Lady Bloodfight: Amy Johnston und die Welt der Kampfsportarten

Lady Bloodfight ist ein Drama aus dem Jahr 2016 von Chris Nahon mit Amy Johnston und Muriel Hofmann. Backpackerin Amy Johnston wird von Muriel Hofmann zu einer Kampfsportlerin ausgebildet, um an einem Turnier teilnehmen zu können. Dabei lernt sie auch die Schattenseiten Hong Kongs kennen.

Handlung von Lady Bloodfight

Als die amerikanische Backpackerin Jane (Amy Johnston) sich in Hongkong erfolgreich gegen drei Räuber wehrt, erregt das die Aufmerksamkeit von Shu (Muriel Hofmann), einer Kampfsportmeisterin. Beeindruckt von Janes Fähigkeiten, rekrutiert und trainiert sie die junge Frau, damit sie an einem harten Underground-Turnier teilnehmen kann. Nach Monaten kräftezehrenden Trainings ist Jane endlich bereit, sich den tödlichsten weiblichen Kämpferinnen der Welt zu stellen.

Zu diesen gehört auch Ling (Jenny Wu), die Schülerin von Shus Erzfeindin Wai (Kathy Wu). Lady Bloodfight spielt in Hongkongs düsterer Unterwelt. Die Filmlänge beträgt 97 Minuten.

Die Rivalität zwischen Shu und Wai

Vor fünf Jahren standen sich die Kampfsportmeisterinnen Shu und Wai im Finale des geheimen Turniers "Kumite" in Hongkong gegenüber, der Kampf endete jedoch mit einem Unentschieden. Da sie sich nicht einigen konnten das angesetzte Preisegeld zu teilen, nahmen sie eine neue Aufgabe an. Jede von ihnen sollte eine Kämpferin ausbilden, damit diese gegeneinander antreten können. Wer als Sieger aus dem Kampf hervor geht, soll das Preisgeld bekommen.

Es dauert Jahre, bis Shu und Wai ihre Kämpferinnen finden, wobei Shu ihre Kandidatin Jane eher durch Zufall entdeckt. Denn als Janes eines Tages überfallen wird, kann sie sich erfolgreich gegen ihre drei Gegner zur Wehr setzen. Shu ist beeindruckt von Jane und beginnt diese auszubilden. Ob sie eine Chance gegen Ling haben wird, der Favoritin von Wai?

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Kritiken und Rezeption

Viele beschreiben den Film Lady Bloodfight als „Bloodsport mit Frauen“, was gar nicht so weit hergeholt ist. Regisseur Chris Nahon holte sich mit Amy Johnston als Jane, Muriel Hofmann als Shu, Jenny Wu als Ling und Kathy Wu als Wai, nicht nur vier Damen ins Boot, die wissen was die Zuschauer sehen möchten, sondern erzählt die Geschichte des bekannten „Bloodsport“ neu: Erst bekommen die Trainer Kloppe, dann finden die ihre Schützlinge, trainieren diese und am Ende steht der große Kampf an.

Dazu kommt Nohans eigene Geschichte, denn er geht auf das Privatleben der Charaktere ein, so dass man hier insgesamt gesehen einen unterhaltsamen Film zu sehen bekommt. Die Kämpfe haben uns sehr gut gefallen, diese stehen den Männer-Kämpfen nichts nach, es macht Spaß den Frauen zuzusehen, wie sie ihren Platz behaupten wollen.

Der Zuschauer bekommt bei Lady Bloodfight ein sauberes Bild mit frischen und natürlichen Farben geboten. Teilweise wirkt das Bild ein wenig kühl, was von den Machern allerdings so gewollt ist und gut zum Film passt. Der Kontrast ist stellenweise ein wenig zu niedrig und die Schärfe nicht immer optimal. Dennoch bekommt man insgesamt gesehen ein sehr gutes Bild geboten, wir sind auf jedem Fall zufrieden.

Beim Ton kann der Zuschauer zwischen einer deutschen und einer englischen Spur i DTS HD MA 5.1 wählen. Beide Spuren sind qualitativ gleich, Rauschen oder Verzerrungen sind nicht vorhanden. Immer mal wieder kommen die hinteren Boxen zum Einsatz und bieten einen schönen Raumklang, auch der Bass kommt nicht zu kurz. Das Bonusmaterial besteht aus einer kleinen Trailershow.

