Mixed Martial Arts (MMA) hat weltweit an Popularität gewonnen, und die Ultimate Fighting Championship (UFC) bietet Athleten aus allen Ländern die Möglichkeit, sich auf höchstem Niveau zu messen. Russland kann mittlerweile zahlreiche starke UFC-Fighter vorweisen, egal ob ehemalige wie Khabib Nurmagomedov oder aktuelle wie Khamzat Chimaev. Wie bei vielen anderen MMA-Kämpfern ist auch die Islam Makhachev Herkunft die russische Region Dagestan.
Islam Makhachev: Vom Sambo-Weltmeister zum UFC-Champion
Schon in seiner Jugend soll Islam mit dem Kampfsport begonnen haben. Combat Sambo ist eine russisch-sowjetische Kampfsportart, welche eine Mischung aus Judo, Jiu-Jitsu sowie traditionellen Kampf- und Ringerkünsten aus Europa darstellt. Der Sport ist dem MMA sehr ähnlich. Bei der World Combat Sambo Championship 2016 kürte sich Makhachev zum Weltmeister bis 74 KG. Im Finale siegte er 7-0 und holte so Gold. Schon davor fing er aber mit Mixed-Martial-Arts an. Nach fünf Siegen bei verschiedenen Wettbewerben, kam er 2013 wieder zurück zu M-1 Global.
In der Leichtgewicht-Division, in der der seit jeher aktiv ist, wurde ihm aber auch gezeigt, dass er keineswegs unbesiegbar ist. Bereits in seinem zweiten Kampf in der „Champions League des MMA“, ging Makhachev in der 1. Runde gegen Adriano Martins KO. Aus dieser Pleite hat er die richtigen Schlüsse gezogen. Im Oktober 2022 erfolgte dann die Krönung: Gegen Charles Oliveira kürte er sich zum Leichtgewicht-Champion und ist damit auch endgültig in die Fußstapfen seines Mentors Khabib Nurmagomedov getreten.
Das vorläufige Highlight hat er im Oktober 2022 erreicht, als er Champion im Leichtgewicht wurde. Doch wie tickt Islam Makhachev privat? Damals gehörte Dagestan noch zur Sowjetunion und hieß Dagestanische ASSR (Autonome Sozialistische Sowjetrepublik). Islam Makhachev ist Teil der Laken, die fünftgrößte Ethnie in Dagestan, zu der in ganz Russland rund 178.630 Menschen gehören.
Bekannt ist allerdings, dass er mit dieser verheiratet ist. Von der Hochzeit aus dem Jahr 2021 tauchten auf Social Media aber mehrere Bilder und auch Videos auf. Und dort weist er auch gar keine so geringe Followerzahl auf. Apropos Social Media: Islam Makhachev ist regelmäßig mit einem anderen Star des World Wide Web zu sehen: Hasbulla Magomedov.
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Die genauen Verträge der einzelnen UFC Fighter sind nicht immer bekannt - so auch nicht die Islam Makhachev Gage. Dem Vernehmen nach hat Makhachev durch seine bisherigen Kämpfe bei der UFC ungefähr eine Million US-Dollar verdient. Das Islam Makhachev Vermögen dürfte sich Gerüchten zufolge auf rund 650.000 US-Dollar belaufen. Genaue Angabgen gibt es allerdings nicht. Nicht mit einbezogen werden können zudem seine Werbedeals Wahed Invest, Monster Energy Drink oder Al Hadaya.
Khabib Nurmagomedov: Ein Vorbild nicht nur im Sport
„Es ist seit langer Zeit Khabibs Mindset: Als Erstes ist er ein Moslem und erst danach ein Fighter und alles andere. Er ist ein positives Beispiel und zeigt wie ein echter Muslim zu sein hat. Khabib Nurmagomedov, eigentlich aus Dagestan aber auch in Tschetschenien ein Volksheld, brachte die Region rund um diese autonomen Kaukasus Länder nach seinem Titelgewinn gegen Conor McGregor auf die internationale Karte.
Der Kampfsportler, der über die Jahre zu einem der erfolgreichsten Profis im Mixed-Martial-Arts-Spektakel der Ultimate Fighting Championship (UFC) geworden ist, war in Russland schon eine große Nummer, bevor er 2018 den bis dato größten Star der UFC, den Iren Connor McGregor, besiegt hat. 25 Millionen Fans folgen dem Mann aus der Kaukasusteilrepublik Dagestan auf Instagram.
Nach dem Erfolg gegen den US-Amerikaner Justin Gaethje waren dem Russen die Herzen der Kampfsportwelt zugeflogen. Da stürzte er sich auf Betreuer seines Konkurrenten und versuchte diese zu verdreschen. In Russland wurde er dafür gefeiert. Dass Nurmagomedow schon damals eine Nähe zum radikalen Islam entwickelt hatte, störte Putin nicht.
Der Kämpfer wurde in seiner Heimat Dagestan als Prediger eines reinen islamischen Lebens spätestens bekannt, als er die religiös motivierten Proteste unterstützte, die zu einer Absage eines Konzerts des russischen Rappers Egor Kreed in der dagestanischen Hauptstadt Machatschkala geführt hatten. Auch seine Nähe zu Ramsan Kadyrow, dem unverhohlen islamistischen Präsidenten der russischen Teilrepubik Tschetschenien, war da schon lange kein Geheimnis mehr. Auch Kadyrow hat sich gegen Macron in Stellung gebracht.
