Mixed Martial Arts (MMA), oder kurz MMA, ist nicht nur ein aufstrebender Sport, sondern auch eine komplexe, facettenreiche Kunst, die unterschiedliche Disziplinen des Kampfsports vereint.
Für viele Menschen sind MMA Kämpfer Übermenschen, und in gewisser Weise sind sie das auch. Doch hinter jedem Helden stehen Opfer, Entschlossenheit und harte Arbeit. Hart trainieren, oft scheitern, sich wieder aufraffen und weiter vorwärts marschieren!
Die Grundlagen von MMA
MMA ist die Abkürzung für Mixed Martial Arts, was auf Deutsch übersetzt „gemischte Kampfkünste“ bedeutet.
Die Vollkontaktsportart Mixed Martial Arts, häufig unter der Abkürzung MMA bekannt, ist ein Mix aus diversen Techniken unterschiedlicher Kampfsportarten. Ziel ist, unter realistischen Bedingungen herauszufinden, wer der beste Kämpfer ist.
Diese Disziplinen beinhalten sowohl Schlag- und Tritttechniken als auch Bodenkampftechniken, die aus verschiedenen Kampfkünsten stammen.
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- Striking: Umfasst die Anwendung von Schlag- und Tritttechniken, die sich auf das Zufügen von Schäden an einem Gegner konzentrieren. Es werden Techniken aus dem Boxen, Kickboxen, Muay Thai und anderen Kampfstilen angewendet.
- Clinch: Ist eine Position im Standkampf, in der zwei Kämpfer sich eng gegenseitig halten. Es wird oft verwendet, um den Gegner zu kontrollieren, Schläge zu vermeiden und den Übergang in den Bodenkampf oder Submissions vorzubereiten.
- Grappling: Den Gegner zu Boden zu „wrestlen“.
- Submissions: Konzentrieren sich auf das Erzwingen der Aufgabe eines Gegners, oft durch Gelenkhebel oder Würgetechniken.
MMA Training und Fitness
MMA-Training ist intensiv und anspruchsvoll. Das technische Training umfasst das Erlernen und Verfeinern von Schlag-, Tritt-, Clinch- und Submissions-Techniken. Zusätzlich zum technischen Training ist das Fitness-Training entscheidend.
Mit dem Mixed Martial Arts Training kann man ein sehr hohes Maß an körperlicher Fitness aufbauen. Durch die unterschiedlichen Techniken werden alle Muskelgruppen und auch Ausdauer und Koordination trainiert. Durch die stark variablen Bewegungsabläufe wird der Körper immer wieder ganz neu gefordert.
Die Geschichte des MMA
MMA hat seine Wurzeln in verschiedenen Kulturen und Traditionen. Die Idee, unterschiedliche Kampfstile miteinander zu vergleichen, geht weit zurück.
Von 776 bis 720 v. Chr. zählten zu den olympischen Disziplinen hauptsächlich verschiedene Laufsportarten, bis 708 v. Chr. Ringen eingeführt wurde. 688 v. Chr. wurde den olympischen Disziplinen noch Boxen hinzugefügt. Boxen war ein sehr populärer Sport bei den Olympischen Spielen, und es kam daher bald die Frage auf: Wer ist der beste Kämpfer?
Diese Fragestellung ist die eigentliche Geburtsstunde des MMA-Sportes. Zuerst nannte man diesen Sport Pankration. 648 v. Chr. wurde dieser Sport olympisch (33. Olympische Spiele). Pankration sollte endlich die Frage nach dem Besten aller Kämpfer, den besten Kampfstilen beantworten. Pankration bedeutet so viel wie „die ganze Kraft“ oder „die ganze Stärke“.
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Nach der griechischen Mythologie führten Herakles und Theseus diesen Sport bei den Olympischen Spielen ein. Einige Geschichtsforscher meinen jedoch, dass Soldaten das Pankration als eine Art Übung für den Krieg entwickelt haben.
Die Männer durften beim Pankration schlagen, treten und alle Teile ihres Körpers einsetzen; außerdem ringen und den Kampf auch am Boden fortsetzen. Von Anfang an gab es sportliche Regeln. Verboten war, in die Augen zu stechen und zu beißen. Ziel war es, den Gegner mit allen möglichen Mitteln zum Aufgeben zu bewegen. Die Kämpfe dauerten so lange, bis einer durch Handheben aufgab, starb oder die Sonne unterging.
Die ersten olympischen Sportler waren keine Amateure, sondern professionelle Kämpfer. 393 n. Chr. beendete Kaiser Theodosius die Olympischen Spiele, da sie mit dem christlichen Glauben nicht kompatibel seien.
In der einen oder anderen Form überlebten die Pankrationskämpfe jedoch. Zu verschiedenen Zeiten mit verschiedenen Namen lebte die Idee, „den besten aller Kämpfer zu finden“, weiter. In der Provence in Frankreich zum Beispiel gibt es eine spezielle Art des Ringens namens Brancaille, bei der Schläge erlaubt sind.
Die moderne Ära von MMA begann in den 1990er Jahren, mit der Gründung von Organisationen wie der UFC.
