Was vor über 100 Jahren als Jahrmarktsattraktion begann, ist heute zu einem überaus erfolgreichen Medienphänomen geworden. Diese gerne mit einem Unterton von Empörung geäußerte rhetorische Frage begleitet die Geschichte dessen, was in den USA immer schon Professional Wrestling hieß und in Deutschland zunächst als Catchen bezeichnet wurde, seit seinen Anfängen.
Wrestling: Mehr als nur Sport
Tatsächlich unterscheidet sich Wrestling in einem zentralen Punkt grundsätzlich von konventionellem Sport: Während zu Beginn eines 100-m-Laufs oder eines Fußballspiels vollkommen offen ist, wer gewinnen wird, steht der Sieger beim Wrestling vorher fest. Trotzdem handelt es sich bei den Wrestling-Akteuren wie bei jeder konventionellen professionell betriebenen Sportart um Athleten, die viele Jahre trainiert haben, um das tun zu können, mit dem sie ihren Lebensunterhalt verdienen.
Andererseits ist Wrestling im direkten Vergleich auch in einigen Bereichen klarer Punktsieger: Wie oft kommt es beim „richtigen“ Sport beispielsweise vor, dass Sportereignisse schlicht langweilig sind? Wenn es klare Favoriten gibt, sind sie dies nicht grundlos - und die Wahrscheinlichkeit ist recht hoch, dass sie auch diesmal gewinnen werden. Typisch für den Außenseitersieg ist ja gerade, dass er selten vorkommt. Zudem sind die Sieger nicht unbedingt die interessantesten oder sympathischsten Teilnehmer - wie oft sind sie zwar nett, aber auch irgendwie langweilig? Und in aller Regel stehen Sportereignisse für sich - selbst bei wöchentlichem Ligenbetrieb wie etwa beim Fußball oder einer festen Abfolge von Turnieren wie beim Tennis fehlt ein übergeordneter Sinnzusammenhang jenseits der Addition der Ergebnisse zur Ermittlung des Meisters oder der Weltrangliste.
Wrestling kann in allen drei genannten Bereichen vorsorgen: Selbst wenn Favoriten siegen, sorgen Autoren dafür, dass der Weg zum Sieg mit vielen überraschenden Wendungen gespickt ist. Die Akteure sind immer auffällig und reizen zu emotionaler Anteilnahme, egal, ob in Form von Begeisterung oder Buhrufen. Und kein Wrestling-Match steht für sich allein - formal ist es in eine Dramaturgie aus Regelveranstaltungen und besonderen Events, inhaltlich in komplexe Storylines eingebunden.
Das alles sind natürlich keine Argumente, die im engeren Sinn mit Sport zu tun haben, aber dort, wo Sport zum Medienereignis wird, steht ja auch oft nicht der Sport an sich im Mittelpunkt. Athletisches Körpertheater: Dass Wrestling in der heutigen Medienkultur ein so wichtiges Marktangebot geworden ist, lässt sich nicht zuletzt damit begründen, dass es sich um ein ganz besonderes Hybrid handelt. Dem ersten Anschein nach geht es offensichtlich um Sport, also um echtes und authentisches Leben, tatsächlich aber um Fiktion, also gespieltes Leben.
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Da Sport aufgrund seiner prinzipiellen Ergebnisoffenheit als geradezu paradigmatisch „authentisch“ gilt, fällt beim Wrestling seine Inauthentizität besonders auf. Wrestling spielt mit der Unterscheidung von Realität und Fiktion mithilfe einer einzigartigen Variante von Theater. Alle Matches sind Teil einer großen Erzählung, die von den Kämpfern und zusätzlichem Personal auf der Bühne des Kampfrings und um ihn herum inszeniert wird. Bei dieser großen Erzählung geht es um den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse, in neuerer Zeit auch verstärkt darum, zu erkennen, was gut und was böse ist.
Erzählt werden Geschichten über Freundschaft und Feindschaft, Loyalität und Verrat, Moral und Gerechtigkeit, angesiedelt zwischen Commedia dell’Arte und Soap-Opera. Es ist ein intensives, athletisches Körpertheater, das da aufgeführt wird - und ebenso sehr auf die Mitarbeit seines Publikums angewiesen wie das Kaspertheater für Kinder. Welche Storylines für Athleten geschrieben werden und ob sie sich überhaupt beim Wrestling halten können, hängt entscheidend davon ab, wie viel Emotion sie mit ihren Auftritten erzeugen können - egal, ob in Form von Begeisterung oder Buhrufen.
