Ultimate Fighting Championship (UFC) und Mixed Martial Arts (MMA): Eine Erklärung

Mixed Martial Arts (MMA) gilt als die brutalste Kampfsportart der Welt. Das liegt in erster Linie daran, dass hier, wie es scheint, alles erlaubt ist, um den Gegner zu besiegen. Doch was genau verbirgt sich hinter diesem Sport?

Was bedeutet MMA?

Mixed Martial Arts steht dafür, dass möglichst viele Kampfstile in einer Vollkontaktsportart vereint werden und dabei wenig Beschränkungen in Bezug auf Regeln gelten. Dazu zählen das Schlagen, Treten, Werfen, Clinchen, sogar Kopfstöße und der Bodenkampf. Bei Letzterem darf zudem auch geschlagen und getreten werden, was das Hauptunterscheidungsmerkmal zu anderen Vollkontaktsportarten darstellt.

Ursprünge und Entwicklung

Die Schlag- und Tritttechniken entstammen dabei hauptsächlich dem Taekwondo, Muay Thai, Boxen, Kickboxen und Karate. Generell entwickelten sich über die Jahrhunderte hinweg die verschiedensten Kampfstile wie Judo, Karate, Jiu-Jitsu und viele andere. Bei sogenannten Vale-Tudo-Kampfsportveranstaltungen Ende des 20. Jahrhunderts sollte ermittelt werden, welche Kampfsportart die beste ist. Nach zahlreichen solcher Vergleichskämpfe, meist zwischen Ringern und Boxern, entwickelte sich das „Shooto“ in Japan. Davon inspiriert wurde 1993 die Ultimate Fighting Championship (UFC) in den USA gegründet. Diese ist bis heute die größte Veranstaltungsreihe im MMA und prägte die Sportart maßgeblich.

In Deutschland kam der Vollkontaktsport ein Jahr später an, als der neu gegründete MMA-Verband Free Fight Association (FFA) die ersten Veranstaltungen initiierte. Auch wenn der Sport seitdem an Popularität gewonnen hat und es auch bekannte deutsche Größen wie Nick Hein (34) gibt, gilt MMA in Europa noch als relativ junge Sportart.

Die Regeln des MMA

Die Kämpfer werden bei der UFC in zehn verschiedene Gewichtsklassen eingeteilt. Die Frauen kämpfen vom Strohgewicht bis zum Federgewicht, während die Männer vom Fliegengewicht bis zum Schwergewicht aktiv sind. Ein Kampf besteht aus drei Runden, die jeweils fünf Minuten dauern. Zwischen jeder Runde gibt es zudem eine Pause von einer Minute. Titelkämpfe werden in fünf Runden ausgetragen. Ziel ist es, seinen Gegner zum Aufgeben zu zwingen, ihn k.o. zu schlagen oder so zu in die Mangel zu nehmen, dass sich der Schiedsrichter gezwungen sieht, den Kampf abzubrechen. Ein Sieg nach Punkten ist ebenso möglich wie ein Unentschieden.

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Dass bei einem MMA-Kampf alles erlaubt sei, ist ein Vorurteil. So ist es beispielsweise verboten, den Gegner im Genitalbereich zu attackieren, zu beißen, an Nase und Ohr zu reißen oder in die Augen zu stechen. Insgesamt gibt es 31 Fouls, die zur Strafe oder dem Punktabzug bis hin zur Disqualifikation führen können.

Vorurteile und Kritik

Wenn das Thema MMA angesprochen wird, fallen oft Wörter wie brutal, unmenschlich oder gewaltverherrlichend. Der ehemalige Bundesinnenminister Thomas de Maiziere betitelte den Sport einst als „abscheuliche Form der Menschendarstellung“. Nicht zuletzt aufgrund von Negativschlagzeilen wurde 2010 ein Sendeverbot von Profikämpfen im deutschen Fernsehen verhängt. Dies wurde jedoch 2014 wieder aufgehoben, nachdem das Verwaltungsgericht München das Verbot für rechtswidrig erklärte. Wegen all dieser Kritik gibt es daher zahlreiche Vorurteile gegenüber MMA.

Oft kommt das Argument auf, dass man auf wehrlos am Boden liegende Kämpfer einschlägt. Allerdings ist der Bodenkampf Teil des Sports. Auch, dass das Boxen sicherer als MMA sein soll, kann man nicht verallgemeinern. Laut einer Studie der John Hopkins University School of Medicine ist die Wahrscheinlichkeit eines Knockouts beim MMA geringer, während die Belastung für den Kopf beim Boxkampf höher ist. Zudem ist auch die richtige Taktik entscheidend. Brutalität allein reicht nicht, den Gegner zu besiegen.

