Thorsten Legat, der ehemalige Fußballprofi, hat nach seiner aktiven Zeit auf dem Rasen eine bemerkenswerte Karriere im Kampfsport gestartet. Der gebürtige Bochumer, bekannt für seine rustikale und kompromisslose Art, hat sich auch in dieser Disziplin einen Namen gemacht. Seine unbändige Willenskraft und sein gestählter Körper machen ihn zu einem Publikumsliebling.
Schon als Fußballprofi bewegte sich Legat gerne an der Grenze des Erlaubten. Über 240 Bundesligaspiele bestritt Legat für Bochum, Bremen, Frankfurt, Stuttgart und Schalke. Zumindest als Sportler machte ihn seine rustikale Gangart erfolgreich.
Nun ist seine Athletik schon länger nicht mehr im Profisport gefragt. Dafür glänzt Legat besonders in jüngerer Vergangenheit als Wortakrobat. Seine Vorstellung als Trainer des Amateurklubs FC Remscheid im September 2015 wurde dank Legat-Lyrik zum Hit in den sozialen Medien.
Wenig verwunderlich, dass er nicht zum ersten Mal als Kandidat in einer TV-Show zu sehen ist. Auf Sat1 war er 2014 in der Promi-Kochshow „Hell’s Kitchen“ zu sehen, zweimal rammte er für ProSieben durch die „Stock Car Crash Challenge“. Und natürlich stieg er auch schon beim Promiboxen in den Ring. Müßig zu erwähnen, dass „The Punch from the Pott“ seinen Kampf im Herbst 2014 gegen den Rapper „Trooper Da Don“ gewann.
Neueste Herausforderung für den ehemaligen Dschungel-Camper: Am 1. September steigt er bei der GMC-Gala als MMA-Fighter in der Kölner Lanxess Arena vor über 20000 Kampfsport-Fans als „Käfig-Fighter“ in den Oktagon-Ring!
Lesen Sie auch: Vom Rasen ins Reality-TV: Thorsten Legat
Legat zu BILD: „Ich komme aus dem Kampfsport, mache Sambo, Krav Maga, Kick- und Thaiboxen. Kämpfen, das ist mein Leben. Da habe ich richtig Bock drauf.“
Gegner in Köln (ranfighting überträgt live) wird der baumlange Fitness-Profi Dominic Harrison (26, 100 kg), Ehemann von Ex-Playmate Sarah Nowak. Legat: „Ein großer Junge und ein aufrichtiger Mensch. Aber - ein Six-Pack habe ich auch.“ Legat bereitet sich im Fight Club-Gym in Gelsenkirchen vor.
„Drei mal fünf Minuten kämpfen - das wird nichts für schwache Nerven. Und ich kann versprechen - es wird weh tun! Ein lustiger Promi-Kampf wird das nicht. Ich nehme die Sache sehr ernst. Wer mich herausfordert, der wird das spüren.“
Mixed Martial Arts - für Legat (Kampfname „Lego“) wie draußen: „Hinterhof-Kämpfe habe ich schon einige erlebt.
Der gebürtige Bochumer spielte für die Bundesligisten VfL Bochum, Werder Bremen, Eintracht Frankfurt, VfB Stuttgart und Schalke 04. Mit Bremen wurde er Europapokalsieger der Pokalsieger (1992) und Deutscher Meister (1993). Mit Bremen (1994), Stuttgart (1997) und Schalke (2001) wurde er DFB-Pokalsieger. Die Trophäe mit drei verschiedenen Vereinen zu holen, schafften außer ihm nur drei Spieler.
Lesen Sie auch: Die Transformation des Thorsten Legat
2001 musste Legat seine Fußballerkarriere verletzungsbedingt beenden. 2014 startete er eine neue im Fernsehen: Bei "Hell's Kitchen" (SAT.1) war er dabei und bei "Das große ProSieben Promiboxen" vermöbelte er den Rapper Trooper Da Don. In weiteren Auftritten bei "TV total Stock Car Crash Challenge", "Das Duell um die Welt - Team Joko gegen Team Klaas".
So erwarb er sich bei "Ich bin ein Star, holt mich hier raus" den Ruf eines latent durchgeknallten Typen mit harter Schale und weichem Kern. Vor allem machte er den Ausdruck "Kasalla" salonfähig. Das ist eines seiner Lieblingsworte. Es stammt aus dem Ruhrpott und steht für Ärger oder Krawall. Wenn es "Kasalla setzen" soll, dann ist eine Abreibung oder eine Tracht Prügel zu erwarten.
"Kasalla setzt" Thorsten legat in der Zeit seiner Fußballerkarriere öfters und geriet mehrmals in Prügeleien, bei denen er seine Gegner verletzte. Einmal griff er bei einer Gruppe Jugendlicher, von der er sich bedroht fühlte zu einem Samurai-Schwert. Die Waffe hatte er offenbar im Kofferraum. Der Fall kam später vor Gericht. In einem weiteren Fall verletzte er einen Mann, der ihn mit einem Messer angriff, so schwer, dass er bleibende Schäden davontrug, wie Legat zuletzt im Dschungelcamp gestand.
Um sich gegen seinen gewalttätigen Vater wehren zu können, begann Legat als Jugendlicher neben dem Fußball mit dem Kampfsport. Seither betreibt er Judo, Jiu-Jitsu, Taekwondo, Kung-Fu und Karate. Taekwondo-Weltmeister, wie er während des letzten Dschungelcamps sagte, war er nie. Dafür hatte er schon mit 16 Jahren seinen größten Erfolg: Damals schaffte er es erstmals, seinen Vater zu Boden zu bringen. Dann war Schluss mit der Tyrannei.
