Julian Jacobi: Ein Deutscher Sucht das Wahre Shaolin

Die Samstags-Dokumentation "Der deutsche Bruce Lee - Julians Weg zum Shaolin-Mönch" begleitet Julian auf einer abenteuerlichen Reise. Schon bei der Ankunft in Dengfeng, der sogenannten 'Kung Fu City', wird klar, dass die Realität mit dem romantischen 'Karate Kid'-Klischee nichts gemein hat. Die Suche nach einem geeigneten Meister gestaltet sich schwieriger als erwartet, der Besuch des Shaolin-Tempels wird zur Enttäuschung und selbst Julians durchtrainierter Körper beginnt zu streiken.

Der Film wurde schon einmal gesendet. Es handelt sich praktisch um den ersten Teil (in Kaiserslautern) von der hier erwähnten Fortsetzung (in China).

Es ist verständlich, dass jemand, der sein Leben einer Kampfkunst widmet, auch das Ursprungsland besucht. Sein Beweggrund war wohl, dass er in China sich eben Vollzeit auf seinen Sport einlassen könne, während das Training bei dem Meister in Deutschland nur Teilzeit gewesen wäre. Er hat mehrmals erwähnt, dass es für ihn in der Gruppe leichter sei, sich zu frühem Aufstehen etc. zu motivieren, als allein.

Interessant war, dass Julian scheinbar doch auch sehr viel Wert auf den geistigen Aspekt seiner Kampfkunst legt, und da aber bei seiner Reise am meisten enttäuscht worden war, weil er hauptsächlich extreme Kommerzialisierung vorgefunden hatte. Auch die "Großen", die er gegen Ende der Etappe (in der riesigen Ausbildungsstätte, wo er etliche Monate blieb) getroffen hatte, waren da keine große Hilfe.

Schlecht war die Reportage nicht, vor allem war sie recht ernüchternd. Allerdings weiss ich nicht, ob in der Schule in Kaiserslautern wirklich das traditionelle KungFu gelehrt wird. Das richtige KungFu kann man nur in China lernen alles andere ist Abklatsch. Wobei ich nicht sage, dass das alles schlecht ist, es ist nur nicht das traditionelle KungFu.

Also, das Zimmer von Julian war wesentlich besser als das normaler chinesischer Studenten und Schüler. Und im Kloster hat er ja auch nicht gelebt, sondern in einer recht normalen Schule mit einem starken körperlich anspruchsvollen Schwerpunkt.

Was er von Asien erwartet, ist unklar, aber es scheint, dass er zu viele Filme gesehen hat und sich zu sehr in einen nicht existierenden Kontinent verliebt hat. Aber so sieht es nicht nur in Shaolin, sondern überall in Asien aus, und Leute, die mit Handys in Tempelanlagen gehen, findet man dort auch überall.

Was der Sprecher über den Vater sagte, der spontan einen Flug nach Beijing gebucht hatte, ist nicht wirklich realistisch, wenn man das Visumsprozedere im Kopf behält. Und, auch interessant war das seine erste Schule fast nur Ausländer hatte & er auch später sehr oft mit denen im Bild erschien.

Tradition heißt Überlieferung. Ich sehe gerade, du hast das Ende nicht gesehen. Er ist auch nicht der einzige dem es so ergeht, bzw. Ich frage mich, welchen Weg er in Zukunft einschlagen wird.

Wushu verkauft sich besser, wenn man es traditionell nennt. Was nicht heißt, dass es vereinzelnt noch traditionelles Kung Fu gibt. Das einzige was ich beeindruckend fand war der Körperbau von dem Typen (scheint im Training wohl irgendwas richtig gemacht zu haben), habe aber auch mit Kung Fu an sich nix am Hut.

Dort in China hat er aber leider nur das Rumgeturne bekommen. Das habe ich auch nicht geschrieben. ;) Finds nur beeindruckend wenn jemand sonen Körperbau hat. Der muss wohl viel Disziplin und Ehrgeiz gehabt haben. Sowohl im Training als auch beim Essen.

Kenne solche durchtranierten menschen eigentlich nur aus Filmen (Der Typ hat mich irgendwie an Hitman erinnert :D) und habe bisher nix vergleichbares gesehen.

Vielleicht stecken arme Familien ihr ganzes Geld in die Ausbildung der Kinder, damit diese vielleicht einen besseren Job finden. Dabei sind sie nur ein Kind von tausenden. Wie lange mach diese Anstrengung z.B.

China ist eine Diktatur, Kommunismus und Geld regieren da. Da bleibt für traditionelle Werte nichts übrig. Ja, Mao hat viel zerstört. Kung Fu war verboten. Shaolin wurde mehr oder weniger aus touristischen Zwecken von der Regierung kontrolliert aufgebaut.

Es wird nicht mehr wirklich gekämpft. In vielen Schulen werden nur noch Formen gelaufen, und der eigentliche Aspekt des Kampfes nicht mehr wirklich behandelt. Ich kenne kaum eine Schule, die mit traditionellem Kung Fu ordentlich sparrt.

Das Shaolin-Kloster vermarktet seine Kampfkunst sehr schön, wieviele darin noch Hand und Fuß hat, steht auf einem anderen Blatt.

Was in China mit den Klöstern passiert ähnelt der Geschichte hier im Mittelalter. Da hat man auch die Kinder ins Kloster geschickt weil die Familie sie nicht ernähren konnte. In China passiert das Gegenwärtig. Und alle diese Leute müssen ernährt werden. Da China eine aufstrebende Wirtschaftsmacht ist, ist die Vermarktung der Kampfkünste wichtig für das Überleben der Schule und der anvertrauten Schüler.

Während im europäischen Mittelalter noch das geistliche den Weg zu den Mönchen gefunden hat, haben die Marketingstrategen in China diesen Gedanken wegreduziert. Es paßt nicht zum modernen China.

Shaolin wurden definitiv auch oft als Heeresführer eingesetzt von Kaisern. Ohne Sparring lernt niemand kämpfen. Und wer regelmäßig ordentlich sparrt, der wird auch irgendwann kampftauglich. Ich hab nichts gegen die Philosophische und Wohltuende Seite von Kung Fu.

Imho weil der Junge in Kaiserslautern auch Thule, Atlantis und Shangri-La hätte suchen können. Zu träumen finde ich nicht verwerflich, naive Träumer zu schröpfen dagegen schon. Ob's jetzt durch Spiegel-TV, Vox, oder was auch immer ist.

Der Legende nach wurde das "KungFu" in Shaolin eingeführt, damit die Mönche körperlich für die Meditation gekräftigt werden. die machen doch auch Sanda.