Viele Menschen haben sicherlich Bedenken, eine Kampfsportart wie Boxen, Kickboxen oder Thaiboxen auszuüben. Doch diese sind meist unbegründet. Denn zunächst trainiert man ohne Sparringspartner. Man kriegt also definitiv keine Schläge ab. Zudem werden alle Kampftechniken durch den Trainer akribisch erklärt.
Selbst im Alter jenseits der 40 kann man mit Kickboxen anfangen. Wer jedoch Vorerkrankungen hat, sollte es mit dem Hausarzt absprechen. Zudem wird Schwangeren davon abgeraten. Man sollte es aber auf jeden Fall am Anfang langsam angehen lassen. Übrigens: Ein gutes Studio beziehungsweise einen guten Trainer erkennt man daran, dass er viel Wert aufs Aufwärmen und Stretching legt. Zudem kann man stark beanspruchte Stellen wie Hand- und Fußgelenke sowie Muskelpartien mit einer Wärmesalbe wie dem Tigerbalsam eincremen. Das schützt zusätzlich vor Zerrungen und Verletzungen.
Warum Kampfsport für Frauen?
Denn jede:r sollte wissen, dass Kampfsport das perfekte Ganzkörpertraining ist. Ein absoluter Muskelkatergarant also. Er fördert deine Beweglichkeit, Koordination und Ausdauer. Daneben stabilisierst du mit Kampfsport deinen Rücken sowie deinen Rumpf und du verbrennst mit jeder Menge Spaß jede Menge Kalorien, unter anderem auch wegen des absurd hohen Nachbrenneffekts. Zudem baust du im Handumdrehen jede Menge Stress ab und kannst dich deinem Alltag danach wieder gelassen widmen.
Das Wichtigste zum Schluss: Kampfsport verleiht dir wahre Stärke. Nicht nur wachsen hierbei deine Muskeln, sondern auch dein Selbstbewusstsein. Denn zu wissen, dass man im Fall der Fälle kämpfen und für sich einstehen könnte, lässt einen ganz anders durchs Leben gehen. Kampfsport ist ein Ganzkörperworkout, welches deine Pfunde nur so purzeln lassen wird.
Geeignete Kampfsportarten für Frauen
Wenn du nun deine verborgenen Stärken pushen möchtest, arrangierst du am besten einen Probetermin im Kampfsportstudio deiner Wahl. Wenn du nicht weißt, welche der richtige Kampfsport für dich ist, dann schaue dir hier unsere Liste der effektivsten Optionen an:
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- Kickboxen
Obwohl die Kampfsportart Kickboxen schon seit Jahrzehnten existiert, wird sie wieder zunehmend populärer in der breiten Masse. Denn insbesondere das Ganzkörpertraining macht es selbst für Einsteiger interessant. Vor allem für Frauen hat Kickboxen noch einen weiteren Vorteil.
Kickboxen existiert seit den 1970er-Jahren und ist eine Mischung diverser Kampfsportarten. Dabei kann sowohl mit Fäusten (wie beim Boxen) und mit Beinen bzw. Füßen (wie beim Karate) gekämpft werden. Das macht die Sportart durch verschiedene Schlag- und Tritt-Techniken komplexer als beispielsweise das Boxen. Zudem ist es ein hervorragendes Ganzkörpertraining.
Diese morderne Kampfsportart wurde 1974 in den USA als All Style Karate eingeführt. Hier werden Elemente des Boxens mit Elementen aus dem Karate und Taekwondo verbunden. Neben Faustschlägen gibt es daher auch Tritttechniken, die besonders deine Koordination ansprechen. Es gibt kaum einen Sport, bei dem du mehr Kalorien verbrennen wirst. Solltest du Körperkontakt scheuen, kannst du dich optional nach Cardio-Box-Kursen umsehen, die einfache Grundtechniken gepaart mit einem hohen Ausdaueranteil anbieten.
Diese Kampfsportart für Frauen ist vor allem für Neulinge geeignet. Hier stellt sich schnell ein Lerneffekt ein und das Training mit dem Sandsack oder den Pratzen ermöglicht, auch ohne direkten Wettkampf zu trainieren. Schon nach den ersten Basic Punches wird dein Selbstwertgefühl ordentlich gepusht und der Stress vom Tag wird verflogen sein.
Zum Abnehmen & ordentlich schwitzen ist Kickboxen die ideale Wahl!
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- Karate
Diese Kampfkunst gibt es schon seit dem 19. Jahrhundert. Damals noch in Okinawa ausgeführt, überschwemmte sie nach dem zweiten Weltkrieg die ganze Welt. Heute gehört sie zu einer der am häufigsten gelernten Kampfsportarten. Neben den verschiedenen Techniken, die den gesamten Körper ansprechen, wird deine Kondition, Beweglichkeit und Schnellkraft geschult. Großes Plus: Du wirst nicht nur fit, sondern lernst auch, dich selbst zu verteidigen. Zudem wird ein hohes Maß an Konzentration und richtiger Atemtechniken gelehrt.
