Taekwondo (auch bekannt als Tae Kwon Do) ist eine Selbstverteidigungskunst, die ihren Ursprung in Korea hat. Sie gilt als eine der ältesten Kampfsportarten der Welt und ist über 2.000 Jahre alt. Der Name Taekwondo (koreanisch 태권도) stammt aus dem koreanischen Wort „Tae“ bedeutet Fuß, „Kwon“ bedeutet Faust und „Do“ bedeutet Weg. Also, wörtlich bedeutet Taekwondo „der Weg des Fußes und der Faust“.
Als ich als 7-jähriger Junge von meinen Eltern zu Kampfkunstunterricht geschickt worden bin, war es der selbe Grund, den auch heute viele Eltern angeben, warum ihr Kind Taekwondo lernen solle. Es sind Gründe wie, mein Kind soll sich wehren können, es soll mehr Selbstbewusstsein entwickeln, oder körperlich und mental stärker werden. Als Kind hätte ich mir nicht vorstellen können, dass man durch das Trainieren von Taekwondo Fähigkeiten erlangen kann, die nicht jeder hat. Sehr früh hatte ich erkannt, dass Taekwondo mehr ist als Treten und Schlagen, es ist Lebensphilosophie und Charakterschule.
Taekwondo ist ein phantastischer Sport mit einer fast unzähligen Bewegungsvielfalt. Es kann von Alt und Jung gleichermaßen als Breitensprot oder moderner Wettkampfsport betrieben werden. Seit dem Jahre 2000 in Sydney ist Taekwondo auch als eine vollwertige olympische Disziplin anerkannt. Taekwondo ist eine koreanische Kampfsportart, die das ganze Jahr über ausgeübt wird. Wörtlich übersetzt heißt Taekwondo „Fuß- Faust- Weg“.
Die Geschichte des Taekwondo
Der Name Taekwondo wird erst seit 1955 verwendet, die Ursprünge dieser koreanischen Kampfkunst haben vor ca. Die koreanische Geschichte begann der Legende nach im Jahr 2333 v. Ch. Der legendäre Nationalgründer Tangun, gründete „Altes Korea“.
In Schriften über die Geschichte des Taekwondo wird Taekwondo gewöhnlich als einzigartiges Produkt der koreanischen Kultur dargestellt, das sich im Laufe der langen koreanischen Geschichte seit der Zeit der Drei Reiche entwickelt hat. Da es nur wenige schriftliche Aufzeichnungen über die alte koreanische Geschichte gibt, sind sachliche Informationen über die koreanischen Kampfkünste rar und lückenhaft.
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Aus diesem Grund finden die meisten Autoren koreanischer Kampfkünste etwas in der koreanischen Geschichte, um ihre Behauptungen zu untermauern; so auch die Autoren des Tae Kwon Do. Der Kampf mit der leeren Hand ist nicht nur in einem Land entstanden, sondern hat sich an jedem Ort, an dem Menschen siedelten, auf natürliche Weise entwickelt. In jedem Land passten die Menschen ihre Kampftechniken an, um mit den Gefahren in ihrer Umgebung fertig zu werden.
Im alten Korea entwickelten die Koreaner Waffen zum Sammeln von Nahrung und zur Selbstverteidigung und entwickelten ihren Geist und Körper durch Freizeitspiele und Wettkämpfe. Jeder Stamm nahm während der rituellen Jahreszeiten an Wettbewerben in der Kampfkunst der Krieger teil, wie z. B. „Yongko“ im Puyo-Staat, „Tongmaeng“ im Koguryo-Staat, „Muchon“ in den Staaten Ye und Mahan und „Kabi“ in der Silla-Dynastie.
Die alten koreanischen Krieger trainierten die Militärkunst „Farando“ (bei der Kopf-, Ellbogen- und Fußtechniken zum Kampf gegen den Feind eingesetzt wurden). Sie entwickelten zwei spezielle Trainingssysteme: geliehene Kraft und Raumverkürzung. Geliehene Kraft bedeutet, dass man sich die Kraft eines großen Wesens oder einer Sache leiht, z. B. indem man seine Kraft durch die Vereinigung mit dem Großen Geist oder durch Kräuter oder Trainingsgeräte verstärkt.
