MMA: Was ist das? Eine Einführung in Mixed Martial Arts

Mixed Martial Arts (MMA) erfreut sich weltweit einer deutlich steigenden Beliebtheit und ist zu einer der meistbesuchten und praktizierten Kontaktsportarten geworden. Kaum ein Kampfsport ist derzeit so beliebt wie MMA, besonders die UFC erfreut sich aktuell besonders großer Aufmerksamkeit. Monat für Monat finden neue Events statt.

Aber was bedeuten diese Abkürzungen eigentlich? MMA ist die Abkürzung für Mixed Martial Arts, was auf Deutsch übersetzt „gemischte Kampfkünste“ bedeutet. Mixed Martial Arts, oder kurz MMA genannt ist eine eigenständige, moderne Art des Vollkontaktwettkampfes.

Die Grundlagen von MMA

Mixed Martial Arts, oder kurz MMA, ist nicht nur ein aufstrebender Sport, sondern auch eine komplexe, facettenreiche Kunst, die unterschiedliche Disziplinen des Kampfsports vereint. Die Kämpfer bedienen sich verschiedener Kampfsportarten und benutzen sowohl Schlag- und Tritttechniken des Boxens, Kickboxens sowie des Muay Thai, als auch der Bodenkampftechniken des Brazilian Jiu-Jitsus, Ringens und Judos, Sambo und Grappling. Aber auch Techniken aus anderen Kampfkünsten werden benutzt.

Diese Disziplinen beinhalten sowohl Schlag- und Tritttechniken als auch Bodenkampftechniken, die aus verschiedenen Kampfkünsten stammen. Du solltest mindestens einen Kampfstil für Striking sowie für Bodenkampf beherrschen.

Wichtige Techniken im MMA

  • Striking: Umfasst die Anwendung von Schlag- und Tritttechniken, die sich auf das Zufügen von Schäden an einem Gegner konzentrieren. Es werden Techniken aus dem Boxen, Kickboxen, Muay Thai und anderen Kampfstilen angewendet.
  • Clinch: Ist eine Position im Standkampf, in der zwei Kämpfer sich eng gegenseitig halten. Es wird oft verwendet, um den Gegner zu kontrollieren, Schläge zu vermeiden und den Übergang in den Bodenkampf oder Submissions vorzubereiten.
  • Wrestling: Den Gegner zu Boden zu „wrestlen“.
  • Submissions: Konzentrieren sich auf das Erzwingen der Aufgabe eines Gegners, oft durch Gelenkhebel oder Würgetechniken.

Regeln und Bestimmungen im MMA

MMA ist ein harter Wettkampfsport mit klaren Regeln. Um Fairness und Wettbewerbsfähigkeit zu gewährleisten, ist MMA in Gewichtsklassen eingeteilt, jede mit einer Höchstgrenze, die die Teilnehmer vor ihren Kämpfen erreichen müssen. Die Kämpfer werden bei der UFC in zehn verschiedene Gewichtsklassen eingeteilt. Die Frauen kämpfen vom Strohgewicht bis zum Federgewicht, während die Männer vom Fliegengewicht bis zum Schwergewicht aktiv sind.

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MMA-Kämpfe werden von professionellen Schiedsrichtern überwacht und von Kampfrichtern anhand von Kriterien wie Schlagen, Grappling, Achteckkontrolle, Aggression und Verteidigung bewertet. Seit seiner Gründung hat MMA eine Weiterentwicklung seiner Vorschriften durchlaufen und die einheitlichen MMA-Regeln eingeführt, die Handlungen wie Schläge auf den Hinterkopf, die Genitalien, das Ziehen an den Haaren, das Beißen oder das Stechen in die Augen verbieten.

Ein Kampf besteht aus drei Runden, die jeweils fünf Minuten dauern. Zwischen jeder Runde gibt es zudem eine Pause von einer Minute. Titelkämpfe werden in fünf Runden ausgetragen. Ziel ist es, seinen Gegner zum Aufgeben zu zwingen, ihn k.o. zu schlagen oder so in die Mangel zu nehmen, dass sich der Schiedsrichter gezwungen sieht, den Kampf abzubrechen. Ein Sieg nach Punkten ist ebenso möglich wie ein Unentschieden.

