Friedhelm Meisen: Ein Leben für Karate, Integration und Demokratie

Friedhelm Meisen, eine herausragende Persönlichkeit im Karatesport und ein engagierter Förderer von Demokratie und Völkerverständigung, wurde für seine außergewöhnlichen Verdienste mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. Die Landesregierung ehrt mit diesem Orden ehrenamtlich besonders engagierte Personen für ihren herausragenden Einsatz für das Gemeinwohl und das Land NRW.

Ministerpräsident Hendrik Wüst betonte die Bedeutung dieser Auszeichnung: „Der Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ist eine besondere und seltene Auszeichnung. Seit seiner Stiftung 1986 wurde er nur 1.744 Menschen verliehen. 16 Menschen, die sehr viel Zeit dafür aufwenden, damit es anderen besser geht. 16 Menschen, die sich ganz besonders und auf vielfältige Art und Weise um unser Land verdient machen - alle mit herausragendem Engagement, zum Teil schon seit Jahrzehnten. Sie alle sind Vorbilder und setzen mit ihrem Einsatz stetige Zeichen der Hoffnung.“

Ein Leben für den Karatesport

Seit 1967 ist Friedhelm Meisen im Karatesport aktiv. 1993 gründete der heute 80-Jährige die Karate-Abteilung im TV Rebbelroth. Ein Jahr später, 1994, wurde der „Oberberg Karate Club Gummersbach“ eröffnet. Seitdem leitet Friedhelm Meisen diesen erfolgreich. Im Laufe der Jahre hat er den Verein zum erfolgreichsten offiziellen, im Deutschen Olympischen Sportbund vertretenen Sportverein des Oberbergischen Kreises gemacht.

Das sportliche Motto von Friedhelm Meisen lautet: Karate beginnt mit Respekt und endet mit Respekt. Für ihn ist Karate mehr als nur Sport. Es ist für ihn auch ein Weg, Jugendlichen eine Perspektive zu geben. Sie kommen aus verschiedenen Kulturen und gesellschaftlichen Schichten, mit unterschiedlichen Religionen, und sie lernen bei ihm - weit über den Sport hinaus. Es geht um Moral, Respekt und gegenseitige Achtung: Werte, die nicht nur im Sport, sondern auch im täglichen Leben eine Hauptrolle spielen sollten. Als Karatetrainer ist Meisen Vaterfigur, Mentor und Autorität zugleich. Er unterstützt, wo es nötig ist, erlässt Vereinsbeiträge oder übernimmt Wettkampfgebühren, wenn er weiß, dass zu Hause das Geld knapp ist.

Eine der wich­tigen Aufgaben des „Ober­berg Karate Gummersbach“ im TV Rebbelroth unter Leitung von Fried­helm Meisen ist das Heran­führen der Kinder und Erwach­senen an die traditionelle, tau­send Jahre alte Kunstform des Karate als Kampfkunst. Mittlerweile aber ist diese Form des Karate einer radikalen Verjüngungskur unterworfen worden, da Karate auch Kindern und Jugendlichen Spaß macht, diese aber auch in eine effektive Form der Selbstverteidigung einführen soll. Das Besondere daran ist, dass die jungen Athleten ebenso mit der Philosophie und Disziplin der alten asiatischen Kampf­kunst geschult werden, trotz al­lem Spaß am Training haben, da zahlreiche Spiele, spielerisch aufgebaute Kampftechniken, aber auch Entspannungs- und Meditationsübungen den Un­terricht auflockern. Eine wichtige Form dieses Ka­rateunterrichts ist das Ausüben wirkungsvoller Verteidigungs-Techniken, die es Kindern er­möglicht, sich später wirkungs­voll verteidigen zu können. Das Kinder stressrelevant auch arbeiten können, garantieren im Oberberg Karate Gummersbach mehrere Trainer der Spitzen­klasse, die auf zahlreichen Tur­nieren gelernt haben, mit dem eigenen Stress so fertig zu wer­den, dass sie auch wirkungsvol­les Defensiv-Karate einsetzen können. Auch für die Fans der alten tra­ditionellen Kampfkunst Karate gibt es zahlreiche Angebote.

Ein besonderes Feld nimmt für Kinder und Jugendliche die sportliche Kampfform des Kara­te, des so genannten Kumite ein. Hierbei lernen die Schüler den freien Kampf nach bestimmten Regeln, wobei Körpertreffer zum Kopf verboten sind und bei einem Turnier mit Punktstrafe geahndet werden. Das besondere dabei ist, dass alle Kampftechniken etwa drei Zentimeter vor dem Ziel abge­stoppt werden müssen, im Ge­gensatz zum Boxen, bei dem Kontakt erlaubt ist. Das bedingt natürlich besonde­re Disziplin der jungen Athleten.

