Twin Taekwondo Center: Kampfkunst für Körper und Geist

Seit 1995 gibt es das Twin Taekwondo Center. Heute wird die Kampfkunst Taekwondo an sechs Tagen die Woche in der Rotenbergstraße 154 in Stuttgart-Ost gelehrt und geübt.

Die Philosophie des Twin Taekwondo Centers

In der Schule von Benjamin Blersch zählt in erster Linie nicht der Wettkampf, sondern der Mensch, der hier ausgebildet wird. „Deshalb üben wir nicht mit Gegnern, sondern jeder für sich“, sagt Blersch. Dabei stehe bei Kindern besonders im Vordergrund, Sicherheit zu gewinnen, bei Erwachsenen gehe es um Stressabbau und bei Senioren um die Gesundheit. Beim Taekwondo würden der ganze Körper und der ganze Mensch beansprucht, sagt Blersch. „Bei jeder anderen Sportart fehlt immer etwas, Taekwondo ist ganzheitlich“, ist die Auffassung des Trainers.

Taekwondo in Stuttgart: Eine Erfolgsgeschichte

Blersch schloss sich dem deutschlandweit vertretenen Twin Taekwondo Center an und gründete 1995 eine eigene Niederlassung in Stuttgart-Wangen. Seit 2000 befindet sich die Taekwondo-Schule im Stuttgarter Osten. Ob Frau oder Mann, jung oder alt, ab dem Alter von vier Jahren kann jeder traditionelles Taekwondo lernen, ist die Überzeugung von Benjamin Blersch. Er selbst hat mit zwölf Jahren angefangen, seither begleitet ihn die Sportart durchs Leben. Blersch führt sogar einen großen Teil seines beruflichen Erfolges auf sein konsequentes Training zurück. „Ich habe viel Selbstbewusstsein dadurch gewonnen“, sagt der 31-Jährige. Früher war er in der IT-Branche tätig, irgendwann reichte es ihm nicht mehr, Taekwondo nur als Hobby zu betreiben.

Das Training: Hyong und mehr

Gelernt werden im Taekwondo so genannte Hyong. Dies sind vorgeschriebene Bewegungsabläufe, von denen es im traditionellen Taekwando 20 gibt. In Stuttgart werden die dritte Form mit 24 Bewegungen und die 13. Form, die 68 Bewegungen enthält, trainiert. Ein bis drei Monate braucht ein Anfänger bis er einen Hyong lernt. Einmal die Woche üben ist dafür zu wenig. „Wenn ich Chinesisch lernen möchte, reicht es auch nicht, wenn ich einmal die Woche übe“, sagt Blersch. Hartes Training sei deshalb die Voraussetzung, um die Grundlagen zu lernen.

Selbstsicherheit und Selbstverteidigung

Die Gurtprüfungen werden bei Twin Taekwondo gelegentlich ins Training eingebaut. „Das nimmt manchem die Hemmungen“, findet Blersch. Von weiß über gelb, grün, blau und rot bis hin zu schwarz gehen die Gurtfarben. Für die Träger des schwarzen Gurts gibt es weitere Stufen. Die klassische Selbstverteidigung ist aber eigentlich das Ziel von Taekwondo. Schon nach kurzer Zeit gewinnen Neueinsteiger Selbstsicherheit und Selbstbewusstsein. Allein damit entgehe man auch einmal Überfällen. Blersch arbeitet mit der Polizei zusammen und weiß daher, dass sich Täter Opfer heraussuchen, denen sie sich überlegen fühlen, was gelegentlich eine Frage der Ausstrahlung sein kann.

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Demonstration des Könnens

Über 40 Taekwondo-Kämpferinnen und -Kämpfer von TWIN-Taekwondo Neusäß-Westheim sowie befreundeter Standorte demonstrierten bei angenehmem Wetter ihr Können. Unter Leitung des Standortverantwortlichen Frank Stave (3. Dan) zeigten sie ihr Können. Nach dem kurzen gemeinsamen Aufwärmprogramm zur Dehnung und zum Muskelaufbau waren die Farbgurte an der Reihe. Formenlauf (einzeln oder in Gruppen), Einschrittkampf, Gymnastikübungen sowie Bruchtests wurden mit voller Begeisterung und großem Einsatz gezeigt. Entsprechend den Gürtelgraden wurden das Gezeigte immer anspruchsvoller.

Als besonders Schmankerl für die Zuschauer aber auch für die Betroffene selbst durfte ein Grüngurtmädchen ohne Vorankündigung ihre Gürtelprüfung ablegen. Nach einer 9. Hyong in Formation der 16 Schwarzgurte zeigten die Rotgurte mit einer Stockform mit Angreifer eine Spezialität des TWIN-Taekwondo. Die ca. 10 Pooms lieferten auf hohen Niveau einen sehr guten Eindruck über die Sprungtechniken im Taekwondo. Die Einschrittkämpfe und Bruchtest sowie ein Massenfreikampf machte den Einsatz, das hohe technische Können und die Körperbeherrschung deutlich.

Frank Stave dankte den Standortleitern und Trainern Meister Thomas Scherer (3. Dan, Gersthofen), Meisterin Yelda Güven (2. Dan, Mühlhausen) und Meister Manuel Steidl (2. Dan, Mering) für die Unterstützung; anschließend zeigte die vier synchron die 18. Hyong. Während die Meister Scherer und Steidl ihre Bruchtests vorbereiteten demonstrierte Meister Stave eine ausdrucksstarke, kraftvolle und sehr präzise 20. Hyong.

Taekwondo als Lebensschule

S-Ost - Ein fünf Zentimeter dickes Holzbrett mit der bloßen Ferse zerschlagen? Das klingt danach, als wäre es schmerzhaft. Doch Stefanie Thiel verzieht keine Miene, als sie den Holzscheit mit dem Fuß sauber in zwei gleich große Teile trennt. Seit 17 Jahren trainiert die Trägerin des schwarzen Gurtes die Kampfkunst Taekwondo. „Wenn man lange genug geübt hat, klappt das auch mit einem Ziegelstein“, sagt Thiel. Seit einigen Jahren gibt sie selbst Kurse im Twin Taekwondo Center Stuttgart.

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