Die Welt der Mixed Martial Arts (MMA) ist voller Athleten, die mit unbändigem Willen und außergewöhnlichem Talent nach Erfolg streben. Einige von ihnen haben es geschafft, eine beeindruckende Siegesserie aufzubauen und ungeschlagen zu bleiben. Dieser Artikel wirft einen Blick auf einige dieser bemerkenswerten Kämpfer und die Faktoren, die zu ihrem Erfolg beitragen.
Conor McGregor: Ein polarisierender Superstar
Conor McGregor ist zweifellos einer der bekanntesten Namen im MMA. Er polarisiert, ist laut und schrill, ein bisschen Dandy, ein bisschen Raufbold, mit dem Gesicht eines Teddybären und dem linken Haken eines Grizzlys, aber er ist auch ein Ausnahmetalent, der seine Sportart maßgeblich geprägt hat. UFC-Präsident Dana White sagt über ihn: «Er hat dieses gewisse Etwas, das die Leute anzieht. Das kriegst du einmal auf eine Million.»
McGregor wurde 1988 in Dublin geboren und zog schon als Kind Schwierigkeiten an. Durch Martial Arts fand er seinen Weg und merkte schnell: «Nun lassen sie mich in Frieden.» Doch der Sport ließ ihm keine Ruhe mehr. Im Trainingscenter lernte er später John Kavanagh kennen. «Conor war nicht talentierter als andere», erzählt der Trainer, «doch er wollte unbedingt verstehen, wie Jiu-Jitsu funktioniert, wie die anderen Kampfstile funktionieren.»
Der Ire ist noch heute so. Er schaut seine Kämpfe immer und immer wieder, analysiert genau, was in welcher Situation geschehen ist, was er anders, besser hätte machen können. Er sieht sich auch andere Kämpfe an, nicht nur aus den MMA, auch solche aus dem Tierreich. Wenn er aufsteht, streckt er sich als Erstes. Er sagt: «Wir sind die einzigen Tiere, die das nicht tun.»
Der Weg zum Erfolg
Als er 2008 seine Sanitärlehre abbrach, waren seine Eltern alles andere als glücklich. Doch McGregor hatte einen Plan, er hatte ein Ziel. Er sagte ihnen: «Ich werde Champion.» Ein Jahr trainierte er mit Kavanagh, wohnte im Dachstock des Elternhauses und erhielt sein Geld von der Sozialhilfe. Im März 2008 gab er sein Profidebüt. Fünf Jahre, 14 Kämpfe, 12 Siege, 2 Gurte und 2 Niederlagen später nahm ihn die Ultimate Fighting Championship (UFC) unter Vertrag, die grösste MMA-Organisation der Welt.
Lesen Sie auch: UFC Rekorde: Ungeschlagen
Im Zeitalter der sozialen Medien ist er das beste Produkt für die UFC. Bei Medienkonferenzen trägt er immer einen Dreiteiler, Fliege und Pochette fehlen nicht. In die Arena läuft er zu einer Ballade. Sie erzählt vom Osteraufstand, der als Wendepunkt in der irischen Unabhängigkeit gilt. Seine Rolle als freier Rebell lebt McGregor gerne aus. Die grün-weiss-orange Fahne hängt fast immer über seinen nackten Schultern. Auf seiner Brust prangt ein Gorilla, der ein Herz verspeist.
Er trifft mit seinen Einzeilern gleich genau wie mit seinen Fäusten. «Ich bin Ire. Wir scheissen auf Gefühle. Wir sagen die Wahrheit.» Passt ihm ein Gegner nicht, können bei der Medienkonferenz auch mal Wasserflaschen fliegen.
Denkwürdige Kämpfe
Seinen Federgewicht-Titelkampf gegen José Aldo gewann er in 13 Sekunden. Er tat es genau so, wie er es zuvor angekündigt hatte. Aldo konzentrierte sich auf seine Rechte, McGregor schlug mit links zu. Als beide wieder standen, entschuldigte er sich beim Gegner.