Die lange Erfahrung der Menschen bei der Verteidigung gegen ihre Feinde und gegen Angriffe von Tieren sowie die Nachahmung der Verteidigungs- und Angriffspositionen von Tieren führten langsam dazu, dass sie selbst effektivere Kampffähigkeiten entwickelten. Der früheste Einfluss eines anderen Landes auf die koreanischen Kampfkünste war vermutlich eine chinesische Form des Hand- und Fußkampfes namens „Kwon-Bop“ (Schlag- und Stoßtechniken, die auf Kung-Fu basierten).
Einige glauben, dass während der chinesischen Sung- und Ming-Dynastien „Nei-chia“ (internes Kung-Fu) und „Wai-chia“ (externes Kung-Fu) ebenfalls in Korea eingeführt wurden. Militärische Persönlichkeiten gehörten während der Drei-Königreiche-Ära zu den bekannten prominenten nationalen Führern. Diese militärische Orientierung führte zur Entwicklung von Kriegergruppen wie der „Chouisonin“ von Koguryo (die einzelnen Mitglieder wurden „Sonbae“ genannt) und der als „Hwarang-do“ bekannten Gruppe des Silla-Kriegeradels aus dem sechsten Jahrhundert (die einzelnen Mitglieder wurden Hwarang genannt).
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Historische Epochen und ihre Einflüsse
- Koguryo (37 v. Chr. - 668 n. Chr.): Koguryo war das größte Königreich im südlichen Abschnitt der Mandschurei und dem nördlichen Abschnitt der koreanischen Halbinsel.
- Paekje (18 v. Chr. - 600 n. Chr.): Paekje lag am Han-Fluss und im Südwesten Koreas. Die drei Königreiche waren im Krieg miteinander und kämpften ständig um die Vorherrschaft auf der Halbinsel.
- Silla-Dynastie: Der 24. König von Silla, Chin Heung, bildete eine Gruppe von Kriegern, die HwaRang genannt wurden. Sie wurden in Waffen wie Schwert, Speer und Bogen geschult. Diese Krieger widmeten ihr Leben diesen kriegerischen Fähigkeiten in der Hoffnung, dass sie Silla retten konnten. Die HwaRang studierten auch eine unbewaffnete Form des Kampfes namens SooBak.
- Koryo-Dynastie (918 n. Chr.): Die Koryo-Dynastie war eine Zeit für Wachstum und Entwicklung in den Kampfkünsten. Während dieser Zeit gewann der unbewaffnete Kampf seine größte Popularität. Es wurde geglaubt, dass Soo Bak nach China eingeführt wurde und dort als Kwon Pup bekannt wurde.
- Yi-Dynastie (1392 n. Chr.): Während der Yi-Dynastie hat Korea (Yi-shi-Choson) einen dramatischen Wandel vom Buddhismus, der vorherrschenden Religion, zum Konfuzianismus gemacht. Militärführer begannen ihre Macht zu zivilen Staatsmännern zu verlieren, die an die kulturelle Entwicklung ihrer Zivilisation glaubten.
Als nun Japan in Korea (Choson) großen Einfluss hatte, wurden viele Dinge verändert. Alle Wettkampfsportarten und Kampfkünste wurden verboten. Nur das Militär, jetzt unter japanischer Kontrolle, konnte Kampfkünste ausüben. Soo Bak Gi wurde im Geheimen geübt und änderte bald seinen Namen wieder zu Soo Bak Do. Japanische Kampfkünste wurden zu diesem Zeitpunkt in Korea eingeführt. Die Koreaner hatten großes Interesse daran.
Aufgrund der Friedensverträge zwischen den Japanern und den Koreanern wurden japanische Kampfkünste, wie Kendo („Weg des Schwertes“), Judo, Karate und Aikido in allen koreanischen Schulen gelehrt. Am 15. Nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Ende der japanischen Besatzung erlebte Korea eine Phase der kulturellen Wiederbelebung. Während dieses Prozesses erlebten die Kampfkünste, die von den Besatzungsmächten verboten worden waren, einen neuen Aufschwung. Es bildeten sich verschiedene Gruppen, die jeweils ihre eigene Version des Könnens für sich beanspruchten.