Kayfabe: Die Illusion des Echtseins
Wie bei jedem populärkulturellen Phänomen, das lange Zeit Kult für eine Minderheit war, bevor es zum Massenerfolg wurde, haben sich auch beim Wrestling früh eine eigene Terminologie und spezifische Codes entwickelt, deren Kenntnis Expertentum bewies. Der große Medienerfolg von Wrestling seit den 1980er-Jahren und vor allem das Internet haben diese spezifische Variante von kulturellem Kapital nicht nur entwertet, sondern das Wrestling selbst zu Reaktionen gezwungen.
Wer sich auch nur peripher für Wrestling interessiert, weiß heute beispielsweise, dass Kämpfer in Faces und Heels eingeteilt werden. Ein Face, kurz für „Babyface“, ist ein „Guter“, nett, der sich immer an die Regeln hält. Ein Heel dagegen ist „böse“, kämpft unfair und setzt auch verbotene Hilfsmittel ein. Ebenfalls nicht nur echten Fans ist bekannt, dass außer Wrestlern auch zusätzliches Personal wie als „Manager“ auftretende Akteure oder andere Begleiter als Face oder Heel auftreten können.
Obwohl sich allgemein herumgesprochen hat, dass Wrestling-Matches generell gescriptet sind, kennt nicht jede(r) die Details - etwa, dass die Autoren Booker genannt werden, diese alle Storylines und Charaktere festlegen, auch den Ausgang von Matches und gelegentlich besondere Kampfaktionen. In diesem Rahmen können Wrestler durchaus improvisieren, die Stars natürlich mehr als die Anfänger. Der wichtigste Schlüsselbegriff zum Verständnis von Wrestling kann zwar wie alle anderen terminologischen Eigenheiten problemlos im Internet recherchiert werden, das damit gemeinte Konzept ist jedoch komplexerer Natur: Kayfabe.
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Die Herkunft des Begriffs ist unklar, in erster Annäherung lässt er sich als wrestlingspezifische Adaption eines schauspielerischen Verständnisses von Fiktionalität interpretieren. Wie Schauspieler beim Theater agieren Wrestler als Darsteller in einem vorher festgelegten Stück und sollen ein Publikum mit ihrem Spiel überzeugen. Das Gespielte soll nicht gespielt wirken, aber Kayfabe bedeutet viel mehr, weil Wrestling im Vergleich mit konventionellem Theater ein strukturell komplexeres Erlebnis beabsichtigt - und damit fast schon mit avantgardistischem Theater verwandt ist.
Vergleicht man den Wrestling-Ring mit der Theaterbühne, fällt sofort eines auf: Die viel zitierte „vierte Wand“ fehlt. Natürlich fehlt sie allein schon deshalb, weil der Ring in der Mitte des Veranstaltungsortes steht, viel wichtiger ist aber ihr Fehlen im übertragenen Sinn: Ein Teil der Kampfhandlung findet regelmäßig außerhalb des Rings statt, Ansprachen an das Publikum sind ebenso ein zentrales Inszenierungselement wie die Interaktion zwischen Publikum und Ring durch Anfeuern oder Beschimpfen.
Kayfabe meint nicht nur, dass Wrestler und alle anderen sichtbaren Akteure trotz Rollenfestlegung und Storylines so tun, als sei das Geschehen im Ring „echt“, dieses So-tun-als-ob bezieht sich auf alle medialen Gestaltungsmittel (wie z.B. Interviews in Wrestlingshows oder anderem Fernsehen) und schließt sogar im Prinzip das Publikum ein. Einerseits ist „breaking kayfabe“ natürlich ein Illusionsbruch - wenn etwa laut Rollenzuweisung verfeindete Wrestler als Freunde „im wirklichen Leben“ zu sehen sind oder sich ein Wrestler nicht an Absprachen bezüglich eines Matchausgangs hält und sein Gegner dies öffentlich macht. Andererseits gilt für Wrestling natürlich dasselbe wie für alle anderen perfekt produzierten Medienprodukte: Interessant wird es, wenn etwas nicht funktioniert oder ein Akteur aus der Rolle fällt. „Breaking kayfabe“ kann auch neue Aufmerksamkeit erzeugen.
