Karate Killer: Eine Filmanalyse

Die Welt der Martial-Arts-Filme ist vielfältig und hat im Laufe der Jahre viele verschiedene Ausprägungen hervorgebracht. Neben den verschiedenen kämpferischen Stilen haben sich auch unterschiedliche Genres gebildet, die unter anderem echte Filmstars hervorgebracht haben.

Die großen Namen des Martial-Arts-Films

China ist nicht nur das Geburtsland des Kung Fu-Films, sondern auch vieler seiner wichtigsten Akteure. Hier sind einige der bekanntesten Martial-Arts-Schauspieler und ihre bemerkenswertesten Filme:

Jet Li

Jet Li erlangte mit Filmen wie „Meister der Shaolin“ und „Once Upon a Time in China“ großen Ruhm und Ansehen in ganz Asien und konnte sich bereits früh eine breite Fangemeinde und einen regelrechten Kultstatus erarbeiten. 1998 gelang Jet Li dann der große Sprung nach Hollywood. Nach seinem Hollywood-Debüt in „Lethal Weapon 4“ an der Seite von Mel Gibson, Danny Glover und Joe Pesci folgte für Jet Li im Jahr 2000 mit „ Romeo Must Die “ sein nächster großer Knüller.

In dem an die Geschichte von Romeo und Julia angelehnten Actionfilm spielt Jet Li an der Seite von R'n'B-Sängerin Aaliyah die Hauptrolle und damit die Verkörperung Romeos. In dem Film von Regisseur Andrezej Bartkowiak kämpfen das chinesische und das afroamerikanische Syndikat um die Vorherrschaft im Hafengebiet von Oakland. Danach geht es für Jet Li Schlag auf Schlag weiter, seine Hollywood-Karriere steht erst am Anfang und ein Blockbuster jagt den nächsten. So kommen kurz nacheinander Filmhits wie „ Kiss of the Dragon “, das Fantasy-Epos „Hero“ und „ Born 2 Die “ heraus, die Liste ließe sich fast endlos weiterführen.

Einer seiner stärksten Klassiker, die man auf jeden Fall gesehen haben muss, ist „Unleashed - Entfesselt“. In dem Actiondrama von Louis Leterrier und Luc Besson spielt Jet Li den sozial-inkompatiblen, dafür aber zur Kampf- und Killermaschine erzogenen Danny. Erst der blinde Klavierstimmer Sam, gespielt von Morgan Freeman, macht Danny wieder zu einem echten Menschen. Doch auch Filme wie „Fearless“ oder „War“ machten Jet Li zu einer wahren Legende des Martial-Arts-Films.

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Mit seiner Rolle in der „ The Expendables “-Reihe an der Seite von Sylvester Stallone, Jason Statham, Dolph Lundgren und Mickey Rourke hat es Jet Li dann endgültig in die A-Liga der Hollywood-Action-Stars geschafft.

Jackie Chan

Den Beginn seiner Karriere beschreitet Jackie Chan jedoch in Hongkong selbst, der Geburtsstätte des Kung Fu-Films. Bereits Anfang der 1960er Jahre wirkt Jackie Chan in etlichen Kampffilmen mit, von denen er teilweise bis zu neun im Jahr dreht. Dabei setzt Chan nicht immer nur auf Brutalität, sondern besticht vor allem mit seiner Komik, wie auch in dem Film „ Die Schlange im Schatten des Adlers “ von 1978.

In dem mittlerweile zum Klassiker gewordenen Film spielt er den Hausburschen eines Kung Fu-Meisters, der wegen seiner Tollpatschigkeit und seiner schlechten Kung Fu-Kenntnisse von allen herumgeschubst wird. Jackie Chan zeichnet sich vor allem durch seine waghalsigen und atemberaubenden Stunts aus, die ihn von der Masse abheben und ihm nach einigen Startschwierigkeiten auch in den USA Erfolg versprechen.

In Hongkong wird Jackie Chan zu dieser Zeit jedoch zu einem der gefragtesten Martial-Arts-Schauspieler und feiert neben seiner „Powerman“-Filmreihe vor allem mit „ Police Story “ einen großen kommerziellen Erfolg, der seinen endgültigen Durchbruch bedeutet. In der Action-Komödie muss sich Jackie Chan als Police Detective Kevin nicht nur gegen einen Drogenboss behaupten, sondern auch gegen seine eigenen Kollegen, die ihm auf Grund eines Komplotts von Drogenboss Tom Ku ebenfalls auf den Fersen sind.