Verbotene Aktionen im MMA

Dass bei einem MMA-Kampf alles erlaubt sei, ist ein Vorurteil. So ist es beispielsweise verboten, den Gegner im Genitalbereich zu attackieren, zu beißen, an Nase und Ohr zu reißen oder in die Augen zu stechen. Insgesamt gibt es 31 Fouls, die zur Strafe oder dem Punktabzug bis hin zur Disqualifikation führen können.

Grundsätzlich verboten sind Kopfstöße, Schläge und Tritte gegen den Hals, Hinterkopf oder die Wirbelsäule. An den Haaren ziehen und Bisse sind nicht erlaubt, ebenso Tritte und Kniestöße gegen den Kopf sobald sich der Gegner am Boden befindet. Je nach Veranstalter gelten ggf. weitere Einschränkungen.

Die Geschichte und Entwicklung von MMA

MMA hat seine Wurzeln in verschiedenen Kulturen und Traditionen. Die Idee, unterschiedliche Kampfstile miteinander zu vergleichen, geht weit zurück. Die genaue Geschichte und Entwicklung des MMA ist eigentlich unklar. Welche Überlieferungen nun wirklich stimmen, lässt sich nicht mit Bestimmtheit sagen. Zuerst nannte man diesen Sport Pankration.

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Im Jahre 648 v. Chr. wurde dieser Sport olympisch (33. Olympische Spiele). Pankration sollte endlich die Frage nach dem Besten aller Kämpfer, den besten Kampfstilen beantworten. Die griechische Mythologie besagt, dass Herkules und Theseus verantwortlich dafür waren, dass dieser Sport bei den Olympischen Spielen eingeführt wurde. Einige Geschichtsforscher meinen jedoch, dass Soldaten das Pankration als eine Art Training für den Krieg entwickelt haben. Andere Quellen behaupten wieder, dass die Ägypter schon 2600 vor Christus Pankration ausübten.

Zu verschiedenen Zeiten mit verschiedenen Namen lebte die Idee, „den besten aller Kämpfer zu finden“, weiter. In der Provence in Frankreich zum Beispiel gibt es eine spezielle Art des Ringens namens Brancaille, bei der Schläge erlaubt sind. Die Männer durften beim Pankration schlagen, treten und alle Teile ihres Körpers verwenden, außerdem durften sie ringen und den Kampf auch am Boden fortsetzen. Das eigentliche Ziel war es, den Gegner mit allen möglichen Mitteln zum Aufgeben zu bewegen.

Die moderne Ära von MMA begann in den 1990er Jahren, mit der Gründung von Organisationen wie der UFC. Davon inspiriert wurde 1993 die Ultimate Fighting Championship (UFC) in den USA gegründet. Diese ist bis heute die größte Veranstaltungsreihe im MMA und prägte die Sportart maßgeblich. In Deutschland kam der Vollkontaktsport ein Jahr später an, als der neu gegründete MMA-Verband Free Fight Association (FFA) die ersten Veranstaltungen initiierte.

MMA Training und Vorbereitung

MMA-Training ist intensiv und anspruchsvoll. Das technische Training umfasst das Erlernen und Verfeinern von Schlag-, Tritt-, Clinch- und Submissions-Techniken. Zusätzlich zum technischen Training ist das Fitness-Training entscheidend.

Es erfordert hartes, jahrelanges Training, Disziplin, Kampfgeist und das richtige Mindset. Bist du regelmäßig im MMA Training, kann dir auch auf der Straße nicht mehr so viel passieren und du wirst dich im Ernstfall gegen Angreifer verteidigen können. MMA kann viele Fähigkeiten fördern: Kraft, Ausdauer, Koordination, Reaktion, Schnelligkeit, Durchhaltevermögen, mentale Stärke.

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Sobald du dich bereit fühlst, kannst du mit Amateurkämpfen beginnen. Wenn du gut bist, wirst du dir schnell einen Namen in der regionalen Szene machen und bekommst vielleicht schon bald die Gelegenheit, dein Profi-Debut zu geben. Hierfür benötigst du entweder viel Geld oder einen Sponsoren, denn als MMA Profi bleibt keine Zeit für ein Arbeitsverhältnis in Vollzeit.

MMA vs. Andere Kampfsportarten

Im MMA kannst du durch kluges Ausnutzen der Fehler deiner Gegner auch einen scheinbar aussichtslosen Kampf gewinnen. Da sehr dünne Handschuhe benutzt werden, kann jeder Schlag zum K.O. führen.