Parallelen zu Bloodsport

Es gab glaub ich 5 Fortsetzungen von Newt Arnolds Martial Arts Klassiker "Bloodsport" von 1988 mit Jean-Claude van Damme. LADY Bloodfight weist Parallelen zum JCVD Vehikel auf. Story ist einfach. Nur wegen der Ehre geht natürlich nicht. Weils Mädels sind, müssen zwei der Hauptprotagonisten halt Stress wegen nem Kerl haben. Klärt sich am Ende aber, also keine Angst vor Krallen im Schneckenhals.

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Story ist also nicht wichtig. Wichtig ist das Gekloppe - und das ist in Ordnung. Recht athletisch und stimmig. Nur Amy Johnston wirkt irgendwie ungelenk. Logisch darf auch ein weiblicher Minotaurus nicht fehlen, der knüppelhart für ne Tote sorgt. Komischerweise empört das alle zusehends. Wie es der "Boxerin" ergeht, interessiert keine Sau (und das ist immens heftiger!).

Das Ding ist kein Touchdown, aber immerhin macht er Spass. Chris Nahon (Kiss of the Dragon) kann doch noch was. Längst sind Kampfsportfilme keine Männerdomäne mehr und auch Frauen dürfen sich nach Herz und Laune auf die Mütze geben.

Die Charaktere

Während Wai in der rebellischen Ling eine würdige Kandidatin findet und diese unerbittlich antreibt, trifft Shu auf die Amerikanerin Jane, die beim "Kumite" antreten will, um das Preisgeld für sich und ihre Mutter zu gewinnen und damit ein neues Leben anzufangen. Doch ist Jane wirklich die richtige, um an Shus Stelle anzutreten?

Ein geheimes Kampfsport-Turnier, ein Meister der Kampfkunst (oder in diesem Fall zwei Meisterinnen), ein widerspenstiger Schüler mit Potential (oder in diesem Fall zwei Schülerinnen)...was Einfallsreichtum und Innovation angeht läuft Lady Bloodfight im Bereich der Handlung nicht gerade über. Doch irgendwie gelingt es dem Film, diese Tatsache als völlig belanglos erscheinen zu lassen, denn Martial Arts Fans dürften sich hier eher freudig an Jean-Claude van Dammes Durchbruch Bloodsport erinnern, als sich daran wirklich zu stören.

Und so nutzt Lady Bloodfight seine nicht sehr versteckten Parallelen als solides Grundgerüst für die viel wichtigeren Kampfszenen, die hier äußerst ansprechend in Szene gesetzt wurden. Rasante Schnitte, schnelle Kamerafahrten und tolle Choreografien beherrschen diese Szenerien, unterstützt von einer realistischen und dadurch noch viel härter wirkenden Darstellung.

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Einen weiteren positiven Aspekt stellen die Hauptfiguren dar, denn auch wenn die Charaktere größtenteils eindimensional bleiben und darstellerisch keine Höchstleistungen abgerufen werden müssen, so sind diese allesamt sehr überzeugend und vor allem interessant - nicht zu vergessen auch hübsch anzusehen. Während Shu und Jane die ruhige, sympathische und eher emotionale Seite darstellen, funktionieren Wai und Ling perfekt als brutaler, ehrgeiziger Gegenpol, wodurch beide Seiten den Film auf ihre Weise unterhaltsam und ansprechend gestalten.

Fazit

Lady Bloodfight ist ein sehr starker Film, der es größtenteils in sich hat. Der Film bietet brutale, blutige Kämpfe, eine sehr unterhaltsame Storyline und ein gelungenes Ende. Die Besetzung passt so. Die ungekürzte Fassung wurde von der FSK mit einer Altersfreigabe ab 18 Jahren bedacht.

Knapp zwei Monate ist es her, dass Amy Johnston bereits in F.F.C - Female Fight Club bewies, wie schön es sein kann, mal nicht die Herren Six- und Eight-Pack in Martial-Arts-Filmen zu sehen, sondern die (in diesem Fall blauäugige) weibliche Krone der Schöpfung. Nun kehrt sie mit Lady Bloodfight - Fight for Your Love im gleichen Metier zurück. Der ebenfalls 2016 entstandene Handkanten-Actioner kommt dieses Mal aber nicht von einem Debütanten, sondern von Chris Nahon. Der hatte schon in Kiss of the Dragon bewiesen, dass er Kampfkunst kann und zeigt das auch hier.