Inzwischen hat sich die Police Story-Reihe maßgeblich weiterentwickelt und vor allem stilistisch verändert. Jackie Chans komödiantische Einlagen sind übrigens von den großen Hollywood-Komikern Buster Keaton und Charlie Chaplin inspiriert, die Chan immer große Vorbilder waren und so auch oftmals als Referenz in seinen Filmen auftauchen.

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Bruce Lee

Bruce Lee gilt nicht nur als Ikone des Martial-Arts-Films, sondern ist für viele sogar einer der größten Kampfkünstler des 20. Jahrhunderts. Bruce Lee wurde zu einer Legende, die leider viel zu früh, mit gerade einmal 32 Jahren, aus dem Leben schied. Nach seinem Gastauftritt in der 60er Jahre „Batman“-Serie, startete Bruce Lee seine Film- und Fernsehkarriere in Hollywood mit der Serie „The Green Hornet“, in der er an der Seite von Van Williams als Green Hornet seinen Gehilfen Kato spielte. Damit setzte er 1966 den Grundstein für seine erfolgreiche Hollywood-Karriere.

In seiner Heimat Hongkong bekam er unterdessen jede Menge Filmangebote, vor allem von den Shaw Brothers und Golden Harvest, die zu den führenden Studios des Kung Fu-Films zählten. Bruce Lee brach mit seinen Filmen, die er zusammen mit Golden Harvest in Hongkong produzierte, einen Einspielrekord nach dem nächsten. In dem Film spielt Bruce Lee den Schüler der angesehenen Kampfkunstschule Huo, benannt nach seinem Meister und chinesischen Volkshelden Huo Yuanjia. Entsetzt muss er den Tod seines Meisters feststellen, den er so jedoch nicht akzeptieren kann.

Bruce Lees filmische Erfolge in seiner Heimat Hongkong blieben natürlich auch von Hollywood nicht unbemerkt, weshalb Paramount Pictures und Warner Bros. Lee vermehrt mit Angeboten überhäuften. So entstand 1973 der erste in Amerika produzierte Martial-Arts-Film mit Bruce Lee in der Hauptrolle. Lee (Bruce Lee) ist ein Mitglied des Shaolin-Tempels und Meister des Kampfsports. Im Auftrag des britischen Geheimdienstes reist Lee zu einem Kampfturnier, dessen Veranstalter in Drogengeschäfte sowie Frauenhandel verwickelt sein soll. Lee hat jedoch seine eigenen Motive und sinnt auf Rache für den Selbstmord seiner Schwester.

Diese wurde nämlich durch einen Handlanger des Drogenbosses in den Freitod getrieben, was Lee ihm nicht verzeihen kann. Mit seinem Film „Der Mann mit der Todeskralle“ löste Bruce Lee nicht nur in Amerika einen regelrechten Hype um Kung Fu-Filme aus, der nicht nur den Weg für spätere Schauspieler wie Jet Li und Jackie Chan ebnete, sondern auch Hollywood ins Kung Fu-Fieber versetzte. Wie Carl Douglas schon sang: „Everybody is Kung Fu fighting“.

Weitere bemerkenswerte Namen

  • Donnie Yen: Bekannt für seine Rolle als Ip Man, Wing Chun-Meister und Lehrer von Bruce Lee.
  • Tony Jaa: Berühmt für die „Ong-Bak“-Filmreihe, die seine Muay Thai-Fähigkeiten zeigt.
  • Michelle Yeoh: Eine der bekanntesten Schauspielerinnen des Martial-Arts-Films, insbesondere für ihre Rolle in „Tiger & Dragon“.

Die weibliche Seite des Kung Fu

Anfang der 2000er begann eine neue Welle von Filmen von China aus die Filmwelt im Sturm zu erobern. Anders als in den Filmen von Bruce Lee oder Jackie Chan setzen Filme wie „Hero“, „Tiger and Dragon“ oder „House of Flying Daggers“ auf starke weibliche Hauptrollen. Der berühmte Schwertmeister Li Mu Bai erteilt seiner Geliebten Yu Xiu Lian, die selbst eine große Kämpferin ist, den Auftrag sein wertvolles „Grünes Schwert der Unterwelt“ seinem Freund zu überbringen.