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Erfolge und Engagement für Integration

Über 40 nationale und internationale Titel konnte der Verein bislang gewinnen. Viele seiner früheren Schützlinge sind heute erfolgreich im Beruf: etwa bei der Polizei, beim Zoll oder bei der Bundeswehr. Ein Beispiel für Meisens Engagement ist die Geschichte eines jungen Mannes, der 2002 als Asylsuchender nach Deutschland kam und zu seinem Musterschüler wurde. Er errang viele sportliche Erfolge, übernahm Verantwortung im Karateverband und ist heute selbst Karatetrainer (sogar Bundesassistenztrainer der Deutschen Nationalmannschaft: Nika Tsurtsumia).

Auch bei der Integration habe sich der Karatelehrer stets engagiert. Unter anderem bei seinem späteren Musterschüler und heute selber als Karatelehrer erfolgreichen Nika Tsurtsumia, der 2002 als Asylsuchender nach Deutschland kam. Meisen setzte sich vehement für die Einbürgerung des Georgiers ein.

Integration durch Sport zu ermöglichen, das ist für Friedhelm Meisen Antrieb.

Einsatz für Demokratie und Toleranz

Für Friedhelm Meisen ist es selbstverständlich, couragiert Stellung zu beziehen. Er schaltet Zeitungsanzeigen gegen Rechtsradikalismus und Fremdenfeindlichkeit. Aber das tun die zahlreichen Erfolgsgeschichten junger Menschen, denen er ein Vorbild war und ist. Anlässlich des 75.

Die Abgeordnete des Europaparlaments, Alexandra Geese besuchte zusammen mit der oberbergischen Bundestagsabgeordneten Sabine Grützmacher, Marie Brück als Fraktionsvorsitzende der Grünen im Kreistag und Kreissprecher Dr. Julian Münster den bekannten und streitbaren Gastronom aus Rebbelroth, um ihm für sein jahrzehntelanges Engagement für Demokratie und Völkerverständigung zu danken. Allein sein Restaurant Holsteiner Fährhaus ist mit seinen unzähligen Ausstellungsstücken aus aller Welt ein lebendiges Museum, in dem sich zudem hervorragend speisen lässt. Und zu jedem Objekt weiß Friedhelm Meisen eine Geschichte zu erzählen, nicht nur zur Zellentür aus dem Kölner Klingelpütz. Inzwischen hochbetagt, nimmt Meisen hellwach die Veränderungen in unserer Gesellschaft wahr und reagiert regelmäßig mit öffentlichen Anzeigen darauf.

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„Ich bin ein Patriot. Wir leben in einem tollen Land, und das lasse ich mir nicht kaputt machen. Und ich liebe Europa!“ Seit vielen Jahrzehnten setzt sich Meisen öffentlich für Demokratie und Toleranz ein. Das bringt ihm nicht nur Freunde ein, aber damit kann er leben. „Diplomatisches Gefasel ist nicht mein Ding. Ich bin ein Freund klarer Worte“, sagt Meisen, der auch als Karatelehrer Karriere gemacht hat. Er wünscht sich aber mehr solcher klaren Worte auch aus der Politik.

Wir GRÜNE stimmen ihm zu. Wir arbeiten gegen rechte Einflüsse auf allen politischen Ebenen. Unsere Partei steht geschlossen gegen die zunehmende Menschenfeindlichkeit und alle Hassparolen.

Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen

Für seine Verdienste im Sport ist der Gummersbacher Friedhelm Meisen von NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst in Düsseldorf mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet worden. Der Verdienstorden des Landes ist eine der höchsten Auszeichnungen und wurde 1986 aus Anlass des 40. Geburtstages Nordrhein-Westfalens vom damaligen Ministerpräsidenten Johannes Rau gestiftet.

Meisen vermittle Moral, Respekt und gegenseitige Achtung: „Werte, die nicht nur im Sport, sondern auch im täglichen Leben eine Hauptrolle spielen sollten.“

„Für ihn ist es selbstverständlich, couragiert Stellung zu beziehen“, so Wüst weiter. Meisen schaltet Annoncen gegen Rechtsradikalismus und Fremdenfeindlichkeit.

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Ereignis Jahr
Beginn der Karate-Aktivität 1967
Gründung der Karate-Abteilung im TV Rebbelroth 1993
Eröffnung des „Oberberg Karate Club Gummersbach“ 1994
Ankunft Nika Tsurtsumia in Deutschland 2002