Rap bringt seit 20 Jahren die größten Stars des Landes hervor.
Die Anfänge und Entwicklung des Deutschrap
Hip-Hop kam Ende der 1970er aus der Bronx nach Europa, zunächst als Subkultur, bestehend aus Breakdance, Graffiti, DJing und MCing. Anfangs waren es vor allem Breakdance-Crews, die die Szene prägten, etwa die Rock Steady Crew aus den USA als Vorbild und in Deutschland Gruppen wie die Battle Squad oder Flying Steps. Die ersten deutschsprachigen Rap-Versuche entstanden Mitte der 1980er, als Pop-Sänger wie Falco Sprechgesang als Stilmittel ihrer Musik verwendeten.
In den frühen 90ern traten Die Fantastischen Vier auf den Plan, die mit ihrem Debüt Jetzt geht’s ab (1991) und dem Hit Die da!? Hamburg entwickelte sich zur wichtigen Szene: Beginner (damals Absolute Beginner), Fettes Brot, Cora E. und Dendemann prägten einen sprachlich verspielten, oft ironischen Stil.
Ab Anfang der 2000er verlagerte sich das Zentrum des Deutschraps nach Berlin. Mit dem Label Aggro Berlin (gegründet 2001) brach eine neue Ära an: Härter, direkter, aggressiver und stark beeinflusst vom US-Gangsta-Rap der 1990er. Sido, B-Tight und Bushido schufen einen Sound, der bewusst aneckte und auf Provokation setzte.
Ab etwa 2012 veränderten digitale Produktionsmittel und Social Media die Szene grundlegend. Die US-Trap-Ästhetik schwappte nach Deutschland, Autotune und atmosphärische Beats dominierten. Pioniere dieses Sounds waren Haftbefehl (Offenbach) und seine Labelkollegen, die Straßenrap lyrisch wie musikalisch ausbauten. Cloud Rap wurde durch Produzenten wie Dexter, Brenk Sinatra und Rapper wie Yung Hurn oder Rin populär.
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Streaming-Plattformen wie Spotify veränderten das Geschäftsmodell: Hits wurden kürzer, refrainsorientierter, direkter auf Playlists optimiert. Künstler wie Capital Bra oder Bonez MC & RAF Camora dominierten die Charts, letztere mit ihrem Dancehall-inspirierten „Palmen aus Plastik“-Sound. Apache 207 holte Rock-Dino Udo Lindenberg als Unterstützung für seinen Song “Komet”, um den ganz großen Durchbruch zu schaffen und verkauft heute die Arenen aus.
Bedeutende Deutschrapper der letzten 35 Jahre
Nachfolgend eine Liste der wichtigsten deutschen Rapper der letzten 35 Jahre, alphabetisch sortiert:
- Afrob: Zusammen mit Ferris MC veröffentlichte Afrob 1999 den ersten Deutschrap-Song, der ganz selbstverständlich neben Ami-Tracks im Club lief. Bis heute bringt der Rapper mit der kühlen Stimme hochwertige Alben heraus, auf denen er das Leben als Afrodeutscher thematisiert.
- Alligatoah: Als Teil von Trailerpark feiert Alligatoah nicht nur im Team große Erfolge. Der Rapper, Sänger, DJ und Produzent aus Niedersachsen schießt auch im Alleingang regelmäßig an die Spitze der Albumcharts.
- Apache 207: Apache 207 ist anders als die anderen Rapper. Mit Sonnenbrille und geölten Haaren singt und rappt der Ludwigshafener über Beats mit Retro- und Schlager-Einschlag. Diese Ästhetik katapultierte Songs wie “Roller”, “200 km/h” und “Wieso tust du dir das an?” an die Spitze der deutschen Singlecharts.
- Azad: Nachdem Azad zusammen mit D-Flame, A-Bomb und Combad die deutsche Hip-Hop-Szene lieben und kennenlernte, nahm ihn Moses Pelham 1999 unter Vertrag. Was folgte, war die Ankunft des deutschsprachigen Straßenraps in den Charts.
- Bausa: Bietigheim-Bissingen gilt als eine Talentschmiede für deutsche Rapper. Neben Cro, RIN und Shindy verbrachte auch Bausa einen Großteil seiner Jugend in der schwäbischen Kreisstadt. Bausa hat ein Händchen für poppige Songs, die haarscharf am Schlager vorbeischrammen.
