Die Stadthalle Bielefeld wurde am Wochenende zum Zentrum der deutschen Box- und Rapszene. Mit rund 3.000 Zuschauern war die Halle bis auf den letzten Platz gefüllt, die Stimmung elektrisiert.
Boxevent in Bielefeld: Zwischenfälle und Dramatik
Beim Boxevent in Bielefeld sorgte nicht nur der Hauptkampf für Aufsehen - auch ein Zwischenfall mit Rapper Manuellsen ließ die Emotionen hochkochen. Neben dem mit Spannung erwarteten Co-Main-Event zwischen den beiden Internetstars standen insgesamt zehn Kämpfe auf dem Programm - darunter auch Titelkämpfe der WBO, WBA und WBF.
Dramatischer Kampfverlauf mit Wendepunkt
Sinan-G gewann seinen Boxkampf gegen Abu Hamza durch K.O. in der dritten Runde. Dabei lief der Fight zunächst nicht nach Plan für den Essener Rapper: Abu Hamza, der kurzfristig für den verletzten Brian Keller eingesprungen war, dominierte die erste Runde klar und setzte Sinan-G mit aggressivem Vorwärtsdrang unter Druck. In Runde zwei wendete sich das Blatt jedoch, als Abu Hamza zunehmend Konditionsprobleme offenbarte.
Am Ende dieser Runde kam es zu einem ersten Eklat, als Sinan-G trotz Rundenendes weiter auf seinen Gegner einschlug, was zu einem kurzen Tumult im Ring führte. Mit nachlassender Deckung und langsamer werdenden Bewegungen bot Abu Hamza immer mehr Angriffsfläche. Sinan-G nutzte die Schwäche seines Gegners gnadenlos aus und schickte ihn mit einem harten Schlag auf die Bretter.
Nach dem Kampf zeigte sich der Sieger versöhnlich, umarmte seinen Kontrahenten und widmete den Sieg dem verstorbenen Rapper Xatar: „Rest in Peace mein Bruder Xatar“.
Lesen Sie auch: Gewirtz' Einfluss auf WWE
Manuellsen rastet nach Provokation aus
Bereits vor dem ersten Gongschlag sorgte ein Zwischenfall für Aufsehen: Rapper Manuellsen, der als Ehrengast vorgestellt wurde, verlor die Fassung, nachdem ein Zuschauer ihn mit dem Ruf „Manuela“ provozierte. Trotz des hitzigen Moments kam es zu keiner Unterbrechung der Veranstaltung. Weder Manuellsen noch die Veranstalter von Kali Box Promotion haben sich bisher offiziell zu dem Vorfall geäußert, der in den sozialen Medien für reichlich Diskussionsstoff sorgt.
Sinan-G gegen Brian Keller: Kampf abgesagt wegen Armbruch
Brian Keller sagt den Kampf gegen Sinan-G wegen Armbruch ab.
James Bamford: Vom Martial Arts zum Stunt Koordinator
James Bamford, auch bekannt als BamBam, ist der Stunt Koordinator bei "Stargate Atlantis". Immer wenn es eine bedeutende Kampfszene in "Stargate SG-1" gab, war er derjenige, der die Choreografie gemacht hat und am Set sichergestellt hat, dass alles sauber gedreht wurde.
Schon in seiner Kindheit war Bamford von Martial Arts fasziniert. Er wurde von Bruce Lee und Muhammed Ali inspiriert. Im Alter von 12 Jahren begann er mit Karate und trainierte später Filipino Escrima.
Nachdem er als Youth Corrections Officer gearbeitet hatte, erhielt er die Chance, als Stuntdouble für Michael Dudikoff ("American Fighter I + II") zu arbeiten. Dies war sein erster Tag als Stuntman. Er durfte eine Choreographie für eine Kampfszene machen, in der er gegen zwei andere Kerle kämpfte.
Lesen Sie auch: Die Geschichte von Mark Keller
Verschiedene, ältere Stuntleute unterrichteten ihn in anderen Dingen, mit Feuer und Stürzen aus großer Höhe und Stuntdriving. Er ging nach Los Angeles, um weitere Kurse im Stuntfahren zu belegen und versuchte alles zu lernen, das es zu lernen gab.
Stunts bei Stargate Atlantis
Die erste Staffel von "Stargate Atlantis" hatte am wenigsten Action. Staffel 4 war die Staffel, in der sie "Verschollen" ("Missing") hatten und "Das Wiedersehen" ("Reunion"). Staffel 4 war wirklich anstrengend. Staffel 5 war anstrengend, jetzt werden sie dann "Vegas" drehen.
