Peter Seisenbacher, geboren am 25. März 1960 in Wien, war in den achtziger Jahren einer der weltweit besten Judokas. Seine einzigartige Karriere krönte er nicht nur mit dem zweimaligen Olympiasieg - 1984 in Los Angeles und 1988 in Seoul -, sondern auch mit dem Gewinn der EM und WM.
Darüber hinaus gewann der Wiener in seiner Klasse (Mittelgewicht bis 86 kg) eine Vielzahl internationaler Turniere und erntete bei seinen zahlreichen Auftritten in Korea und Japan immer wieder große Anerkennung.
Sportliche Erfolge
- Olympiasieger 1984 in Los Angeles
- Olympiasieger 1988 in Seoul
- Weltmeister 1985
- Europameister 1986
- Vielfacher Österreichischer Meister
Wie Peter Seisenbacher zum Judosport kam, erzählte er einmal folgendermaßen: "Weil ich in der Schule immer gerauft habe, hat mich meine Mama zum Judo geschickt."
Nach seinem Rücktritt vom aktiven Sport arbeitete Seisenbacher einige Jahre als Generalsekretär der Österreichischen Sporthilfe. Doch der Kampf zwischen den Fronten, "ein Minenfeld" (so Seisenbacher in der SportWoche, 10.8.2004), zehrte an seinen Kräften und so kam es bereits 1993 zum vorzeitigen Abschied.
Der 33-Jährige kehrte in sein eigentliches Metier zurück und wurde Judo-Trainer bei seinem Wiener Ex-Club.
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Die Anklage und Verurteilung
Der zweimalige österreichische Judo-Olympiasieger Peter Seisenbacher musste sich in seiner Heimat wegen des Vorwurfs des schweren sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen verantworten. Wie eine Behördensprecherin erklärte, hat die Staatsanwaltschaft Wien Anklage gegen den 56-Jährigen erhoben. Seisenbacher soll als Judo-Trainer zwei ihm anvertraute Mädchen missbraucht haben.
"Die beiden Betroffenen waren laut Anklage im jeweiligen Tatzeitraum noch keine 14", erklärte die Staatsanwaltschaft. In einem Fall sollen sich die Übergriffe über mehrere Jahre gezogen haben. In einem dritten Fall habe sich das betroffene Mädchen laut Anklage erfolgreich zur Wehr gesetzt.
Die Ermittlungen gegen Seisenbacher liefen bereits seit Herbst 2013. Im Falle einer rechtskräftigen Verurteilung drohten dem Wiener bis zu zehn Jahre Haft.
Seisenbacher war am 19. Dezember 2016 dem ersten Verhandlungstermin am Wiener Landesgericht unentschuldigt ferngeblieben und anschließend untergetaucht. Zunächst wurde er in der ukrainischen Hauptstadt Kiew festgenommen, später jedoch wieder freigelassen. Erst vor wenigen Wochen wurde er beim Grenzübertritt von der Ukraine nach Polen erneut aufgegriffen.
Nach dem wegen schweren sexuellen Missbrauchs Minderjähriger angeklagten österreichischen Judo-Olympiasieger Peter Seisenbacher wurde seit rund einem Monat mit einem internationalen Haftbefehl gesucht. Das gab die Wiener Staatsanwaltschaft am Montag bekannt.
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Die Verurteilung des zweimaligen Judo-Olympiasiegers Peter Seisenbacher wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen ist vom Obersten Gerichtshof in Wien bestätigt worden.
Wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Samstag rund vier Monate nach dem erstinstanzlichen Urteil mitteilte, wies das Gericht die Nichtigkeitsklage des 60 Jahre alten Österreichers, der bei den Olympischen Spielen 1984 und 1988 Gold gewonnen hatte, in einer nicht öffentlichen Sitzung ab.
Über die Gültigkeit der fünfjährigen Haftstrafe, zu der Seisenbacher im Dezember 2019 durch das Landesgericht in Wien in erster Instanz verurteilt worden war, muss nun das Oberlandesgericht Wien entscheiden. Seisenbacher, der zu Beginn des Verfahrens auf nicht schuldig plädiert hatte, wurde sexueller Missbrauch von drei Minderjährigen während seiner Zeit als Trainer vorgeworfen. Er wurde in allen Anklagepunkten für schuldig befunden.
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