- Bonez MC: 2012 veröffentlichte Bonez MC mit “Krampfhaft kriminell” sein einziges Soloalbum. Der große Erfolg stellte sich jedoch erst danach ein - mit Mixtapes, Samplern und vor allem Kollaboalben. “Palmen aus Plastik” mit RAF Camora und das dazugehörige Sequel sowie die beiden Teile von “High & hungrig” mit Gzuz ermöglichten dem Hamburger Rapper einen siebenstelligen Kontostand.
- Bushido: Azad legte zwar den Grundstein, doch Bushido hievte deutschsprachigen Straßenrap endgültig in den Mainstream. Der Berliner überwirft sich regelmäßig mit seiner Gefolgschaft, dem Erfolg tut das aber keinen Abbruch. 13 erfolgreiche Soloalben veröffentlichte Bushido im Laufe seiner Karriere.
- Capital Bra: Wenn sich Capital Bra nicht gerade gegen libanesische Großfamilien wehrt, nimmt er einen Hit nach dem anderen auf. Bis zum jetzigen Stand hatte der in Sibirien geborene Rapper 19 Nummer-eins-Singles. Tendenz steigend.
- Casper: Von den Punchlines und XXXXL-Klamotten zu den Smiths-Platten und Skinny Jeans - Casper hat eine Verwandlung durchlebt, die weitaus mehr Fans anzog als abschreckte. Mit seiner chronisch heiseren Stimme rappt er Zeilen, die sich die Anhängerschaft auf die Körper tätowiert.
- Cro: Eine von Aggro Berlin mit leeren Händen hinterlassene Jugend fing das Stuttgarter Label Chimperator Anfang der 2010er mit einem kompletten Gegenentwurf auf. Statt Muskeln und harte Reime gab es bei Cro aus Aalen eine niedliche Panda-Maske und eingängige Refrains. Die Charts hatte er damit in der ersten Hälfte des Jahrzehnts fest im Griff.
- Curse: Als Curse um die Jahrtausendwende auf der Bildfläche erschien, legte er eine Delivery an den Tag, die die hiesige Szene bis dato nur aus Amerika kannte. Mit seinen ersten beiden Alben “Feuerwasser” und “Von Innen nach Außen” nahm er Klassiker auf, die nichts von ihrer Wirkung verloren haben.
- Dendemann: Die jüngere Leserschaft kennt Dendemann aus dem “Neo Magazin Royale”. Kinder der Achtziger feiern den Dendemaier jedoch seit seiner Zeit mit DJ Rabauke als Eins Zwo. Schon damals bestach der deutsche Rapper mit Reimen, Flows und Stimme, die sich deutlich von der Restszene abhoben.
- Disarstar: Disarstar ist ein Hamburger Rapper, der für seine politischen und sozialkritischen Texte bekannt ist. Er thematisiert in seinen Songs oft soziale Ungerechtigkeiten, Armut und den Kampf gegen das Establishment.
- Eko Fresh: Seit seinem 17. Lebensjahr steht Eko Fresh in der Öffentlichkeit. Fast zwei Dekaden später hat der Kölner alle Höhen und Tiefen einer Musikkarriere dreimal erlebt.
- Eizi Eiz (Jan Delay): Eizi Eiz, Eißfeldt, Jan Delay, Boba Ffett - das eine Drittel von den Beginnern besitzt viele Namen. Unter jedem feierte er große Erfolge. Sowohl mit einer seiner Bands oder Solo stürmte Eizi Eiz die Charts mit der Verlässlichkeit eines Schlagersternchens.
- Farid Bang: Mit Fleiß inszeniert sich Farid Bang als asozialsten Rapper der Szene. Seinem Erfolg schadet es nicht. Im Gegenteil, der Düsseldorfer hat sich mit Punchlines, starrem Flow und einer gigantischen Lust auf Streitereien eine riesige Anhängerschaft aufgebaut.
- Fler: Polarisierender als Fler sind nur wenige Rapper in Deutschland. Seine Interviews zählen zu dem Unterhaltsamsten, was die Hip-Hop-Presse zu bieten hat. Der Berliner hat mit einer ungebremsten Kreativität die Wortwahl, Modetrends und wirtschaftlichen Mechanismen einer ganzen Szene geprägt. Liebt ihn oder hasst ihn - Fler hat verstanden, was er da tut.