Zugegeben, Karate ist eine Kampfsportart, die nichts für Zwischendurch ist: Wer richtig gut werden möchte, muss viel Zeit und Arbeit investieren. Doch vielleicht ist genau das der Ausgleich, den du schon immer gesucht hast? Deine mentale Gesundheit wird es dir danken.
Karate ist der ideale Kampfsport, um fit zu werden und gleichzeitig Elemente der Selbstverteidigung zu erlernen.
- Taekwondo
Diese Kampfsportart wurde 1855 aus verschiedenen koreanischen Kampfkünsten vereint. Rituale, Disziplin und die Bereitschaft, etwas Neues zu lernen, stehen an oberster Stelle. Außerdem werden Schnelligkeit und Beweglichkeit hier vor allem bei dynamischen Tritten und raffinierten Fußtechniken angewendet. Nebenbei werden dein allgemeines Fitnesslevel und deine mentale Stärke gefördert. Wichtig ist das Wissen um das eigene Können. Nur wer an seine Kraft glaubt, wird auch fähig sein, sie umzusetzen.
Ideal für Neugierige und alle die, die mehr an sich glauben wollen.
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- Judo
Du wolltest schon immer mal jemanden mit wenig Aufwand auf den Boden werfen? Mit dieser japanischen Kampfsportart kannst du es lernen. Neben dem sportlichen Aspekt hast du hier auch deine Persönlichkeitsentwicklung im Blick. Im Judo geht es um Fairness und Freundschaft sowie um den gezielten Einsatz von Körper und Geist. Diese Prinzipien gelten dabei auf der Matte wie auch im echten Leben.
Spezielle Techniken - es gibt allein 67 Grundwürfe - ermöglichen, dass du auch größere und schwerere Gegner besiegen kannst. Hierfür wird die Kraft deines Gegners gezielt gegen ihn verwendet. Die perfekte Kampfsportart für Frauen also.
Beim Judo lernt man die Kraft des Gegners gezielt für sich einzusetzen, sodass auch größere und schwerere Gegener besiegt werden können.
- Tai Chi
Beim sogenannten Schattenboxen - einer inneren und meditativen Kampfkunst aus China - findest du innerliche Ruhe und Stärke. Seit Hunderten Jahren versuchen Menschen mit dieser sehr langsamen Kampfsportart, ihren Geist und Körper in Einklang zu bringen. Die langsamen Bewegungen mögen leicht aussehen, sieht man doch immer wieder ältere Menschen im Park Tai Chi praktizieren. Doch gerade die in Slow Motion ausgeführten, fließenden und choreografierten Bewegungen haben es in sich.
Ziel ist, das Chi - die Lebensenergie - besser fließen zu lassen, die Beweglichkeit zu erhöhen und die Gesundheit zu verbessern. Und tatsächlich senkt dieser Kampfsport den Blutdruck und kurbelt das Herz Kreislauf System an. Durch den fehlenden Körperkontakt eignet sich dieses Kampfsport im Besonderen für Schwangere.
- Capoeira
Diese kreative Kampfsportart für Frauen mit Tanzelementen vereint Cardiotraining, Akrobatik und brasilianische Musik. Ursprünglich war Capoeira der Kampftanz der afrikanischen Sklaven während der Kolonialzeit. Später wurde eine brutale Straßenkampftechnik für Gangs daraus, die zum Beginn des 20. Jahrhunderts sogar verboten war. Seit 1930 darf wieder friedlich getanzt werden mit den typisch flüssigen, tänzerischen Elementen.
Neben den Grundschritten, die vor allem dem Ausweichen dienen, werden auch kraftvolle Elemente eingebracht, die einiges an Übung bedürfen: Der Kopf- und Handstand sind u.a. Elemente, die bei Fortgeschrittenen dazugehören. Vor allem Bauch, Beine sowie Po werden hier intensiv trainiert und das Rhythmusgefühl wird ordentlich angeheizt.
Capoeira verbindet Ausdauertraining mit Akrobatik und brasilianischen Rhythmen.
- Krav Maga
In den 1940er Jahren hat das israelische Militär die wohl effektivste Selbstverteidigung der Welt entwickelt. Heute ist auch unsere Bundeswehr und Polizei damit geschult. Eine Kampfsportart für Frauen, die es in sich hat. Bei diesem Nahkampfsystem geht es vor allem um deine intuitiven Reflexe und um einfache Techniken, die du unabhängig von Kraft und Größe beherrschen kannst. Du lernst, eine:n Angreifer:in so effizient und schnell wie möglich abzuwehren.
