Der tragische Verlust in der Welt des Wrestlings

Die Wrestlerszene trauert um einige ihrer Grossen. James Hellwig alias The Ultimate Warrior wusste den brutalen «Kampf» zu inszenieren.

Der Ultimate Warrior: Ein Leben im Ring und danach

1 Meter 88 geballte Muskelmasse, in besten Zeiten 130 Kilogramm schwer, bunte Kriegsbemalung und animalisches Gebrüll: Keine Frage, der Mann war nicht zu übersehen. Und James Brian Hellwig, besser bekannt unter seinem Wrestler-Namen The Ultimate Warrior, hatte neben seinem durchtrainierten, athletischen Körper auch schauspielerisches Talent zu bieten.

1985 startete der Amerikaner seine Karriere als Wrestler, als Schaukämpfer also, der sich mit andern Athleten brutale, dumpf wirkende Zweikämpfe in einer Art Boxring lieferte. In grossen Hallen vor Tausenden von Zuschauern schlug er dem Gegner mit der Faust auf den Kopf, trat ihm in den Bauch oder sprang dem wehrlos auf dem Boden Liegenden auf den Körper.

The Ultimate Warrior hatte seine beste Zeit in den 1980er Jahren, als er für den Dachverband World Wrestling Federation (WWF) auftrat. Nach Streitigkeiten feierte er in den 1990er Jahren zweimal ein Comeback - deutlich schlanker, nachdem ein Steroid-Skandal die WWF erschüttert hatte. 1999 trat Warrior, wie er sich inzwischen auch bürgerlich nannte, vom aktiven Wrestling zurück. In den letzten Jahren machte er durch politische Kommentare von sich reden. Der Ehemann und Vater von zwei Töchtern positionierte sich dabei als Konservativer, der heftige Kritik an linker Politik und an Homosexualität äusserte.

The Ultimate Warrior ist nicht alt geworden. Am 8. April ist er vor einem Hotel im amerikanischen Gliedstaat Arizona 54-jährig tot zusammengebrochen - nur gerade drei Tage nachdem er von World Wrestling Entertainment in die Hall of Fame aufgenommen worden war. James Hellwig alias Ultimate Warrior noch am Montag, 7. April, an einem Anlass in New Orleans.

Lesen Sie auch: Überblick: Deutsche Wrestler in der WWE

Der plötzliche Tod von Bray Wyatt

Die Wrestling-Welt trauert um Bray Wyatt, der überraschend im Alter von nur 36 Jahren gestorben ist. Er schrieb weiter: «Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und darum bitten wir alle, in dieser Zeit ihre Privatsphäre zu respektieren.»

Die genaue Todesursache wurde nicht bekannt gegeben, jedoch berichten verschiedene US-Medien, er habe einen Herzinfarkt erlitten. Der Sportler kämpfte schon seit Jahren mit Herzproblemen und seine Corona-Erkrankung Anfang des Jahres verschlimmerte seinen Zustand. Seitdem wurde er nicht mehr bei der WWE eingesetzt.

Windham Rotunda stammt aus einer Wrestler-Familie mit Tradition. Schon sein Vater, Grossvater und seine Onkel waren Wrestler. 2010 trat er unter dem Namen Husky Harris dem WWE-Hauptkader bei, bevor er ihn ein Jahr später verliess. 2013 trat er als Anführer der Wyatt Family wieder in die Hauptmannschaft ein. Er war dreimaliger Weltmeister in der WWE.

Dwayne Johnson würdigt den «einzigartigen und coolen Charakter», Fans und Wrestlerkollegen drückten in den sozialen Medien ihr Beileid aus. Schauspieler Dwayne «The Rock» Johnson (51) schrieb auf seinem X-Account: «Die Nachricht von Bray Wyatts Tod bricht mir das Herz. Ich hatte immer grossen Respekt und Liebe für ihn und die Rotunda-Familie.

Weitere tragische Todesfälle in der Wrestling-Welt

Vor 21 Jahren verstarb Wrestler Owen Hart (†34) nach einem Sturz von der Hallendecke. Jetzt spricht seine Witwe über den Tod - und die Klage der WWE gegen sie.

Lesen Sie auch: Absolute Andy mit 40 Jahren gestorben

Owen Hart (†34) starb im Mai 1999 bei einem tragischen Unfall. Der Bruder des ehemaligen WWE-Stars Bret Hart (62) stürzte bei einem Wrestling-Grossevent aus 24 Metern ungeschützt auf die Ringecke.