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Steuerliche Schwierigkeiten von Khabib Nurmagomedov
Die einstige russische Kampfsport-Ikone Khabib Nurmagomedov hat offenbar erhebliche Steuerschwierigkeiten mit dem russischen Staat. Wie „n-tv“ berichtet, soll der ehemalige UFC-Champion der Steuerbehörde seines Heimatlandes 306 Millionen Rubel (etwa 3.1 Millionen Euro) schulden. Infolgedessen wurden mehrerer seiner Konten in Russland gesperrt.
Nurmagomedov soll laut den russischen Behörden die ausstehenden Steuerschulden für den Kauf von Hotels und Start-ups in den Vereinigten Arabischen Emiraten und der Türkei verwendet haben. Dies berichtet „n-tv“ unter Berufung auf die russischen Medien „Mash Media“ und „RT“.
Insbesondere die wirtschaftlichen Aktivitäten des 35-Jährigen nach dem Ende seiner sportlichen Karriere im Jahr 2020 sollen zu seiner hohen Steuerlast beigetragen haben. Es wird angenommen, dass Nurmagomedov das Eigentum seiner Unternehmen auf Verwandte und Partner übertragen hat. Daraufhin ermittelte die Steuerbehörde gegen den ehemaligen MMA-Kämpfer, berichtet „n-tv“ weiter.
Unter den eingefrorenen Konten sind laut „n-tv“ auch einige von Nurmagomedovs Wohltätigkeitsorganisationen und die MMA-Promotion „Eagle FC“. Letztere könnte nun ihrer Steueraffäre zum Opfer fallen.
Nun wurden seine privaten und geschäftlichen Konten eingefroren. Die russische Steuerbehörde wirft dem ehemaligen MMA-Star Khabib Nurmagomedov massive Steuerschulden vor. Als die Unternehmen bald darauf geschlossen wurden, soll die russische Steuerbehörde auf Unregelmäßigkeiten aufmerksam geworden sein. Der Vorwurf an Khabib-Seite: Der aus den Übertragungen angefallene Steueranteil soll zum Kauf von Hotels und Start-ups in den Vereinigten Arabischen Emiraten und der Türkei verwendet worden sein. Nurmagomedov stammt aus der russischen Republik Dagestan, wohnt aber derzeit vorübergehend in den Vereinigten Arabischen Emiraten.
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Ebenfalls betroffen seien demnach Konten des von Nurmagomedow gegründeten Verbands „Eagle FC“ sowie Konten, die einer von Nurmagomedow gegründeten Wohltätigkeitsorganisation zugerechnet werden.
Am 24. Juni kam es in Dagestan zu einer Anschlagsserie, wobei mehr als 20 Menschen getötet worden sind. Einer der Angreifer hatte in Vergangenheit im Fitnessstudio von Nurmagomedov trainiert. Daraufhin stürmte die Polizei das Gym.
Deutsche MMA-Kämpfer in der UFC
Deutschland hat bislang keinen UFC-Champion hervorgebracht, aber einige Kämpfer haben bewiesen, dass deutsches MMA-Potenzial auf der größten Bühne des Sports existiert. Dennis Siver ebnete als Pionier den Weg für viele andere, während aufstrebende Talente wie Ottman Azaitar, Nasrat Haqparast und Abus Magomedov zeigen, dass der Traum vom UFC-Gold für deutsche Athleten längst nicht unerreichbar ist.
- Dennis Siver ist zweifellos der bekannteste Name unter den deutschen UFC-Kämpfern. Geboren in Russland, wuchs er in Deutschland auf und trat ab 2007 in der UFC an. Siver fiel durch sein vielseitiges Striking und seine spektakulären Spinning-Kicks auf. Er erzielte mehrere Siege, die ihn zeitweise in die Top-10 der Federgewichtsdivision katapultierten. Trotz eines hochkarätigen Kampfes gegen Conor McGregor blieb ihm ein Titelkampf verwehrt.
- Ottman Azaitar, in Köln aufgewachsen, machte zunächst in regionalen Ligen auf sich aufmerksam, bevor er 2019 in der UFC debütierte. Sein explosiver Kampfstil und seine Knockout-Power verschafften ihm rasch einen Ruf als gefährlicher Finisher. Gleich in seinem ersten UFC-Kampf gegen Teemu Packalén gewann Azaitar mit einem krachenden K.o. und wiederholte das Kunststück im zweiten Kampf gegen Khama Worthy.
- Nasrat Haqparast, in Afghanistan geboren und in Hamburg aufgewachsen, ist ein weiterer aufstrebender Name im Leichtgewicht. Mit seinem aggressiven Boxstil und soliden Bodenkampf hat er sich in der UFC schnell einen Ruf als harter Gegner erarbeitet. Nachdem er anfangs einige spektakuläre Siege - darunter gegen Marc Diakiese - feiern konnte, wurde er auch als potenzieller Kandidat für einen Platz in den oberen Regionen des Rankings gehandelt.
- Abusupiyan “Abus” Magomedov wurde in Dagestan geboren, besitzt aber die deutsche Staatsbürgerschaft und kämpfte lange Zeit in Deutschland. Nach Erfolgen in verschiedenen europäischen Promotionen gab er 2022 sein UFC-Debüt und sorgte direkt für Aufsehen: Mit einem spektakulären K.o. in der ersten Runde machte er auf seine Ambitionen in der Mittelgewichtsklasse aufmerksam.
- Nick Hein, ein ehemaliger Polizeibeamter aus Köln, ging 2014 in der UFC an den Start und machte sich einen Namen als zäher und disziplinierter Kämpfer. Mit einem starken Judo-Hintergrund und guten Boxfähigkeiten konnte Hein mehrere Siege einfahren und begeisterte mit seinem Entertainer-Charakter sowohl die deutschen als auch die internationalen Fans.