Mit seiner Art und seinem Auftreten hat er sich Freunde und Feinde geschaffen. Zur Freude der UFC. Ob jemand nun sehen möchte, wie er siegt oder wie er vermöbelt wird - seine Kämpfe werden geschaut.
Die Bedeutung von Selbstvertrauen und Show im Kampfsport
Wir leben in einer Zeit, in der zur Schau getragenes Selbstbewusstsein Hochkonjunktur hat. Fast schon von Berufs wegen ist dieser Volkssport auch bei Kampfsportlern sehr beliebt. Sie wollen damit ihre Gegner verunsichern. Manchmal gelingt das auch - besonders amüsant aber wird es, wenn das Pendel in die andere Richtung ausschlägt.
Lesen Sie auch: UFC-Legenden
Beispiele für gescheiterte Provokationen
- Ahmed Usman alias Uzzy: Verschwendete 2010 bei seinem Einmarsch dermassen viel Energie, dass ihm beim Kampf gegen Ashley Sexton die Luft ausging. Sexton schickte ihn bereits in der ersten Runde final auf die Bretter.
- Dennapa Bigshotcamp: Provozierte den ungeschlagenen Ahmed Dib mit Faxen und Clowneinlagen, bis er in der zweiten Runde eine Kombination kassierte, die ihn auf die Bretter schickte.
- Julian «Der Schakal» Wallace: Markierte beim Staredown den harten Mann, wurde aber nach 25 Sekunden von Ben Nguyen bewusstlos im Oktagon liegen gelassen.
- Joe Harding: Setzte 2017 zu einer unnötigen wie finalen Tanzeinlage gegen Joan Segas an und beendete damit seine Karriere.
- A-Sol Kwon: Ging bei der Pressekonferenz zur Road Fighting Championship 53 gegen Mansour Barnaoui auf seinen Gegner los, wurde aber im Kampf von Barnaoui dominiert.
- Adrien «The Problem» Broner: Vollführte in der ersten Runde gegen Carlos Maidana Begattungsgesten, wurde aber in Runde zwei und acht auf die Bretter geschickt und verlor den Kampf.
- Bobby Green: Provozierte Dustin Poirier mit Gesten und Geplapper, bis ihn Poirier zum ersten Mal arg in Schwierigkeiten brachte und den Kampf in der ersten Runde stoppte.
- Bernard Hopkins: Beleidigte Joe Smith Jr. und sagte: «Ich werde nie gegen einen weissen Jungen verlieren», wurde aber aus dem Ring geprügelt.
- Anderson Silva: Spielte mit Chris Weidman, belehrt ihn, demütigt ihn - so lange, bis dieser die Lücke dennoch findet und Silva zum ersten Mal in der UFC eine Niederlage zufügt.
- Braulio Rodriguez: Trat gegen Ryan Garcia provokant auf, tänzelte herum, grinste, wollte den Jüngling aus dem Konzept bringen, wurde aber in der fünften Runde besiegt.
- James Thompson: Zeigte vor dem Kampf gegen Aleksander Emelianenko Wut, wurde aber von Emelianenko besiegt.
Volkan Oezdemir: Ein Schweizer Kämpfer in der UFC
Volkan Oezdemir ist Freiburger und der erste Schweizer MMA-Kämpfer, der sich in der Ultimate Fighting Championship (UFC) versucht. Der heute 29-Jährige startete 2017 kometenhaft mit drei Siegen seine UFC-Karriere. Das brachte ihm einen WM-Kampf gegen Daniel Cormier ein.
Oezdemir kündigte im Vorfeld einen «grossen Knockout » an. Im Interview gibt er Einblick in seine Vorbereitung:
- Wie hungrig sind Sie? Ich bin äusserst hungrig - in zweierlei Hinsicht. Zum einen will ich einfach zurück in den Käfig. Ich will wieder erleben, wie sich der Käfig schliesst und zum Siegen zurückkehren. Zum anderen habe ich einen Tag gehungert, um auf mein Gewicht zu kommen. Nun darf ich wieder essen, gemeinsam mit meiner Familie und meinen Freunden in London.
