Beim Taekwondo werden je nach Kenntnis und Fähigkeitsstand Gürtelfarben vergeben. Die Taekwondo Gürtel mitsamt deren Farben sollt Ihr nun in aufsteigender Reihenfolge kurz kennen lernen.
Die Bedeutung der Gürtelfarben
Die Abgrenzung der einzelnen Stufen durch farbige Taekwondo Gürtel wurde aus dem Judo importiert. Anfangs benutzte man nur die Farben, welche auf der koreanischen Flagge zu sehen sind, nämlich weiß, blau, rot und schwarz. Inzwischen kamen noch gelb, grün und braun hinzu, um den Schülergrad genauer erkennen zu können. Die farbigen Gurte der Schüler geben einen Überblick über die zu erwartenden Fähigkeiten des einzelnen Schülers.
- Weißgurt (10. und 9. Kup): Jeder, der mit dem Taekwondo beginnt, startet normalerweise mit einem weißen Gürtel, was symbolisiert, dass man ein Anfänger ist. Der erste Gurt ist der Weißgurt (10. Kup). Er wird beim Eintritt in die Schule verliehen, der Lehrer gibt dem neuen Schüler damit einen "Vertrauensvorschuss". Mit der Prüfung zum weiß-gelben Gurt (9. Kup) wird dem Schüler bestätigt, dass er die Dojang Etikette beherrscht. Da er den Gürtel mit der Anmeldung in der Schule ohne Prüfung überreicht bekommen hat, beweist er nun, dass er würdig ist, ihn auch zu tragen. Im Taekwon-Do bekommt man nichts "geschenkt" sondern erarbeitet sich alles - also auch den Weißgurt.
- Gelbgurt (8. und 7. Kup): Der gelbe Gürtel steht für fruchtbaren Erdboden, auf dem Wissen und Können gedeihen sollen. Ist die Erde, in der eine Pflanze ihre Wurzeln schlägt.
- Grüngurt (6. und 5. Kup): Der grüne Gurt steht für den Sproß, die dem bestellten Boden entspringt und Richtung Sonne zur Pflanze heranwächst. Ist die Pflanze, die wächst.
- Blaugurt (4. und 3. Kup): Der blaue Gürtel steht für den Himmel und somit sinnbildlich für eine Grenze. Blau deutet auf die Farbe und Weite des Himmels hin und deutet an, daß neben der körperlichen auch eine geistige Entwicklung (Horizonterweiterung) stattgefunden hat, die letztendlich auch zu Höherem befähigt. Ist der Himmel, in den die Pflanze zu einem mächtigen Baum heranwächst.
- Rotgurt (2. und 1. Kup): Die Farbe der Sonne. Der rote Gürtel repräsentiert die Sonne, von der schon eine große Kraft ausgeht, dient dem Schüler aber auch als Signal. Er steht nun kurz davor, Meister zu werden, und wird angehalten, sich noch intensiver und ausdauernder mit der Kampfkunst zu beschäftigen. Die Signalfarbe Rot bedeutet "Achtung", hier entsteht etwas Bedeutendes. Ist die Gefahr des Schülers sich zu überschätzen und weist ihn darauf hin, sich zu kontrollieren.
- Schwarzgurt (1. bis 9. Dan): Schwarz ist die Farbe der Meister und im Training diesen vorbehalten. Schwarz als Symbol für das Weltall vereinigt alle anderen Farben in sich und ist somit die stärkste von allen. Schwarz symbolisiert die Autorität, das Wissen und die Erfahrung der Meistergrade. Ist das Gegenteil von Weiß und zeigt das Können und die Reife im Taekwon-Do.
Des Weiteren dienen die Gurtfarben als Motivation für den Schüler, fleissig zu bleiben um die nächste Stufe zu erreichen. Der begehrte Schwarzgurt lässt sich schließlich nur durch kontinuierliches Training über einen langen Zeitraum erreichen.