Der Aufstieg des Wrestlings zur Medienattraktion
Der Aufstieg des Wrestlings zu einer Medienattraktion fand in den 1980er-Jahren statt, zentraler Akteur war dabei der Wrestling-Manager Vince McMahon, der 1983 die World Wrestling Federation (WWF) von seinem Vater kaufte. Er modernisierte das Geschäft nicht nur durch die Einbeziehung aktueller Popprominenz und zeitgemäßer Inszenierungsformen, er erkannte auch das Potenzial des damals neuen Kabelfernsehens und der neuen Angebotsform Pay-per-View. Dadurch ließen sich auch bei einer traditionell eher randständigen und lokal verankerten Veranstaltungsart hohe Einnahmen generieren.
Dank eines geschickten Zusammenspiels von Regelsendungen, die das Interesse an der WWF dauerhaft hochhielten, und besonderen (Pay-per-View-) Events machte McMahon die WWF, die nach einer Klage des World Wide Fund For Nature (WWF) heute World Wrestling Entertainment (WWE) heißt, bald zum Marktführer und nach dem Aufkauf des wichtigsten Konkurrenten im Jahr 2001 faktisch zum Monopolisten.
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Bekannte Charaktere und ihre Bedeutung
Eine wichtige Rolle spielten dabei neue Charaktere, deren schrille Kostümierung und übertriebenes Auftreten schon andeuteten, dass es hier nicht um Sport im traditionellen Sinn ging. Ein früher Erfolg war dabei die Figur Hulk Hogan, ein Wrestler im Superhelden-Outfit, der fleischgewordene Incredible Hulk. Und unglaublich war zumindest sein Erfolg: Er löste eine „Hulkamania“ aus und bescherte der WWE hohe Merchandisingerlöse. Zugleich bewies er, wie gut sich Wrestling als Medium symbolischer Erzählungen eignet - und als symbolische Bühne des konservativen Amerikas der Reagan-Zeit.
Den Beginn der „Hulkamania“ markiert ein Match gegen den Iron Sheik, der als symbolischer Stellvertreter des Irans von Ajatollah Chomeini auftrat. Nachdem 1979 die amerikanische Botschaft in Teheran von Anhängern des Ajatollahs besetzt worden war, um die Auslieferung des Schahs zu erpressen, wurden 52 Botschaftsangehörige über ein Jahr lang als Geiseln genommen - eine für die USA äußerst demütigende Episode. Im Match von Hogan gegen den Iron Sheik, das Hogan mit der Unterstützung eines lautstark „USA! USA!“ skandierenden Publikums gewann, konnte dann wenigstens symbolisch Rache geübt werden.
In neuerer Zeit haben sich die Wrestling-Charaktere deutlich verändert, nicht zuletzt, um ein etwas älteres Publikum zu erreichen - Comicfiguren sind kaum noch anzutreffen, stattdessen viele nicht so einfach zu durchschauende Charaktere, die nach eigenen Regeln spielen und leicht zwischen den Rollen „Face“ und „Heel“ wechseln können, wie etwa Stone Cold Steve Austin.
Eines hat sich beim Wrestling jedoch nicht verändert: Egal, welches aktuelle Thema vordergründig in den Matches verhandelt wird, zentral bleibt ein anderes. Wrestling schafft es, gleichzeitig eine Parodie von Männlichkeitskonzepten aufzuführen und Männlichkeitskonzepte beispielhaft zu repräsentieren. Die Spannung zwischen beidem lässt vor allem Angst erkennen - die Angst weißer Männer, dass ihr Panzer und Waffe gewordener harter Körper vielleicht doch nicht ausreichen wird, um ihre Welt zu retten …
Deutsche Wrestler in der WWE
Ludwig Kaiser ist seit heute der erste deutsche Wrestler, der jemals einem Einzelkampf in einem Main Event bei der WWE-Show „RAW“ bestritten hat.… und das gegen niemand anderes als Randy Orton! Eine riesige Ehre für den gebürtigen Pinneberger.