Die Kwans: Wurzeln des modernen Taekwondo
Als die einheimischen Künste und die japanischen Künste in Korea an Popularität gewannen, entstanden in Korea mehrere Kwans (Schulen), die japanisch beeinflusste Kampfkünste lehrten. Zu den wichtigsten Kwans gehören:
- Chung Do Kwan (1945): Der erste Kwan, der einen einheimischen koreanischen Kampfkunststil unterrichtet, der „Chung-do-kwan“ (Gymnastik der blauen Welle).
- Moo Duk Kwan (1945): Der „Moo-duk-kwan“ (Trainingshalle für militärische Tugenden) wurde am 9. November 1945 von Hwang Kee gegründet.
- Yun Moo Kwan (1946): Eine der fünf ursprünglichen Kampfkunstschulen, die am Ende des Zweiten Weltkriegs auf der gerade befreiten koreanischen Halbinsel gegründet wurden. Die Yun-moo-kwan, die später zur Ji-do-kwan (Weisheitsweg-Schule) wurde.
- Ji Do Kwan (1946): Gegründet von Chun Sang Sup, am 3.
- Chang-Moo-Kwan (1946): Yoon Byung In, der zusammen mit Chun Sang Sup im Choson Yun Moo Kwan Moo Do lehrte, gründete 1946 im YMCA in Jong Ro, Seoul, den Chang Moo Kwan (Entwicklung einer Trainingshalle für Kampfkünste).
- Chi-Do-Kwan (1946)
- Song-Moo-Kwan (1946): Der Song-Moo-Kwan (Trainingshalle der Kiefer oder das ewig jugendliche Haus des Kampfkunsttrainings) wurde von Ro Byung Jik in Kae Song gegründet.
- Oh-Do-Kwan (1953): Gegründet von General Choi Hong Hi auf dem Stützpunkt der 3.
- Kang Duk Won (1953): Kang Duk Won, eine zweite Inkarnation von Chang-moo-kwan, wurde nach dem Koreakrieg von Hong Jong Pyo und Park Chul Hee gegründet, die im YMCA Kwon Bup Bu Kampfsport praktiziert hatten.
- Jung Do Kwan (1954)
- Han Moo Kwan (1954)
Obwohl jeder dieser Kwans behauptete, traditionelles Taekkyon zu lehren, betonte jeder einen anderen Aspekt des Subak/Taekkyon, und es entstanden verschiedene Namen für jeden Kampfstil. Zwischen den Kwans bestand eine Rivalität um die Kontrolle der koreanischen Kampfkünste.
Das Training im Taekwondo
Beim Taekwondo Unterricht wird einem der Einstieg leicht gemacht. Kommt man zum ersten Unterricht wird man zu Beginn der Unterrichts vom Lehrer oder Meister der Schule den anderen Teilnehmern vorgestellt. Danach verbeugen sich alle Schüler vor dem Meister mit dem Kommando Chareot-Gyongle. Das Verbeugen ist die offizielle Begrüßung aller Kursteilnehmer. Weiter geben sich alle Teilehmer dabei ein Versprechen, sich in der folgenden Stunde auf den Unterricht zu konzentrieren.
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Dann geht´s endlich mit dem Training los. Zu Beginn wird immer ca. 20 - 30 min. ausgiebiges Aufwärm- und Gymnastiktraining gemacht. Auch beim Taekwondo zählt der Grundsatz, daß nur auf einem starken Fundament ein Haus gebaut werden kann, das allen Naturgewalten standhält. Daher ist es wichtig alle Grundtechniken immer wieder zu üben.
Die Formen (Poomsaen) stellen einen Kampf gegen einen unsichtbaren Gegner dar. Für jede Gürtelstufe lernt man eine neue Poomsae dazu. In jeder Form stecken Grundtechniken, sowie neue Techniken zur Selbstverteidigung. Durch das Erlernen einer Poomsae verbessern sich die Qualität der Techniken, Konzentration und Kraft.
