Karate und Tang Soo Do sind beides Kampfkünste mit einer reichen Geschichte und tief verwurzelten Traditionen. Obwohl sie unterschiedliche Ursprünge haben, weisen sie auch viele Gemeinsamkeiten auf. Dieser Artikel untersucht die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen diesen beiden Disziplinen.
Ursprünge und Geschichte
Karate
Die Geschichte des Karate begann vor ca. 1400 Jahren, als der Gründer des Zen-Buddhismus nach China gelangte, um dort die Lehren des Buddhismus zu verbreiten. Während seines Aufenthaltes in China begab er sich in den Shaolin-Tempel. Dabei entfachte seine große Begeisterung für das harte Training von Geist und Körper.
Die Lehre von Daruma verbreitete sich in China und später auch auf den Ryukyu-Inseln und somit auch auf Okinawa, welches Japan vorgelagert ist. Unter der Herrschaft des Königs „Sho Hashi" wurde vor ca. 500 Jahren auf Okinawa ein Waffenverbot erlassen. Die bis dahin für das Training des Geistes und Körpers ausgeübte Kampfkunst gewann eine neue Bedeutung.
Es vermischten sich im Laufe der Jahre chinesische Einflüsse mit dem auf Okinawa bekanntem Te (das Wort „Te" bedeutet Hand) und es entstand daraus eine Urform des heutigen Karate. Der damalige Zweikampf hieß auf den Ryukyu-Inseln einfach nur „Okinawa-Te".
Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das japanische Militär im Zuge von Musterungen auf die besonders wehrfähigen jungen Männer Okinawas aufmerksam. Durch eine Umdeutung der Schreibweise gelang es Gichin Funakoshi, das Schriftzeichen "Tô" (das für China steht) in die Silbe „Kara“ zu verändern, die „leer“ bedeutet. In der Übersetzung mit dieser neuen Schreibweise bedeutete Karate so viel wie „leere Hand“.
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Tang Soo Do
Tang Soo Do ist abgeleitet von dem Begriff Tang Shou Dao, der Kampfkunst der Chinesen, die von Ausländern im Ausland, also nicht in China betrieben wird. Wörtlich übersetzt bedeutet Tang Soo Do Philosophie der Chinesischen Hand.
Ab 1909 hielt Japan schließlich Korea besetzt. Allen Koreanern wurde das Ausüben volkstümlicher Traditionen und das Üben koreanischer Künsten verboten. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges und der damit verbundenen Befreiung Koreas aus der japanischen Besatzung im Jahre 1945, gaben die aus Japan zurückgekehrten Karatemeister das Erlernte in Korea weiter. Dies geschah nun jedoch unter dem Namen Tang Soo Do, der koreanischen Übersetzung für "Weg der China Hand".
In der Folgezeit ergänzten die koreanischen Kampfkünstler die Karate Techniken um Bewegungselemente, die als typisch koreanisch gelten. Man war bemüht, der Kampfkunst eine eigene nationale Identität zu verschaffen und sich von dem japanischen Erbe mehr und mehr zu lösen.
Gemeinsamkeiten
- Einfluss chinesischer Kampfkünste: Beide Stile haben Wurzeln in den chinesischen Kampfkünsten.
- Schlag-, Block- und Tritttechniken: Sowohl Karate als auch Tang Soo Do verwenden Schlag-, Block- und Tritttechniken.
- Formen (Katas/Hyong): Beide Stile beinhalten Formen, die eine Abfolge von Bewegungen gegen imaginäre Gegner darstellen. Die Formen, im Taekwon-Do heißen sie Hyong oder Tul, zeigen eindeutig Bezug zum Karate. Besonders zum Shotokan Stil.
- Prüfungssystem: Gemeinsamkeiten haben Karate und Taekwon-Do/Taekwondo im Prüfungssystem mit farbigen Gürtel, bei den Danträgern sind die Gürtel schwarz.
