UFC Dokumentation: Aufstieg, Kampf und eiserner Wille im Mixed Martial Arts

Die "Ultimate Fighting Championship" (UFC) ist weltweit der größte MMA-Veranstalter und hat diesen Kampfsport zu einer der größten Sportarten der Welt gemacht. Im Jahr 2021 lag der Umsatz bei 5,1 Milliarden Dollar. Auch online ist MMA ein Megaerfolg, die Reichweite enorm. Auf Instagram hat die UFC 36 Millionen Follower, bei YouTube 14,9 Millionen Abonnenten und über sechs Milliarden Videoaufrufe.

Die UFC („Ultimate Fighting Championship“) ist die bekannteste MMA-Organisation der Welt und existiert erst seit weniger als 30 Jahren. Dennoch gehören die Events der Liga neben der NBA, NFL und NHL jetzt schon zu den beliebtesten der Welt. Über 1400 Fighter sind aktuell bei der UFC unter Vertrag, gegründet wurde die Organisation 1993. Seit 2001 ist Dana White (53) Präsident und Gesicht der UFC.

MMA in Deutschland: Vom Nischensport zum Publikumsmagneten

In Deutschland findet der Sport immer mehr Anhänger. Anerkannt ist die Sportart in Deutschland seit 2012. 2014 gründete sich die "German Mixed Martial Arts Federation" (GEMMAF) und kämpft seitdem dafür, dass MMA als offizielle olympische Sportart anerkannt wird. Sportschulen mit 23.000 Mitgliedern haben sich dem Verband inzwischen angeschlossen. Es wird angenommen, dass in Deutschland mehrere Zehntausend Kämpfer aktiv sind, wobei die meisten Hobbysportler sind. Doch in den zahlreichen Gyms trainieren immer mehr Männer und Frauen, die versuchen, mit MMA ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Viele hoffen auf einen großen Fight in der UFC.

Doch die Kämpfer und Kämpferinnen lassen sich davon nicht abbringen, denn selbst auf den größeren Events liegen die Gagen zwischen 1000 und knapp 4000 Euro pro Nacht. Viele hoffen auf einen großen Fight in der UFC. In Amerika. Das große Geld

"Mixed Martial Arts"-Superstar Conor McGregor verdiente laut Forbes im Jahr 2020 180 Millionen Dollar. Mixed Martial Arts ist auf der Überholspur!

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Was passiert im Oktagon? Regeln und Begriffe

Fast jedes Wochenende treten Männer und Frauen in der UFC gegeneinander an. Gekämpft wird im Oktagon, einem achteckigen Käfig mit einem Innendurchmesser von 9,1 m. Doch was genau passiert eigentlich im Oktagon?

Mixed Martial Arts bedeutet eine Kombination aus verschiedenen Kampfkünsten, darunter Boxen, Kickboxen, Taekwondo und Brazilian Jiu-Jitsu. Die Fighter versuchen sich mit ihren jeweiligen Kampfkünsten und Strategien am Ende durchzusetzen. Eine Runde dauert fünf Minuten, die Pause beträgt eine Minute. Grundsätzlich geht ein Kampf über drei Runden, Titelkämpfe und Hauptkämpfe in der UFC werden immer für fünf Runden angesetzt. Ziel ist es, den Gegner im Kampf zu besiegen.

Folgende Möglichkeiten für einen Sieg gibt es:

  • Knockout
  • Aufgabegriff (Submission)
  • Punktentscheidung
  • Disqualifikation
  • Schiedsrichterabbruch

Regeln im Überblick

Irre: Bis 2020 war MMA in unserem Nachbarland Frankreich verboten. Der schlechte Ruf des Sports eilte hier voraus. Denn: Viele denken, dass es in dem Sport keine oder fast keine Regeln gibt. Seit 2009 gelten in den meisten Organisationen die „Unified Rules of Mixed Martial Arts“.

Ein kleiner Einblick in das Regelwerk:

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  • keine Angriffe unter der Gürtellinie
  • Kniestöße oder Tritte gegen den Kopf eines Gegners, der sich am Boden befindet, sind verboten
  • Verboten sind auch: Kopfstöße, Haare ziehen, beißen, in die Augen greifen, in die Handschuhe oder in den Mund greifen
  • Schläge oder Griffe an die Kehle sind verboten
  • Ellbogenschläge dürfen nicht senkrecht nach unten erfolgen

Insgesamt gibt es 31 Fouls wie unsportliches Verhalten oder verbotene Angriffe, die mit entsprechenden Strafen geahndet werden (Verwarnung, Punktabzug, Disqualifikation)