Während der Live-Veranstaltung in Kansas City sollte Owen Hart mit einer Sicherung langsam von der Hallendecke in den Ring schweben. Dabei löste er aus Versehen die Sicherung und stürzte von der Hallendecke auf die Ringecke.

Die Realität hinter der Show

Im Internet-Zeitalter, in dem alles und jedes publik wird, lebt die Illusion allerdings weniger lange als dies früher der Fall war. So werden aus den Marks bald einmal Smart Marks, die das Spektakel als aufgesetztes Schauspiel durchschauen. Auf sie übt weniger der emotionale als der sportliche Teil des Fights seinen Reiz aus.

Wer dies am besten kann, wird von den Promotoren als Star aufgebaut und darf dann als «Sieger» in den Kämpfen vom Platz gehen. Ein guter Wrestler kann Millionen verdienen. Doch manchmal holt die Wirklichkeit die Show ein. Was gefährlich aussieht, ist es bisweilen auch. Nicht selten verletzen sich die Wrestler bei waghalsigen Aktionen tatsächlich.

Obschon in Matches gegeneinander angetreten wird, bei denen Gewinner und Verlierer bereits vor Ende feststehen, ist die Liste der versehrten und früh verstorbenen Ex-Athleten lang. Berühmte wie The British Bulldog oder André the Giant gingen an den Spätfolgen zugrunde.

Lesen Sie auch: Die Wurzeln des Karate

Wrestling in Deutschland: Ahmed Chaer und die GWF

In Berlin boomt das Wrestling wie sonst nirgends. Es gilt als besonders brutal, Gehirnerschütterungen, Knochenbrüche und abgerissene Ohren gehören dazu. Ein Besuch beim deutschen Profi-Wrestler Ahmed Chaer.

Nach dem achten Mal hat er aufgehört mitzuzählen. Wieder und wieder wurde ihm im Ring die Nase gebrochen. Ahmed Chaer, Chef der GWF (German Wrestling Federation) und Profi-Wrestler, dreht sich ins Profil, so dass die kleinen Hubbel auf dem Rücken sichtbar werden: «Passiert.» Jeder Stil fordere seinen Tribut.

Wrestling boomt, in den letzten drei Jahren habe sich die Fangemeinde in Deutschland sprunghaft vergrössert, erzählt Ahmed Chaer: «Speziell Berlin ist der absolute Hammer», nirgends sonst fülle derzeit eine so hohe Zuschauerzahl regelmässig die Hallen.

Auch die Chaer-Brüder schauten mit Begeisterung die in den Neunzigern im Free TV laufenden Shows. Jahre zuvor spielten sie im Kinderzimmer Actionfilme nach. «Mike hat sich ein Kissen unters Hemd gesteckt und war Bud Spencer, ich Terence Hill, und dann haben wir uns geprügelt.»

«Ältere und Jüngere, Sportinteressierte und Doktoren» besuchten ihre Shows, berichtet Ahmed Chaer.

Der europäische Stil stehe für Disziplin und Härte, so wie das in den 1960ern vor allem im Dreieck Hannover-Bremen-Hamburg populäre Catchen. Spätestens seit den 1990ern, in denen sich die Liga der WWF, der heutigen WWE, Deutschland als drittgrössten Wrestling-Markt erschloss, etablierte sich hierzulande ein Mix. Einer, der das Beste aller vier globalen Stile vereine, findet Ahmed Chaer. Deutsches Wrestling sei inzwischen nicht nur tough, auch athletisch wie der japanische Stil, spektakulär wie der mexikanische, das ultimative Fun-Erlebnis, «zum Gehirn-Abschalten», nach USA-Vorbild.

«Wir hatten diesen Traum, aber niemand wollte uns eine Chance geben», sagt Ahmed Chaer. Die Brüder fuhren von Show zu Show im berüchtigten Dreieck. «Wir haben aufgebaut, Spuckeimer und Handtücher gehalten.»

Um Erfolg zu haben, brauche ein Fighter neben Durchhaltevermögen auch einen starken Show-Charakter. Seinen legte Ahmed Chaer nah an der eigenen Persönlichkeit an.

