kickboxen ist längst kein reines Männerding mehr. Immer mehr Frauen entdecken Kampfsportarten wie Kickboxen oder Thaiboxen für sich. Überraschenderweise wurde das Kickboxen von der Frauenwelt sehr schnell erobert und erfreut sich einer großen Beliebtheit.
Heute benutzen viele Frauen das Training im Kickboxen, um Ihre körperliche Fitness zu steigern oder zu halten. Anstelle des einsamen Workouts im heimischen Wohnzimmer treffen sich die heutigen Frauen lieber mit Gleichgesinnten und trainieren gemeinsam. Ihr braucht also keine Angst zu haben, dass Ihr die einzige Frau im Verein seid, dieser Kampfsport ist unter der weiblichen Bevölkerung weit verbreitet.
Was ist Kickboxen?
Ayhan Çelik ist nicht nur Trainer im Hamburger Kampfsportstudio "Zanshin Dojo" sondern auch aktiver Wettkämpfer im Boxen und Kickboxen. Er weiß: "Der Kampfsport vereint Karate, Taekwon-Do, Kung-Fu und Boxen."
Als wir den Trainer beim Workout treffen, wird klar: Hier wird kräftig ausgeteilt! Haken, Sprungtritte, Roundhouse-Kicks - es geht echt zur Sache. "Der Wettkampf ist natürlich freiwillig - niemand muss in den Ring steigen, wenn er oder sie nicht will." Wer aber doch Lust auf die Competition hat, für den gibt es folgende Möglichkeiten:
- Der Semikontakt: Die leichteste Stufe des Kickboxens. Der Kampf wird nach jedem Treffer am Körper des Gegners oder der Gegnerin unterbrochen und dementsprechend werden Punkte gegeben.
- Der Leichtkontakt: Ähnlich wie beim Semikontakt werden auch hier Treffer gezählt, aber auch die gesamte Ausführung des Kampfes bewertet. Hier gibt es außerdem keine Unterbrechung, deshalb ist hier neben Technik auch die Kondition gefragt.
- Der Vollkontakt: Beim Vollkontakt geht’s aufs Ganze! Der Kampf kann sowohl über Trefferpunkte gewonnen werden als auch durch ein K.O. Dafür solltest du aber schon mindestens ein paar Monate trainiert haben.
Warum Kickboxen für Frauen ideal ist
"Viele Frauen scheuen sich, Kickboxen auszuprobieren, weil sie denken, da gibt es auf die Nase", weiß Hanna Hansen, ehemalige Weltmeisterin im Kickboxen. Dabei ist der Sport überhaupt nicht so aggressiv, wie er klingt. "Beim Training wird nicht gekämpft, niemand muss in den Ring." Stattdessen bekommst du hier das volle Fitness-Programm: Neben Kraft werden vor allem Ausdauer, Koordination und auch die Flexibilität geschult (vor so einem Tritt auf Kopfhöhe musst du nämlich erstmal gedehnt sein).
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Kickbox-Taining schafft definierte Muskeln und eine knackige Mitte. Das macht es zu einem knallharten Workout, das mächtig Kalorien verbrennt und den Kopf fordert, egal ob du richtig kämpfst oder nicht. Angst vor aufgeplusterten Muskelbergen musst du aber nicht haben, beim Kickboxen werden die Muskeln definiert und nicht aufgepumpt.
"Es macht einfach süchtig, das Auspowern, der Stressabbau und das tolle Gefühl nach dem Training sind unvergleichlich", schwärmt Hansen. Wahrscheinlich liegt deshalb der Frauenanteil in ihrem Studio bei über 70 Prozent.
Die Vorteile des Kickboxens für Frauen im Überblick:
- Stressabbau: Frust ablassen und sich auspowern sind neben Gewichtsreduktion und körperlicher Fitness tolle Effekte des Kickbox-Sports.
- Ganzkörpertraining: Durch Tritte, Schläge oder Würfe wird der ganze Körper trainiert und ordentlich Kalorien verbrannt.
- Selbstverteidigung: Ein angenehmer Nebeneffekt ist, dass das Training Eure Hemmungen davor abbaut, Euch in einem Ernstfall zur Wehr zu setzen.
- Selbstbewusstsein: Kickboxen stärkt nicht nur sportlich das Durchsetzungsvermögen, sondern hat oft den Effekt, dass die im Training erzielten Erfolge auch im Alltag positive Spuren hinterlassen.
Was erwartet dich beim Kickbox-Training?
Damit sich niemand verletzt, müssen sich aber zuerst alle aufwärmen. Ansonsten ist das Training aber ungefährlich. Trainiert wird beim Kickboxen am Sandsack und mit sogenannten Pratzen (Schlagpolstern), in Form von Schattenboxen oder, wenn du möchtest, direkt in Übungskämpfen. Die ersten Schlagkombinationen hast du bereits nach der ersten Stunde drauf.
Außerdem schaut der oder die Trainer:in ganz genau hin, es gibt strenge Regeln: So ist es beispielsweise verboten, die Gegnerin festzuhalten oder irgendeine Technik durchzuführen, ohne der anderen in die Augen zu schauen. Mit dem Kommando "Stopp" wird der Kampf in jedem Fall unterbrochen.