Gewichtsklassen

In der UFC gibt es aktuell neun verschiedene Gewichtsklassen:

  • Strohgewicht, bis 52,15 kg
  • Fliegengewicht, bis 57 kg
  • Bantamgewicht, bis 61 kg
  • Federgewicht, bis 66 kg
  • Leichtgewicht, bis 70 kg
  • Weltergewicht, bis 77 kg
  • Mittelgewicht, bis 84 kg
  • Halbschwergewicht, bis 93 kg
  • Schwergewicht, bis 120 kg

Der UFC-Oktagon

Seit 1993 kämpfen die Fighter der UFC im Oktagon, einem achteckigen Käfig. Im Gegensatz zum Boxen, wo die Kampffläche durch Ringseile begrenzt ist, befindet sich im UFC-Oktagon ein Maschendrahtzaun. Hintergrund: So können die Kämpfer bei wilden Wrestling-Sequenzen nicht durch den Käfig fallen. Die Form ist wohl ursprünglich gewählt worden, damit kein Kämpfer sich in einer Ecke verstecken kann.

Brutal: Im Gegensatz zum Wrestling ist die Matte im Oktagon nicht gepolstert und federt Aufpralle nicht ab. Würfe, Takedowns und Knockdowns sind somit doppelt schmerzhaft für UFC-Fighter. Der Boden des Käfigs ist in mehrere Schichten unterteilt, die oberste Schicht besteht aus schwerer Baumwolle, die nach jedem Event gewechselt wird. Der Innendurchmesser beträgt 9,1 m, der Zaun ist vom Boden 1,80 m hoch.

Wichtige Begriffe im MMA

Ähnlich wie in der NFL wird im MMA mit englischsprachigen Begriffen nur so um sich geworfen.

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  • Takedown: Den Gegner aus der Balance bringen und auf den Boden werfen.
  • Submission: Bestimmte Hebel und Griffe, mit denen der Gegner zur Aufgabe gezwungen werden soll. Es gibt Hebelgriffe am Arm, Bein oder der Schulter, mit bestimmten Griffen kann auch die Sauerstoffzufuhr zum Gehirn gestoppt werden. Entweder der Fighter gibt auf, oder er wird ohnmächtig und der Schiedsrichter beendet den Kampf.
  • Knockout: Der Schiedsrichter stoppt den Kampf, wenn der Fighter durch einen Schlag oder Kick ohnmächtig wird. Ein technischer Knockout (TKO) liegt vor, wenn der Schiedsrichter den Kampf abbricht, weil der Kämpfer zu viel Schaden einnimmt, sich in einer aussichtslosen Position findet oder verbal aufgibt.
  • Ground and Pound: Schläge aus der Oberlage, während der Gegner auf dem Rücken liegt.
  • Judges: In der UFC sitzen bei jedem Kampf drei Punkterichter neben dem Käfig und bewerten den Kampf pro Runde. Der Kämpfer, der bei allen drei Richtern die meisten Runden gewonnen hat, gewinnt den Kampf.
  • Decision: Punktentscheidung, die eintritt, nachdem der Kampf die volle Distanz erreicht hat. Die einstimmige Entscheidung (Unanimous decision) besagt, dass alle drei Richter den gleichen Kämpfer als Sieger sehen. Geteilte Entscheidung (Split decision) heißt, dass zwei Richter den gleichen Fighter vorne haben.
  • Main Card: Die Hauptkarte eines Events. Durchschnittlich gibt es zehn bis 13 Kämpfe pro UFC-Event, aufgeteilt in Undercard und Main Card. Die Kämpfe steigen in Relevanz, wobei der Hauptkampf (Main Event) dann die Hauptattraktion des Abends ist.
  • Weight Cut: Vor einem Event müssen alle MMA-Fighter zum Einwiegen. Die Kämpfer müssen das vorgegebene Kampfgewicht erreichen, um zum Kampf antreten zu dürfen. Kritisch: Viele Fighter kämpfen nicht in ihrer natürlichen Gewichtsklasse, sondern verbrennen kurze Zeit vor dem Kampf enorm viel Gewicht. Der Grund: Sobald der Weight Cut vorbei ist und die Kämpfer das vorgegebene Gewicht erreicht haben, legen viele wieder die Kilos drauf, um zu Kampfbeginn einen körperlichen Vorteil zu haben.

Andere MMA-Organisationen

Obwohl die UFC die größte MMA-Organisation der Welt ist, sind in den letzten Jahren immer mehr Konkurrenz-Ligen dazugestoßen.

