Sebastian Preuss: Vom Straßenschläger zum Kickbox-Weltmeister

Sebastian Preuss, ein Münchner, hat einen bemerkenswerten Weg hinter sich. Er stammt aus schwierigen Verhältnissen, rutschte ab und kam ins Gefängnis. Dann aber absolvierte er eine Lehre und gründete ein Bauunternehmen. Jetzt ist er Kickbox-Weltmeister.

Ein ungewöhnlicher Weltmeister

Sebastian Preuss sieht nicht so aus wie ein Mensch, dessen Profession es ist, im Boxring anderen Menschen weh zu tun. Der 28 Jahre alte Münchner hat ein hübsches Gesicht, sieht eher aus wie ein „BWL-Student“, wie sein Trainer Mladen Stecko findet. Kürzlich wurde er gar als „Brad Pitt des Kickboxens“ bezeichnet, was Preuss aber nicht störte, wie er in einem Interview sagte. Brad Pitt sei schließlich „Weltklasse in der Liga der schönen Männer“ - so wie Preuss dann Weltklasse in der Liga der schlagendenden und tretenden Männer ist.

Vergangenheit und Wandel

Mit 19 Jahren saß er zuletzt im Gefängnis. Um es ganz positiv zu formulieren: Der jugendliche Preuss war ein „Straßenschläger“, wie sein Trainer, Manager und Mentor Mladen Steko, sagt. Preuss saß schon im Jugendgefängnis, weil er sich nicht kontrollieren konnte. Er hatte Schicksalsschläge in der Familie zu verarbeiten und trotzdem ist er „aus der harten Story“, wie Steko sagt, herausgekommen. Nach dem Knast begann er eine Malerlehre. Heute hat der Weltmeister nebenbei eine kleine Firma mit drei Angestellten und redet eigentlich nicht mehr so gern über seine Vergangenheit. Das sei ihm peinlich.

„Ich will aber nun Jugendlichen zeigen, dass der Sport ein guter Weg ist“, sagt Preuss. Trainer Steko glaubt, dass ein Mensch wie Preuss eben „eine Struktur“ im Leben brauche. Die böte er ihm als „Ersatzvater“ und die böten ihm Kick- und Thaiboxen, da kanalisiere der Preuss auch seine Kraft. Zum Kickboxen kam er an sich eher zufällig. Als er mit 19 Jahren aus dem Knast kam, meldete er sich in einem Fitnessstudio und dort sagten sie ihm dann, dass er als Kampfsportler wohl eine Zukunft haben könnte

Der Weg zum Profi-Weltmeister

Vor einem Jahr wurde Sebastian Preuss Profi-Weltmeister und wie alle Sportler, die in München unter Mladen Steko arbeiten, muss er dann auch ein bisschen die Schau mitspielen, die in dieser Sportart essentiell zu sein scheint, um eben einen Platz in der öffentlichen Wahrnehmung zu finden. So „klaute“ Gegner Njeya am Freitag nach dem Pressetraining den WM-Gürtel von Sebastian Preuss. Der Schweizer sagte: „Der Gürtel gehört sowieso mir. Du wirst am nächsten Mittwoch keine Chance gegen mich haben.“ Sebastian Preuss sagte daraufhin: „Du bekommst den Gürtel aber nicht. Am Mittwoch wird es schmerzhaft für dich.“ Und in diesem Moment wurden zwei Dinge klar: Brad Pitt ist sicher ein besserer Schauspieler als Sebastian Preuss. Letzterer wiederum wird seinen Titel am Mittwoch verteidigen, alles andere wäre eine Überraschung.

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Sebastian Preuss hatte keine leichte Jugendzeit: Seine Mutter war mit ihren drei Kindern alleinerziehend und musste sehr viel arbeiten. "Ich bin abgerutscht, habe mich an falsche Freunde gehängt", erzählt Preuss gegenüber RTL. Mit 18 Jahren saß er für ein halbes Jahr wegen Körperverletzung in Untersuchungshaft.

Aus seinen Fehlern hat er jedoch gelernt: "Alles, was hinter mir liegt, kann ich leider nicht mehr ändern - ich kann es nur besser machen. Daran arbeite ich jeden Tag."

Neben dem Sport sind seine größten Hobbies Reisen und Wandern. "Ich liebe das Leben, die Natur, Sportlichkeit, Menschen", beschreibt der Münchner sich selbst.

Seit Anfang 2018 war er Single. "Ich war ziemlich fokussiert auf den Sport, dazu das Geschäft - da war keine Zeit für die Liebe", sagte er vor der RTL-Show. Nun sei er aber "bereit für die ganz große Liebe": Anfang 2020 verdrehte er in der zehnten Staffel von "Der Bachelor" als Rosenkavalier 22 Frauen den Kopf. Letztendlich konnte er sich dann aber im Finale nicht für eine Frau entscheiden, und er überreichte weder Diana noch Wioleta seine letzte Rose.