- Greeen: Greeen, auch bekannt als Grinch Hill, kombiniert in seiner Musik Elemente aus Rap, Reggae und Pop.
- Gzuz: Was Erfolg und Bekanntheit betrifft, steht Gzuz bei der 187 Strassenbande in einer Reihe mit Bonez MC. Als Vorwürfe der häuslichen Gewalt gegen ihn erhoben wurden, war die Öffentlichkeit geschockt. “Was hast du gedacht?”, fragt der Hamburger Rapper in einem seiner erfolgreichsten Songs. Authentisch heißt eben auch, die Wahrheit zu rappen.
- Haftbefehl: Als Haftbefehl in Deutschraphausen auftauchte, konnten sich alle auf den Offenbacher einigen. Die Kids feierten Hafti für seine authentische Ausstrahlung und die Heads applaudierten aufgrund des knallharten Hip-Hop-Sounds. Der Anführer der Azzlackz pickte die richtigen Beats und mischte Deutsch mit gefühlt allen Sprachen, die noch existieren. In kommerzielle Erfolge konnte Haftbefehl seinen einzigartigen Ansatz nur bedingt ummünzen. Sein Opus Magnum “Russisch Roulette” erreichte 2014 einen enttäuschenden vierten Platz.
- Herzog: Herzog ist bekannt für seine düsteren und ehrlichen Texte, die oft Themen wie Drogenkonsum und persönliche Krisen behandeln.
- Juju: Zusammen mit Nura verpasste Juju als SXTN der deutschen Hip-Hop-Szene eine weibliche Note. Lange bestand das Duo leider nicht. Im Alleingang zog Juju ihr Ding weiter durch.
- Genetikk: 2013 haben Genetikk den klassischen Hip-Hop mit dem Sound der Stunde verbunden. Auf so viel Zeitgeist und Liebe zur Kunst fuhren alle ab. “D.N.A.” stieg auf den ersten Platz der Albumcharts ein und erhielt eine Goldene Schallplatte. Rapper Kappa, der sich damals noch Karuzo nannte, trug einen großen Teil zum Erfolg bei.
- KC Rebell: KC Rebell mag neben den RAFs, Marterias und Sidos nicht der erste Name sein, der fällt, doch der Erfolg spricht für ihn. Seit 2014 stieg jedes seiner vier Alben auf den ersten Platz der Charts ein. 2019 erschien Rebells siebtes Soloalbum “Hasso”, das er seinem verstorbenen Vater widmete.
- K.I.Z.: K.I.Z. sind bekannt für ihre provokanten und oft kontroversen Texte, die häufig mit schwarzem Humor und Ironie durchsetzt sind.
- Kollegah: Einst galt Kollegah als das Punchline-Wunder Deutschlands. Mittlerweile kratzen Antisemitismus-Vorwürfe und fragwürdige Geschäftspraktiken am Ruf des Bosstransformierten. Sein Erfolg lässt sich trotzdem nicht kleinreden. Der Rapper soll fast 750.000 Tonträger verkauft haben.
- Kontra K: Das mit den Motivationssprüchen hat Kontra K verinnerlicht wie kein anderer Rapper. Waschbrettbauch, Tattoos, dramatischer Beat und die Stimme eines Holzfällers - das audiovisuelle Paket stimmt. Fünf Goldenen Schallplatten in Folge bestätigen das Erfolgskonzept.
- Kool Savas: Es gab Zeiten, da wurden auf dem Schulhof neue Savas-Strophen wie Pokémon-Karten getauscht. Der King Of Rap brachte deutschem Rap das Flowen und die schmutzigen Wörter bei. Mehr als 25 Jahre reimt SAV mittlerweile. In regelmäßigen Abständen veröffentlicht der Berliner neue Alben, die noch immer verlässlich ihre Abnehmer finden.
- Loredana: Loredana zählt zu den bekanntesten Beispielen, die sich über Social Media eine Rap-Karriere aufgebaut haben. Ihre ersten Singles “Sonnenbrille” und “Bonnie & Clyde” erhielten 2018 Goldauszeichnungen. Das Debütalbum “King Lori” chartete 2019 auf Platz drei der deutschen Charts.
- Luciano: Nur wenige Rapper besitzen eine so kräftige Stimme wie Luciano. Mit seinem mächtigen Organ zerpflückt der Berliner jedes noch so anspruchsvolle Instrumental.