Ilbo Taereon ist eine wichtige Übungsform beim Trainieren von Taekwondo. Dabei greift abwechselnd immer ein Partner mit einer vorher abgesprochenen Technik an. Der Partner reagiert darauf mit einer oder mehreren Abwehr- /Gegentechniken. Dabei geht es weniger um Kampf oder Selbstverteidigung. Es geht um Körperbeherrschung, Gleichgewicht, richtigen Abstand zum Partner, Kraft und Ausführung der Techniken.
Der koreanische Name beim Taekwondo für Selbstverteidigung lautet Hosinsul. Beim Taekwondo sind alle Techniken auf Dynamik und Schnelligkeit ausgelegt. Besonders die ausgeprägten Fußtechniken machen die Kampfkunst Taekwondo zu einer der effektivsten Kampfsportarten der Welt.
Natürlich kann man Taekwondo auch als Wettkampfsport betreiben. Dieser wird im Vollkontakt oder auch Leichtkontakt ausgetragen. Punkte bekommt man, wenn man mit einer korrekten Technik auf eine der erlaubten Trefferflächen schlägt! Nicht jeder, der zum Taekwondo Unterricht geht, muss unbedingt Wettkampf betreiben. Kinder können bereits ab einem Alter von 4 Jahren mit Taekwondo und Kampfkunst beginnen! Hierzu gibt es in der Kampfkunstschule Elternbriefe und Hausaufgaben für die Kinder!
Inhalte des Taekwondo-Trainings
- Grundschule (Gibon Yeonseup): Üben einzelner Bewegungen und Techniken durch mehrfaches Wiederholen, ohne Gegner.
- Formenlauf (Poomsae Taegeuk): Festgelegte Techniken werden in vorgegebener Reihenfolge durchgeführt.
- Einschrittkampf (Ilbo-Taeryeon): Ein Übungskampf mit festgelegter Technikenreihenfolge gegen einen Gegner. Der Abwehrende blockt einen Angriff plus kontert.
- Dreischrittkampf (Sambo-Taeryeon): Sie haben eher untergeordnete Bedeutung.
- Bruchtest (Kyeokpa): Zerstören von Holzbrettern, Ziegeln oder sonstigen Materialien mittels Taekwondo-Techniken.
- Freikampf (Kyorugi): Freier Übungskampf gegen einen Gegner, häufig ohne Berührung.
- Selbstverteidigung (Hosinsul): Selbstverteidigung gegen einen oder mehrere unbewaffnete oder bewaffnete Gegner.
- Gymnastik (Chejo)
- Theorie (Ilon)
- Ethik
Taekwondo als Breitensport und Wettkampfsport
Taekwondo ist fast für jedes Alter und nahezu jede körperliche Konstitution geeignet. Dies liegt darin begründet, dass man Taekwondo mit unterschiedlichen Zielsetzungen und Ausrichtungen trainieren kann und sich dabei über die Zeit seine eigenen Schwerpunkten setzen und auch variieren kann, so dass Taekwondo auch bis ins hohe Alter betrieben werden kann.
Breitensport
Alle Sportler*innen beginnen mit dem Breitensport. Hier werden alle Disziplinen (Grundlagen, Formen, Vollkontakt, Selbstverteidigung) gleichwertig trainiert. Wer Taekwondo nur zur körperlichen Fitness trainieren möchte, ist hier genau richtig. Es werden sämtliche Muskelgruppen beansprucht, besonders jedoch die Rumpf- und Beinmuskulatur. Ein gezieltes Kräftigungs- und Dehnprogramm sowie Koordinationsübungen sind ständige Bestandteile jeder Trainingseinheit.
Turniersport
Wer sich intensiver mit Taekwondo befassen möchte und interessiert ist sich mit anderen Sportler*innen im sportlichen Wettstreit zu messen, kann Taekwondo als Turniersport betreiben. Hier stehen den Sportler*innen die Bereiche Vollkontakt und Formen offen.
Vollkontakt (Kyorugi)
Seit Olympia 2000 ist der Vollkontakt im WT-Stil eine offizielle olympische Sportart. Diese Disziplin ist sehr athletisch und dynamisch. Die Sportler*innen tragen Schutzausrüstungen, u.a. bestehend aus Kopfschutz, Unterarm- und Schienbeinprotektoren sowie einer sog. Kampfweste.
