Wer hat die UFC gegründet? Ursprünge und Entwicklung der Ultimate Fighting Championship

Die Ultimate Fighting Championship (UFC) ist heute die führende Organisation für Mixed Martial Arts (MMA) weltweit. Gegründet im Jahr 1993, hat sie sich von einem kontroversen und experimentellen Event zu einer der global bekanntesten Sportplattformen entwickelt.

Die Anfänge der UFC

Die UFC wurde 1993 von Art Davie, Rorion Gracie und Bob Meyrowitz gegründet, mit dem Ziel, ein Turnier zu veranstalten, das verschiedene Kampfkünste gegeneinander antreten lässt, um herauszufinden, welche in einem echten Kampf am effektivsten sind. Die Idee dazu bekam er durch die Videos "Gracies in Action", in denen Mitglieder der Gracie-Familie gegen Kampfkunstmeister anderer Stile antraten, um die Stärke ihres Brazilian Jiu-Jitsus zu demonstrieren.

Die Gracie-Familie aus Brasilien, bekannt für ihren Jiu-Jitsu-Stil, spielte in den frühen Ausgaben der UFC eine entscheidende Rolle. Royce Gracie, ein Mittelgewichtler, dominierte die ersten Turniere, indem er mithilfe von Brazilian Jiu-Jitsu (BJJ)-Techniken weitaus größere und stärkere Gegner besiegte.

Am 12. November 1993 war es dann endlich soweit: die allererste UFC-Show ging über die Bühne. Die acht Kämpfer waren Teila Tuli (Sumo), Gerard Gordeau (Savate), Kevin Rosier (Kickboxen), Zane Frazier (Karate), Art Jimmerson (Boxen), Patrick Smith (Kickboxen), Ken Shamrock (Shootfighting) und Royce Gracie (Brazilian Jiu-Jitsu). Mit einer beeindruckenden Leichtigkeit gelang es Royce, das Turnier zu gewinnen. 86.592 Zuschauer saßen vor den Bildschirmen und waren begeistert. Aufgrund des großen Zuspruchs der Fans wurden in unregelmäßigen Abständen dennoch weitere Turniere abgehalten und das Phänomen UFC nahm seinen Lauf.

Kontroversen und Regulierungen

Trotz des anfänglichen Erfolgs wurde die UFC stark kritisiert, da sie als zu gewalttätig wahrgenommen und mangelhaft reguliert wurde. In den USA verboten mehrere Bundesstaaten MMA-Events und bezeichneten sie als „Kämpfe ohne Regeln“.

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Unter dem politischen und medialen Druck kämpfte die UFC darum, ihre Sichtbarkeit zu erhalten. Vor allem der Senator John McCain war von den Shows ziemlich angewidert und nannte sie "menschliche Hahnenkämpfe". Er startete im Jahre 1997 eine große Kampagne, um die Kämpfe aus dem Fernsehen und den Hallen zu verbannen. Dies hatte zur Folge, dass 36 der 50 Bundesstaaten Gesetze erließen, welche die so genannten "regellosen Kämpfe" untersagten.

Die UFC reagierte auf die harsche Kritik, indem sie die Zusammenarbeit mit den staatlichen Sportkommissionen verstärkte und Schritt für Schritt ein strengeres Regelwerk einführte, um sich vom Image der brutalen Straßenschlägereien zu distanzieren - ohne sich aber von der ursprünglichen Idee des regellosen Kampfes komplett zu entfernen.

Im Jahr 2001 kauften Lorenzo und Frank Fertitta gemeinsam mit Dana White die UFC über ihre Gesellschaft Zuffa LLC. Unter der neuen Führung wurden strengere Regularien eingeführt, die sich teilweise an den Regeln des Boxens orientierten, darunter Gewichtsklassen, Handschuhpflicht und das Verbot gefährlicher Techniken.

Nachdem bei UFC 12 die Gewichtsklassen eingeführt wurden und bei UFC 14 das Tragen von Handschuhen vorgeschrieben wurde, hat man bei UFC 15 erstmals Angriffe gegen bestimmte Körperpartien verboten: unter anderem Kopfstöße, Tiefschläge, Schläge gegen den Hinterkopf und Tritte gegen einen am Boden liegenden Gegner. UFC 21 komplettierte mit der Einführung eines Rundensystems mit fünfminütigen Runden vorläufig die Wandlung von der gering kontrollierten Schlägerei zum seriösen Wettkampfsport.