- Marteria: Marteria funktioniert sowohl für das Hip-Hop- als auch Mainstream-Publikum. Das liegt nicht nur daran, dass der Rostocker rappen kann und charismatisch ist. Marteria ist ein Songwriter und Sympathikus sondergleichen.
- Massiv: Durch die Decke ging die Karriere des Pirmasensers allerdings erst, als er auf eigenen Beinen stand. Das fünfte Album “Blut gegen Blut II” erschien 2011 auf dem eigenen Label Al Massiva. Bis 2018 folgten noch acht weitere Platten, die es fast ausnahmslos in die Top 20 schafften. Fernab der Musik fällt der Rapper mit der eindrucksvoll kräftigen Stimmen als Schauspieler auf.
- Max Herre: Ende der Neunzigerjahre brachte Max Herre eine musikalische und inhaltliche Tiefe in die deutschsprachige Rap-Musik, die es bis dato noch nicht gab. Mit seiner Crew Freundeskreis veröffentlichte der Schwabe zwei erfolgreiche Alben, die von Anfang an auch im Mainstream Gehör fanden. Danach ging es Solo genauso erfolgreich weiter.
- Megaloh: Megaloh ist für seine lyrischen Fähigkeiten und tiefgründigen Texte bekannt. Er rappt oft über soziale Themen, persönliche Kämpfe und seine Herkunft.
- Miami Yacine: Mit den Kumpels Nash, Zuna und Azet bildet Miami Yacine die KMN Gang. Ihr Erfolg kam 2016 scheinbar aus dem Nichts. Yacines Trap-Single “Kokaina” erschien und verkaufte sich über 425.000 Mal. Das dazugehörige Musikvideo knackte 2018 auf YouTube die 100-Millionen-Marke.
- Moses Pelham: In den Neunzigern brachte Moses Pelham mit RHP harten Rap in die Charts. Danach folgte eine erfolgreiche Solo-Karriere und ein noch erfolgreicheres Label. Er entdeckte Xavier Naidoo, Azad und Cassandra Steen. Doch die Arbeit hinter dem Schreibtisch hält den Frankfurter nicht davon ab, auch weiterhin regelmäßig Alben zu veröffentlichen.
- MoTrip: Seit 2011 steht MoTrip bei Universal Music unter Vertrag. Auch wenn ihm noch Nummer-eins-Alben und -Singles fehlen, gilt der Rapper als einer der erfolgreichsten seiner Zunft. Seine letzte Langspielplatte “Mama” chartete auf dem dritten Platz und bescherte ihm eine Goldauszeichnung. MoTrip verbindet Straßenkante und Intellekt wie kaum ein anderer Rapper.
- Nimo: Nimos Musik ist ein Kaleidoskop des Lebens, in dem er offen über Themen wie Liebe, Schmerz, Freude und die Herausforderungen des Alltags rappt. Seine Lieder sind keine oberflächlichen Hits, sondern tiefgründige Erzählungen, die sein Publikum auf eine emotionale Reise mitnehmen.
- Nina Chuba: Nina Chuba hat den Übergang von der Schauspielerei zur Musik nahtlos gemeistert.
- Olexesh: Wenn jemand verstanden hat, wie das Spiel heutzutage funktioniert, dann Olexesh. Der Darmstädter optimiert seine Alben für die “Modus Mio“-Playlist und staubt dadurch Spitzenplätze in den Charts ab. Das mag das Klangbild einschränken, rappen kann die Entdeckung von Celo & Abdi dennoch.
- Pashanim: Pashanim, der junge Berliner, hat wie ein frischer Windstoß die deutsche Rap-Szene erobert. Mit seinem Hit “Airwaves” hat er sich nicht nur einen Namen gemacht, sondern auch gezeigt, dass in ihm ein Künstler mit einem ganz besonderen Sound steckt.
- Prinz Pi: Als der Mainstream-Erfolg anklopfte, wurde aus Prinz Porno Prinz Pi. Mittlerweile existieren - je nach Projekt - beide Namen nebeneinander. Der Berliner kommt aus dem Untergrund, findet seine Kundschaft heute jedoch in den Abschlussklassen der Gymnasien. Ob Pi nun der Bob Dylan des Deutschraps oder doch nur ein selbsternannter Philosoph ist, darüber streiten sich Kritiker und Anhänger. An den Charterfolgen können die Diskussion allerdings nichts ändern.
