Die technischen Fähigkeiten eines Judoka erkennt man an seiner Gürtelfarbe und -breite. Im Judo gibt die Gürtelfarbe Aufschluss über die Fertigkeiten des Trägers. Die Judogürtel werden dabei in einer bestimmten Reihenfolge vergeben. Wir zeigen Ihnen, welche Gürtel es gibt und welche Kompetenzen mit einem bestimmten Gürtel einhergehen.
Überhaupt gehören die Gürtel im Judo zu den wichtigsten Utensilien, zeigen sie doch den Fortschritt des Trainingsstandes für jeden Außenstehenden an. Grundsätzlich spricht man im Judo hinsichtlich des erreichten Erfahrungsstandes nicht von Gürteln, sondern von Graden. Der jeweilige Grad wird also nur durch den dazu gehörigen Gürtel nach außen hin dargestellt.
Die Farbe des Gurts entspricht der Ausbildungsgraduierung (Kyu-Grad). Eine Graduierung setzt beim Prüfling praktische Fähigkeiten und theoretisches Judo-Wissen voraus. Judo kennt drei verschiedene Systeme:
- Kinder-Grade mit verminderten Anforderungen
- Kyu- bzw. Schüler-Grade
- Dan- bzw. Meister-Grade
Die Schülergrade (Kyu-Grade)
Die Gürtel der Schüler-Grade sind farbig, werden mit steigendem Rang dunkler und abwärts gezählt (9-1). Die Grade werden als Kyū bezeichnet. Ergänzt wird diese Einteilung um eine Abstufung mit Ordnungszahlen, beginnend mit der neun. Als Faustregel für die Schülergerade gilt: Je dunkler der Gürtel, desto ausgeprägter die Kompetenzen des Trägers.
Hier ist eine Übersicht der Schülergrade:
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- 9. Kyū (Kukyū): Weißer Gürtel, Mindestalter nicht vorgeschrieben
- 8. Kyū (Hachikyü): Weiß-gelber Gürtel, Mindestalter: 7 Jahre (vollendet)
- 7. Kyū (Nanakyü): Gelber Gürtel, Mindestalter: 8 Jahre (Jahrgang)
- 6. Kyū (Rokkyü): Gelb-orangener Gürtel, Mindestalter: 9 Jahre (Jahrgang)
- 5. Kyū (Gokyü): Orangener Gürtel, Mindestalter: 10 Jahre (Jahrgang)
- 4. Kyū (Yonkyü): Orange-grüner Gürtel, Mindestalter: 11 Jahre (Jahrgang)
- 3. Kyū (Sankyü): Grüner Gürtel, Mindestalter: 12 Jahre (Jahrgang)
- 2. Kyū (Nikyü): Blauer Gürtel, Mindestalter: 13 Jahre (Jahrgang)
- 1. Kyū (Ikkyū): Brauner Gürtel, Mindestalter: 14 Jahre (Jahrgang)
Los geht es mit dem weißen Gürtel (9. Kyū). Dieser stellt keine weiteren Anforderungen an das Alter und wird an Anfänger vergeben. Voraussetzung ist es, zwei Falltechniken, zwei Wurftechniken und zwei Bodentechniken zu beherrschen. Außerdem muss man rückwärts und seitlich fallen können.
Bei der Vergabe des gelb-orangenen Gürtels (6. Kyū) werden Lernende einer Anwendungsprüfung unterzogen. Der orange-grüne Gürtel (4. Kyū) wird vergeben, sobald der "freie Fall" beherrscht wird. Weiterhin sind neue Wurftechniken Pflicht. Der blaue Gürtel (2. Kyū) ist ein Indikator dafür, dass Würgetechniken beherrscht werden. Der braune Gürtel (1. Kyū) wird nach einer erweiterten Anwendungsprüfung verliehen. Bei dieser wird nach besonders strengen Maßstäben bewertet.
Die Meistergrade (Dan-Grade)
Die Meister tragen schwarze Gürtel, die Grade werden aufwärts gezählt (1-10). Kyu (8-1) und Dan-Grade (1-6) werden durch Prüfungen erworben.