Weltweit funktioniere Wrestling nach dem WWE-Gut-gegen-Böse-Prinzip, so Ahmed Chaer. Bei ihnen hingegen sei alles viel bunter. Das liebten die Fans, das Verrückte.

«Wir sind auch Netflix-Konkurrent», sagt Ahmed Chaer grinsend. Vor einigen Monaten gründeten die Brüder ihr drittes Unternehmen, die Chaer Bros Entertainment GbR, eine Filmproduktionsfirma. Über einen On-Demand-Service verfolgen ihre Fans die Live-Shows, Werde- oder Untergang der Wrestler.

«Deine Gegner sind echt, die Tritte und Schläge.» Oft zwängen die Matches einen an den Rand der Erschöpfung. Doch Aggressionen befördere Wrestling nicht. Einen anderen Kämpfer absichtlich zu verletzen, das wäre «old school», ein absolutes Tabu.

Top 11 der grössten Wrestler

Das Ranking basiert in erster Linie auf persönlichen Vorlieben.

  1. Stone Cold Steve Austin
  2. Yokozuna
  3. Bret «The Hitman» Hart
  4. «The Million Dollar Man» Ted DiBiase
  5. «Hacksaw» Jim Duggan
  6. The Undertaker
  7. Jake «The Snake» Roberts
  8. André the Giant
  9. The Ultimate Warrior
  10. Hulk Hogan
  11. Randy Savage

Deutsche Wrestler mischen die WWE auf

Sie starteten ihre Karrieren in Deutschland, nun mischen sie die WWE auf: die Wrestling-Stars Gunther und Ludwig Kaiser. Der Österreicher Gunther (37) gehört zu den aktuell erfolgreichsten Wrestlern der WWE (World Wrestling Entertainment). Er hält mit 666 Tagen den Rekord für die längste Regentschaft als Intercontinental Champion. Einige Woche zuvor gewann er die World Heavyweight Championship beim SummerSlam.

Der deutsche Wrestler Ludwig Kaiser (34) startet nach einer Verletzungspause wieder durch und ist einer der Shooting-Stars bei der WWE.

Gunther (G): Danke!

Ludwig Kaiser (LK): Ganz krass. Es ist immer schwierig, das aktiv wahrzunehmen, weil alles so schnell geht. Wir sind nur am Reisen. Dann hast du noch einen gewissen Anspruch an dich selbst, dich vorzubereiten und alles so gut es geht umzusetzen, damit sich die Arbeit lohnt. In diesem ganzen Wirbel vergisst man oft, einen Schritt zurückzugehen und zu sagen: Boah, hättest du mir das vor zehn Jahren gesagt, dass ich mit Randy Orton im Ring stehen würde, hätte ich das niemals geglaubt. Im Main Event von RAW zu stehen und gegen jemanden zu kämpfen, zu dem ich immer aufgesehen habe, das ist absolut unreal. Das ist auf jeden Fall ein Punkt in meiner Karriere, auf den ich noch oft zurückschauen werde.

LK: Bei Verletzungen schaut man immer zurück und denkt sich, ich hätte dies und jenes machen können, um diese zu verhindern. Das war jetzt so eine Verletzung, wo ich nichts hätte anders machen können. Die kam einfach aus dem Nichts. Anscheinend hat das mein Körper gebraucht. Das war ein typischer Stressbruch. Bei mir war es stets so, dass so ein Tiefpunkt wie diese Verletzung sich am Ende für meine Karriere ausgezahlt hat.

LK: Definitiv. Ich habe hart daran gearbeitet, so schnell wie möglich wieder dabei zu sein. Die Konkurrenz schläft nicht. Die WWE hat ein erfolgreiches Ausbildungssystem mit NXT und NXT UK. Viele NXT-Wrestler entwickelten sich zu WWE Stars, unter anderem Charlotte Flair und Kevin Owens.

G: Wir haben unterschiedliche Erfahrungen gehabt. Ludwig hat früher bei NXT unterschrieben als ich.

LK: Ja, ich habe 2017 unterschrieben.