MMA als Sport für Jedermann?

In vielen Fällen sind MMA-Kämpfer Quereinsteiger. Sie bringen meist Vorerfahrungen aus anderen Kampfsportarten mit, beispielsweise Judo oder Kickboxen. Viele Vereine bieten Kurse für Neueinsteiger an. Zu Beginn werden die Techniken und Grundwerte beigebracht. Als Regel Nummer eins gilt es, Respekt für den Gegner zu zeigen. Risikoreiche Griffe oder Schläge dürfen sind nicht erlaubt und wenn der Gegner aufgibt, muss man ihn sofort loslassen. Außerdem steht immer die Technik und nicht die Kraft im Vordergrund.

Die UFC: Ein Multi-Milliarden-Dollar-Unternehmen

Die UFC ist ein amerikanisches Kampsportunternehmen, steht für „Ultimate Fighting Championship“ und ist ein Tochterunternehmen von William Morris Endeavor. Das Unternehmen ist die größte MMA Förderungsgesellschaft und Partner der besten Kämpfer weltweit. Das Organisieren von MMA Wettkämpfen ist Hauptaufgabe der UFC, dabei präsentiert die UFC 12 Gewichtsklassen und befolgt die einheitlichen Regeln der Mixed Martial Arts. Diese Events sind der Haupterfolg der Firma und haben es zu einem Multi-Milliarden-Doller-Unternehmen gemacht. Das erste derartige Event fand im Jahr 1993 statt und hatte den Zweck, herauszufinden welche die beste Kampfkunst ist, bei minimalen Regeln und keinen Gewichtsklassen.

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In den nachfolgenden Wettkämpfen war zu erkennen, dass die Kämpfer effektive Techniken der anderen Kampfsportarten nachahmten, wodurch es zu einer komplett neuen Kampfart kam, welche heute bekannt ist als Mixed Martial Arts (MMA). Heutzutage ist die UFC bekannt in den USA, Australien, Asien sowie Europa und hat eine weite Verbreitung in den Medien erreicht. MMA ist eine bekannte Sportart geworden und hat etliche Kampfchampions hervorgebracht. Aus diesem unglaublichen Erfolg heraus, wurden UFC Produkte entwickelt. Mixed Martial Arts ist auf der Überholspur!

Der UFC-Oktagon

Seit 1993 kämpfen die Fighter der UFC im Oktagon, einem achteckigen Käfig. Im Gegensatz zum Boxen, wo die Kampffläche durch Ringseile begrenzt ist, befindet sich im UFC-Oktagon ein Maschendrahtzaun. Hintergrund: So können die Kämpfer bei wilden Wrestling-Sequenzen nicht durch den Käfig fallen. Die Form ist wohl ursprünglich gewählt worden, damit kein Kämpfer sich in einer Ecke verstecken kann.

Im Gegensatz zum Wrestling ist die Matte im Oktagon nicht gepolstert und federt Aufpralle nicht ab. Würfe, Takedowns und Knockdowns sind somit doppelt schmerzhaft für UFC-Fighter. Der Boden des Käfigs ist in mehrere Schichten unterteilt, die oberste Schicht besteht aus schwerer Baumwolle, die nach jedem Event gewechselt wird. Der Innendurchmesser beträgt 9,1 m, der Zaun ist vom Boden 1,80 m hoch.

Wichtige Begriffe im MMA

  • Takedown: Den Gegner aus der Balance bringen und auf den Boden werfen.
  • Submission: Bestimmte Hebel und Griffe, mit denen der Gegner zur Aufgabe gezwungen werden soll.
  • Knockout: Der Schiedsrichter stoppt den Kampf, wenn der Fighter durch einen Schlag oder Kick ohnmächtig wird.
  • Ground and Pound: Schläge aus der Oberlage, während der Gegner auf dem Rücken liegt.
  • Judges: Punkterichter, die den Kampf pro Runde bewerten.
  • Decision: Punktentscheidung, die eintritt, nachdem der Kampf die volle Distanz erreicht hat.
  • Main Card: Die Hauptkarte eines Events.
  • Weight Cut: Das schnelle Abnehmen vor einem Kampf, um das Gewichtslimit der eigenen Klasse einzuhalten.