Die Kampf-Sequenzen sind durchweg packend inszeniert und hervorragend geschnitten. Dazu kommt noch das Tänzerische von Muriel Hofmann und Kathy Wu - exemplarisch dafür steht die fast schon poetische Szene, in der Shu den Vogel wiederbelebt. Ohnehin gelingt es Hofmann in der Rolle der in sich ruhenden Shu, den Zuschauer auf ihre Seite zu ziehen. Das Training, das sie Jane angedeihen lässt, ist geprägt von Respekt und dem Anreiz, die geistige Kraft zu stärken. Muriel Hofmann harmoniert zudem prächtig mit Amy Johnston. Die Szenen zwischen den beiden Mädels sorgen für Kurzweil, selbst wenn man sie schon x-mal in anderen Kampfsport-Filmen gesehen hat.

Für einen weiteren Pluspunkt sorgt die Atmosphäre Hongkongs, vor dessen Kulisse weite Teile von Lady Bloodfight spielen. Nicht ganz vermeiden ließ sich offensichtlich, dass ein bisschen (überflüssige) nackte Haut zu sehen ist - immerhin ist die Zielgruppe trotz weiblicher Darstellerinnen vermutlich doch eher männlich so männliche wie die Anwesenden Zuschauer während des Turniers. Um das wieder wett zu machen, bleiben die Kampfsequenzen trotz (gut inszenierter) Zeitlupen-Szenen jederzeit respektvoll und arten nicht in billiges Schlamm-Catchen aus. Ohnehin darf ganz neidlos anerkannt werden, dass die Damen in ihren Fight-Momenten schlicht eleganter und graziler wirken. Trotzdem auch hier Blut fließt (und das zum Finale hin in der ungeschnittenen Fassung nicht mal wenig), wirkt das Geschehen nicht so grobschlächtig und übertrieben testosterongesteuert (sieht man mal von der Klischee-Russin ab) wie bei den Herren der Schöpfung.

Lady Bloodfight dürfte zu Beginn ein etwas kontraststärkeres Bild haben. Die Szenen auf dem Dach wirken etwas flau und insgesamt zu hell. Allerdings hat man das bewusst so gewählt, handelt es sich doch um einen Rückblick. Wechselt die Szenerie in die Gegenwart wird’s besser. Amy Johnstons Erfrischungs-Dusche in Kapitel zwei präsentiert wesentlich bessere Farben und den höheren Kontrastumfang mit satten Schwarzwerten. Close-ups wirken hier mitunter dann sogar so scharf, dass man das Make-up deutlich erkennen kann.

Akustisch langen zwar die Punches von Lady Bloodfight bisweilen ordentlich zu, doch die stärkste Räumlichkeit geht vom percussiven Filmscore aus. Der ist auf allen Lautsprechern präsent und baut eine breite Bühne auf.

Lady Bloodfight spult zwar durchweg bekannte Motive ab und kommt nicht ohne Klischees aus, doch die Figuren sind gut ausgearbeitet, die Fight-Sequenzen vorzüglich choreografiert und der Unterhaltungswert durchweg hoch. Das liegt vor allem auch an den Darstellerinnen, die fast durch die Bank überzeugen - gegenüber F.F.C.

Seit „Bloodsport“ wissen wir, dass in Hongkong in regelmäßigen Abständen Kampfsportturniere, sogenannte Kumites, abgehalten werden. In diesen messen sich die besten Kampfsportexperten aus aller Herren Länder. Und da die Gleichberechtigung auch im Kampfsport gelebt wird, gibt es natürlich auch Kumites für die Damenwelt.

Vor nunmehr fünf Jahren standen sich die ehemals eng befreundeten Martial-Arts-Expertinnen Shu und Wai im Finale des Kumites gegenüber. Der Kampf dauerte einen ganzen Tag an und mündete in ein Unentschieden. Ein Ergebnis, mit dem beide nicht zufrieden waren. Seitdem sind beide Damen auf der Suche nach der idealen Fighterin, die sie trainieren und zum Kumite entsenden können. Nach fünf Jahren sind beide endlich fündig geworden: Wai trainiert die junge Ling und impft ihr die Geradlinigkeit und Härte des von ihr bevorzugten Stiles ein. Shu hat derweil die Amerikanerin Jane auserkoren und lässt diese eher die metaphysischen Ebenen des Kampfsportes entdecken.