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Die Entwicklung der MMA ist eng mit einer Serie von Vale-Tudo-Kampfsportveranstaltungen in Brasilien und den USA Ende des 20. Jahrhunderts verbunden. Dort wurden Wettkämpfe ausgetragen, um „die beste“ Kampfsportart und „die besten“ Kämpfer zu finden. Dabei traten Kämpfer aus den verschiedensten Kampfstilen gegeneinander an, zum Beispiel Jiu Jitsu, Karate, Taekwondo, Brazilian Jiu-Jitsu, Luta Livre oder Muay Thai. Bei diesen klassischen Vale-Tudo-Veranstaltungen wurde ohne Schutzausrüstung und Handschuhe gekämpft. Erlaubt waren und sind in MMA-/Vale-Tudo-/Pancrase-/Free-Fight-Kämpfen neben Schlag- und Tritttechniken auch Knie- und oft auch Ellenbogentechniken bis hin zu Kopfstößen. Selbst Stampftritte zum Kopf eines am Boden liegenden Gegners sind beim Vale Tudo zumeist nicht verboten. Lediglich das Angreifen der Augen und/oder der Genitalien, das Beißen und das Reißen an den Ohren oder der Nase ist bei nahezu allen Vale-Tudo-Kämpfen untersagt. Charakteristisch ist, dass sowohl im Stehen als auch auf dem Boden gekämpft wird. Die modernen MMA-Kämpfe ähneln dem antiken Pankration.
Regeln und Vorschriften
MMA ist ein harter Wettkampfsport mit klaren Regeln. Grundsätzlich verboten sind Kopfstöße, Schläge und Tritte gegen den Hals, Hinterkopf oder die Wirbelsäule. An den Haaren ziehen und Bisse sind nicht erlaubt, ebenso Tritte und Kniestöße gegen den Kopf sobald sich der Gegner am Boden befindet. Je nach Veranstalter gelten ggf. weitere Einschränkungen.
In der UFC, bei Bellator und anderen, großen MMA Events werden 4 Oz Handschuhe verwendet, was 112 Gramm entspricht (1 Unze = 28 Gramm). Fürs Training verwenden wir keine 4 Oz Handschuhe, sondern mindestens 8 Oz.
MMA als Sport und Selbstverteidigung
Heutzutage ist MMA mehr als nur ein Nischensport. Das MMA Training ist eine ausgezeichnete Vorbereitung für Gefahrensituationen. Das Problem der meisten Selbstverteidigungskurse ist die fehlende Wiederholung. Bist du regelmäßig im MMA Training, kann dir auch auf der Straße nicht mehr so viel passieren und du wirst dich im Ernstfall gegen Angreifer verteidigen können.
Anerkennung und Zukunft von MMA
Um ein gesundes Wachstum in die richtige Richtung zu ermöglichen, benötigt es eine demokratische Organisation, die die Entwicklung des Sports national und international reguliert.
So wurde die IMMAF, heute der größte MMA Verband der Welt mit mehr als 60 Nationalverbänden, in Stockholm am 29. Um den Sport in Deutschland national zu regulieren, wurde die GEMMAF, ein eingetragener und gemeinnütziger Verein, im Mai 2014 gegründet und ist seitdem der offizielle Vertreter der IMMAF in Deutschland.
Getreu dem oben genannten Grundsatz ist die GEMMAF darauf fokussiert, MMA vom Breitensport über den Amateurbereich bis hin zu den Profis zu fördern. Olympische Sportart zu sein, ist die höchst mögliche Form der Anerkennung für einen Sport, weshalb wir genau diesen Status anstreben.
Bekannte Namen im MMA
Für viele MMA-Fans zählen aber auch Namen wie Conor McGregor, Anderson Silva, der ungeschlagene Khabib oder Max Holloway zu den besten der Welt.
Jon „Bones“ Jones wird in der bekanntesten MMA Liga, der UFC, derzeit auf dem ersten Platz im Schwergewicht MMA gelistet.
Verdienstmöglichkeiten im MMA
Das hängt zunächst vom Vertrag und der Liga ab, in der man kämpft. Bei der UFC besteht die Gage aus einem Mix zwischen Basis-Fixum, Titel-Provision sowie Sponsorengeldern. Für die weniger namhaften Kämpfer sind es wenige Tausend Dollar, für Stars können durchaus sechs- oder sogar siebenstellige Beträge fließen. So bekam Conor McGregor für seinen Comeback-Kampf im Januar 2020 ganze 4,4 Millionen US Dollar von der UFC. Er benötigte nur 40 Sekunden zum Sieg.
Tipps für angehende MMA-Kämpfer
Du solltest mindestens einen Kampfstil für Striking sowie für Bodenkampf beherrschen. Es erfordert hartes, jahrelanges Training, Disziplin, Kampfgeist und das richtige Mindset. Sobald du dich bereit fühlst, kannst du mit Amateurkämpfen beginnen. Wenn du gut bist, wirst du dir schnell einen Namen in der regionalen Szene machen und bekommst vielleicht schon bald die Gelegenheit, dein Profi-Debut zu geben.
Hierfür benötigst du entweder viel Geld oder einen Sponsoren, denn als MMA Profi bleibt keine Zeit für ein Arbeitsverhältnis in Vollzeit.
MMA: Eine Zusammenfassung
MMA ist ein komplexer und vielseitiger Kampfsport, der weit mehr als nur einen physischen Wettkampf darstellt. Die Verschmelzung von Techniken, Philosophie, Geschichte und Kultur macht MMA zu einer einzigartigen Disziplin, die in der modernen Kampfsportwelt weiterhin an Bedeutung gewinnt. Der Weg zum Erfolg im MMA ist hart und erfordert Engagement, Disziplin, Leidensfähigkeit und ein tiefes Verständnis für die Kampfkünste.