In weniger als zwei Wochen tritt Kaisers „Boss“ Gunther in Berlin bei „Bash in Berlin“ gegen Randy Orton an. Es geht um den World Title, den Gunther erst vor drei Wochen beim „SummerSlam“ erringen konnte. Kaiser wollte bei „RAW“ aber nicht nur zusehen, sondern mischte sich sofort in das Rededuell der beiden zukünftigen Kontrahenten ein.
Leider zog unser deutscher WWE-Star gegen die lebende Legende Randy Orton den kürzeren. Doch Kaiser gehört die Zukunft, vor allem WWE-Boss Triple H hält große Stücke auf den Norddeutschen.
Noch ist nicht klar, ob Kaiser auch bei „Bash in Berlin“ ein Match bestreiten wird. Der erste deutsche Premium Live Event findet am 31. August in der Berliner Uber Arena statt. Folgende Matches sind für „Bash in Berlin“ bestätigt:
- World Titel Match: Gunther vs. Randy Orton
- WWE Titel Match: Cody Rhodes vs. Kevin Owens
- Liv Morgan & Dominik Mysterio vs. Rhea Ripley & Damian Priest
- Strap Match: CM Punk vs. I.
Die Championship Of Wrestling (COW)
WrestlingCorner.de hatte das Vergnügen, den General Manager der noch sehr jungen deutschen Wrestling-Liga COW - Championship Of Wrestling, die im Saarland beheimatet ist, zu sprechen. Alex Wonder: „Ich bin seit 1992 Wrestling-Fan und habe damals mit meinem Vater zusammen an einem Bahnhof eine, ja tatsächlich, Videokassette von der Survivor Series 1991 in die Hand bekommen. Der Main Event war Hulk Hogan gegen The Undertaker und direkt hat mich der Virus gepackt.
Alex Wonder: „Ich war immer totaler HBK Fan, den ich letztes Jahr in London treffen durfte, was ein kleiner Lebenstraum war. DX, The Rock und Steve Austin, früher gab es wirklich viele Helden. Heutzutage Leute wie Cesaro, Dolph Ziggler, Tyler Breeze und große Teile des NXT Rosters. Auch die Euroszene hat viele klasse Leute zu bieten wie Michael Kovac, Murat Bosporus, Crazy Sexy Mike, „Bad Bones“ John Klinger, Sasa Keel, Bam, Farmer Joe, ich müsste der Fairness halber noch einige andere nennen, die zum Teil bei uns waren, aber das würde jeden Rahmen sprengen.
Alex Wonder: „Das ist eine ziemlich witzige Story. Eine der Wrestlerinnen dort ist eine gute Freundin von mir und über sie hat mich deren Booker geaddet und angeschrieben. Er hätte schon viel von mir gehört und ob ich nicht für COW Live kommentieren wolle. Chris habe ich direkt mit ins Boot gebracht, und dann lernte ich den Vorstandsvorsitzenden Stefan Huber kennen. Und wie das so ist, man tauscht sich aus, liegt auf einer Wellenlänge und beginnt Vertrauen aufzubauen. Ich wurde Matchmaker und hatte ein paar Kontakte zu Eurowrestlern und stellte diese her. Ich wurde dann Ringsprecher.
Alex Wonder: „Ja, unser eigener Talentpool ist noch überschaubar, was ich bei einer Promotion die quasi erst seit Ende 2014 Shows macht, aber durchaus normal finde. Und doch haben wir spannende Leute mit dabei. Jester z. B. aber auch Crow, Medi, Crusher, Kevin Steel. Diese Jungs und unsere Mädels lernen fleißig und kommen auch langsam auf dem Radar anderer Ligen. Doug Williams ist natürlich klasse. Aus vielen Gründen ist er ein Gewinn. Die Zuschauer kennen ihn, er kennt das Geschäft und unsere Leute können von seiner reichhaltigen Erfahrung lernen.
Alex Wonder: „Ja, jetzt wo du sie alle auflistest, liest sich das wirklich klasse. Es sind viele bekannte Namen die zum einen den Wrestling-Fan ziehen und dem Event-Fan vor Ort die Spitze unseres Lieblingssportes zeigen. Die Zusammenarbeit mit der, ich sag mal Heimatliga, muss klappen, der Worker muss in die Show passen, bezahlbar sein, auch menschlich zu uns passen und und und. Du siehst, hier kommen viele Faktoren zusammen. Warum es nun soviele sind? Ich hoffe es liegt daran, dass wir alles versuchen als zuverlässiger Partner aufzutreten, weil mir das beidseitig wichtig ist.
