Judo-Sportverein Speyer: Informationen rund um den Verein

Der „Judo-Sportverein Speyer 1959 e.V.“ versteht sich als familiäre Gemeinschaft. 1.300 Mitglieder von 0 bis über 80 Jahre treiben Sport, pflegen Freundschaften, verbringen ihre Freizeit miteinander und trainieren ihre Sozialkompetenzen.

Wie in seiner Satzung festgelegt, setzt sich der Verein die Aufgabe, den Sport, insbesondere den Judosport sowie seine sportverwandten Budopraktiken, zu pflegen und die Jugend für diesen Sport zu begeistern. Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke.

Historische Entwicklung und Erfolge

Nach einer turbulenten Zeit der Vereinsfindung mit 9 Vorsitzenden innerhalb weniger Jahre, übernahm 1970 Heinz-Armin „Atze“ Matthaei die Führung und baute mit seiner Crew ein festes Fundament, bildete Übungsleiter und Kampfrichter aus und führte den Wettkampfbetrieb ein.

Henny Sohn-Germann brachte dem Verein 1973 den ersten großen Erfolg mit einem 3. Platz bei den Deutschen Meisterschaften, dem 1984 der 2. folgte. 1990 gab Atze, nach 20 Jahren den Führungsstab für 400 Mitglieder an Heiner Sprau weiter, der gemeinsam mit Gerlinde Görgen und mit seinen beiden Stellvertretern Dietmar Albert und Gaby Meier in den darauf folgenden Jahren ein pädagogisches Konzept einführte, das in ganz Deutschland viel Anerkennung, Lob und Auszeichnung brachte.

War zuerst einmal der soziale Bereich ausschlaggebend für die stetig steigenden Mitgliederzahlen, stellten sich nach weiteren 10 Jahren auch erste sportliche Erfolge bei Pfalzmeisterschaften im Jugendbereich und bei Mannschaftsmeisterschaften ein. Die Bronzemedaille bei den Deutschen Meisterschaften von Björn Glang im Jahr 1998 legte den Grundstein für die kommenden Erfolge.

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In den daruf folgenden Jahresberichten mußte daher immer wieder „vom erfolgreichsten Jahr in der Vereinsgeschichte“ berichtet werden. Mit den Erfolgen von Barbara Bandel (größter Erfolg 3. Platz Europameisterschaften 2007) und Jasmin Külbs (1.) in der U 17 rückt hier nun Aileen Göbel nach, die ebenfalls auf einen 2. Platz hofft.

Die aktiven Männer schafften 2004 mit der Unterstützung von Marco Welz (3.Militärmeisterschaft 2000) und Volker Heyer (2. Platz Europameisterschaften 1997) den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Die aktiven Frauen setzten 2008 unter der Führung von Heike Magin in dieser Entwicklung noch einen Erfolg oben auf: Sie schafften in ihrem ersten Jahr in der 2. Bundesliga Süd direkt den Tabellensieg und damit den Aufstieg in die 1. Bundesliga.

Aktuelle Erfolge und Ereignisse

Michel Adam vom JSV Speyer ist zum zweiten Mal Deutscher Meister im Judo. Am vergangenen Samstag gewann er in Stuttgart den Titel in der Gewichtsklasse bis 73 Kilogramm - drei Jahre nachdem er in der Kategorie bis 66 Kilogramm seinen ersten nationalen Titel gefeiert hatte.

Die Speyerer Judoka Jill Trenz kann auf ein äußerst erfolgreiches Jahr 2023 zurückblicken. Sie gewann die Deutsche Polizeimeisterschaft im Judo und im Ju-Jutsu und erkämpfte sich bei der Deutschen Pokalmeisterschaft den zweiten Platz. In der Bundesliga wurde sich mit dem JSV Vizemeister und gab in der ganzen Saison nur zwei Kämpfe ab.

