Der Judoanzug: Tradition und Funktion

Mit den charakteristischen weißen Anzügen, den unterschiedlich farbigen Gürteln und den bekannten Würfen und Bodenübungen gehört Judo zu den beliebtesten und meist verbreiteten Kampfsportarten in der Welt, und natürlich auch in Deutschland. Der Name ist abgeleitet vom japanischen Begriff für „sanft“, „nachgiebig“ bzw. „flexibel“.

Charakteristisch für die Kampfsportart Judo sind die weißen Anzüge mit den verschiedenfarbigen Gürteln, die jeweils den Übungs- bzw. Erfahrungsstand wiedergeben. Der Judokämpfer wird traditionell „Judoka“ genannt. Er trägt einen weißen Anzug aus reiner Baumwolle, bestehend aus einer knöchellangen Hose („Zubon“ genannt) und einer halblangen Jacke (genannt „Uwagi“). Die Jacke ist vorne offen und wird durch einen Gürtel geschlossen.

Der Judoanzug, auch Judogi genannt, steht für das Ursprüngliche in diesem Sport und ist dabei doch so praktisch. Mit seinen optimal geschnittenen Hosen und Jacken, der akkuraten Verarbeitung und den robusten Stoffen sorgt er dafür, dass der Judoka sowohl im Training als auch beim Kampf stets optimal gekleidet ist.

Bestandteile des Judoanzugs

Der Judoanzug besteht aus mehreren Teilen:

  • Uwagi: Eine halblange Jacke.
  • Zubon: Eine knöchellange Hose.
  • Obi: Ein Gürtel, der den Ausbildungsstand des Judoka anzeigt.

Material und Verarbeitung

Judoanzüge werden für gewöhnlich aus Baumwolle oder Mischgewebe gefertigt, in der Regel weisen diese eine Reiskornwebung auf. Das entscheidendste Qualitätsmerkmal eines Judo Anzugs ist das Stoffgewicht und zwar in Gramm pro Quadratmeter (kurz g/qm oder englisch gsm). Dabei sind 300, 350, 450, 550, 650, 750, 850 oder auch 950 gängige Werte.

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Das Oberteil besteht meist aus mehreren Teilen, sodass bei der Verarbeitung eine Rückennaht entsteht.

Funktionale Aspekte des Judoanzugs

Der Judoanzug erfüllt in dieser Kampfsportart gleich mehrere Aufgaben. Eine solche Funktion ist z. B. die maximale Bewegungsfreiheit, welche durch den speziellen Schnitt von Hose und Jacke ermöglicht wird. Des Weiteren erfüllt auch das Material einen praktischen Zweck - die (meist recht dicke) Baumwolle schützt den Körper vor Verletzungen und saugt den während des Trainings bzw. Kampfes entstehenden Schweiß auf.

Allerdings gibt es mittlerweile auch Judoanzüge aus einem Mischgewebe, bestehend aus Baumwolle und einem gewissen Anteil aus Elasthan. Diese sind insbesondere für Anfänger sehr gut geeignet, da sich der Kämpfer bzw. sein Gegner hier auch einmal Fehlgriffe erlauben kann, ohne dass dies gleich schwerwiegende Folgen hat.

Die Hose (Zubon)

Die Hose des Judoanzugs muss viel aushalten. Trotzdem soll der Kämpfer genügend Bewegungsfreiheit und einen bequemen Sitz haben. Dies lässt sich nur realisieren, wenn die Hose mit einem durchdachten Bund versehen ist. Bei den meisten Judoanzügen ist dieser Bund entweder in Form einer Schnürung ausgeführt (ein Tunnelzug ist in die Hose eingearbeitet und kann vorne gebunden werden), oder die Hose verfügt über einen einfachen Dehn- bzw. Judohosen mit Dehn- bzw. Elastikbund eignen sich grundsätzlich besser für das Training, während Schnürbundhosen für den harten Wettkampf besser geeignet sind.

Der Gürtel (Obi)

Zum Anzug wird ein Gürtel, auch Obi genannt, in der Farbe getragen, welche den Rang des Sportlers widerspiegelt. Dabei unterscheidet man außerdem zwischen Schülergraden und Meistergraden.

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Der Gürtel wird zweimal um die Hüfte geschlungen und mit einem Spezial-Knoten befestigt.

Farben der Judoanzüge

Speziell für Wettkämpfe gibt es zusätzlich blaue Judo-Anzüge, damit die Kontrahenten im Kampf besser voneinander unterschieden werden können. Allerdings ist dies keine Pflicht und kommt somit nicht in jedem Kampf zur Anwendung.

Teil der Ausrüstung für einen professionellen Kampf im Judosport ist der Judoanzug oder auch Kampfanzug, der den Namen Judogi trägt. Laien fällt sofort auf, dass ein Teilnehmer weiß und der andere blau gekleidet ist und zwar bei jedem Kampf. Das ist auch in den Regeln so vorgeschrieben, damit man bei der Beobachtung der Kämpfe leichter verfolgen kann, wer welche Aktion durchführt. Wären beide Judokas mit der gleichen Farbe ausgestattet, wäre die Verfolgung der Aktionen weit schwieriger.