Mit Shu und Wai als Trainer werden beide Damen zum Kumite zugelassen. Hier bekommen sie es aber nicht nur mit den härtesten Fighterinnen der ganzen Welt zu tun. „Lady Bloodfight“ kann man mit Fug und Recht als „Bloodsport mit Damen“ umschreiben. Chris Nahon ahmt mit seinem Film beinahe akribisch den großen Urahnen des Turnierkloppers nach: Erst finden die Fighter ihre Trainer, werden von denen hart im Training rangenommen und irgendwann zum Kumite zugelassen. Hier kommt es zu engen Freundschaften und verbissenen Feindschaften mit anderen Kämpfern und am Ende steht der große Finalkampf. Sogar der Dim Mak kommt zum Einsatz.

Dabei kann er sich vor allem auf seine gleichwohl hübschen wie kampfstarken und ordentlich aufspielenden vier Hauptdarstellerinnen verlassen, die ihre nicht sonderlich komplex gezeichneten Figuren überzeugend mit Leben füllen. Vor allem die Paarung Shu (Muriel Hofmann „Covert Operation“) und Jane (Amy Johnston „The Gate“) funktioniert prächtig und zieht mitten in den Film hinein. Man will wissen, was beide antreibt und man hofft, dass beide am Ende das bekommen, was sie sich erwünschen. Das merkt man vor allem in den knallharten Fights. Hier verzieht man auch auf dem heimischen Sofa immer mal weder schmerzerfüllt das Gesicht, wenn einer der harten Punches einschlägt. Die Ladys von „Lady Bloodfight“ schenken sich nichts und langen roh und ungeschliffen hin. Die Choreografien von Xin Xin Xion sind direkt, geradlinig und absolut auf Effektivität ausgerichtet. Dem realistischeren Ansatz entsprechend wird auch nur in ganz wenigen Szenen an Seilen gezerrt. Auch Sprungkicks hat es eher weniger.

Leider gehen in der ab und an etwas schnellen Montage die Feinheiten der verschiedenen aufgefahrenen Kampfstile etwas unter. Der Brutalitätsgrad ist aufgrund der gezeichneten Choreografie beachtlich. Beim Ground and Pound spritzt das Blut ordentlich. Diverse harte Treffer lassen ebenfalls Blutschwälle durch die Gegend schwappen. Wenn sich irgendwann wie in „American Samurai“ oder „Shootfighter 2“ mit Wushu-Waffen beharkt wird, kommen auch fiese Schnittwunden hinzu. Abseits des Kampfringes gibt es kaum Action zu verzeichnen.

Regisseur Nahon, der vorwiegend auf eine schnelle und dynamische Bildsprache setzt, gelingen dank toller Kamerafahrten in Verbindung mit dem gelungenen Score immer mal wieder schön elegische Momente. Doch selbst diese können nicht verbergen, dass sein Budget eher schmal ausgefallen ist. So ist die Arena, in der die meisten Fights steigen, ein simples Hufeisen aus Schiffscontainern. Das passt zur vom Film intendierten Wirkung, ist aber nicht wirklich reizvoll anzuschauen. Witzigerweise wird die Firma, die die Container stellte, im Abspann als Sponsor genannt. Von den ganzen abgeranzten Räumlichkeiten und Interieurs fange ich lieber gar nicht erst an. Erstaunlich wenig holt Nahon aus dem Schauplatz Hongkong heraus. Dagegen weiß die Behausung von Shu sehr zu gefallen.

„Lady Bloodfight“ ist ein würdiger Vertreter des Turnierklopper-Genres. Die simple, aber nicht dumm erzählte Story funktioniert, die Darstellerinnen sind sexy und knallhart zugleich, die Action rockt und die Fights sind äußerst ansprechend in Szene gesetzt. Es sind eher kleine Problemherde, die den Film immer mal wieder ein Beinchen stellen. So sind die Settings durch die Bank allesamt etwas billig angehaucht. Die Installation einer leicht psychopathisch rüberkommenden Kämpferin führt immer mal wieder ungünstig vom Hauptplott weg. Ab und an ist der Schnitt ein wenig zu flott geraten. Und vor allem gegen Ende übertreibt es das Drehbuch mit seinem Mystik-Getue.

Im Großen und Ganzen kann man Regisseur Chris Nahon aber nur bestätigen, dass er seine Hausaufgaben in Bezug auf das Genre gemacht und einen äußerst ansprechend in Szene gesetzten Martial-Arts-Vertreter auf die Beine gestellt hat.

In Großbritannien erschien der Streifen von dem Label Icon und ist hier mit einer Freigabe ab 15 ungeschnitten. Am 27. Februar 2018 erschien der Film endlich auch in Deutschland auf DVD und Blu-ray. Hier nahm sich das Label „Eurovideo“ des Klopperstreifens an.