Formen (Poomsae & Freestyle)
Hierbei handelt es sich um einen Kampf gegen einen imaginären Gegner. Die Techniken müssen dabei möglichst exakt ausgeführt werden. Die Wertungen ähneln denen im Eiskunstlaufen oder Kunstturnen. Diese Disziplin unterteilt sich in Einzel-, Paar- und Synchronwettbewerbe. Während in den Poomsae-Wettbewerben die Bewegungsmuster genau vorgeben sind, können im Freestyle selbstentwickelte und mit Musik untermalte Choreografien gezeigt werden, die auch immer Akrobatikelemente beinhalten.
Selbstverteidigung (Hosinsul)
Taekwondo kann auch mit dem Ziel trainiert werden, Fertigkeiten und Fähigkeiten zur waffenlosen Selbstverteidigung zu erlernen. Trainiert wird die Abwehr von bewaffneten und unbewaffneten Angriffen aus verschiedenen Distanzen sowie in der Bodenlage. Neben der gezielten Anwendung von Taekwondo-Techniken kommen hier u.a. auch Hebeltechniken zur Anwendung.
Taekwondo als olympische und paralympische Disziplin
1981 wurde Taekwondo vom IOC als olympische Disziplin anerkannt. Bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul und 1992 in Barcelona wurde es als Demonstrationssportart ausgetragen. Bei der IOC-Sitzung 1994 in Paris wurde Taekwondo zur vollwertigen Olympischen Sportart erklärt - und endlich war es so weit: Bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney erlebte Taekwondo seine olympische Premiere.
Das International Paralympic Committee (IPC) nahm Taekwondo im Frühjahr 2015 unter die paralympischen Disziplinen auf. Die ersten paralympischen Taekwondowettbewerbe wird es 2020 in Tokio geben.
Taekwondo in Deutschland
Vom koreanischen Exportschlager bis zur festen Größe im heimischen Sportgeschehen: Die Erfolgsgeschichte des Taekwondo in Deutschland erstreckt sich über 50 Jahre - und sie ist noch lange nicht zu Ende. Bereits 1964 wurde der erste und älteste Taekwondo Verein Deutschlands gegründet, der TV Garmisch.
Es dauerte es nicht lange, bis sich die ersten deutschen Taekwondo-Sportler zusammenfanden. Trainiert wurde zunächst oft in spärlichen Räumlichkeiten, Enthusiasten nahmen weite Wege in Kauf, um zum nächsten Taekwondo-Verein zu gelangen. Doch mit deutscher Gründlichkeit begannen sich die Kampfsportler zu organisieren: Bereits 1968 wurde die Sektion Taekwondo im Deutschen Judo Bund - die Vorgängerin der Deutschen Taekwondo Union (DTU) - gegründet, im selben Jahr fand in München die erste Deutsche Meisterschaft statt.
1981 wurde die Deutsche Taekwondo Union (DTU) gegründet. Heute umfasst sie 18 Landesverbände mit rund 60.000 Mitgliedern.
Die Philosophie des Taekwondo
Das „Do“ in Taekwondo bedeutet „Weg“ - und weist auf die mentale Seite der Sportart hin. Im Laufe seiner Entwicklung nahm das Taekwondo verschiedene Einflüsse aus Religion und Philosophie auf. So kann die Sportart auch als Bewegungsmeditation und Weg zur Selbsterkenntnis verstanden werden - ein Erbe des Buddhismus. Der Respekt vor dem Meister, dem Älteren und ganz allgemein dem Gegenüber stammt aus dem Konfuzianismus.
Durch kontinuierliches Training und bewusste Ausübung dieser Disziplinen soll der Taekwondoin, so wird ein Taekwondo-Betreibender genannt, seinen Geist schulen. Bei dieser Kampfsportart stellen neben den körperlichen auch geistige Werte wie Höflichkeit, Ehrenhaftigkeit, Selbstdisziplin, Zielstrebigkeit und Gerechtigkeitssinn wichtige Ziele dar.