Es war ein ereignis- und erfolgreiches erstes Halbjahr für Jessica Lindner aus dem Bundesligateam des JSV Speyer. Zum einen verhalf sie dem JSV-Frauenteam zum souveränen ersten Platz in der Judo-Bundesliga Südwest und damit zum Einzug in die im August stattfindenden Play-Offs. Doch das ist längst nicht alles: Die 32-jährige Saarländerin gewann zunächst die Deutsche Judo-Meisterschaft der Ü30 und anschließend die Ü30-Europameisterschaft in Sarajewo.

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Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung haben die Frauen des JSV Speyer auch ohne eine ganze Riege von internationalen Kämpferinnen ganz souverän den zweiten Sieg im zweiten Saisonkampf geholt. Gegen die stark dezimierte Mannschaft des JC Wiesbaden setzte sich der JSV zu Hause mit 12:2 durch.

Mit einem klaren Ziel vor Augen reisen die Frauen des JSV Speyer am Samstag zum abschließenden Kampftag der Saison in der 1. Judo-Bundesliga. Zwei Siege sollen her aus den Duellen mit dem gastgebenden JT Hannover und dem BC Karlsruhe, um die Vizemeisterschaft zu sichern.

Highlights gab es an diesem Tag aus Speyerer Sicht so viele, dass es schwer fällt, eine Auswahl zu treffen. Mit zwei deutlichen Siegen gegen den BC Karlsruhe (14:0) und das gastgebende JT Hannover (11:3) taten die Speyererinnen ihr Möglichstes, um ihre Chance auf die Vizemeisterschaft zu wahren.

Die Niederlage war erwartet, aber die Höhe schmerzte dann doch: Mit 3:11 unterlagen die Frauen des JSV Speyer dem Meisterschaftsfavoriten TSG Backnang im heimischen Judomaxx. Da eine Vielzahl von Stammkämpferinnen auf Speyerer Seite fehlten, geriet das Duell, das in den vergangenen Jahren oftmals eine heiß umkämpfte Angelegenheit zur Entscheidung der Meisterschaft war, ziemlich einseitig.

Zum dritten Mal in Folge haben die Männer des JSV Speyer in der 1. Judo-Bundesliga Süd eine Niederlage hinnehmen müssen, und zum dritten Mal in Folge wäre eigentlich etwas mehr drin gewesen. Die Kämpfe möglichst offen zu gestalten - trotz der nicht ganz optimalen personellen Situation - das war das Ziel der Speyerer vor dem Kampf gegen Rekordmeister TSV Abensberg.

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Die Männermannschaft des JSV Speyer hat am fünften Kampftag der 1. Judo-Bundesliga Süd ihre erste Saisonniederlage hinnehmen müssen. Beim KSV Esslingen unterlagen die Speyerer mit 5:9. Die Gastgeber hatten nach einem enttäuschenden Saisonstart eine mit vielen großen Namen gespickte Mannschaft aufgeboten, um die letzte Chance auf die Finalrundenteilnahme zu wahren.

Wenn am Samstag die Männer des JSV Speyer mit einem Heimkampf gegen Samurai Offenbach (18 Uhr, Judomaxx Speyer) in die neue Saison in der 1. Judo-Bundesliga der Männer starten, dann lautet die Zielsetzung, das zu wiederholen, was man im vergangenen Jahr schaffte. Da starteten die Speyerer mit einem klaren Sieg gegen Offenbach in die Saison und belegten am Ende einen sicheren Platz im Mittelfeld.

Sensationelle Ausbeute für die Nachwuchs-Judokas des JSV Speyer bei dem bundesoffenen Pokalturnier der U15 in Backnang, das gleichzeitig als Sichtungsturnier fungierte. Alle fünf Speyerer Judokas nahmen Medaillen mit nach Hause, nämlich zweimal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze. Den Anfang machte am Samstag Damien Berschauer (Jahrgang 2008) im Turnier der männlichen U15 bis 40 Kilogramm.

Michel Adam vom Judosportverein Speyer hat am Wochenende den bisher größten internationalen Erfolg seiner Karriere gefeiert. Der 24-Jährige gewann in der Gewichtsklasse bis 73 Kilogramm den European Cup in Sarajewo. Adam gewann zunächst jeweils vorzeitig mit Ippon gegen den Ukrainer Oleksandr Koshliak und den Portugiesen Thelmo Gomes.