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Kurz nach der Übergabe wird das Schwert jedoch von einer Diebin geraubt, die sich für Yu Xiu Lian als würdige Gegnerin entpuppt. „Tiger & Dragon“ überzeugt vor allem durch die feine Ästhetik und die anmutig choreografierten Kampfszenen der beiden Protagonistinnen gespielt von Michelle Yeoh und Zhang Ziyi. Während Zhang Ziyi erst durch den Film „Tiger & Dragon“ zu größerer Bekanntheit gelangte, ist Michelle Yeoh bereits seit den späten 80er Jahren eine der bekanntestes Schauspielerinnen des Martial-Arts-Films.

Eines Tages erscheint der Namenlose beim König von Qin und erzählt ihm die Geschichten der drei Attentäter Fliegender Schnee, Weiter Himmel und Zerbrochenes Schwert, die es allesamt auf das Leben des Königs abgesehen haben. In den Rollen des Namenlosen und des Attentäters Weiter Himmel sind hier Jet Li und Donnie Yen zu sehen. Doch auch die weiblichen Hauptrollen sind stark besetzt. So übernimmt Zhang Ziyi die Rolle von leuchtender Mond und setzt damit nach „Tiger & Dragon“ ihre Erfolgssträhne fort. Maggie Cheung („In the Mood for Love“), die zu den besten Charakterdarstellerinnen Hong Kongs gehört, verkörpert hingegen Fliegender Schnee, die Attentäterin und Geliebte von Zerbrochenes Schwert.

Auch der nächste moderne Klassiker des Martial-Arts-Films stammt vom „Hero“-Regisseur Zhang Yimou. In „House of Flying Daggers“ übernimmt auch Zhang Ziyi erneut die Hauptrolle als blinde Tänzerin Mei, die jedoch zu der Rebellengruppe der Fliegenden Messer gehört. Diese hat es auf den Sturz des Kaiserreichs abgesehen und soll von den beiden Polizisten Jin und Leo zur Strecke gebracht werden. Um an den Anführer der Gruppe zu kommen, wollen sie sich die schöne Mei zunutze machen.

Martial-Arts-Filme im Westen

Nicht nur der Kung Fu, sondern auch andere Kampfkünste erfreuten sich immer größerer Beliebtheit in den westlichen Ländern und der Martial-Arts-Film wurde regelrecht zum Exportschlager. Kein Wunder, dass sich dieser Trend auch auf die westlichen Filmproduktionen auswirkte. Ein weiterer Film, der sich bewusst an asiatischen Vorbildern orientiert und stark auf Martial-Arts-Kampfszenen setzt, ist der Film „Kill Bill“ von Regisseur Quentin Tarantino aus dem Jahr 2003.

Der Film erschien genau zu der Zeit, als Filme wie „Hero“ und „Tiger & Dragon“ nur so boomten. Als Black Mamba kämpft sich Uma Thurman durch ein blutiges Meer der Rache und zielt dabei auf all jene ab, die zum Attentatskommando Tödliche Viper unter der Leitung von Bill gehören und ihr Leben zerstört haben. „Kill Bill“ wartet mit faszinierenden Kampfszenen auf, in denen Uma Thurman gekonnt ein Samurai-Schwert führt und auch ein „wenig“ Splatter-Effekt darf bei Tarantino natürlich nicht fehlen.

East meets West heißt es auch in dem Film „ Shang-High Noon “ von Regisseur Tom Dey aus dem Jahr 2000. Der Film bringt den chinesischen Superstar Jackie Chan zusammen mit dem Amerikaner Owen Wilson vor die Kamera und verbindet das Genre des Eastern mit einem klassischen Western, also dem amerikanischen Film schlechthin. Mit jeder Menge Humor und der unvergleichlichen Komik von Jackie Chan und Owen Wilson hat der Film neben den spektakulären Martial-Arts-Kampfszenen einiges zu bieten.