Andere MMA-Organisationen

Obwohl die UFC die größte MMA-Organisation der Welt ist, sind in den letzten Jahren immer mehr Konkurrenz-Ligen dazugestoßen. Bellator MMA zählt zu der zweitgrößten amerikanischen Organisation. Aus Singapur stammt die Organisation ONE Championship. KSW aus Polen ist einer der größten MMA-Organisation in Europa.

Gewichtsklassen in der UFC

Die Gewichtsklassen sind ein grundlegender Bestandteil der UFC und sorgen nicht nur für einen fairen Wettbewerb, sondern fügen den Kämpfen auch eine strategische und erzählerische Dimension hinzu. Dieses System verhindert, dass Athleten mit großen Gewichtsunterschieden gegeneinander antreten, was ausgewogenere und sicherere Kämpfe gewährleistet.

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Die UFC unterteilt die Kämpfer derzeit in 12 Hauptklassen, 8 für Männer und 4 für Frauen. Zu Beginn hatte die UFC keine Gewichtsbeschränkungen. Die Kämpfe waren echte Stilduelle ohne Rücksicht auf Körperbauunterschiede. 1997 revolutionierte die Einführung der ersten Gewichtsklassen den Sport. Eines der kontroversesten Themen in den Gewichtsklassen ist das sogenannte „Cutting“, also das schnelle Abnehmen, um das Gewichtslimit der eigenen Klasse einzuhalten.

Jede Klasse hat Besonderheiten, die die Kampfstrategien beeinflussen. In den leichteren Klassen sind Geschwindigkeit und Technik entscheidend, während in den schwereren Klassen die Schlagkraft eine zentrale Rolle spielt.

Aktuelle Gewichtsklassen in der UFC

Gewichtsklasse Gewichtslimit
Strohgewicht bis 52,15 kg
Fliegengewicht bis 57 kg
Bantamgewicht bis 61 kg
Federgewicht bis 66 kg
Leichtgewicht bis 70 kg
Weltergewicht bis 77 kg
Mittelgewicht bis 84 kg
Halbschwergewicht bis 93 kg
Schwergewicht bis 120 kg

Die Geschichte der UFC

Die UFC wurde 1993 von Art Davie, Rorion Gracie und Bob Meyrowitz gegründet, mit dem Ziel, ein Turnier zu veranstalten, das verschiedene Kampfkünste gegeneinander antreten lässt, um herauszufinden, welche in einem echten Kampf am effektivsten sind. Die Gracie-Familie aus Brasilien, bekannt für ihren Jiu-Jitsu-Stil, spielte in den frühen Ausgaben der UFC eine entscheidende Rolle. Royce Gracie, ein Mittelgewichtler, dominierte die ersten Turniere, indem er mithilfe von Brazilian Jiu-Jitsu (BJJ)-Techniken weitaus größere und stärkere Gegner besiegte.

Im Jahr 2001 kauften Lorenzo und Frank Fertitta gemeinsam mit Dana White die UFC über ihre Gesellschaft Zuffa LLC. Unter der neuen Führung wurden strengere Regularien eingeführt, die sich teilweise an den Regeln des Boxens orientierten, darunter Gewichtsklassen, Handschuhpflicht und das Verbot gefährlicher Techniken.

2005 startete die UFC die Reality-Show The Ultimate Fighter, in der junge Kämpfer um einen Vertrag mit der Organisation konkurrierten. Die Sendung wurde zu einem großen Erfolg und gipfelte in einem denkwürdigen Finalkampf zwischen Forrest Griffin und Stephan Bonnar, der Millionen Zuschauer anlockte.

Mit wachsender Beliebtheit begann die UFC ihre internationale Ausweitung. Events wurden in Europa, Asien, Südamerika und Australien veranstaltet und zogen Talente aus der ganzen Welt an. Im Laufe der Jahre hat die UFC zahlreiche legendäre Athleten hervorgebracht, darunter Anderson Silva, Georges St-Pierre, Jon Jones, Ronda Rousey und Conor McGregor.

Die UFC war Vorreiter bei der Nutzung moderner Technologie, um das Fanerlebnis zu verbessern. Die Plattform UFC Fight Pass bietet Zugang zu einem umfangreichen Event-Archiv, während Technologien wie 360-Grad-Aufnahmen und Virtual Reality neue Perspektiven auf die Kämpfe eröffnen.

Ein weiterer Schlüsselfaktor für den Erfolg der UFC sind ihre innovativen Geschäftsvereinbarungen. Partnerschaften mit globalen Marken wie Reebok, Venom und ESPN haben dem Sport Sichtbarkeit und Glaubwürdigkeit verschafft.