Die Gürtelprüfung
Um nun Stufe für Stufe weiterzukommen und den entsprechenden Gurt tragen zu dürfen, muss der Schüler das erforderliche Können in einer Gürtelprüfung präsentieren können. Die Prüfungen bestehen aus verschiedenen Elementen, welche je nach Gürtelstufe variieren und im Taekwondo Training geübt werden. Freikampf (ab 8. Kup), Bruchtest (ab 4. Kup, ab 7. Kup). Die Zeitabstände zwischen den einzelnen Prüfungen betragen je nach Stufe zwischen drei Monate und mehrere Jahre.
Die KUP-Grade werden von 10 bis 1 rückwärts nummeriert, die DAN-Grade vorwärts gezählt. Vom Beginn an seid Ihr im Taekwondo ein 10. Kup (im Gegensatz zum 9. Dafür müsst Ihr keine Prüfung ablegen.
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Anforderungen für die einzelnen Gürtelstufen
Nach erfolgreich abgelegter Taekwondo Prüfung habt Ihr Euch das Recht erworben, den nächsten Gürtel zu tragen. Hier eine Übersicht der Anforderungen für die einzelnen Gürtelstufen:
Schülergrade (Kup)
- Weiß-gelb Gürtel (9. Kup): Der 9. Kup muss sich seinen Gürtel durch einige Grundschultechniken, Steppübungen, Pratzenübungen und einen 1-Schritt-Kampf mit Partner verdienen. Sein Theorieteil besteht aus der Kenntnis der verwendeten Techniken in beiden Sprachen.
- Gelb Gürtel (8. Kup): Der 8. Kup hat ebenfalls eine Wartezeit von 48 TE und muss zusätzlich erste Freikampfübungen und Selbstverteidigungstechniken gegen Handangriffe zeigen. Weiterhin wird die Kenntnis des Notwehrrechts und der Hintergründe des Taekwondo abgefragt.
- Gelb-grün Gürtel (7. Kup): Die Taekwondo Prüfung zum 7. Kup beinhaltet zusätzlich die 1. Form Taeguk il-chang sowie die Grundformen der Falltechniken.
- Grün Gürtel (6. Kup): Bei der Prüfung zum 6. Kup müsst Ihr die 2. Form Taeguk ih-chang beherrschen und Euch in einer gespielten Situation aus der Nahdistanz verteidigen. Theoretische Kenntnisse werden ebenfalls abgefragt und beziehen sich mehr auf die geistigen Hintergründe des Taekwondo.
- Grün-blau Gürtel (5. Kup): Die Taekwondo Prüfung zum 5. Kup beinhaltet die 3. Form Taeguk sam-chang sowie verschiedene Pratzenübungen, Freikampfübungen und Selbstverteidigung gegen kombinierte Angriffe aus der nahen und mittleren Distanz.
- Blau Gürtel (4. Kup): Passend zur Taekwondo Prüfung zum 4. Kup müsst Ihr die 4. Form Taeguk sa-chang erlernen. Weiterhin sollt Ihr zeigen, dass Ihr Euch gegen Angriffe aus allen Distanzen verteidigen könnt. Der Bruchtest, also das Zerschlagen von Brettern, ist hier erstmals vertreten, wobei die Brettstärken vorgeschrieben sind.
- Blau-rot/ blau-braun Gürtel (3. Kup): Als Prüfling zum 3. Kup müsst Ihr Euch nochmals steigern und Euch nun auch gegen abgesprochene Stockangriffe und abgesprochene Angriffe in Bodenlage verteidigen. Die 5. Form Taeguk oh-chang und zwei Bruchtests gehören ebenfalls zum Programm.
- Rot/ braun Gürtel (2. Kup): Hier erwartet Euch die 6. Form Taeguk yuk-chang und eine Ausweitung der Selbstverteidigung auf abgesprochene Messerangriffe sowie freie Stockangriffe. Zwei Bruchtests und die allgemeine Lernfortschrittskontrolle gehören selbstverständlich dazu.