Das Training soll dabei auf reale Gefahrensituationen vorbereiten. Je nach Kurs wird hier von verbaler Deeskalation bis hin zur Entwaffnung des Gegners alles gelehrt. Das Training geht in die Vollen: Da kann der Trainer schon einmal mit einem Fake Messer auf einen zukommen. Hier wird dir die Hemmschwelle genommen, dich mit Gewalt zu wehren. Durch ständige Wiederholungen einfacher Techniken verinnerlichst du diese. Zwar hat Krav Maga wenig mit Fitness zu tun, sensibilisiert dich aber für Gefahrensituationen, stärkt deine Konzentration und dein Selbstbewusstsein.
Kickboxen vs. Thaiboxen
Die beiden Sportarten Kickboxen und Thaiboxen werden oft synonym verwendet. Doch obwohl sie sich auf den ersten Blick sehr ähneln, gibt es doch einige entscheidende Unterschiede.
- Leichtkontakt wird auf der Matte ausgetragen: Es wird in Runden und in Schutzausrüstung gekämpft. Nach jedem Treffer wird weitergekämpft, bis die Runde vorbei ist.
- Vollkontakt wird im Ring ausgetragen: Man kämpft in Runden lediglich mit Boxhandschuhen und mit Kopfschutz bis zum Punktesieg oder zum K.O.
Wie trainiert man beim Kickboxen?
Das Training beim Kickboxen ist für viele das Highlight. Selbst wenn man nicht in den Boxring steigt, sind es die vielfältigen Übungen sowie die kraftvollen Schläge und Tritte, die für einen richtigen Adrenalinschub sorgen. Zudem ist das Training deutlich komplexer als beispielsweise reines Gewichtheben im Fitnessstudio. So wird der Körper ganzheitlicher trainiert. Das Besondere beim Kickbox- und Thaibox-Training ist das Zusammenspiel aus Kraftausdauer, Schnelligkeit, Koordination, Gelenkigkeit und Rhythmus. So trainiert man nicht nur seine Muskeln, sondern den gesamten Bewegungsapparat. Beweglichkeit und Kraftausdauer verbessern sich bei regelmäßigem Training deutlich. Man wird reaktionsschneller und fokussierter.
Kickboxen zur Selbstverteidigung
Vom Kickboxen profitieren Frauen ganz besonders, da sie häufiger Opfer von Gewaltverbrechen werden. Laut dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) wird in Deutschland jede dritte Frau mindestens einmal in ihrem Leben Opfer von physischer und/oder sexualisierter Gewalt. Wie das BMFSFJ ermittelte wird etwa jede vierte Frau mindestens einmal Opfer körperlicher oder sexualisierter Gewalt durch ihren aktuellen oder durch ihren früheren Partner. Durch das Kickboxen lernen Frauen nicht nur, sich besser zu verteidigen, indem man Schläge sowie Tritte kontrolliert ausführt. Das Training sorgt zusätzlich für einen selbstsichereren Auftritt. Und bekanntlich reicht das oft schon aus, um nicht als Opfer von einem potenziellen Täter identifiziert zu werden. So kann man womöglich einen Angreifer allein durch ein selbstbewusstes Auftreten abwehren.
Thaiboxen: Erweiterte Selbstverteidigung
Wem der Aspekt der Selbstverteidigung besonders wichtig ist, der sollte lieber Thaiboxen trainieren. Obwohl es dem Kickboxen sehr ähnlich ist, lernt man hier noch drei weitere Kampftechniken: Ellenbogen- und Kniestöße sowie kämpfen im Clinch. Der Ellenbogen und das Knie gehören zu den härtesten Knochen, die der Mensch hat und die er zur Selbstverteidigung einsetzen kann. Ein Ellenbogen gegen die Schläfe kann den Gegner sofort ausknocken. Ebenfalls ein Kniestoß in die Nieren - oder im sportlichen Kontext unerlaubter Weise in den Schritt - legt den Gegner lahm. Um diese Techniken einzusetzen, muss man jedoch den Nahkampf im Clinch direkt am Gegner erlernen. Und genau das ist Teil des Trainings beim Thaiboxen.
Kampfsport als Stressabbau
Nicht zuletzt ist Kickboxen auch ein idealer Stresskiller. Insbesondere bei den kraftvollen Schlägen und Tritten gegen den Sandsack oder die Pratzen des Trainers kann man seine aufgestauten Aggressionen loswerden, die sich im Laufe des Tages ansammelten. Wer im Alltag seine Emotionen oft unterdrücken und kontrollieren muss, der erlebt beim Kickboxtraining eine wahre Erleichterung. Den Frust und Ärger des Alltags kann man regelrecht niederschlagen. Was für eine Erlösung!