- Anzüge: Die klassischen Anzüge, Gis im Karate, Doboks im Taekwon-Do/Taekwondo, sind traditionell weiß.
- Kraft aus der Hüfte: Beide Kampfkünste generieren dazu Ihre Kraft aus der Hüftregion, genauer gesamt dem Unterbauch. Technisch gesehen bewegt sich im Karate sowie im Taekwondo erst die Hüfte, dann die Glieder. Der Oberkörper ist dabei grundsätzlich immer aufgerichtet.
- ENDspannung vs. Entspannung: Karate und Taekwon-Do nutzen "Kime" bzw. Fokus am Endpunkt aller Schläge. Diese END-Spannung sorgt für die nötige Kraft und Stabilität beim Auftreffen auf ein Ziel.
Unterschiede
- Herkunft: Karate kommt aus Japan, Tang Soo Do aus Korea.
- Fokus: Einfach ausgedrückt:Beide sind sehr ähnlich, sogar mir einander verwandt. Aber im Karate geht es mehr um Kraftmaximierung, beim Taekwondo mehr um Schnelligkeit.
- Beintechniken: Taekwondo zeichnet sich durch dynamische Beintechniken aus, wie sie in kaum einer anderen Kampfkunst vorkommen. Beintechniken werden demgegenüber deutlich sparsamer eingesetzt, als es im Taekwondo der Fall ist.
- Philosophie: Tang Soo Do-Betreibende sehen ihren Stil als Kampfkunst und nicht als -sport.
Stilrichtungen im Karate
Unter dem Dach des DKV haben sich zahlreiche Stilrichtungen versammelt, wobei die Unterschiede von Stilrichtung zu Stilrichtung mitunter nur Nuancen betragen. Hinzu kommt, dass bestimmte Stilrichtungen mehr oder weniger stark ausgeprägt und in Deutschland vertreten sind.
Die Stilrichtungen Shotokan, Wado-Ryu, Goju-Ryu und Shito-Ryu sind von der WKF und der EKF anerkannt. Aufgrund ihrer historischen Gründungsrechte haben die Stilrichtungen Shotokan, Wado-Ryu und Goju-Ryu ein Veto-Recht in der Bundesversammlung. Alle im DKV anerkannten Stilrichtungen haben gleiche, in der DKV-Satzung verankerte Rechte.
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Der DKV selbst ist an keine Stilrichtung gebunden.
- Shotokan
- Goju-Ryu
- Wado-Ryu
- SOK
- Koshinkan
- Shito-Ryu
- Shorin-Ryu Seibukan
- JKD
- Wado-Kai
- JKA Shokukai
- JKF Goju-Kai
- Intern. Goju-Kan
- Shoto-Ryu
- Kempo
- AKS-Karate
- Kyokushin-Kai
- Yoshukai
- Koreanisches Karate
- Shorin-Ryu-Siu Sin Kan
- Tang Soo Do
- SOK - Kobudo
Tang Soo Do Moo Duk Kwan
Meister Hwang Kee formte das Moo Duk - Kwan Tang Soo Do 1945 aus alten koreanischen Kampfstilen( u.a. Weiterentwicklung zu einem modernen Kampfsport. ist eine unabhängige, selbstständige Untergruppe mit eigener Prüfungsordnung.
Schwerpunkte des Trainings sind traditionelles Karate ( Techniktraining unter der Einbeziehung der Philosophie des Budo). Das Training des traditionellen Tang - Soo - Do erfordert viel Disziplin. eine realistische Selbstverteidigung ohne verwirrende und komplizierte Bewegungsabläufe zu erlernen von großer Bedeutung.
Um sich sportlich zu messen wird im Modern Tang - Soo - Do Vollkontakt Karate bzw. Kickboxen gekämpft. Das heißt im Boxring nach Runden, mit Hand-, Fuß-, Tief-, Mund-, und Kopfschutz bis zum möglichen KO. seine Vielseitigkeit für die unterschiedlichsten Personengruppen.
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