  • Bellator MMA zählt zu der zweitgrößten amerikanischen Organisation. Präsident Scott Coker (59) hat zahlreiche Ex-UFC-Fighter unter Vertrag, unter anderem Cris Cyborg und Yoel Romero, dazu den deutschen Daniel Weichel.
  • Aus Singapur stammt die Organisation ONE Championship. Seit 2011 veranstaltet ONE FC regelmäßig Veranstaltungen. Der größte Star: Ex-UFC-Champion und Rekordhalter Demetrious Johnson. In der UFC verteidigte Johnson seinen Fliegengewichts-Gürtel elfmal in Folge, auch bei seinem neuen Zuhause ist er aktueller Champion.
  • KSW aus Polen ist einer der größten MMA-Organisation in Europa. Gerade in den letzten Jahren wurde die Liga immer populärer, 2017 fand die größte MMA-Show in der Geschichte Europas statt. Vor 58.000 Zuschauern brannte KSW im Warschauer Fußballstadion ein Feuerwerk ab.

Aleksandar Rakic: Ein österreichischer Kämpfer auf dem Weg nach oben

Aleksandar Rakic zählt zu den besten Mixed-Martial-Arts-Kämpfern seiner Gewichtsklasse. Im Light Heavyweight der UFC steht der Österreicher mit serbischen Wurzeln auf Rang drei und steuert auf einen Titelkampf zu.

Auf die Frage, wie er zu MMA gekommen ist, antwortet Rakic:

Ich war als Kind hyperaktiv und habe immer zu viel Energie gehabt. Bis ich 13 Jahre alt war, habe ich noch Fußball gespielt in einem Verein. Da bin ich dann aber rausgekickt worden, weil ich auf den Spielen manchmal zu aggressiv war und als Abwehrspieler etwas heftiger gefoult habe. Nach dem Training und den Spielen hatte ich immer noch so viel Energie, da wusste ich, dass Fußball nicht das richtige für mich ist. Fünf Minuten entfernt von der damaligen Wohnung meiner Eltern gab es aber einen Kickboxverein - dort habe ich dann sechs Jahre trainiert und auch Amateur- und Profikämpfe gehabt. Mit 19 bin ich dann ins MMA gewechselt, weil auch Kickboxen mich nicht erfüllt hat. Es war nur der Kampf im Stand und nicht am Boden. Für mich ist das aber so: Wenn jemand stärker sein will, dann muss er in allen Lagen kämpfen können. Und MMA war da der perfekte Sport für mich. Zehn Jahre später bin ich da wo ich sein will.

Rakic über die Brutalität von MMA:

Es ist brutal, aber viele Leute sehen nur den Kampf an sich. Sie wissen nicht, dass mehrere Sportarten verbunden sind. Ringen, Boxen, Jiu-Jiutsu und Kickboxen in einem, das Ganze in der Regel in drei Runden zu jeweils fünf Minuten. Wenn ich es oberflächlich betrachte, dann sehen die Kämpfe brutal aus, die Regeln machen den Sport aber weniger gesundheitsgefährdender als beispielsweise klassisches Boxen. Wenn ich im Käfig den Gegner umhaue, gehe ich nach, es folgen zwei, drei Schläge, dann geht der Ringrichter dazwischen und der Kampf ist aus. Beim Boxen kämpft man in 12 Runden insgesamt deutlich länger und für Angriffe habe ich nur zwei Optionen: Ich schlage entweder zum Kopf oder zum Körper. 70 Prozent der Schläge gehen Richtung Kopf. Geht da ein Gegner zu Boden, gibt der Referee sogar die Zeit, um sich zu erholen und weiterzumachen. Und zu viele Schläge auf den Kopf, das ist gesundheitsgefährdend und brutal. Wenn ich im MMA die Chance habe, den Sack zuzumachen, dann mache ich das. Das ist auch brutal, aber man muss damit umgehen können.

Über die Resonanz in Österreich sagt Rakic:

Als ich vor zehn Jahren begonnen habe, war der Sport in Österreich noch nicht so groß. Da haben wir nach Deutschland geschaut, denn da gab es einige gute Kämpfer. Das hat sich dann mit der Zeit geändert. Wir hatten mit Nandor Guelmino unseren ersten großen Fighter, der in Strikeforce gekämpft hat. Dann kam Mairbek Taisumov aus Wien und er hat in der UFC für Aufsehen gesorgt. Er war der erste, der gezeigt hat, dass man auch aus Österreich bis ganz nach oben kommen kann. Es ist populärer geworden, aber es könnte noch populärer werden. Ich habe mir selbst immer als Ziel gesetzt, Champion zu werden und den Sport im deutschsprachigen Raum noch bekannter zu machen. Im besten Fall bringe ich die UFC nach Wien, damit die Welt sieht, was für tolle Kämpfer wir haben.