Der Aufstieg zur globalen Sportplattform

2005 startete die UFC die Reality-Show The Ultimate Fighter, in der junge Kämpfer um einen Vertrag mit der Organisation konkurrierten. Die Sendung wurde zu einem großen Erfolg und gipfelte in einem denkwürdigen Finalkampf zwischen Forrest Griffin und Stephan Bonnar, der Millionen Zuschauer anlockte.

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Mit wachsender Beliebtheit begann die UFC ihre internationale Ausweitung. Events wurden in Europa, Asien, Südamerika und Australien veranstaltet und zogen Talente aus der ganzen Welt an. Momentan strahlen 36 Länder die Veranstaltungen der UFC aus. Nachdem man sich bereits in Kanada und Großbritannien etablieren konnte, soll in naher Zukunft auch verstärkt nach Europa expandiert werden.

Im Laufe der Jahre hat die UFC zahlreiche legendäre Athleten hervorgebracht, darunter Anderson Silva, Georges St-Pierre, Jon Jones, Ronda Rousey und Conor McGregor.

Innovation und Expansion

Die UFC war Vorreiter bei der Nutzung moderner Technologie, um das Fanerlebnis zu verbessern. Die Plattform UFC Fight Pass bietet Zugang zu einem umfangreichen Event-Archiv, während Technologien wie 360-Grad-Aufnahmen und Virtual Reality neue Perspektiven auf die Kämpfe eröffnen.

Ein weiterer Schlüsselfaktor für den Erfolg der UFC sind ihre innovativen Geschäftsvereinbarungen. Partnerschaften mit globalen Marken wie Reebok, Venom und ESPN haben dem Sport Sichtbarkeit und Glaubwürdigkeit verschafft.

Die UFC ist zu einem kulturellen Phänomen geworden, und Kämpfer treten in Filmen, TV-Serien und Videospielen auf. Besonders die erfolgreiche UFC-Videospielreihe hat dazu beigetragen, MMA einem jüngeren Publikum näherzubringen.

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Die UFC heute

Die Geschichte der UFC zeigt, wie eine kühne Idee durch Innovation, Entschlossenheit und Leidenschaft zu einem globalen Phänomen werden kann. Mit einem ständig wachsenden Eventkalender und einer zunehmenden weltweiten Fangemeinde sieht die Zukunft der UFC sehr vielversprechend aus.

Weitere MMA-Organisationen

Neben der UFC gibt es noch weitere professionelle MMA-Organisationen, die in der Branche bekannt sind. Die Bellator MMA zählt zu der zweitgrößten amerikanischen Organisation. Aus Singapur stammt die Organisation ONE Championship. In Europa erfreut sich KSW aus Polen großer Beliebtheit.

Bekannte MMA-Kämpfer

MMA hat eine Reihe berühmter Kämpfer hervorgebracht, die für ihre Fähigkeiten und Leistungen bekannt sind. Conor McGregor, Khabib Nurmagomedov, Amanda Nunes, Jon Jones und Zhang Weili sind nur einige der vielen talentierten Athleten, die den Sport geprägt haben.

Regeln und Gewichtsklassen

Die Kämpfe im MMA folgen den Unified Rules of Mixed Martial Arts. Sie bestehen in der Regel aus drei fünfminütigen Runden mit einer einminütigen Pause zwischen den Runden. Meisterschaftskämpfe werden über fünf Runden ausgetragen. Ein Kämpfer kann einen Kampf gewinnen, indem er den anderen Kämpfer k.o. schlägt oder zur Aufgabe zwingt.

Im MMA sind bestimmte Techniken und Fouls verboten, wie zum Beispiel Kopfstöße, Beißen, Augenstechen, Schläge gegen die Kehle und den Hinterkopf sowie Angriffe gegen einen am Boden liegenden Gegner.

Die UFC erkennt derzeit neun Gewichtsklassen für Männer an, darunter das Strohgewicht, Fliegengewicht, Bantamgewicht, Federgewicht, Leichtgewicht, Weltergewicht, Mittelgewicht, Halbschwergewicht und Schwergewicht. Für Frauen gibt es in der UFC derzeit zwei Gewichtsklassen, das Strohgewicht und das Bantamgewicht.

Die aktuellen männlichen Titelträger der UFC

Gewichtsklasse Titelträger seit
Fliegengewicht Henry Cejudo 4. August 2018
Bantamgewicht TJ Dillashaw 4. November 2017
Federgewicht Max Holloway 26. November 2016
Leichtgewicht Khabib Nurmagomedov 7. April 2018
Weltergewicht Tyron Woodley 30. Juli 2016
Mittelgewicht Robert Whittaker 4. November 2017
Halbschwergewicht Daniel Cormier 29. Juli 2017
Schwergewicht Daniel Cormier 7. Juli 2018