Karate: Von den Ursprüngen bis zu den Deutschen Meisterschaften

Karate ist eine Kampfkunst mit tiefen historischen Wurzeln, die sich über verschiedene Stile und Traditionen entwickelt hat. Dieser Artikel beleuchtet die Ursprünge des Karate, seine Entwicklung durch verschiedene Meister und Stile, und gibt Einblicke in die Welt der Karate-Meisterschaften, insbesondere in Deutschland und im internationalen Kontext.

Die Ursprünge des Karate

Es wird angenommen, dass die früheste Form von diszipliniertem, unbewaffnetem Kampf in Indien und China ihren Ursprung hat. Diese Kampfkunst wurde später von chinesischen Handelsreisenden auf die Ryu-Kyu-Inseln gebracht, in der Form von Chuan-Fa oder Kempo.

Als die Japaner in die Ryu-Kyu-Inseln einfielen, entdeckten sie ein "Leere-Hand-Kampfsystem", das sich auf den Okinawa-Inseln zum bekannten Okinawa-Te entwickelte. Dieses System war eine Kombination zwischen Kempo und einer Kampfart der Eingeborenen.

Funakoshi Gichin gründete schliesslich das moderne Karate, indem er seinen Okinawa-Stil mit Elementen des japanischen Ju-Jitsu mischte. Später gründete er den Shotokan-Stil, einen der drei ältesten Karatestile. Die anderen beiden Stile waren Goju Ryu, gegründet von Chojun Miyagi, und Shito-Ryu, gegründet von Kenwa Mabuni. Beide Gründer waren Schüler von Meister Funakoshi.

Die Entwicklung verschiedener Karate-Stile

Viele Meister haben zur Entwicklung des Karate beigetragen und eigene Stile gegründet oder weiterentwickelt. Hier sind einige Beispiele:

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  • Goju-Ryu: Gegründet von Chojun Miyagi.
  • Shito-Ryu: Gegründet von Kenwa Mabuni.
  • Shotokan: Gegründet von Funakoshi Gichin.
  • Shukokai: Meister Chojiro Tani (1921 - 1998) eröffnete sein Dojo in Kobe und nannte es "Das Shukokai", was bedeutet: Leute treffen und zusammen unter einem Dach trainieren.

Shukokai Karate

Meister Chojiro Tani begann mit Karate in Kyoto und trainierte zuerst Goju-Ryu bei Meister Miyagi. Nach seiner Nidan-Gradierung wechselte Sensei Tani zu Shito-Ryu und trainierte bei Sensei Mabuni. Meister Tani, einer von Sensei Mabunis höchstgradiertesten Schülern, eröffnete sein Dojo in Kobe. Er nannte es "Das Shukokai", was in etwa bedeutet: Leute treffen und zusammen unter einem Dach trainieren.

Meister Shigeru Kimura wurde am 2. März 1941 in Kobe, Japan, geboren. Er begann mit 16 Jahren Karate unter der Führung von Sensei Chojiro Tani (1921 - 1998). Schon mit 21 Jahren gewann er die "All Japan Championship". Diesen Titel holte er im darauf folgenden Jahr zum zweiten Mal. Nach diesen Turniererfolgen zog er sich aus den Wettkämpfen zurück und widmete sich ganz der Weiterentwicklung des Shukokai Karate.

Yuishinkan

Das Yuishinkan (frei übersetzt als „Halle der tapferen Herzen“) wurde durch Meister Tomoharu Kisaki in Osaka gegründet. Tomoharu Kisaki übte bereits 1939 in der Ritsumeikan Universität die Kampfkunst „Tode“ (zu dieser Zeit die Bezeichnung für Karatedo). Ein direkter Schüler von Tomoharu Kisaki war Fritz Nöpel (10.DAN). Fritz hatte im Jahr 1957 mit dem Training und Studium des GOJU-Ryu Karates bei Sensei Kisaki begonnen.

Diese Beauftragung endete mit seinem Tod am 19.11.2020. Christian Winkler (7.DAN) wurde als offizieller Nachfolger benannt.

Karate-Meisterschaften und Verbände

Es ist wichtig, zwischen verschiedenen Arten von Karate-Meisterschaften zu unterscheiden, insbesondere zwischen denen, die von international anerkannten Verbänden organisiert werden, und solchen, die von einzelnen Stilverbänden veranstaltet werden. Die Swiss Karate Federation (SKF) als offiziell vom IOC anerkannter Fachverband für Karate in der Schweiz, vereinigt die verschiedenen Karate-Stilrichtungen (über 20 Stilrichtungen unterschiedlichster Prägung!) und hat rund 300 (Stand 2023) angeschlossene Karateschulen und -vereine!

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Die Erlangung eines Schweizermeistertitels im WKF-Sport Karate erfolgt über die Turniere der Swiss Karate League und ist anspruchsvoll. Die Athleten müssen sich die Teilnahme an der Karate-Schweizermeisterschaft durch entsprechende Resultate an den Swiss Karate League-Turnieren sichern.

Vergleich: Es gibt Stil-Verbände der Schweiz mit nur ca. 3 -25 angeschlossenen Karateschulen mit wenigen Mitgliedern, die nicht Mitglied der SKF sind und eigene interne Verbands-Meisterschaften (z.T. deklariert als „Schweizermeisterschaft“ organisieren.

Die World Karate Federation (WKF) ist ein weltweiter Karate-Dachverband, der 1993 aus der ehemaligen World Union of Karate Do Organisations (WUKO) gegründet wurde. Sie vereinigt weltweit die verschiedenen Karate-Stilarten. Die Swiss Karate Federation (SKF) ist seit 1970 als einziger Karate-Verband der Schweiz ein anerkanntes Mitglied der World Karate Federation (WKF).

