ESV Neuaubing Karate Geschichte

Ende der 60er/Anfang der 70er Jahre war Karate noch etwas Geheimnis umwittertes, und solche Dinge haben mich immer schon angezogen.

Als dann ein Berufskollege, selbst Karate-Anfänger, mir davon erzählte, wollte ich unbedingt mehr darüber erfahren und nahm an einem Probetraining teil.

Die Faszination des Karate

Warum gerade Karate? Was macht für Sie den Reiz und die Faszination an diesem Hobby aus?

Hier fällt mir die Antwort schwer: Die Grundelemente des Karate, Kihon (Grundtechniken), Kata (Form) und Kumite (Kampf) sind alle drei wesentliche Bestandteile, es macht wenig Sinn, da Vorzüge zu pflegen.

Meiner Meinung nach befähigen einen erst diese Dinge, guten „Kampfsport“ über Jahrzehnte zu betreiben.

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Dazu gehört allerdings auch ein Vorbild, das einem diese Ideale vorlebt, wie in meinem Fall mein Karate-Lehrer.

Der Schwarze Gürtel: Ein Anfang, kein Ziel

Der „schwarze Gürtel in Karate“ ist im Volksmund eine Art Synonym für die höchste Kampfsport-Auszeichnung. Naja, das ist halt der Volksmund.

Der schwarze Gürtel ist eigentlich ein Anfang, nicht ein Ziel, und erst recht keine Auszeichnung.

Nicht umsonst spricht man ja vom „Anfängergeist“, dem Bewusstsein, dass man Kampfkunst nur verstehen kann, wenn man an sie unvoreingenommen - eben wie ein Anfänger - herangeht.

Einführung für Anfänger beim ESV Neuaubing

Wie wird man in Ihrem Verein als Anfänger an das Hobby Karate herangeführt, was erwartet einen da in seinen ersten Stunden?

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Natürlich werden auch erste Stoß- und Tritt-Techniken geübt, und einfache Elemente aus den Bereichen Kata und Kumite.

Das Ganze läuft ab vor dem Hintergrund starker Konzentration, zunehmender Koordinationsfähigkeit und steigender Körperbeherrschung.

Man ist also schon als Anfänger ganz schön gefordert!

Engagement des ESV Neuaubing

Harald Burger, Präsident des ESV Neuaubing, schilderte das Engagement seines Vereins für Körper und Gemeinschaftsgeist: Die Sportdisziplinen seien sehr vielfältig, reichten von Badminton bis Volleyball, von Fußball bis Freizeitsport, von Tanzen bis Taekwondo, von Klettern bis Karate.

Der Verein habe derzeit 4000 Mitglieder aller Altersgruppen; etwa ein Viertel sei älter als Sechzig, mehr als ein Viertel sei jedoch jünger als siebzehn Jahre.

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Mit umliegenden Schulen werden zusammengearbeitet, zum Beispiel durch Karatetraining in den Schulen als Projektangebot oder durch die Betreuung von Grundschulkindern nach Unterrichtsschluss.

Die Ausstellung "Aubing - Ein Teil Europas"

Als Beitrag zum Festjahr „1000 Jahre Aubing“ hat der ESV Neuaubing am vergangenen Mittwoch, 17. März, eingeladen zur feierlichen Eröffnung seiner Ausstellung „Aubing - Ein Teil Europas“ sowie anschließend, passend zum Datum, zum gemeinsamen Feiern des „St. Patrick’s Day“ in der Sportgaststätte.

Als Festredner zur Ausstellungseröffnung sprach Schirmherr Otmar Bernhard (MdL), der dem Wirtschafts- und Verwaltungsrat des ESV Neuaubing angehört, sehr persönliche Worte zum Verein und dessen Bedeutung für die Jugendarbeit sowie für die Nachbarschaft in Aubing, Neuaubing und Freiham.

Außerdem ging Bernhard auf die interessanten Vernetzungen Aubings mit der europäischen Geschichte ein.

Zu sehen ist die Ausstellung bei freiem Eintritt noch bis Mitte Mai im ESV-Sportzentrum in Neuaubing (Papinstr. 22).

Bedeutung des Sports

„Tugenden wie Fairplay, Respekt vor dem Gegner, Verantwortung und Gemeinsinn kennzeichnen den Sport und müssen auch in Wirtschaft und Gesellschaft wieder eine stärkere Rolle spielen, wenn wir Krisen wie die jetzige in Zukunft vermeiden wollen“, meinte Otmar Bernhard beim Thema „Bedeutung des Sports“.

In seiner Festrede ging er auf geschichtliche Zusammenhänge ein: von Römern und Kelten, Kultplätzen und Gräberfeldern über Missionierung und Patrick von Irland ging es zur Gründung Aubings.

Projekt Europa

„Die europäische Einigungsbewegung und die Europäische Integration waren die richtige Lehre aus dieser Katastrophe“, beurteilte Bernhard die „Europäischen Krisen im 20. Jahrhundert“; und er gemahnte: „An dem Projekt ‚Europa’ muss allerdings unermüdlich weitergearbeitet werden, es darf keinesfalls scheitern. Denn: Europa ist nicht nur unsere Zukunft, sondern auch unser Schicksal.“

Wichtig war ihm aber auch beim Punkt „Aubing, ein Teil Europas“: „Vorstellungen davon, dass Aubing im Jahr 2010 im Herzen des vereinten Europas als Stadtteil Münchens liegen würde, hatte damals vor 1000 Jahren noch niemand.

Und dieses Herz ist weiß-blau - und diese Eigenständigkeit wollen wir uns auch in einem geeinten Europa bewahren.“

Inhalte der Ausstellung

Anschließend präsentierte Werner Lamche, Vizepräsident des ESV Neuaubing, die Inhalte der von ihm erarbeiteten Ausstellung.

Die 30 großen Tafeln, die im ganzen Sportzentrum verteilt, aufgehängt sind, haben die Vor- und Nachgeschichte zu jener Urkunde aus dem Jahre 1010 zum Thema, in der „Ubingun“ erstmals erwähnt wurde und auf der das Festjahr 2010 begründet wird.

Die Ausstellung zeigt auf, wie es zu der Urkunde kam: Ursache war die Schlacht auf dem Lechfeld im Jahr 955 zwischen Magyaren und Bajuwaren, die durch die Konfiskation von Klostergütern finanziert wurde.

„Mit der Urkunde aus 1010 wurden die Güter teilweise zurückgegeben.

Es wird gezeigt, wie im Laufe der nachfolgenden tausend Jahre Bayern und Ungarn immer wieder in Beziehung standen - teilweise versöhnlich, teilweise kriegerisch“, so Werner Lamche zur Ausstellung: „Die Missionierung der Ungarn durch deutsche Missionare in Verbindung mit der Heirat des ungarischen Königs Stefan mit der bayerischen Prinzessin Gisela wird erwähnt, ebenso die versöhnende Wirkung der aus Bayern stammenden Kaiserin Elisabeth im Jahr 1867.

Betont wird die konstruktive Rolle Ungarns bei der Beendigung des Kalten Krieges und bei der Deutschen Wiedervereinigung.

So wird am Beispiel Deutschland/Bayern und Ungarn gezeigt: Friede ist schwierig - aber machbar!“.Lamche streute in seine Rede ein, dass Bayern auch keltische Ursprünge hat und dass Kelten wesentlichen Einfluss auf die Christianisierung im Freistaat hatten.