Integration und soziales Engagement

Der Judosportverein Speyer wird schon seit einigen Jahren als anerkannter Stützpunktverein des Programms „Integration durch Sport“ der Sportjugend des Landessportbundes Rheinland-Pfalz gefördert. Im Judosportverein Speyer wird die Integration groß geschrieben. So zeigt sich der Verein bei vielen Asylbewerbern nicht nur als Verein, sondern als eine Art Familie.

Seit 2008 lebt Nana Tsimakurdize in Deutschland, aber erst drei Jahre später, nachdem sie nach Speyer zog, fand sie den Anschluss zu ihrem Verein. Nana Tsimakurdize hatte zunächst große Kommunikationsschwierigkeiten. Sie sprach kaum Deutsch und hatte nicht viele Freunde. In Speyer hatte sich das schlagartig geändert. Sie fühlte sich wohl und geborgen in der Familie des JSV, bekam Hilfe bei aufkommenden Problemen, selbst, wenn es nur um die Hausaufgaben ging, die sie im Judomaxx erledigte.

Im Judosportverein Speyer fing sie an zu kämpfen, bis sie selber zwei Jahre lang eine Gruppe behinderter Menschen mit spielerischen Sporteinheiten betreute. Es zeigt sich deutlich: Der Zusammenhalt in der Gruppe und die Förderung von Asylbewerbern ist im Judosportverein Speyer ein wichtiges Gut, welches sich durch die Trainingsstunden und über diese hinaus weiterzieht.

Integration ist im JSV kein plakativer Begriff! Ernsthaft und kontinuierlich arbeitet Gerlinde Görgen erfolgreich daran, auch MigrantInnen als Mitarbeiter und Mitglieder für den Verein zu gewinnen.

In Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt und Bethesda Landau wird unter der Betreuung von Jürgen Albert Menschen mit Behinderungen Judo als Freizeitsport mit großer Freude vermittelt. Eltern wissen nicht nur, dass ihr Kind JSV gut aufgehoben ist,. Sie werden regelmäßig durch Elternabende, Elterninfobriefe und Mitmachaktionen mit einbezogen. Informationen sind auf der von Prof. Dr. Rolf Güdemann entwickelten JSV-Homepage www.judo-speyer.de jederzeit abrufbar.

Durch die motivierte Mitarbeit vieler Eltern konnte das Vereinsangebot stetig weiter ausgebaut werden.

Die Gesellschaft ändert sich: Als erfolgreich werden heute Alleinkämpfer angesehen, die mit Durchsetzungsvermögen und Gewinnstreben ihre Ziele verfolgen. Der Judo-Sportverein Speyer (JSV) versteht sich als familiäre Gemeinschaft. Er möchte den Zusammenhalt stärken und eine Solidargesellschaft mitgestalten, die von Respekt, Höflichkeit und Wertschätzung geprägt ist.

Jeder und jede findet seinen und ihren Platz und bringt eigene Stärken ein. Kinder und Jugendliche werden in ihrer Persönlichkeitsentwicklung begleitet, erfahren Wertschätzung und Anerkennung, übernehmen ab zwölf Jahren altersgerechte Aufgaben und Verantwortung als Helfende und Betreuende, üben Sozialkompetenzen und entwickeln sich zu verantwortungsbewussten Mitgliedern der Gesellschaft.

Schülerinnen und Schüler erhalten Hausaufgabenhilfe oder Berufsorientierung und werden in ihrer Selbständigkeit unterstützt. Menschen mit Behinderungen, Flüchtlinge und Asylbegehrende, junge Eltern oder Seniorinnen und Senioren: Für alle Gruppen bietet der Verein nicht nur Sport, sondern Möglichkeiten zur Teilhabe und Entwicklung.

Da in den Sportverein viele verschiedene Menschen freiwillig kommen, prägen Maßnahmen wie Ferienfreizeiten mit pädagogischem Anspruch, psychomotorische Fördergruppen, Sport für Menschen mit Behinderungen, Sport für Flüchtlinge, grenzüberschreitende Jugendmaßnahmen, Großeltern-Aktionen, Stadtteilfeste, Familienspieltage, Eltern-Café und viele Kooperationsangebote die JSV-Familie, die wiederum die Gesellschaft in Speyer mitgestaltet.