Ein gutes Beispiel für eine gelungene Symbiose von Hollywood und Martial-Arts-Film ist die „ Rush Hour “-Trilogie, die 1998 mit dem ersten Teil begann und die gleichzeitig Jackie Chans großen Durchbruch in Amerika bedeutete. Jackie Chan kommt darin als Detektiv nach Amerika, um eine Entführung aufzuklären. Das FBI mag es jedoch gar nicht, dass ein ausländischer Ermittler auf ihrem Terrain unterwegs ist und stellt ihm den Polizisten Carter (Chris Tucker) an die Seite, der ihn von seinen Ermittlungen abhalten soll.

Eine ganz andere Form der Adaption ostasiatischer Filmmotive ist der Disney-Klassiker „Mulan“ von 1998. Der Zeichentrickfilm erzählt die Geschichte eines chinesischen Mädchens, das als Mann verkleidet für die Ehre ihrer Familie und ihres Landes kämpft. 2020 steht mit der Realverfilmung zu „Mulan“ aus dem Hause Disney nun sogar eine Neuinszenierung der Geschichte Mulans an, die demnächst in die Kinos kommen wird.

Humor und Klamauk im Martial-Arts-Film

Was bei all der Ernsthaftigkeit von Martial-Arts-Filmen über Rache und Ehre nicht vergessen werden darf, ist die Kategorie der Klamauk-Filme. Ein Klassiker der Unterhaltung und des nicht ganz so ernst gemeinten Martial-Arts-Films ist „ Kung Fu Hustle “ aus dem Jahr 2004. Der Film von und mit Stephen Chow setzt statt auf eine ausgeklügelte Handlung eher auf Slapstick, originelle Charaktere sowie unterhaltsame Kampfszenarien.

Unvergesslich bleibt zum Beispiel Yuen Qiu als strenge Vermieterin mit Lockenwicklern in den Haaren und einer Zigarette im Mundwinkel. Noch vor seinem großen Erfolg mit „Kung Fu Hustle“ gelang Regisseur und Darsteller Stephen Chow der große Durchbruch mit seiner Martial-Arts-Komödie „Shaolin Kickers“. Der Film vereint auf eher ulkige Weise die westliche Fußball-Tradition mit der ostasiatischen Kultur des Kung Fu.

Doch wie schon im Kung Fu steigern sich auch bald ihre fußballerischen Fähigkeiten und sie treten in einem alles entscheidenden Turnier gegen die gedopten Teufelsdrachen an. Der parodistische Film setzt vor allem auf comicartige Übertreibungen, wie meterweite Sprünge und Bälle, die einen Feuerschweif hinter sich herziehen.

Ein Golden Oldie

Last but not least, unser Golden Oldie, der in unserer Liste der besten Kung Fu- und Martial-Arts-Filme eine Sonderstellung einnimmt. Das chinesische Volk wird von den Mandschuren gequält und unterdrückt und auch die Familie des jungen Studenten Liu Yu-de zählt zu den Opfern der Tyrannen. Liu Yu-de selbst kann entkommen und beschließt, zu den Shaolin zu gehen, um dort das berühmte Shaolin-Kung Fu zu erlernen.

Da seine Idee, eine 36. Bei der Unmenge an Martial-Arts-Filmen, die seit den 1960er Jahren bis heute erschienen sind, ist es ein Ding der Unmöglichkeit alle zu erwähnen...

Karate Kid 2025

Die „Karate Kid“-Fans erleben turbulente Zeiten. Erst erheitert Netflix mit der erfolgreichen „Cobra Kai“-Serie, die im „Karate Kid“-Universum spielt und sozusagen ein Sequel der Kino-Hits ist. Und im August kam die nächste freudige Nachricht: Sony will das „Karate Kid“-Universum mit einem neuen Film wieder auf die große Leinwand bringen. Bis dato war bereits bekannt, dass der „ Peter Hase “-Autor Rob Lieber ein erstes Skript verfasst und Sony auch schon das Casting für einen 17-jährigen Teenager namens Li gestartet hat.

Dennoch brachte diese Neuigkeit die Gerüchteküche mächtig zum Brodeln. Werden die Verantwortlichen von „Cobra Kai“ ihre Finger mit im Spiel haben? Finden Daniel LaRusso und Johnny Lawrence dadurch trotzdem erneut ihren Weg auf die Leinwand? „Die Jungs und ich würden in Zukunft liebend gern Karate Kid und Cobra Kai Filme drehen. Aber dieser ist nicht von uns und fokussiert sich auch nicht auf den Cobra Kai Cast.