Kickboxen: Der Trainingsablauf
Du warst noch nie beim Kickboxtraining? Kein Problem, wir sagen dir, was dich in deiner ersten Stunde erwartet:
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- Warm-Up: Los geht's mit dem Aufwärmen, damit die Muskeln und der Kreislauf in Schwung kommen. Das passiert meist mit Schattenboxen oder Seilspringen.
- Technik: Nach dem Aufwärmen kann die Technik trainiert werden. Techniktraining wird gemeinsam mit einer Partnerin ausgeführt. Keine Angst: Schlagposter schützen euch!
- Kondition: Kickboxen ist ein Full-Body-Workout! Klar, dass da auch die Kondition trainiert wird. Beim Training am Boxsack oder in Intervallen kommt das Herz-Kreislaufsystem richtig auf Touren.
- Stretching / Cool-Down: Zum Ende der Stunde gibt es ein leichtes Cool-Down mit Stretching-Einheiten, um den Körper langsam herunterzufahren und ihn vor Verletzungen zu schützen.
Die 6 wichtigsten Kicks für Anfängerinnen
Du hast jetzt schon richtig Lust bekommen, Kickboxen mal auszuprobieren? Dann verraten wir dir vorab schon mal die wichtigsten Kicks:
- Front-Kick: Der Körper ist gerade zur Gegnerin, Knie des vorderen Beins nach oben, dann mit der Ferse voran das Bein nach vorn schieben.
- Side-Kick: Seitlich zur Gegnerin drehen, Knie des vorderen Beins vor die Brust, Fuß nach vorn zur Gegnerin stoßen, mit der Ferse treffen.
- Back-Kick: Rücken zur Gegnerin, Knie zur Brust führen, nach hinten schauen, Bein explosiv nach hinten strecken, wieder zur Gegnerin drehen.
- Hook-Kick: Side-Kick neben den Kopf, dann die Ferse nach hinten ziehen und dabei ausdrehen.
- Axe-Kick: Fuß wird im Kreis über den Kopf der Gegnerin hochgeschwungen und dann wie eine Axt hinunter geschlagen.
- Roundhouse-Kick: Vorderes Bein anwinkeln, Körper zur Seite drehen, Bein strecken, mit dem spitzen Fuß die Gegnerin an der Seite treffen.
Welche Muskeln werden beim Kickboxen trainiert?
Die Frage sollte eher heißen: Welche Muskeln werden nicht trainiert? Denn beim Kickboxen werden von den Beinen über den Po, den Bauch, dem Oberkörper und den Armen alle Muskeln beansprucht und so der gesamte Körper in Form gebracht. Beim Kickboxen werden außerdem Schnelligkeit, Koordination, Ausdauer und Kraft trainiert. Und nicht zu vergessen: Der Kopf ist mega-fokussiert und lernt blitzschnell zu reagieren.
Kickboxen: So viele Kalorien verbrennst du beim Workout
Dieses anstrengende und fordernde Ganzkörpertraining machen wir natürlich nicht (nur) zum Spaß, sondern auch um unseren Körper fit zu machen. Wie gut, dass sich der ganze Schweiß lohnt. Eine Zahl, die sich durchaus sehen lässt! Ganz zu schweigen von den vielen Endorphinen, die das Power-Workout auslöst, was dich dann so richtig happy macht.
3 Kickbox-Tipps für Anfängerinnen
Kickboxen ist nicht nur mega-anstrengend, sondern macht auch noch richtig Spaß. Trotzdem sollten sich vor allem Anfängerinnen diese 3 Tipps zu Herzen nehmen:
- Die richtige Ausrüstung: "Die richtige Ausrüstung ist das Wichtigste" betont Hansen. Für Anfängerinnen reichen ein paar vernünftige Boxhandschuhe, Fuß- und Beinschoner kommen später dazu.
- Ausreichend Konzentration: "Beim Training ist das Verletzungsrisiko sehr klein", beruhigt Hansen. Aber eben nur, wenn du auch wirklich bei der Sache bist.
- Bewusste Regeneration: Kickboxen fordert Körper und Geist. Deshalb solltest du dir nach dem Training auch genug Zeit gönnen, um dich davon zu erholen.
Wann sollte ich besser nicht kickboxen?
Vermieden werden sollte Kickboxen von schwangeren Frauen. Ayhan: "Da die Bauchmuskeln und der Beckenboden stark beansprucht werden und die Kicks durchaus auch mal daneben gehen könnten, ist die Gefahr für Schwangere einfach zu hoch."
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Kickboxen als Teamsport
Zwar trainiert man im Team und fährt gemeinsam auf Turniere doch kämpfen muss jede für sich allein. Daher ist Kickboxen ein Sport für jeden da Elemente des Einzelkampfes aber auch des Teamsports hier greifen und positives von Beidem ist letztlich im Kickboxsport enthalten.
Wo kannst du Kickboxen ausprobieren?
Du willst Kickboxen mal eine Chance geben? Dann zeige doch beim Probetraining am Sandsack mal, was du drauf hast!