Judomaxx: Das Judo-Sportzentrum

Im 50. Jahr der Vereinsgeschichte wurde ein großer Traum zur Wirklichkeit. Mit Hilfe von Bundes- und Landesmitteln aus dem Konjunkturprogramm II konnte die Stadt Speyer ein hochmodernes Judo-Sportzentrum namens Judomaxx erstellen und dem JSV zur Verfügung stellen. Das Land Rheinland-Pfalz ernannte es zum Landesleistungszentrum Judo.

700 qm Mattenfläche auf einem optimalen Schwingboden sowie eine 144 qm große Gymastikhalle und ein Kraftraum stehen uns nun zur Verfügung. Über 3,2 Mio Euro wurden investiert.

Trainingsangebot und Aktivitäten

38 ausgebildete lizensierte Übungsleiter bieten täglich ein umfangreiches Trainingsangebot in 8 Speyerer Sporthallen. Neben dem Training finden zahlreiche gesellige Veranstaltungen, Judosafari Abenteuerwochen und Freizeiten in allen Ferien Platz auf dem jährlichen Aktionsplan.

In Kooperationen mit Kindertagesstätten und Schulen steht die Förderung und der Spaß an der Bewegung im Mittelpunkt und auch Kinder mit Wahrnehmungs- und Verhaltensauffälligkeiten finden ihren Platz in der JSV-Familie.

Was ist beim Judo-Sportverein Speyer aktuell los, während eigentlich gar nichts los ist. Oder: Was macht ein Sportverein ohne Sportler? Als Pippi Langstrumpf verkleidet schaltet Nicole den Computer ein. Sie überprüft die Kamera, stellt sich auf ihre Position und begrüßt die ersten Kinder, die schon erwartungsfroh vor ihren Bildschirmen sitzen. Gerlinde (im Igelkostüm) kommt dazu. Zusammen bewegen sie die „Turntiger“, Kinder im Alter von vier bis sieben Jahren.

Viele Familien leiden zunehmend unter Stress und Zeitnot. Im Rahmen der Initiative „Familie - ein starkes Stück“ des rheinland-pfälzischen Ministeriums für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz wurde daher nun schon zum wiederholten Mal ein Wettbewerb initiiert, bei dem sich Kommunen mit „Konzepten zur Zeitpolitik“ um Prämien von jeweils bis zu 15.000 Euro bewerben konnten.

Erstmals in der Vereinsgeschichte nimmt der JSV mit zwei Mannschaften am Bundesliga-Finale teil: Sowohl Frauen als auch Männer kämpfen um den Deutschen Meistertitel! Unterstützt die Teams und kommt am 25.10. mit nach Wuppertal!

Kinderreporter Korbinain zeigt, was den JSV ausmacht: Judo, Freundschaft, Inklusion, Jugendarbeit.

Finanzielle Unterstützung

Der Judo-Sportverein Speyer bekommt 5.821 Euro. Das Geld stammt aus dem „Förderprogramm Gemeinsam wirken in Zeiten von Corona“, aufgelegt von der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt. Anfang Juli 2020 hat diese Stiftung ihre Arbeit in Neustrelitz aufgenommen. Damit gibt es erstmals eine bundesweit tätige Anlaufstelle zur Förderung ehrenamtlichen Engagements.

Abgänge im Bundesliga-Team

Wenn die Erste Judo-Bundesliga der Frauen wieder losgeht, werden in der Aufstellung des JSV Speyer zwei bekannte Namen fehlen. Mit Johanna Müller und Rebecca Bräuninger haben zwei langjährige Stammkämpferinnen ihre aktive Karriere beendet. In beiden Fällen spielten Verletzungen eine wichtige Rolle in den Entscheidungen. „Mein Körper hat schon recht viele Verletzungen mitgemacht, Knie-OPs und Bandscheibenvorfälle.