Als defensiver Mittelfeldspieler war der frühere Fußball-Profi Thorsten Legat ein harter Hund. Jetzt ist er knüppelhart.
Lesen Sie auch: Taekwondo und Thorsten Legat
„Ich liebe Kampfsport, der hat mich schon als Junge fasziniert“, sagt Legat. Zurzeit klettert der Ex-Profi in den Käfig. Mixed Martial Arts (MMA) heißt das, was er da macht. Klingt kriegerisch, ist es auch. Erlaubt ist so ziemlich alles. Fäuste, Füße, Ellenbogen, Knie - alles, womit sich schlagen und treten lässt. „Aber in die Genitalien und auf den Kehlkopf zu schlagen ist verboten“, meint der gebürtige Bochumer.
Am 1. September bestreitet der 234-malige Bundesliga-Spieler von VfL Bochum, Werder Bremen, Eintracht Frankfurt, VfB Stuttgart und Schalke 04 bei der MMA German Championship in der Kölner Lanxess-Arena ein Promi-Duell. Gegner ist Fitnesstrainer Dominic Harrison.
Legat ist in dem Metier nicht ganz unerfahren. Seit rund 40 Jahren betreibt er Kampfsport für den Hausgebrauch: Judo, Jiu-Jitsu, Taekwondo, Kung-Fu, Karate. „Auch schon als Fußballer. Das hat nur niemand bemerkt“, meint er. Sich vor großem Publikum gegen einen körperlich deutlich überlegenen Rivalen auszutoben, reize ihn, sagt der 49-Jährige.
Zwei-Meter-Muskelpaket Harrison ist 20 Zentimeter größer, 23 Jahre jünger, 14 Kilo schwerer. Der bei der Hashtag-Generation angesagte Influencer, wie Werbeträger in den sozialen Kanälen genannt werden, ist verheiratet mit Playmate und Reality-TV-Sternchen Sarah Nowak. Die Fangemeinde ist riesig.
„Ich weiß nicht, ob er einstecken kann. Sonst macht er ja in Hantel, Yoga und Pilates“, beschreibt Legat seinen Rivalen. „Er hat gesagt, er versohlt mir den Arsch.“
Im Oktagon zu stehen, dem Achteck-Käfig bei MMA, erinnere ihn an früher, sagt Legat. „Ich bin in der Gosse aufgewachsen. Wenn es da Streit gab, konntest du auch nicht weglaufen. So ist es auch jetzt im Käfig.“ Nach dem Kampf will Legat einen Schlusspunkt setzen.
Schon als Fußball-Profi habe er „klare Kante“ bevorzugt. „Aber ich hätte noch aggressiver sein müssen“, meint er. Das war er manchmal jenseits des Platzes. Seine Passion für Kampfsport floss in sein Fußballspiel ein. „In meinen Gegenspielern habe ich meinen Vater gesehen. Ihm wollte ich es zeigen“, verrät er. Legat hasste seinen Vater. „Er hat mich als Kind missbraucht und misshandelt.“ Einzelheiten beschreibt er in der Autobiografie „Wenn das Leben foul spielt“. „Deshalb bin ich zum Kampfsport. Ich wollte mich wehren können. Das habe ich geschafft. Mit 16 hatte ich ihn am Boden.“
Im Fußball war er aber besser. Außerdem gab es mehr Geld. „Vom Straßenkind zum reichen Mann, das war toll“, feixt Legat. Finanziell gehe es ihm gut. „Ich bin zufrieden. Ich war immer sparsam.“ Mit seiner Frau, sagt er, ist er in der Immobilienbranche zugange. Deshalb habe er den Käfig-Kampf finanziell auch nicht nötig.
Als ihn ein Knorpelschaden im Knie zum Karriereende als Fußball-Profi gezwungen hatte, fiel Legat in ein Loch. Er stürzte und stürzte. „Erst war es ein Bier am Tag, dann ein Kasten, dann anderthalb. Ich hatte Selbstmordgedanken“, gesteht er. Seine Frau drohte: „Wenn du so weitermachst, verlierst du mich und die Kinder.“ Seither trinkt Legat keinen Alkohol mehr. Er erwarb die A-Trainer-Lizenz, wurde Trainer von Jugend-Teams und Landesligisten. „Ich war wieder vorzeigbar.“
Vor allem im Fernsehen. „Ich bin ein Star - holt mich hier raus“, „Grill den Hensler“, „Schlag den Star“ - wird Lagat gefragt, ist er als Reality-Macho dabei. „Das hat einen anderen Menschen aus mir gemacht“, meint er. „Und es gibt auch noch ein bisschen Geld.“ Obendrein kitzelt es sein Ego. „Die Leute mögen mich. Ich erzähle die Wahrheit, ohne jemanden zu beleidigen. Es wäre doch schade, wenn es Thorsten Legat nicht mehr im Fernsehen zu sehen gibt.
Ex-Fußball-Profi Thorsten Legat ist nach 2014 schon bald wieder als Kampfsportler im Ring zu sehen. Am 1. September tritt der 49-Jährige in der Kölner Lanxess-Arena im Rahmen der German MMA Championship gegen Fitnessmodel Dominic Harrison im Käfigkampf an. Dass sein Kontrahent 23 Jahre jünger ist, sieht Legat nicht als Nachteil: "Ich bin etwas älter und ich kenne die ganzen Tricks.
| Sportart | Erfolge |
|---|---|
| Fußball | Europapokalsieger der Pokalsieger (1992), Deutscher Meister (1993), DFB-Pokalsieger (1994, 1997, 2001) |
| Kampfsport | Promiboxen-Sieg gegen Trooper Da Don (2014), Teilnahme an German MMA Championship |