Comeback nach Verletzung

Die Zeit der Rosen ist vorbei. Jetzt stehen für den „Bachelor“ Blut, Schweiß und Tränen auf dem Programm. Ein steiniger Weg zurück an die Spitze für den Cruisergewichts-Weltmeister (WKU 90 Kilo). Schlimm für den Kickboxer: Das Becken brach mehrfach, auch der rechte Oberschenkel. 14 Tage lag er auf der Intensivstation in Murnau. Jetzt will sich Preuss im wahrsten Sinne des Wortes in sein altes Leben zurückkämpfen.

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„Der Ring bedeutet alles für mich, das Kickboxen hat mich damals von der Straße geholt und mir den richtigen Weg gezeigt. Ich werde ALLES für mein Comeback tun. Immer an seiner Seite: Star-Trainer Mladen Steko (44). Er will es aber mit seinem Schützling behutsam angehen lassen. Steko: „Sebastian ist stark im Kopf. Aber im Moment ist er erst bei 20 Prozent. Das Problem ist seine Hüfte. Es wird eine große Herausforderung für uns beide. Doch Preuss hat noch jemanden, der ihm beim Comeback hilft: Eine junge Frau verleiht ihm Flügel. Er verrät: „Ja, ich bin verliebt.

Ex-Bachelor Sebastian Preuss (29) ist bekannt für seinen durchtrainierten Körper! Der gelernte Maler und Lackierer ist sichtlich stolz auf seine Muskeln. Und die kommen nicht von ungefähr: Gegenüber Promiflash erzählt das TV-Gesicht von seiner großen Leidenschaft, dank der er in so einer Top-Form ist: Das Kickboxen ist seit vielen Jahren Bastis Passion - und die verlor er auch durch seine Teilnahme an der TV-Kuppelshow nicht aus den Augen. "Kickboxen ist mein Sport und meine Leidenschaft", schwärmte der Sportler.

Er wolle dieses Jahr wieder durchstarten, um seinen Titel zu verteidigen: "Ich bin ja amtierender Weltmeister und möchte - sofern das in der aktuellen Lage überhaupt möglich ist - dieses Jahr auch wieder einen Kampf bestreiten", erzählt der Frauenschwarm, der die Kuppelshow ohne seine Traumfrau beendete, gegenüber Promiflash. Wegen der aktuellen Gesundheitslage kann Basti die Kontaktsportart momentan nicht ausüben. Seinen Körper halte er trotzdem weiterhin fit: "Momentan gehe ich viel laufen an der frischen Luft und mache Home-Workouts", beschreibt er sein Sportprogramm.

In den sozialen Medien zeigt sich der Muskelmann aber eher von einer sanften Seite. So verriet er kürzlich auf Instagram, dass seine Mama ihn mit den Kosenamen "Hasi" oder "Schnucki" anspreche.

Die wichtigsten Fakten zu Sebastian Preuss

Merkmal Details
Geburtstag 09.05.1990
Geburtsort München
Größe 191 cm
Gewicht 91 kg
Beruf Unternehmer (Bau), Model, Profi-Kickboxer
Profi-Titel Profi-Weltmeister WKU bis 90 kg (2019), ProAM-Europameister der WKU bis 60,0 kg (2018), Amateur Weltmeister ISKA (2015)

Partnerschaften und Sponsoring

Nilit, weltgrößter Hersteller von Nylon 6.6 Fasern hat Sebastian Preuss als neuen Markenbotschafter unter Vertrag genommen. Er wurde in der Steko´s Fight Night in München erstmals Profi-WKU-Weltmeister im Schwergewicht der 90 Kilo-Klasse.

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Neben der ebenfalls erfolgreichen 12-fachen Kickboxen-Weltmeisterin Marie Lang wird Sebastian Preuss in Zukunft ein weiterer sportlicher Markenbotschafter des globalen Faserherstellers sein. Sebastian Preuss und Marie Lang tragen beide sowohl beim Training als auch im Ring hochfunktionelle Trainingsbekleidung mit den Spezialfasern von Nilit. Ihre Erfahrungen, Anregungen und ihr Wissen beim Tragen und Testen werden von Nilit in die Entwicklung und Vermarktung mit einbezogen.

Sebastian Preuss, 27 Jahre alt, hat sein erklärtes sportliches Ziel am 30. April 2018 in München in der Steko´s Fight Night in einem spektakulären Kampf von nur drei Minuten erreicht: Der großgewachsene, 90 Kilo schwere Sportler hatte sich den WKU-Weltmeistertitel im Kickboxen in der 90-Kilo-Klasse in den Kopf gesetzt und ihn souverän gegen seinen Gegner, den Griechen Charalampos Klados erreicht. Ein Ausnahmetalent, von dem die Box-Welt noch viel hören wird. Preuss brachte es schon bei den Amateuren zum Weltmeistertitel im Thai-Boxen und im Februar 2018 wurde er in nur 20 Sekunden zum ersten Mal als Profi WKU-Europameister.