- Rot-schwarz/ braun-schwarz Gürtel (1. Kup): Den letzten Schülergrad erreicht Ihr, indem Ihr die 7. Taeguk chil-chang beherrscht und Eure Selbstverteidigungstechniken gegen Angriffe aller Art demonstriert.
Meistergrade (Dan/Poom)
Bei den Prüfungen müsst Ihr die Meistergrade in die Poom Grade für Jugendliche und die bekannten Dan Grade für Erwachsene unterscheiden. Die Wartezeiten bleiben jedoch unverändert. Der 1. bis 3. Poom Grad wird Schülern verliehen, die das 15. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Ab dem 15.
- 1. Poom/ Dan: Für den 1. Dan müsst Ihr die 8. Form Taeguk pal-jang beherrschen, Euch gegen verschiedene unbewaffnete wie bewaffnete Techniken verteidigen können, einen 1-Schritt-Kampf sowie Freikampf vorzeigen und 3 Bruchtests absolvieren, wobei Ihr eine 2er Kombination zeigen müsst.
- 2. Poom/ Dan: Die Prüfung zum 2. Dan beinhaltet die 9. Form Koryeo und 4 Bruchtests, wobei nun eine Sprungtechnik enthalten sein muss.
- 3. Poom/ Dan: Hier erwartet Euch die 10. Form Kumgang, Selbstverteidigung gegen mehrere Gegner und 5 Bruchtests mit einer 3er Kombination und zwei Sprungtechniken.
- 4. Dan - 7. Dan: Ihr müsst für jede Prüfung 2 Formen vorzeigen. Weiterhin wählt Ihr ab hier eine Form zur Vorkenntniskontrolle und einen freien 1-Schritt-Kampf selbst aus. Der Bruchtest besitzt ab hier ebenfalls keine Vorgaben mehr und Ihr solltet auch ihn daher eigenständig in entsprechender Schwierigkeit wählen.
- 8. Dan: Die Kontrolle der Vorkenntnisse entfällt. Ihr müsst die Formen Cheonkwon und Hansu beherrschen, Selbstverteidigung gegen einen oder mehrere Gegner vorzeigen, einen freien 1-Schritt-Kampf demonstrieren und einen angemessenen Bruchtest vollführen.
- 9. Dan: Das Programm ist identisch mit der Prüfung zum 8. Dan, außer dass Ihr hier die Formen Hansu und Illeyo vorzeigen müsst.
- 10. Dan: Der 10. Taekwondo Dan existiert zu jeder Zeit nur einmal auf der Welt und wird dem Präsidenten der WTF ehrenhalber verliehen.
Träger eines Taekwondo Poom erhalten einen rot-schwarzen Taekwondo Gürtel, während ein Taekwondo Dan den bekannten schwarzen Gürtel tragen darf. Jegliches Vorwissen kann, nach Ermessen des Prüfers, stichprobenartig abgefragt werden. Ab dem 4. Dan wird das Prüfungsprogramm überwiegend von Euch als Prüfling bestimmt.
Die Zeiten zwischen den Prüfungen richten sich nach dem Dan Grad in Jahren, also 1. Dan = 1 Jahr Vorbereitungszeit zum 2. Dan oder 4. Dan = 4 Jahre Vorbereitungszeit bis zum 5.
Der Weg zum Schwarzgurt
Mindestens fünf Jahre aktive Trainingszeit sind die Regel für die Prüfung Schwarzgurt, dem I. DAN. Dieser stellt den Eintritt in die Meisterklasse dar, die ebenfalls in fünf Stufen bis zum V. Um mit dem 5. DAN die letzte Stufe technischen Könnens zu erreichen, muss man mindestens 25 Jahre aktiv trainiert haben. Das erreichen dieses Grades markiert den offiziellen Abschluß der Ausbildung unter dem seinem Lehrmeister. Diese letzte Prüfung markiert den Übergang zur Meisterschaft.