Wettkampfregeln und Ausrüstung
Wettkämpfe finden ausschließlich in einer Wettkampfhalle auf speziellen Wettkampfmatten statt. Bei der Olympischen Disziplin Zweikampf wird in einem Oktagon gekämpft. Die Kämpferinnen und Kämpfer tragen eine Schutzausrüstung, bestehend aus Kampfweste, Kopfschutz, Fuß-, Schienenbein, Arm- und Handschonern.
Seit den Olympischen Spielen 2012 in London werden die Kämpfe weltweit mit elektronischen Westensystemen ausgetragen. Bei diesem System werden die Treffer auf die Weste und an den Kopf elektronisch ausgelöst. Ziel eines Kampfes ist, zwei der insgesamt drei Runden mit Punkteüberlegenheit zu gewinnen. Der Punktestand in jeder Runde startet wieder bei 0. Ein Sieg durch K.o ist ebenfalls möglich. Erlaubt sind Fußtechniken zur Schutzweste und zum Kopf. Fauststöße zum Kopf sind nicht erlaubt.
Im Taekwondo wird in Gewichtsklassen gekämpft. Bei Weltranglistenturnieren, Europa- und Weltmeisterschaften treten die Kämpferinnen und Kämpfer in 8 Gewichtsklassen gegeneinander an.
Taekwondo-Kämpferinnen und -Kämpfer tragen eine spezielle Wettkampfuniform, den sogenannten Dobok, der mit einem Gürtel zusammengebunden wird. Der Gürtel hat, je nach Leistungsstand des Trägers, eine unterschiedliche Farbe. Über die Farben Gelb, Grün, Blau, Braun/Rot arbeitet sich der Sportler/die Sportlerin hin zum schwarzen Gürtel - dem sogenannten 1.
Die Bedeutung des Taekwondo heute
Taekwondo ist eine traditionelle Kampfkunst aus Korea, die sich im Unterschied von anderen asiatischen Sportarten durch Schnelligkeit und Dynamik sowie deutlich mehr Fußtechniken unterscheidet. Ein elementares Merkmal ist das Verneigen.
Mit der Verneigung wird der Respekt vor den Trainern und den Übungspartnern ausgedrückt, man sammelt und konzentriert sich. Konzentration ist wichtig, ermöglicht sie doch komplexe Bewegungsabläufe und stellt sicher, dass der Trainingspartner nicht verletzt wird. Mit der Verneigung beim Betreten des Trainingsraumes (Dojang) streift man die Alltagssorgen ab und konzentriert sich auf sich und die bevorstehenden Übungen.
Taekwondo ist eine von 5 Kampfsportarten im olympischen Programm. Seit Sydney 2000 ist es Teil der Spiele. Unser Training unterliegt und orientiert sich an den Regularien der Verbände.
Wer die TKD-Techniken erlernen will, muss eine gehörige Portion Ehrgeiz mitbringen und ein mindestens ebenso großes Maß an Beharrlichkeit. Wer sich auf die Schnelle ein paar Tipps für Straßenschlägereien besorgen will, wird bald dem Training enttäuscht fernbleiben. Schließlich geht es beim TKD nicht darum, seinem Partner Schmerzen zuzufügen, sondern eine Technik so schnell, präzise und kraftvoll wie möglich auszuführen.
Vor allem der Respekt vor seinem Trainingspartner zählt zu den elementarsten Grundsätzen für jeden Kampfsportler. Wer die Schwäche seines Partner oder seiner Partnerin ausnutzt und absichtliche eine Verletzung herbeiführt, hat beim Kampfsport nichts verloren.
In der Kampfkunstschule Fichtner werden den Kinder neben sportlichen Fähigkeiten wichtigeLebenskompetenzen wie Disziplin, Anstand und Respekt vermittelt!
| Aspekt | Beschreibung |
|---|---|
| Ursprung | Korea |
| Alter | Über 2000 Jahre |
| Bedeutung des Namens | "Der Weg des Fußes und der Faust" |
| Olympische Disziplin | Seit 2000 |
| Wichtige Werte | Höflichkeit, Ehrenhaftigkeit, Selbstdisziplin, Zielstrebigkeit, Gerechtigkeitssinn |
