22 Karat Gold Reinheitsgrad Tabelle: Alles, was Sie wissen müssen

Gold hat seit Jahrtausenden einen festen Platz in der Kultur-, Geld- und Schmuckgeschichte. Seine chemische Beständigkeit, das charakteristische Glänzen und seine Seltenheit machen es zu einem einzigartigen Edelmetall. Wer sich intensiver mit Gold befasst, stößt schnell auf die Frage der Reinheit - also darauf, wie hoch der tatsächliche Goldanteil eines Schmuckstücks, einer Münze oder eines Barrens ist.

Der Reinheitsgrad eines Goldprodukts ist entscheidend für seinen Wert, seine Verarbeitungseigenschaften und seine Einsatzmöglichkeiten. In solchen Situationen taucht die Frage auf: Wie viel echtes Gold steckt wirklich drin?

Was bedeutet der Reinheitsgrad bei Gold?

Die Gold-Reinheitsgrade geben an, wie viel reines Gold in einem Gegenstand enthalten ist. Je höher der Reinheitsgrad, desto wertvoller ist das Stück - allerdings auch weicher und weniger widerstandsfähig. Deshalb ist reines Gold im Alltag eher selten in Gebrauch, da es zu weich für viele Anwendungen wäre.

Für Schmuck oder Münzen wird Gold daher meist legiert, also mit anderen Metallen wie Kupfer, Silber oder Palladium vermischt. Der Kurs des Edelmetalls hat in den letzten Monaten stark zugenommen.

Wie wird der Reinheitsgrad von Gold angegeben?

Es gibt zwei gebräuchliche Methoden, um den Reinheitsgrad von Gold zu kennzeichnen: Die Angabe in Karat (K) und die Feinheit in Tausendstel (‰).

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  • Die Karat-Skala reicht von 0 bis 24, wobei 24 Karat reinem Gold entspricht.
  • Die Angabe in Promille beschreibt den Goldanteil je 1.000 Teile der Gesamtmasse. Die Einheit benennt den Feingehalt der jeweiligen Legierung, die aus Gold und anderen Metallen (Silber, Kupfer, Palladium, Zink, Nickel, Platin) bestehen kann.

Mit Karat wird der Anteil des reinen Goldes am Gesamtgewicht der Legierung bezeichnet.

Gold Reinheitsgrad Tabelle

In der folgenden Tabelle sind die gängigsten Gold-Reinheitsgrade aufgeführt:

Karat (kt) Feingehalt in Tausendstel Goldanteil in Prozent* Verwendung
8 kt 333er Gold 33,3 % Massenschmuckbereich
14 kt 585er Gold 58,5 % Modischer Schmuck, Trauringe, Ketten, Armbänder
18 kt 750er Gold 75 % Hochwertiger Schmuck
22 kt 916,66er Gold 91,666 % Hochwertiger Schmuck (arabischer Raum, Indien)
24 kt 999er Gold 99,9 % Anlagemünzen, Barren

*Anmerkung zur Karat Goldtabelle: Prozentangaben nur zur Veranschaulichung. Prozentwerte sind in der Edelmetallbranche unüblich

Verschiedene Goldlegierungen und ihre Verwendung

Die Zusammensetzung einer Goldlegierung beeinflusst nicht nur den Härtegrad, sondern auch die Farbe. Je mehr Kupfer beigemischt wird, desto rötlicher erscheint das Gold (Rotgold). Weißgold entsteht durch Zugabe von Silber, Nickel oder Palladium, während Grüngold durch eine Mischung mit Silber und Cadmium erzeugt werden kann.

Hier eine Übersicht typischer Verwendungen verschiedener Goldlegierungen:

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  • 333er Gold: Mindestuntergrenze für Goldanteil, um sich in Deutschland offiziell als Goldschmuck bezeichnen zu dürfen.
  • 375er Gold: Mindestuntergrenze für Goldschmuck in Großbritannien.
  • 417er Gold: Mindestuntergrenze für Goldschmuck in USA.
  • 585er Gold: Populäre Schmucklegierung, da relativ hochwertig bei gleichzeitig hoher Kratzfestigkeit. Gern genommen für Goldohrringe, ein Goldarmband oder eine goldene Uhr.
  • 750er Gold: Auch “Kronengold” genannt. 750er Schmuckgold wird gern verwendet für relativ hochwertigen Schmuck, etwa eine Goldkette. Auch für Zahngoldlegierungen.
  • 833er Gold: Hochwertiger Schmuck.
  • 875er Gold: Für besonders hochwertigen Goldschmuck, etwa ein Gold-Collier.
  • 895er Gold: Historische Goldmünzen. Auch “Pistolengold” genannt (Pistole = historische spanische Goldmünze).
  • Feinheit 900: Diverse Goldmünzen wie etwa die Goldmünze Tscherwonetz. Auch “Münzgold” genannt.
  • Feinheit 916,667: Diverse Goldmünzen, wie etwa der Krügerrand. Aufgrund der Kupferbeimischung gilt der Krügerrand als weniger kratzempfindlich.
  • Feinheit 965: Auch “Thaigold” genannt. Hier wenig gebräuchlich.
  • Feinheit 986: Manche Goldmünzen wie etwa Kaiser Franz Joseph Dukaten aus Österreich. Auch “Dukatengold” genannt.
  • Feinheit 995: Mindestgehalt für Goldbarren.
  • Feinheit 999: Manche Goldmünzen wie z.B. China Panda. Als 999er Goldschmuck in China populär.
  • Feinheit 999,9: Gängig für viele Anlagegold-Produkte, also Goldmünzen und Goldbarren.