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Mit dem Erreichen des Schwarzgurtes endet die Ausbildung nicht - sie hat gerade erst richtig begonnen! Beim 1. Das ist übrigens auch der Grund, warum man die Farbgurtstufen (KUP) rückwärts zählt, also von 10-1, wie einen Countdown zum Schwarzgurt. Die Schwarzgurtstufen zählt man dann wieder regulär, also aufsteigend von 1-5.
Mit der Prüfung zum Schwarzgurt eröffnet sich schließlich ein langer Weg zu wahrer Meisterschaft.
Die Träger des 1. bis 4. Schwarzgurte mit 1. bis 3. DAN gelten als Meisterschüler. Sie sollen Schritt für Schritt auch an die Kunst des Lehrens herangeführt werden. Im Training übernehmen sie Aufgaben und stehen Anfänger für Fragen zur Verfügung. Mit dem 4. Träger des 5. DAN und höher werden mit dem Titel Sabum-Nim bezeichnet. Dieser Begriff lässt sich am ehesten als "Vorbildlicher Lehrer" übersetzen. Hierzulande wird für diese Stufe auch die Bezeichnung "Meister" oder gar "Großmeister" verwendet.
Der IV. DAN ist Experte der Kampfkunst und in der Lage, alle Gurtfarben auszubilden und zu fördern. Aktive, die sich im Taekwon-Do durch großes Engagement und lange, beharrliche Arbeit verdient gemacht haben (Richtwert: mindestens 15 Jahre), können zum IV. DAN geprüft werden.
Mit dem 5. DAN ist die Ausbildung im traditionellen Taekwon-Do vollständig durchlaufen. Alle technischen und geistigen Fähigkeiten des Taekwon-Do sind beim Träger dieser Stufe umfänglich vorhanden. Charakterlich soll er als Vorbild im Sinne der Kampfkunst gelten. Der Titel eines 5. DAN lautet Sabeom (사범), das man am besten mit "Lehrmeister" oder "vorbildlicher Lehrer" übersetzen kann.
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Diese sehr hohen DAN-Grade werden in großen Verbänden auch genutzt, um eine funktionelle Hierarchie unter den Meistern herzustellen.
Wie lange dauert es, einen schwarzen Gürtel zu erreichen?
Die Frage, wie lange es dauert, einen schwarzen Gürtel im Taekwondo zu erreichen, hat keine eindeutige Antwort.
Individuelle Faktoren spielen eine große Rolle:
- Trainingshäufigkeit: Je häufiger man trainiert, desto schneller kann man Fortschritte erzielen.
- Engagement: Das persönliche Engagement und die Hingabe zum Training spielen eine große Rolle.
- Talent und körperliche Voraussetzungen: Manche Menschen haben natürliche Anlagen oder körperliche Voraussetzungen, die ihnen helfen, schneller Fortschritte zu machen.
Funktionen des Gürtels
Das sichtbar zur Schautragen des Ranges ist nur vordergründig der Sinn der Gurte ("Ty") im Unterricht. Viel wichtiger ist der funktionelle, gesundheitliche Aspekt des Gurttragens: zwei fingerbreit unter dem Bauchnabel liegt der Körperschwerpunkt, in den asiatischen Quellen "Hara" (jap.) bzw. "Ha bog bu" genannt. Nach der Auffassung der Traditonellen Chinesischen Medizin (TCM) und vergleichbarer Lehren wird dort die Lebenskraft (Chi) erneuert und sozusagen gespeichert. An dieser Stelle und mit dem richtigem Druck gebunden, hilft der Gürtel dabei, den gesamten Körper blitzartig anzuspannen - um zum Beispiel einen Tritt gezielt auszuführen oder um einen Treffer „einzustecken“.