In "Stargate Atlantis" gab es Schusswaffen, Explosionen, etc, aber es gab auch wichtige Kampfsequenzen und Kampfszenen, die bis zu einer gewissen Größe viel mehr Zeit in der Vorbereitung brauchen, als ein normaler Stunt, wie eine Explosion, oder jemanden der erschossen wird. Intensive Kampfsequenzen brauchen mehr Zeit zum Planen und Üben als andere.
Der Unterschied zwischen Stunts in Film und Fernsehen
Zeit ist der Unterschied zwischen Stunts in einer Show wie "Stargate Atlantis" oder "Sanctuary" und einer Filmproduktion wie "X-Men". Was ihr bei "X-Men" oder irgendeiner großen Sequenz die sie als Kampfszene haben wollen - seht, da haben sie zwei bis drei Monate zum Üben einer einzigen Kampfszene. Eine von unseren Kampfszenen üben wir für maximal vier Stunden. Acht Stunden sind wirklich das Äußerste für die größte Kampfszene, die wir gemacht haben.
Gambit in X-Men
Bamford spielte "Gambit" in "X-Men 2". Leider wurde seine Szene aus dem Film geschnitten. Er wollte für die Zukunft vielleicht einen bekannteren Schauspieler.
Lesen Sie auch: Vom Judo auf die politische Bühne: Daniel Keller
Fai Phannarai Netisri: Eine Boxerin kämpft sich nach oben
Runde für Runde boxt sich Fai Phannarai Netisri an die Weltspitze. Fai ist 24 Jahre alt und Profiboxerin. 14-mal stand sie in den vergangenen fünf Jahren im Ring, 14-mal hat sie gewonnen. Zweimal wurde sie Weltmeisterin. Ihr Kampfname: "The Diamond", weil sie nicht kaputtzukriegen ist.
Heute steht sie vor dem bisher härtesten Fight ihrer Karriere. Maria Rivera, die Meisterin Südamerikas, hat Fai herausgefordert. Rivera ist 43 Jahre alt und hat fast ein Drittel ihres Lebens als Profiboxerin verbracht.
Der Kampf findet in Hamburg statt, im Club Große Freiheit 36 auf St. Pauli. Wenn Fai in den 25 Quadratmetern eines Boxrings steht und um sich herum die Seile sieht, weiß sie: Diesen Platz habe ich mir erkämpft. Doch ihre Geschichte ist mehr als die einer aufstrebenden Boxerin. Fai fand im Boxen Kraft, als ihre Mutter sie in Thailand zurückließ. Und als sie ihr ein paar Jahre später nach Deutschland folgte. Das Boxen gab ihr ein Zuhause in dem fremden Land.
Der Kampf in Hamburg
Im Club hängt Bierdampf in der Luft, rotes Laserlicht schwenkt durch den Raum. Wo sonst Partytourist:innen tanzen, steht jetzt ein Boxring. Alle 700 Tickets wurden verkauft. In den vergangenen Stunden haben fünf Duelle zwischen Männern das Publikum auf den Hauptkampf eingestimmt.
Im Scheinwerferlicht bahnt sich Fai einen Weg durch die Menge. Zwei Männer folgen ihr, sie halten die beiden Gürtel hoch, die Fai für ihre Weltmeistertitel bekommen hat. Dazu läuft Fais Lieblingslied The Ecstasy of Gold; Sopranstimmen, Streicher, Marschtrommeln. Ein Lied wie eine Kriegserklärung.
Fai schlüpft durch die Seile in den Ring. Ihre Gegnerin wartet schon in der Ecke gegenüber. Ein letztes Mal stehen sich die Boxerinnen gegenüber, dann schellt die Glocke.
Kindheit und Jugend in Thailand und Deutschland
Fai sprintet in die Ringmitte, die Fäuste vor dem Gesicht. Mit den ersten Schlägen, linke Gerade, rechter Haken, tasten sich die Boxerinnen ab. Fai wuchs in einem Dorf im Nordosten Thailands auf. Die meisten der dreitausend Bewohner:innen lebten vom Reisanbau. Zu ihrem Vater hatte sie wenig Kontakt. Als Fai fünf Jahre alt war, wanderte ihre Mutter nach Nürnberg aus, sie hatte dort eine Stelle als Masseurin gefunden.
Sie blieb damals im Dorf bei ihren Großeltern, ihren "Schutzengeln". Ihr Opa, ein ehemaliger Thaiboxer, brachte ihr das Boxen bei. Im Morgengrauen joggten sie durch das Dorf, pumpten Liegestütze und übten Schattenboxen. "Mein Großvater hat mir beigebracht, nicht schwach zu sein", sagt Fai.