G: Und ich bin zwei Jahre später dazugestossen. Damals war das eine andere Zeit. Die WWE hat langsam angefangen, sich der Welt zu öffnen. Die haben talentierte Leute, die sie irgendwo gesehen haben, rekrutiert und ihnen das Handwerk beigebracht. Gerade Triple H war einer, der Druck gemacht hat, Talente aus der ganzen Welt an Bord zu bekommen. Das geschah zu einem Zeitpunkt, wo unsere Karrieren in Deutschland angefangen haben, seriös zu werden. Ich war vorher länger im Independent-Markt unterwegs, weil man dort die Leute kannte. Als Ludwig bei der WWE unterschrieben hat, habe ich noch gar nicht mit denen geredet. Ich war da auf eigene Faust unterwegs. Es gibt also diese zwei Wege zur WWE: Entweder wird man früh entdeckt, kommt ins System und wird von denen ausgebildet. Oder man ist wie im Wilden Westen alleine unterwegs und versucht auf diese Art und Weise, deren Aufmerksamkeit zu erlangen. Das war mein Weg.

LK: Unsere Karrieren verliefen immer parallel zueinander. Wir haben damals viel bei wXw gemacht, und er war vor mir schon dort tätig. Gunther hat mich damals zur wXw hineingebracht und von dem Zeitpunkt an haben wir in Deutschland alles zusammen gemacht. Ich konnte viel von ihm lernen. Dann kam der Scheideweg, als ich das Angebot von der WWE bekommen habe. Ich habe mich dann gefragt, ob ich es annehmen und meine Karriere neu starten soll, weil ich zu dem Zeitpunkt schon zehn Jahre im Ring stand. Oder gehe ich in den Wilden Westen und steigere meinen Marktwert? Das war dann der Punkt, wo wir uns getrennt haben. Ich habe nie mit so einem Angebot gerechnet, weil das nicht der Grund war, warum ich meine Karriere als Wrestler begonnen habe. Ich bin nach links gegangen, er ist nach rechts gegangen, und dann sind wir bei NXT UK und dann im Main Roster der WWE wieder zusammengekommen. Das ist eine richtig schöne Geschichte.

LK: Bei mir waren sie direkt und haben gesagt, dass sie mich wollen. Sie hatten eigentlich eine Deutschland-Tour durch alle Wrestling-Schulen geplant. Dann hat William Regal gesehen, dass ich auf der Liste bin, und die Tour abgesagt, weil er mich haben wollte. Zwei Wochen vor dem Tryout erlitt ich eine Knieverletzung, das war ein grosser Tiefpunkt in meiner Karriere. Ich wollte nie Wrestler werden, um bei der WWE tätig zu werden. Aber wenn es in Reichweite ist, denkst du dir, jetzt will ich sehen, wie weit ich kommen kann. Das hat sich so angefühlt, als ob mir das jemand vor der Nase weggeschnappt hätte. Als ich aber fit wurde, haben sie mich angerufen und gesagt, dass ich kein Tryout machen muss. Ich wurde sofort genommen.

G: Bei mir war's andersrum. Die WWE kam auf mich zu und ich habe ihnen erstmal gesagt, dass ich nicht in die USA möchte. Ich habe mich dort nie gesehen. Ich war aber länger mit ihnen im Kontakt, wie auch mit anderen Promotions. Am Ende hatte ich aber ein längeres Telefonat mit William Regal, und mit Triple H bin ich auch immer sehr gut zurechtgekommen. Er hat mir deutlich geschildert, was ich bei der WWE alles erreichen kann und NXT UK war für mich der perfekte Zeitpunkt einzusteigen, weil sie in Europa etwas starten wollten und ich zunächst nicht in die USA wollte. Das war für mich der erste perfekte Schritt.

LK: Ja, immer wenn wir in der Umkleidekabine Deutsch reden, kommt so etwas wie: "Was erzählt er denn da?" Kulturell könnten Deutschland und die USA nicht weiter voneinander entfernt sein. In vielen Sachen sind sie das extreme Gegenteil von uns. Gerade wir als Deutschsprachige sind sehr offen und direkt. Für die Kollegen ist es auch ein Unterschied, mit uns zu arbeiten.

LK: Der europäische Stil ist ganz anders als der amerikanische. Mit einem Europäer zu arbeiten ist für die Amerikaner sicherlich eine Herausforderung. Für die ist es anspruchsvoller, weil der europäische Stil schon immer für besseres Handwerk, ausgefeilte Technik, mehr Härte und Intensität steht.

G: WWE ist aktuell so interessant, weil es internationaler geworden ist. Es gab immer einige Engländer, Mexikaner und Japaner, aber das war's dann auch. Mittlerweile haben wir sechs japanische Wrestler im Roster, dann haben wir vier deutschsprachige Europäer und viele Engländer und Schotten. Das ist viel diverser geworden.