Weiß und blau sind die Pflichtfarben beim Judoanzug, um die Unterscheidung in der Beobachtung zu ermöglichen. Diese Farben haben Tradition und werden durch den Weltverband und die nationalen Verbände auch vor dem Kampf überprüft. Diese Farben finden sich auch auf der Wettkampffläche durch die Markierungen wieder, sodass der blaue Kämpfer die blaue Markierung als Startpunkt wählt, der weiße Kämpfer die weiße Markierung.

Auswahl des richtigen Judoanzugs

Welcher Judoanzug zu Dir passt hängt unter anderen davon ab welchen Trainingsstand Du hast. Für den Einstieg reicht ein leichter Judoanzug mit einem Stoffgewicht von nicht mehr 400 gr/m². Bei einem schweren Stoff wird das Training gerade für Einsteiger zu anstrengend und man verliert die Lust am Weitermachen. Gerade ein Judoanzug für Kinder sollte nicht zu schwer sein, da das Hohe Gewicht, die Bewegungsfreiheit einschränkt eine gewisse Kondition, die in den meißten Fällen erst aufgebaut wird, voraussetzt.

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Für Fortgeschrittene Judoka gibt es die Wettkampfanzüge, welche sich durch Stoffstärken von mehr als 500 gr./m² auszeichnen. Ebenso sind diese in den Wettkampffarben in Weiß und in Blau erhältlich.

IJF-Zulassung

Judoanzüge bzw. Judogi in Wettkampfqualität benötigen eine IJF Zulassung, sobald man an öffentlichen Wettkämpfen der International Judo Federation und des DJB (Deutscher Judo Bund) teilnimmt. Diese Profi Judoanzüge entsprechen den Vorgaben der IJF zur Qualität, Positionen von Labels, Stoffqualität, Schnittmuster und Größenvorgaben. Die Wettkampfzulassung erkennt man an dem gut sichtbaren Label IJF approved (Approved Judogi) am Judoanzug (Judojacke, Judohose und Judogürtel).

Größenangaben

Die Größenangaben der Judoanzüge orientieren sich grundsätzlich an der Körpergröße des Judoka. Dabei gibt es je nach Anzug und Hersteller Größenschritte in 10 cm oder in 5 cm, sowie die Schnittvarianten M (Normaler Schnitt) und S (Schlanker Schnitt Slimfit). Sollte der Judoka also eine Körpergröße von 1,53 Meter empfehlen wir grundsätzlich die Größe 150 bei einem Einsteigeranzug. Den Wettkampfanzug empfehlen dann in der Größe 155S bzw. M. Bei jeden Judoanzug findest du die passende Größentabelle gleich neben der Artikelbeschreibung.

Etikette und Regeln zum Tragen des Judoanzugs

Es gibt tatsächlich Vorschriften, wie ein Judoanzug beschaffen sein muss. Bei Wettkämpfen auf europäischer bzw. weltweiter Ebene gibt das jeweilige Regelwerk des Europäischen Verbandes (EJU) bzw. Zudem gibt es für die in den Kämpfen zwingend vorgeschriebenen Rückennummern ebensolche Vorgaben. Sie müssen in einem einheitlichen Design gestaltet sein. Daher hat sich innerhalb der letzten Jahre ein Lieferant für diese Rückennummern quasi als Standard durchgesetzt. Es handelt sich hierbei um das Unternehmen Mybacknumber, zu finden unter der Webadresse mybacknumber.com.

In den Regeln ist klar definiert, dass bei ausgestrecktem Arm der Ärmel den gesamten Arm inklusive des Handgelenks bedecken muss. Eine weitere Vorgabe ist die Jacke selbst, bei der es eine horizontale Überschneidung der beiden Jackenteile geben muss und diese muss mindestens 20 Zentimeter betragen.

Diskussionen um das Tragen von T-Shirts unter dem Judogi

Früher waren die für völlig undenkbar, wenn man keinen zwingenden medizinischen Grund vorbringen konnte. Aber so seid ca. 10 Jahren hat sich das deutlich gelockert, weiße Shirts werden im Training inzwischen auch bei Männern ohne Nachfragen akzeptiert. Bei den Farben der Judoanzüge gibt es da weitaus weniger Kompromisse. Blau wird gerade noch akzeptiert, dafür bekommt man aber auch schon mal einen Spruch. Bei farbigen Anzügen ist ein Vortrag, dass sich das nicht gehört und man das bei ihrem Training, oder Lehrgang bitte zu unterlassen hat, das mindeste. Einen "Todsünde" ist die Mischung weiß-blau.

Hier würde ich Hygiene höher bewerten als Tradition. Etwas anderes wäre es, wenn es dadurch Verletzungen geben würde. Aber dann müsste es auch für die weiblichen Judoka eine andere Lösung geben.

Zusätzliche Ausrüstung und Zubehör

Ein Judogi allein reicht nicht - mit dem passenden Zubehör wird das Training erst richtig komplett. Ob beim ersten Training oder auf dem Weg zum nächsten Gürtel - mit dem passenden Judoanzug und dem richtigen Zubehör fühlt sich Dein Kind sicher, motiviert und bestens vorbereitet.

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