- Was für einen Einfluss haben diese Niederlagen? Sie haben nicht allzuviel Einfluss auf meine Mentalität. Ich habe gegen die härtesten Fighter der Welt gekämpft, kam in weniger als einem Jahr zu einem Titelkampf. Trotz den Niederlagen bin ich mental noch immer stark. Ich gehe mit solchen Situationen jeden Tag um.
- Warum siegen Sie am Samstag? Das muss für Leute verrückt klingen: Wer auch immer im Ring steht, für den stelle ich ein Problem dar. Sobald ich im Cage bin, ändert sich meine Mentalität: Mir ist es egal, wer mir gegenübersteht. Ich weiss, was ich zu tun habe. Ich kenne meine Strategie, ich fühle, was mein Gegner tun wird.
- Wie sieht Ihr Rezept gegen ihn aus? Für mich spielt es keine Rolle, ob er ungeschlagen ist oder nicht. Ich glaube, er ist nicht gegen so starke Gegner wie ich angetreten.
- Von wem haben Sie den bekommen? Mit einem Freund von früher und meinem Manager haben wir den entwickelt. Es lief so viel zu dieser Zeit (sein rasanter Aufstieg in der UFC, Red.), das passte perfekt.
- Wie viel Zeit haben Sie noch in der UFC? Der ehemalige Champion in meiner Division ist aktuell 40 Jahre alt und noch aktiv. In jeder Division gibt es einige Kämpfer, die gegen die 40 gehen. Deshalb denke ich, ich habe noch sieben bis zehn Jahre vor mir.
Mayweather vs. McGregor: Ein Kampf der Giganten
Der ungeschlagene König des Boxens Mayweather gegen den Superstar der Mixed-Martial-Arts McGregor: Was für ein Spektakel! Doch für die Experten steht der Gewinner bereits fest. Floyd Mayweather, Weltmeister in fünf Gewichtsklassen. (Las Vegas, 10. August 2017)
Ein Kampf um die Weltherrschaft?
Eigentlich soll er ein richtig netter, witziger Kerl sein, heisst es. Solange weder Kameras noch Mikrofone in der Nähe sind und nichts Besonderes ansteht. In dieser Verfassung kommen bevorzugt grossspurige Ankündigungen über seine Lippen, nicht zu knapp mit Einschüchterungsversuchen angereichert. Das muss man verstehen: Wer sich als Einzelkämpfer immer wieder dort hinein begibt, wo es wehtun kann, muss ein starkes, unerschütterliches Ego in sich aufbauen. Nur wer das schafft, kann in einem Ring, einem Käfig oder einer anderen Kampfzone bestehen. Andernfalls frisst ihn die Angst auf.
Galt es doch, überall in der Alten und in der Neuen Welt die Luft brennen zu lassen für einen besonders kostspieligen Pay-per-View-Event.
Lesen Sie auch: Blumenkohlohr vorbeugen
Die Frage nach dem Warum
Warum also ausgerechnet McGregor, der seit vergangenem November eine Boxlizenz des Staates Nevada, aber keinerlei Erfahrung als Profi hat - wo es vereinbarungsgemäss doch um ein Duell nach Boxregeln geht?
Dennoch wird vorab ein Ballyhoo entfacht, als ginge es da um eine Art Weltherrschaft - und so fühlt es sich für manche Showsport-Aficionados in gewisser Weise tatsächlich an.
Die Bedeutung von Kampfgeist und Unterstützung
«Wir sind nicht hier, um teilzunehmen, wir sind hier, um das Kommando zu übernehmen» - so lautet McGregors bevorzugte Maxime.
Der tragische Tod von Tim Hague
Am Freitag verlor Tim Hague einen Boxkampf, zwei Tage später sein Leben. Der 34-jährige Kanadier starb an den Folgen einer Hirnblutung.
Hague kämpfte früher als Mixed-Martial-Arts-Kämpfer in der UFC, dem poulärsten Label dieser Sportart. Am Freitag stieg er in Edmonton in den Boxring, um sich mit Adam Braidwood zu duellieren. Hague verlor den Kampf gegen seinen Landsmann durch technisches K.o.