Gold-Reinheitsgrad-Karat-Rechner

Der Gold-Reinheitsgrad-Karat-Rechner ermöglicht eine schnelle und einfache Umrechnung zwischen den drei gängigen Einheiten zur Bestimmung des Edelmetallanteils: Karat, Feinheit in Promille und Goldanteil in Prozent.

Nutzer können in eines der drei Felder einen Wert eingeben - zum Beispiel „18 Karat“ - und der Rechner berechnet automatisch die entsprechenden Werte in Promille. Umgekehrt funktioniert es ebenso: Gibt man etwa „585“ im Feld für die Promille ein, erscheint automatisch der zugehörige Karatwert sowie der Prozentwert.

Der Rechner ist besonders hilfreich für alle, die den Feingehalt eines Schmuckstücks oder Goldobjekts besser verstehen und vergleichen möchten.

Wo finde ich Angaben zum Karat Wert?

Der Goldgehalt wird bei Schmuckstücken durch eine Punzierung angezeigt - ein kleiner Stempel an einer unauffälligen Stelle des Schmuckstücks. Diese Punze war früher nicht zwingend vorgeschrieben, aber heute ist sie bei den meisten Goldwaren üblich. Die Angaben auf Schmuckstücken sind jedoch nicht immer einheitlich: Der Goldgehalt kann entweder in Karat oder als Feingehalt in Promille angegeben werden.

Beispiele für Punzierungen:

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  • 333 / 8k = 333er Feingehalt / 8 Karat Gold
  • 375 / 9 ct = 375er Feingehalt / 9 Karat Gold
  • 585 / 14c = 585er Feingehalt / 14 Karat Gold
  • 0.750 / 18 kt = 750er Feingehalt / 18 Karat Gold

Bei Goldbarren und Goldmünzen gibt in der Regel eine deutlich sichtbare Prägung Auskunft über den Feingehalt. Auch hier gibt es allerdings Besonderheiten bei der Schreibweise. So trägt zum Beispiel die Maple Leaf Goldmünze die Prägung „9999“, obwohl der Feingehalt korrekt als 999,9 Promille angegeben werden müsste. Diese Reinheitsangabe wird umgangssprachlich oft als „four nine fine“ bezeichnet.

Karat: Goldanteil in Gramm selber berechnen

Angenommen, eine Goldkette hat ein Gesamtgewicht von 15 Gramm. Wenn die Punzierung nur eine Karat-Angabe enthält, können Sie in der Goldtabelle nachsehen, welcher Karat-Wert welcher Feinheit in Promille entspricht. Um den reinen Goldanteil in Gramm zu berechnen, multiplizieren Sie das Gesamtgewicht mit dem entsprechenden Promille-Wert. So ermitteln Sie den exakten Anteil des reinen Goldes im Schmuckstück.

Goldanteil Berechnung am Beispiel von 15g Goldschmuck:

  • 8 Karat Goldschmuck: 8 Karat Gold entspricht einen Feingehalt von 333: 15 g × 0,333 = 4,995. Der Goldanteil beträgt also 4,995 Gramm.
  • 14 Karat Goldschmuck: 14 Karat Gold entspricht einen Feingehalt von 585: 15 g × 0,585 = 8,775. Der Goldanteil beträgt also 8,775 Gramm.
  • 18 Karat Goldschmuck: 18 karat Gold entspricht einen Feingehalt von 750: 15 g × 0,750 = 11,52. Der Goldanteil beträgt also 11,52 Gramm.

Landestypische Karat-Werte

Weltweit gibt es unterschiedliche Vorlieben bei den Reinheitsgraden von Gold. Auf dem nordamerikanischen Kontinent ist das eher blasse, aber kratzfeste 585er Gold (14 Karat) besonders populär. Im arabischen Raum bevorzugt man 21 Karat Gold für die Schmuckherstellung, während in Indien oft 22 Karat verwendet werden. In China findet man sogar 24 Karat Goldschmuck, der als „Chuk Kam“ (volles Gold) bezeichnet wird.

In Deutschland ist Goldschmuck zwischen 8 und 18 Karat typisch, was einem Feingehalt von 333 bis 750 in Tausendsteln entspricht. Außerdem gibt es hierzulande gesetzliche Regelungen, die einen Mindest-Goldgehalt vorschreiben, damit Schmuck als Gold verkauft werden darf.

Wer in Gold investiert oder Goldschmuck kauft, sollte die Bedeutung der Gold-Reinheitsgrade kennen. Sie bestimmen nicht nur den Materialwert, sondern auch die Verarbeitungseigenschaften und den Einsatzbereich.