Der Käfig: Eine brutale MMA-Serie erobert Netflix

Die französische Netflix-Serie Der Käfig hat sich heimlich zu einem Star auf der Streaming-Plattform entwickelt. Die Serie, die in der Welt des Mixed Martial Arts (MMA) angesiedelt ist, hat besonders in Deutschland großen Anklang gefunden. Nun wurde eine zweite Staffel angekündigt.

Die Handlung: Ein Underdog kämpft sich nach oben

Der Käfig erzählt die Geschichte von Taylor (Melvin Boomer), einem jungen Amateurkämpfer mit großen Träumen. Er will als Mixed-Martial-Arts-Kämpfer ganz groß herauskommen. Bislang sieht es aber nicht sehr gut bei ihm aus, sein Trainer Boss (Franck Gastambide) hält nicht viel von diesen Ambitionen. Sein Rat ist, sich von einer professionellen Karriere zu verabschieden. Taylor will sich davon aber nicht abbringen lassen und arbeitet hart daran, dass er doch noch seine Chance bekommt. Und damit auch den Ruhm und die Anerkennung, nach der er sich sehnt.

In der Serie bekommt ein Mixed-Martial-Arts-Amateur die Chance, gegen einen Profi anzutreten - das verändert sein Leben für immer. Kann der junge Kampfsportler in der brutalen MMA-Welt bestehen? Die Serie zeigt den harten Aufstieg eines MMA-Kämpfers und beleuchtet dabei die kompromisslose Realität dieses Sports, wo nur die Ausdauerndsten bestehen können. Es ist die Geschichte eines Aussenseiters, der alles riskiert, um seinen Lebenstraum zu verwirklichen.

Ein unerwarteter Kampf, der ihm plötzlich die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit bringt, stellt sich jedoch als doppelt riskant heraus, da er gegen einen weit überlegenen Gegner antreten muss. Dieser Kampf wird zu einem Wendepunkt in Taylors Karriere, der sowohl sein Leben als auch seine beruflichen Ambitionen für immer verändern könnte.

Die Charaktere: Zwischen Traum und Realität

  • Taylor (Melvin Boomer): Ein junger, talentierter MMA-Kämpfer mit großen Ambitionen.
  • Boss (Franck Gastambide): Taylors Trainer, der an dessen Erfolg zweifelt.

Melvin Boomer vereint in seiner Person die Talente eines Breakdancers und Schauspielers. Seine erste bedeutende Rolle spielte er 2022 in der Mini-Serie „Die Welt von morgen“. 2023 übernahm er seine erste Kinohauptrolle in dem Drama „Sage-Homme“.

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Die Karriere von Franck Gastambide nahm einen ungewöhnlichen Anfang. Bereits mit 13 Jahren spezialisierte er sich auf die Ausbildung von Molossern. Später etablierte er sich als vielseitiger Schauspieler und Regisseur im französischen Kino.

Auch der Rapper und Schauspieler Bosh spielt in der Serie eine wichtige Rolle. Seit März 2020 überzeugt er in der französischen Fernsehserie „Validé“ in der Rolle des Karnage.

Kritik und Rezeption: Ein Überraschungserfolg

Ein Blick auf die internationalen Netflix-Charts verrät: Die League-of-Legends-Serie Arcane ist in mehr als 80 Ländern in den Top 10 vertreten (Quelle: Netflix). In Deutschland muss sich die gefragte Animationsserie allerdings mit dem dritten Platz begnügen, denn hierzulande ist die französische Kampfsport-Serie Der Käfig beliebter.

Die Rocky-Formel hat offenbar einen Nerv bei den deutschen Zuschauern getroffen, die die fünf Folgen starke Serie aus Frankreich direkt in die Netflix-Charts katapultiert haben. Einmal mehr gibt Netflix einer Serie, die sonst sicherlich unter dem Radar geflogen wäre, die Chance, ein großes Publikum anzusprechen.

Wie beeindruckend der Erfolg in den Streamingcharts für „Der Käfig“ ist, wird daran ersichtlich, dass sie auf den großen Bewertungsplattformen noch immer völlig kaum Aufmerksamkeit erfährt. Auf Rotten Tomatoes gibt es gerade mal eine Kritik sowie fünf Bewertungen vom Publikum. Bei IMDb bringt es die Serie immerhin auf 404 Bewertungen. Die fallen jedoch eher mäßig aus: 6,4 Sterne sind eine dürftige Wertung, gerade für eine Serie, die in der Regel besser als Filme bewertet werden.

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Bei den zwei verhaltenen der sechs geschriebenen Reviews auf IMDb sticht heraus, dass die geringe Episodenanzahl anscheinend zu Problemen für „Der Käfig“ führt, da die Geschichte eben in vergleichsweise kurzer Laufzeit erzählt werden muss. Kritisiert werden zudem die sich künstlich anfühlenden Dialoge und die teils unglaubwürdig wirkende Geschichte als solche.

Gelobt werden die Kampf- und Trainingsszenen sowie die Beteiligung von echten MMA-Kämpfern wie Georges St-Pierre, Jon Jones und Ciryl Gane, die teils wichtige Rollen in der Serie übernehmen.

Allerdings ist er einfach kein begnadeter Geschichtenerzähler, Der Käfig ist inhaltlich schon ziemlich schwach auf der Brust. Beispielsweise ist der Protagonist völlig uninteressant und die Serie bleibt einen Grund schuldig, warum man unbedingt mit ihm mitfiebern sollte. Die anderen Figuren sind aber auch nicht besser. Hinzu kommen holprige Dialoge und überschaubare schauspielerische Leistungen.

Staffel 2: Was erwartet uns?

An spannenden Handlungssträngen und offenen Fragen mangelt es nach der ersten Staffel „Der Käfig“ also nicht. Hoffnung auf eine zweite Staffel kann den Zuschauern außerdem eine Aussage von Serienschöpfer Franck Gastambide machen. Im Gespräch mit dem französischen „Technikart Magazine“ sprach er erstmals offen über die Idee einer zweiten Staffel: „Was wir in den letzten Monaten im MMA-Sport gesehen haben, ist, dass die Öffentlichkeit kompromisslos gegenüber den Kämpfern ist.“ Es könnte „interessant sein, in einer zweiten Staffel damit umzugehen“, fügt er an. Die größte Herausforderung für einen Kämpfer sei es, mit der Medienwelt und der Öffentlichkeit umzugehen. „Vielleicht könnte das also die Fortsetzung von ‚Der Käfig' sein, Gewalt auch außerhalb des Käfigs.“

Nach dem Sieg von Taylor gegen Imbrahim wird er neuer Champion und erhält ein Angebot, in der UFC-France zu kämpfen. Kurz vor einer Dopingkontrolle hat der eifersüchtige Niko Taylor zudem heimlich Steroide ins Wasser gemischt. Zudem liegt Taylors Trainer Boss nach einem Angriff noch immer schwer verletzt im Koma. Offen ist auch, wie sich das Verhältnis von Taylor und seiner Mutter weiterentwickelt.

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