Mit elf holte Fais Mutter ihre Tochter zu sich nach Nürnberg. Fai kam in eine Übergangsklasse, um Deutsch zu lernen und sich in der neuen Kultur zurechtzufinden.
Eine Lehrerin riet ihr, mehr mit anderen zu unternehmen, um besser Deutsch zu lernen. "Da habe ich wieder mit Kampfsport angefangen, weil ich das liebe", sagt Fai. Jeden Montag und Mittwoch trainierte sie nach dem Unterricht Kickboxen. "Das gab mir Selbstvertrauen", sagt sie. In dieser Zeit lernte sie ihren heutigen Trainer kennen, einen gescheiterten Profiboxer.
Mit 17 Jahren schloss Fai die Hauptschule ab und begann eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau, weil ihre Mutter sich einen sicheren Job für sie wünschte. Nach einem halben Jahr wollte Fai nicht mehr. Mit 19 kämpfte sie ihren ersten Profikampf, im Gemeindesaal in Schwabach, einer Kleinstadt bei Nürnberg. Nach 40 Sekunden hatte sie gewonnen.
Vorbereitung und Training
Sieben Wochen lang hat sich Fai auf diesen Kampf vorbereitet. Morgens hat sie Intervalle trainiert, Sprinten und lockeres Joggen im Wechsel. Abends kämpfte sie im Samurais Gym in Nürnberg gegen Männer, die etwas größer und schwerer sind als sie. "Männer sind aggressiver als Frauen, dadurch werde ich härter", sagt Fai.
Bruce Özbek: Eine Legende nimmt Abschied
"Eine Legende nimmt Abschied", so steht es voller Pathos auf den Plakaten, mit denen Özbek in seiner Heimatstadt Stade für seine Abschiedsgala wirbt. Bruce Özbek, 44 Jahre alt, gebürtiger Kurde mit deutschem Pass, hat in seinem Leben viele Schläge ausgeteilt und noch mehr einstecken müssen. 1988 wurde er in Ankara Weltmeister im Kickboxen. 19 Mal verteidigte er den Titel, in der Szene nennen sie ihn bis heute ehrfürchtig "Blitz", weil er mit seinem linken Bein Tritte anbringen konnte, die der Gegner erst sah, wenn er den Kampf auf Video nachbetrachtete.
Allerdings hatte er eine weitere große Stärke: er war immer verfügbar. "Wenn kurzfristig ein Gegner ausfiel, konnte man immer sich sein, dass Bruce als Ersatz bereitsteht", erinnert sich Klaus-Peter Kohl, Chef des Hamburger Profistalls Universum, der Özbek bei einigen seiner Veranstaltungen boxen ließ und ihn auch als Sparringspartner für seine Stars engagierte.
So erarbeitete sich der bullige Kurde einen Ruf als "Journeyman". In der Boxszene werden so Kämpfer bezeichnet, die jederzeit für Kämpfe abrufbar sind, weil sie immer im Training stehen, keine hohen Ansprüche stellen, die Verliererrolle, für die sie gebucht werden, akzeptieren und trotzdem einen guten Kampf abliefern.
Gesundheitliche Probleme und das Ende der Karriere
Özbek weiß, dass er für seine Unerbittlichkeit gegenüber sich selbst einen hohen Preis gezahlt hat. Am ärgsten zugesetzt haben ihm jedoch die unzähligen Kopftreffer, die sein Gehirn irreparabel geschädigt haben. Im Sommer 2007 zwang ihn sein Körper zur Kapitulation. Er hatte so schwere Gleichgewichtsstörungen, dass er in der Stader Innenstadt mehrmals zusammenbrach. Die Diagnose, die ein Berliner Mediziner stellte, war niederschmetternder als alle Schläge im Ring: Schwere Vernarbung der rechten Gehirnhälfte, Demenz!
Das Ende der Karriere war zwingend notwendig. Özbek weinte die gesamte Rückreise von Berlin nach Hamburg vor Verzweiflung. Doch dann tat er, was er immer tat: er kämpfte.
Familie und Zukunftspläne
Seine Söhne sind der Grund dafür, warum er endlich die Kraft finden will, die Handschuhe für immer auszuziehen.
Deshalb hofft er auf die Einnahmen aus seiner Abschiedsgala, mit deren Hilfe er in einem alten Pferdestall in der Stader Altstadt eine Kampfsportschule eröffnen möchte. Es ist sein beruflicher Lebenstraum, selbst einen Champion zu formen. Am liebsten einen seiner Söhne, denen er trotz seiner eigenen leidvollen Erfahrungen eine Kampfsportkarriere nicht verbieten würde.