Zunächst einmal sei gesagt, dass MMA viele unterschiedliche Kampfsportarten miteinander kombiniert. Im Boxsport tragen die Sportler deutlich größere Handschuhe. Dadurch können sie die Haltung so auslegen, dass sie sich sozusagen hinter diesen verstecken. Im MMA ist das so nicht möglich. Daher muss eine andere Haltung eingenommen werden. Im Boxsport gehen die Angriffe immer nur von den Händen aus. Beim MMA können dagegen auch die Beine für den Angriff genutzt werden. Zudem sind auch Takedowns erlaubt. All das müssen die Kämpfer beachten und sich so aufstellen, dass sie dem Gegner eine möglichst geringe Angriffsfläche bieten.

Wesentlicher Unterschied : MMA meistens im Octagon. Boxen immer im Boxring.

Bekannte MMA-Kämpfer

Jon „Bones“ Jones wird in der bekanntesten MMA Liga, der UFC, derzeit auf dem ersten Platz im Schwergewicht MMA gelistet. Für viele MMA-Fans zählen aber auch Namen wie Conor McGregor, Anderson Silva, der ungeschlagene Khabib oder Max Holloway zu den besten der Welt.

Der Ire Conor McGregor ist die wohl schillerndste Figur der MMA-Szene - er trägt die Rolex am Handgelenk, besitzt eine 4-Millionen-Dollar Jacht und trat unter anderem in einem Showkampf gegen Ex-Boxweltmeister Floyd Mayweather an. Er polarisiert aber auch durch seine exzentrischen Auftritte und sein teilweise rüpelhaftes Verhalten.

Die finanzielle Seite von MMA

Das hängt zunächst vom Vertrag und der Liga ab, in der man kämpft. Bei der UFC besteht die Gage aus einem Mix zwischen Basis-Fixum, Titel-Provision sowie Sponsorengeldern. Für die weniger namhaften Kämpfer sind es wenige Tausend Dollar, für Stars können durchaus sechs- oder sogar siebenstellige Beträge fließen. So bekam Conor McGregor für seinen Comeback-Kampf im Januar 2020 ganze 4,4 Millionen US Dollar von der UFC. Er benötigte nur 40 Sekunden zum Sieg.

MMA als Selbstverteidigung

Das MMA Training ist eine ausgezeichnete Vorbereitung für Gefahrensituationen. Das Problem der meisten Selbstverteidigungskurse ist die fehlende Wiederholung. Bist du regelmäßig im MMA Training, kann dir auch auf der Straße nicht mehr so viel passieren und du wirst dich im Ernstfall gegen Angreifer verteidigen können.

Vorurteile und Kritik an MMA

Auch der gesamte Sport Mixed Martial Arts kämpft mit einem Imageproblem. Er gilt als überaus brutal. Wenn das Thema MMA angesprochen wird, fallen oft Wörter wie brutal, unmenschlich oder gewaltverherrlichend. Der ehemalige Bundesinnenminister Thomas de Maiziere betitelte den Sport einst als „abscheuliche Form der Menschendarstellung“. Nicht zuletzt aufgrund von Negativschlagzeilen wurde 2010 ein Sendeverbot von Profikämpfen im deutschen Fernsehen verhängt. Dies wurde jedoch 2014 wieder aufgehoben, nachdem das Verwaltungsgericht München das Verbot für rechtswidrig erklärte.

Wegen all dieser Kritik gibt es daher zahlreiche Vorurteile gegenüber MMA. MMA-Fighter sind alle dumm? Keineswegs! In der Historie der UFC finden sich reichlich Athleten mit höherer Bildung, darunter u.a. Oft kommt das Argument auf, dass man auf wehrlos am Boden liegende Kämpfer einschlägt. Allerdings ist der Bodenkampf Teil des Sports. Auch, dass das Boxen sicherer als MMA sein soll, kann man nicht verallgemeinern. Laut einer Studie der John Hopkins University School of Medicine ist die Wahrscheinlichkeit eines Knockouts beim MMA geringer, während die Belastung für den Kopf beim Boxkampf höher ist. Zudem ist auch die richtige Taktik entscheidend. Brutalität allein reicht nicht, den Gegner zu besiegen.