Die Swiss Karate Federation hat keine Einwände gegen die verschiedenen Interpretationen von Stilrichtungen und Durchführung entsprechender nationaler Meisterschaften. Sie „beherbergt“ selber über 20 Stilrichtungen unterschiedlichster Prägung.

Es ist unserer Meinung aber nach ein gegen Treu und Glauben verstossendes Verhalten und unlauterer Wettbewerb, wenn Meisterschaften von Stilverbänden als von teilnehmenden Schulen und/oder deren Titelträger als Karate-Schweizermeisterschaft bzw. Karate Schweizermeister, Karate-Europameisterschaft bzw. Karate-Europameister oder Karate-Weltmeisterschaft bzw. Karate-Weltmeister bezeichnet werden, ohne dass der entsprechende Stilverband angegeben wird.

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Das gleiche gilt für Mitglieder einer angeblichen Karate-Nationalmannschaft ohne Angabe des Stilverbandes. Es gibt in der Schweiz nur eine Karate-Schweizermeisterschaft (und auch nur eine Schweizer Karate-Nationalmannschaft!), die die verschiedenen Karate-Stilrichtungen beinhalten und von Swiss Olympic anerkannt ist.

Alles andere was einige in Publikationen als „Schweizermeisterschaft“, „Schweizermeister“ oder „Nationalmannschaft“ z.T. ohne Angabe des Stilverbandes und ohne nähere Angaben bezeichnen, sind in Wahrheit meist Titel von stilinternen Verbandsmeisterschaften.

Zum besseren Verständnis: Es wäre auch nicht richtig, wenn in den Medien oder in Publikationen von Vereinen ein Grümpelturnier in einer anderen Sportart als bedeutendes nationales oder internationales Turnier, Cup oder Meisterschaft dargestellt wird, indem meist alle relevanten Fakten dazu ausgeblendet werden.

Diese Seite erachten wir als Aufklärung und Information über Meisterschaften und Titel im Karate. Wir setzen uns mit Unterstützung der Swiss Karate Federation (SKF) für eine korrekte Bezeichnung von Titeln und Meisterschaften mit Verbandsangehörigkeit ein - gegenüber anderen Karateschulen und auch gegenüber den offiziellen Karate Schweizer-, Europa- und Weltmeistern, die die verschiedenen Karate-Stilrichtungen vereinigen und vom IOC anerkannt sind.

Bekannte Karateka

Viele Karateka haben sich durch ihre Leistungen und ihr Engagement in der Welt des Karate einen Namen gemacht. Einer von ihnen ist Yasunari Ishimi, ein japanischer Meister, der seit vielen Jahren in Spanien lebt.

Yasunari Ishimi

Der 79-jährige japanische Meister lebt seit 55 Jahren in Madrid und ist der einzige zehnte Dan dieser Kampfsportart in Spanien. Als bester Karateka der Welt will er 100 Jahre alt werden.

Yasunari Ishimi ist der Weltbeste in seiner Disziplin. Beim Karate lernt man «erstens Selbstdisziplin und zweitens Selbstbeherrschung», sagt er. Er geht mit gutem Beispiel voran: Er steht jeden Tag um halb sechs Uhr morgens auf. Er macht Tai Chi und Qi Gong bis viertel vor sieben Uhr morgens. Von acht bis neun Uhr unterrichtet er und frühstückt dann. Von ein bis zwei Uhr mittags und von sieben bis acht Uhr abends unterrichtet er wieder.

Meister Ishimi kann sich einiger bemerkenswerter Schüler rühmen: Er unterrichtete José Manuel Egea Cáceres, achtfacher Karate-Weltmeister, und Marisa Rozalén, siebenfache Europameisterin. Aber er prahlt nicht mit irgendetwas. Seine Haltung ist ruhig, ausgeglichen und offen. Natürlich.

«Karate lehrt das körperliche und geistige Gleichgewicht. Es geht darum, symmetrische Bewegungen viele Male zu wiederholen, was das Gehirn beeinflusst. Wenn man lange trainiert, hat man normalerweise alle seine Sinne im Gleichgewicht», sagt er.

Ishimi unterscheidet zwischen traditionellem Karate und Sportkarate. Er sieht sich selbst als traditionell Praktizierenden, als einen derjenigen, die durch Beobachtung der Natur lernen, denn so wurde dieser Kampfsport im buddhistischen Tempel von Shaolin geboren.

Karate Grade

Innerhalb des Karate gibt es verschiedene Grade, die das Können und die Erfahrung eines Karateka widerspiegeln. Einige der höchsten Grade sind:

  • Meijin: Dies ist ein Ehrentitel, der an Personen verliehen wird, die außergewöhnliche Leistungen in ihrer jeweiligen Disziplin erbracht haben.
  • Hanshi: Bezeichnet ein Beispiel und Vorbild für die anderen, also den Grossmeister.

Beispiele für Personen, denen der Titel Meijin verliehen wurde:

  • Ohtsuka Hironori, Karate-Do Meijin 10. Dan
  • Ito Kazuo, Judo Meijin 10. Dan
  • Itoh Takasue, Judo Meijin 10. Dan
  • Mifune Kyuzo, Judo Meijin 10. Dan
  • Nakayama Hakudo, Kendo Meijin 10. Dan
  • Ota Tsugiyoshi, Iaido Meijin 10. Dan
  • Shioda Gozo, Aikido Meijin 10. Dan
  • Takano Hiromasa, Kendo Meijin 10. Dan
  • Yamaguchi Katsuo, Iaido Meijin 10. Dan
  • Tose Keiji, Iaido Meijin 10. Dan