Rakic über seine Popularität:

Ich kann einkaufen gehen, aber ich werde mittlerweile auf der Straße erkannt. Fans möchten dann auch Fotos mit mir machen, fast tagtäglich. Aber mich macht das glücklich. Das ist ein Zeichen, dass ich die Leute für MMA begeistern kann. Ich bin gebürtiger Serbe und dort ist das nochmal komplett anders. Die Leute dort sind verrückt nach MMA. Der slawische Part um Länder wie Bosnien, Serbien, Kroatien aber auch Russland und Bulgarien - da ist der Support und der Respekt für die Kämpfer extrem. Und genau das Level möchte ich für den deutschsprachigen Raum auch erreichen.

Rakic über seine Nationalität im Sport:

Ich habe 2017 bei der UFC unterschrieben und die ersten fünf Kämpfe habe ich unter österreichischer Flagge gekämpft. Es ist aber medientechnisch nicht so viel zurückgekommen, wie ich es mir erhofft habe. Die Österreicher kennen den Sport noch nicht so extrem und mein Name weist dann auch darauf hin, dass ich kein Reinblut-Österreicher bin. Ich bin sehr froh, hier zu leben und hier aufgewachsen zu sein. Der Support aus Serbien ist einfach so enorm groß. Ich bin dort tagtäglich in den Medien, Sponsoren kommen auf mich zu und ich lebe nicht einmal da. Dort ist man richtig stolz, dass jemand in diesem Sport das Land repräsentiert. Ich finde das war die richtige Entscheidung unter serbischer Flagge zu kämpfen, wobei ich Wien nie vergessen werde. Ich werde vor jedem Kampf mit "Fighting out of Vienna by way of Serbia ..." vorgestellt, es wird also immer erwähnt, dass ich aus Wien komme - und das will ich auch nicht ändern.

Rakic über die Vermarktung in der UFC:

Ich bin mittlerweile in der Top Drei der Light Heavyweight Division und ich habe eines gelernt: Du musst dich in der UFC öffentlich äußern und sagen, was du willst. Man muss sich vermarkten und verkaufen. Am Ende ist die UFC vorwiegend Entertainment und dann kommt erst der Sport. Trash-Talk gehört dazu, auch wenn ich kein großer Trash-Talker bin, aber es muss sein. Man muss in der UFC Staub aufwirbeln über die sozialen Netzwerke, damit es in die Öffentlichkeit kommt und du bekommst, was du willst.

Rakic über Kritik an seinen Kämpfen:

Wer so redet, soll es erst einmal besser machen. Smith und Santos haben beide bereits um den Titel gekämpft gegen Jon Jones, beide haben verloren, aber sich gut geschlagen. Das ist die Top-Elite, es gibt nichts drüber. Ein Knockout oder eine Submission passiert von selbst, das kann man nicht erzwingen. Wenn man versucht, das zu erzwingen, kann es ganz schnell in die andere Richtung gehen. Das zeigt das Beispiel Thiago Santos. Er hat den jetzigen Champion Jan Blachowicz 2018 K.o. geschlagen, weil Blachowicz zu stürmisch nach vorne gekommen ist und unbedingt einen K.-o.-Sieg wollte. Santos hat ihn dann ganz einfach gekontert. Gegen solche Gegner muss man mit Köpfchen kämpfen. Es ist wie ein Schachspiel, weil es so viele kleine Bausteine gibt, auf die man aufpassen muss. Da hat sich der MMA-Sport extrem weiterentwickelt.

Rakic über seinen nächsten Kampf:

Ich hoffe, Jiri wird den Kampf bald annehmen. Ich habe ihn schon drei oder vier Mal herausgefordert. Der Champion Blachowicz kämpft Ende Oktober gegen den Nummer-Eins-Herausforderer Glover Teixeira, da macht der Kampf gegen Jiri Prochazka am meisten Sinn. So stellt sich heraus, wer als nächstes um den Titel kämpft. Ich hoffe im Herbst kann ich gegen Jiri antreten und mir meine Chance auf den Titel so erarbeiten. Wir sind aber noch am verhandeln. Er kann aber nicht an mir vorbei.

Rakic über seinen Gegner Jiri Prochazka:

Er ist natürlich ein anderer Kämpfer als Santos oder Smith. Es kommt immer darauf an, welche Sparringspartner man hat, die ihn gut simulieren können. Mein Team und ich studieren ihn bereits und wir sehen viele Löcher. Wir haben schon begonnen, uns auf ihn vorzubereiten. Er ist ein sehr gefährlicher Gegner, aber ich habe die richtigen Mittel, um ihn zu schlagen. Ich respektiere ihn, aber den Hype, den er hat, will ich stoppen und meine Titelchance ergreifen.