Hier ist eine Übersicht der Dan-Grade:
- 1. Dan (Shodan): Schwarzer Gürtel, Mindestalter: 18 Jahre
- 2. Dan (Nidan): Schwarzer Gürtel, Mindestalter: nicht vorgeschrieben
- 3. Dan (Sandan): Schwarzer Gürtel, Mindestalter: nicht vorgeschrieben
- 4. Dan (Yondan): Schwarzer Gürtel, Mindestalter: nicht vorgeschrieben
- 5. Dan (Godan): Schwarzer Gürtel, Mindestalter: nicht vorgeschrieben
- 6. Dan (Rokudan): Rot-weißer Gürtel, Mindestalter: nicht vorgeschrieben
- 7. Dan (Nanadan): Rot-weißer Gürtel, Mindestalter: nicht vorgeschrieben
- 8. Dan (Hachidan): Rot-weißer Gürtel, Mindestalter: nicht vorgeschrieben
- 9. Dan (Kudan): Roter Gürtel, Mindestalter: nicht vorgeschrieben
- 10. Dan (Judan): Roter Gürtel
Gürtel oberhalb des 5. Dan können nicht durch Ablegen einer Prüfung erreicht werden. Sie werden ausschließlich verliehen. Eine höhere Graduierung als zum 10. Dan ist weltweit nicht möglich!
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Wichtig zu wissen: In Deutschland werden die Gürtel der Meistergrade nur bis zum 5. Dan vergeben. Alle Gürtel, die darüber hinausgehen (6. - 10. Dan) werden von europäischen und internationalen Kommissionen verliehen, sie können also nicht durch einen Kampf bzw. eine Prüfung erworben werden. Einen höheren Gürtel als jenen des 10. Dan gibt es nicht.
Allerdings ist diese Regelung nicht überall so. Klaus Hanelt (DJB-Katabeauftragter) hat erzählt, dass auf einer IJF-Veranstaltung jemand eine Prüfung zum 8. Dan abgelegt hat. In Deutschland ist der 5. Dan der letzte durch Prüfung zu erwerbende Dan. In wenigen Ländern geht es weiter. Der Kodokan prüft bis zum 5.
Der 11. und 12. Dan
Lediglich Professor Jigoro Kano, dem Begründer des Judo, hat man nach seinem Tode den 11. Dan verliehen. Der 12. Dan ist für Menschen nicht erreichbar. Der Geist, die Idee des Judo soll den 12. Dan tragen. Der weiße Gürtel des 11. und 12.
Eine interessante Anekdote ist, dass der Erfinder des Judo überhaupt keinen Gürtel bzw. Dan innehatte, da man der Meinung war, dass keiner im Judo über ihm steht und somit auch niemand dazu berechtigt sei, ihm einen Gürtel bzw.
Die Bedeutung der Gürtelfarben
Die verschiedenen Gürtelfarben im Judo haben eine tiefere Bedeutung als nur die Darstellung des Fortschritts eines Judoka. Sie stehen für bestimmte Werte und Eigenschaften, die im Judo gelehrt werden. Der Weg zum schwarzen Gürtel ist lang und erfordert viel Disziplin und Einsatz. Die einzelnen Gürtelfarben stehen dabei für verschiedene Meilensteine im Judo.
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Die Farben der Judogürtel sind ein wichtiger Bestandteil der Kultur und Tradition des Judo.
- Grün: Die Farbe Grün steht für die Natur und das Wachstum.
- Blau: Blau ist die Farbe des Himmels und symbolisiert die Grenzenlosigkeit und das Streben nach Perfektion.
- Schwarz: Der schwarze Gürtel ist der höchste Grad und symbolisiert die Meisterschaft und das vollständige Verständnis des Judo.
Der Judogürtel: Material, Länge und Pflege
Der Judogürtel ist in der Regel aus Baumwolle oder Jute gefertigt und hat eine Länge von 4-4,5 Metern. Der Gürtel wird um die Taille gebunden und dann über die linke Schulter gelegt. Die Art und Weise, wie der Gürtel gebunden wird, kann auch von Verein zu Verein leicht unterschiedlich sein.
Material
Judogürtel werden hauptsächlich aus Baumwolle hergestellt, da dieses Material robust und langlebig ist. Die meisten Judogürtel bestehen aus Baumwolle oder Mischgewebe.
Länge
Die Länge des Gürtels sollte der eigenen Körpergröße entsprechen. In der Regel beträgt die Länge des Gürtels das Doppelte der Körpergröße. Die Länge des Gürtels sollte deiner Körpergröße entsprechen.
Qualität
Achten Sie auf die Qualität des Gürtels, insbesondere auf die Dicke und die Verarbeitung der Nähte. Achte darauf, dass die Nähte des Gürtels sauber und stabil verarbeitet sind.
Pflege
Um die Langlebigkeit deines Judogürtels zu gewährleisten, solltest du ihn regelmäßig pflegen und reinigen. Achte darauf, den Gürtel nicht zu heiß zu waschen, da dies die Farben ausbleichen und das Material beschädigen kann. Ein bewährtes Mittel zur Reinigung ist das Einweichen in Essigwasser. Hierbei sollte das Verhältnis von Wasser zu Essig 10:1 betragen.