LK: Vor Gunthers Run als World Heavyweight Champion kann ich mich an keinen World Champion erinnern, der nicht englischer Muttersprachler war, ausser The Great Khali damals. Das zeigt, dass die WWE weltoffener geworden ist. Aber am Ende des Tages zählt das Talent, denn ohne wäre das nicht möglich gewesen.

LK: Saudi-Arabien war sehr cool. Wir haben viel Spass gehabt, weil wir schon immer Interesse an anderen Kulturen hatten. Wir haben das Land auf eigene Faust erkundet, alles angeschaut und Freunde gefunden. Indien war dafür nicht so cool.

LK: Es gibt keine einheitliche Regel für alle. Das ist wie bei jedem Job: Wenn man Eigeninitiative zeigt und gute Arbeit leistet, bekommt man dadurch auch mehr Vertrauen geschenkt. Dann sind die Drehbuchautoren offener mit dir und fragen dich nach Ideen. Wenn ich jetzt einen Text bekomme, mache ich das auf meine Art. Deswegen war damals unsere Gruppe Imperium auch so populär, weil es authentisch war.

G: Wir haben damals auf YouTube Sat.1-Berichte über alte Wrestling-Turniere angeschaut, um zu sehen, was wir übernehmen können. Aufgrund der positiven Reaktionen haben wir einige Dinge beibehalten.

LK: Ich weiss nicht, ob wir das jemals in einem Interview erzählt haben.

LK: Kampfsport hilft bei der Körperkoordination. Mein Vater hat gesagt, wenn du Wrestling-Profi werden willst, musst du erst im Amateursport Erfolg haben. Ich wollte eigentlich mit Amateurringen beginnen, aber damals gab es keinen Verein in der Nähe, also habe ich mit Boxen angefangen und wurde auch Norddeutscher Meister. Aber sobald wir umgezogen sind und ich einen Ringerverein gefunden habe, habe ich sofort damit anfangen.

G: Da kommt das Thema Vertrauen wieder auf. Wenn man ein gewisses Standing im Unternehmen hat, dann kriegt man natürlich mehr Gehör. Aber am Ende des Tages kannst du immer sagen, wenn dir etwas nicht gefällt. Da muss jeder für sich persönlich eine Grenze ziehen, was man machen will und was nicht. Da gibt's Kollegen, die gucken schon, dass sie gewisse Dinge nicht machen. Andere wiederum machen alles mit. Ich sage öfter Nein als Ja. Bei der WWE ist man Teil eines grossen Konstrukts mit einem Kreativteam. Da läuft alles ab wie eine Maschine, und da muss man sich manchmal selbst zur Wehr setzen, weil man jede Woche einen anderen Autoren haben kann, der für deine Storyline zuständig. Da muss man manchmal den Leuten auf die Füsse treten, aber das ist normal.

LK: In meinem Fall ist das meine Freundin. Es ist wichtig, dass man ein stabiles Umfeld hat. Daheim geht es aber auch weiter: Ich achte auf meine Ernährung und gehe trainieren, meine Freundin ist bei Smackdown. Das bedeutet, wenn sie daheim ist, bin ich nicht da. Aber den einen gemeinsamen Tag, den wir haben, versuchen wir zu geniessen. Ich mag aber auch Computerspiele, zum Beispiel Fifa oder Strategiespiele, da kann ich einige Stunden abschalten.

G: Oft schaltet man aber auch gar nicht ab. Zum Beispiel bin ich seit zweieinhalb Wochen ständig unterwegs. Vorher waren wir in Japan, dazwischen war SummerSlam. Wir sind auch noch umgezogen. Es gibt also auch Phasen, da kann man nicht abschalten. Das ist ein Luxus, den man oft nicht hat. Nur weil ich zwei Tage frei habe, heisst das nichts. Ich muss trotzdem aufstehen und meinen Ernährungs- und Trainingsplan verfolgen. Wenn man einmal die Woche nicht trainiert, häuft sich das in einem Jahr. Das geht nicht, aber es ist auch okay so. Das ist die wichtigste Zeit in unserer Karriere und jetzt müssen wir Gas geben. Wir haben jetzt die Möglichkeit, finanziell vorzusorgen und uns für die Zukunft abzusichern.