Rakic über seine Vorbereitung:

Meine Mentalität und mein Trainingsstil ist, dass ich permanent auf 80 Prozent bin. Im Fight Camp, den letzten sechs Wochen vor dem Kampf, konzentriere ich mich dann auf Sparring im MMA-Bereich, um auf die 100 Prozent zu kommen. Zurzeit setze ich einen neuen Input im Kraft- und Konditionsbereich und trainiere auf Fünf-mal-fünf-Minuten-Runden, denn ich gehe davon aus, dass die nächsten Kämpfe alle auf fünf Runden angesetzt werden. Ziel ist dabei, gesund zu bleiben, sich nicht zu verletzen und dieses Level zu halten.

Rakic über mentales Training:

Ich habe ein sehr gutes Team um mich herum. Vier Trainer, die mich überall hin begleiten. Sie sind wie eine zweite Familie für mich. Außer meinen Trainer im Ringen, der in Schweden lebt, sehe ich sie fast tagtäglich und tausche mich mit ihnen aus. Die sind meine Mental-Coaches, die mich aufbauen, pushen und mit denen ich rede.

Rakic über die Notwendigkeit eines großen Kampfsport-Gyms:

Einem aufstrebendem Kämpfer, der vor seinem ersten Kampf in der UFC steht, würde ich empfehlen in ein großes Gym zu gehen. Damit er die Atmosphäre spürt und sieht, wie ehemalige und amtierende Champions trainieren. Am Ende kochen die da auch nur mit Wasser. Vor meinen ersten vier Kämpfen habe ich mich in Florida vorbereitet bei ATT. Da stand ich mit großen Namen auf der Matte - Junior dos Santos, Amanda Nunes oder King Mo. Ich habe dabei viel gelernt, aber auf der anderen Seite gibt es dort nur eine Handvoll Coaches. Und die fokussieren sich dann natürlich auf die großen Namen. Die Neuankömmlinge bleiben da etwas im Schatten und müssen um jede Hilfe bitten. Es ist ein gutes Gym, aber es ist auch wie eine Fabrik, in der gearbeitet wird. Ich war vier Mal dort und die Voraussetzungen waren jedes Mal perfekt. Jetzt habe ich mein eigenes Team um mich. Da setze ich auf Qualität statt auf Quantität mit wechselnden Trainern.

Rakic über die Möglichkeit ein eigenes MMA-Gym zu eröffnen:

Der Plan ist sicher da, aber erst nach meiner MMA-Karriere. Davor würde ich es mir nicht zutrauen. Für ein Gym musst du 150 Prozent da sein und da würde die Karriere drunter leiden.

Rakic über seine Pläne nach der MMA-Karriere:

Boxen ist meine erste große Liebe. Ich habe mit Kickboxen begonnen damals, aber mein Trainer kam ursprünglich aus dem Boxen. Natürlich ist das gefährlich, aber der Sport ist auch eine Kunst, die sehr schön anzusehen ist. Nach der MMA-Karriere würde ich maximal zehn bis fünfzehn Kämpfe auf qualitativ gutem Niveau machen wollen.

Rakic über einen Wechsel in eine andere Gewichtsklasse:

Auf jeden Fall. Sobald ich meine Mission im Light Heavyweight erreicht habe, muss die Schwergewichtsklasse dran glauben. Dann haben sie mich da an der Backe (grinst!).

Dokumentarfilm "Striking Truth"

Der Dokumentarfilm von Steven J. Wong mit Georges St-Pierre und David Loiseau, "Striking Truth", dokumentiert die Wahrheit über zwei Ausnahme-Fighter. Vier Jahre lang haben Mixed Martial Arts Champions Georges St-Pierre und David “The Crow” Loiseau einem Filmteam Einblick in ihr Leben gestattet. Für St-Pierre ist es die Zeit des Aufstiegs, für Loiseau der Kampf um seinen Platz in der UFC. Beide Athleten demonstrieren auf sehr persönliche Weise den Umgang mit Sieg und Niederlage und welchen eisernen Willen man braucht, um sich den Biss beim Fighten zu bewahren. Vor allem die Offenheit und die Ehrlichkeit von St-Pierre und Loiseau machen “Striking Truth” zu mehr als einer Sportdokumentation. “Ich wollte wahre Gefühle einfangen, die echten Menschen hinter der Maske zeigen”, sagt Regisseur Steven Wong.