- RAF Camora: Ruhestand oder weitermachen? Mit dieser Frage beschäftigt sich RAF Camora seit geraumer Zeit. Mit seinem aktuellen Album “Zenit” wollte er endgültig den Schlussstrich ziehen. Auf der Platte kommen allerdings Zweifel an der Rente auf: “Karriereende niemals, glaub mir, erst jetzt beginnt die Party...
Die Vielseitigkeit des Rap
Rap ist sehr vielseitig, ob man jetzt den 'Gangsterrap', etwas poplastigen Rap, Battlerap, Imagerap oder sonstwas hat, irgendwas gefällt eigentlich jedem. Vor allem gibt es auch einige Rapper mit wirklich vernünftigen Texten (Kollegah, Kontra-K, Genetikk, Alligatoah.. um mal nur die bekannteren zu nennen). Was mich aber am meisten am Rap fasziniert ist, dass die Texte von einigen Rappern sehr anspruchsvoll sind, was die Wortwahl, Reimketten, Wortspiele und so weiter betrifft.
Natürlich ist es ziemlich faszinierend, worauf Rapper alles einen guten Reim finden. Und manche Beleidigungen wären mir nie in den Kopf gekommen, weil sie einfach aus einem irgendwo hergeholten Bereich sind und daraus ein "Diss" gemacht wurde. Dennoch stören mich diese ganzen Kinder, die damit angeben und sofort einen auf "Babo" machen wollen, ob sie nun Kollegah (gute Texte) oder Haftbefehl (dazu muss ich wohl nichts sagen) hören.
Kritische Auseinandersetzung mit Deutschrap
Deutschrap ist in vielerlei Hinsicht schwierig. Zum einen ist Deutschrap ein sehr maskulines Genre. Die Texte sind männlich, homophob, latent frauenfeindlich. Natürlich, so sagt man, ist das nur Ironie und das mag bei vielen bestimmt zutreffen. Jedoch ist es kein Zufall, dass Frauen vollkommen unterrepräsentiert sind und ein homosexueller und gleichzeitig erfolgreicher Rapper halt extrem selten ist; ich kenne keinen, vielleicht schafft da jemand Abhilfe. Weder Frau noch Homo könnte erfolgreich sein wie Hetero-Mann und die Rollen zwischen "Ficken" und "Gefickt werden" sind im Deutschrap halt klar verteilt.
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Wenn wir davon mal absehen (und das fällt schwer) bleibt noch, dass das Genre überschwemmt ist von Kommerz. Battlerap oder Mirgehtssoscheißerap ist kalkuliert. Der inzwischen nicht mehr ganz so erfolgreiche Massiv hat auch mal in einer Talkshow gemeint, dass er ja eigentlich Geschäftsmann ist und halt das schreibt, was die Kinder hören wollen. Dass hinter brutalen Liedern meist harmlose Durchschnittsproleten stecken, ist kein Geheimnis. Es ist auch nicht cooler als ein Stefan Mross aus dem Musikantenstadl, der halt einfach mal so tut, als wäre er ein urwüchsiger Trompetenspieler.
Was ich noch mega peinlich finde, ist Silbenzählen und Reime vergleichen. Natürlich ist mancher Reim nicht schlecht, aber die objektive Güte eines Liedes anhand von Silbenzählungen vorzunehmen, finde ich so uncool wie's nur geht.
Im Deutschrap sind vor allem dieses RTL-ASSI-F*CK-RAP weit verbreitet. Eine Schande für Rap. Schande. Wenn man sich die Lyrics anschaut, löste es bei einem ein sofortiges kopfschütteln aus.
Empfehlenswerte Alben
Hier sind einige Alben, die ich empfehlen kann:
- 3Plusss - Ein Lied, das ich an meinem Geburtstag geschrieben habe
- 3Plusss - Ein Bus
- Alligatoah - Mein Gott hat den Längsten
- Alligatoah - Meine Band
- Amewu - Demut
- Amewu - Leidkultur
- Herr von Grau - Cola
- Genetikk - Alles möglich
- Marteria - Welt der Wunder
- K.I.Z - Hurra die Welt geht unter
- Weekend - Schatz, du Arschloch!
- BlaDesa - Die Ähnlichkeit der Jahre
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