Alex Wonder: „Richtig, bisher sind es diese 5 Events. Ob sich noch mehr entwickelt (Saarbrücken ist unsere erste Show, wir wissen nicht - wird es ein Erfolg Ja oder Nein?).
Alex Wonder: „Bernhard ist klasse, das einmal vorneweg. Ein ehemaliger externer Worker stellte mir den Kontakt zu Bernhard her, worüber ich sehr froh war. Wir haben uns geschrieben, ausgetauscht, bei einer anderen tollen Wrestling-Show kennengelernt, ausgetauscht und die Zusammenarbeit entstand. Bernhard weiß extrem viel über das Geschäft, was uns sehr hilft, und er wäre meiner Meinung nach ein Gewinn für jede Promotion.
Alex Wonder: „Die Mitgliedschaft kostet 10€ im Monat und jedermann hat die Möglichkeit jeden Sonntag, an dem 3 Stündigen Training auf Matten in der Nähe von Birkenfeld teilzunehmen. Dies reicht natürlich bei weitem nicht aus, um unsere Leute Ringfertig zu machen. Bei jedem Event bieten wir ein Training mit einem Veteran an (Doug Williams im März, Michael Kovac, Murat Bosporus, Crazy Sexy Mike) und wir laden auch manchmal Trainer zu uns ein. Joe E Legend, Bam, Burchill sowie Murat Kaan gaben schon diverse Seminare.
Alex Wonder: „Die Halle in Birkenfeld fasst 150 Zuschauer, und die hatten wir dankenswerterweise im November auch voll. Und doch wissen wir, wir müssen für jede Show um jeden Fan hart kämpfen. Die allererste Birkenfeld Show im November 2014 hatte ganze 30 Zuschauer. Alle anderen haben sich aber immer um die 100 bis 130 Zuschauer bewegt, was wir klasse finden. Ringside Ticket kostet 15€, wir bieten dazu ein VIP Upgrade an, Reihe 2, 12€ der Rest 10€.
Alex Wonder: „Ja wir werden wahrgenommen, etwas was uns wirklich erstaunt und total freut. Einerseits etwas worüber ich irre dankbar bin, andererseits noch quasi surreal, aber auf jeden Fall cool. Wir wollen Wrestling in dieser Region etablieren. Gerade im Saarland war es Jahrelang gegen Null, was sich die Fans anschauen konnten, nun veranstaltet die wXw hier, und bald auch wir.
Alex Wonder: „Nun eine Euroshow hat zu einer WWE Show einen Unterschied. Du bist soviel näher dran, die Wrestler agieren ganz anders mit dir, und es ist normalerweise kein Problem mit seinem Favorit ein Bild, ein Autogramm und einen Plausch zu bekommen. Das ist uns auch sehr wichtig! Der Eurowrestling Fan ist in der Regel mehr informiert und quasi unbestechlich. Gefällt ihm etwas nicht, dann lässt er es dich direkt wissen und er lässt sich nichts „aufs Auge drücken“. Warum COW? Nun, wir bieten meiner Meinung nach tolle Kämpfe, aber auch einfach nur unterhaltsame Segmente, eine Gesunde Mischung also. Wir haben viele Wrestler aus vielen Ligen bei uns in einer Zusammenstellung, die du mutmaßlich nur bei uns siehst. Dazu haben wir spannende eigene Leute, auf die sich ein Auge zu haben lohnen könnte.
Hans Schmidt: Die Rolle des Bösen
Kaltschnäuzig hatte der Athlet kurz zuvor erklärt, dass ihm Sportlichkeit gar nichts bedeute, er Fans hasse und nur ein Ziel habe: "Ich werde den Titel gewinnen und ihn nach Deutschland zurückbringen, wo er hingehört", ließ Hans Schmidt das amerikanische Fernsehpublikum im August 1953 wissen. Zuvor war der Profi-Wrestler durch Unflätigkeiten aufgefallen. Reporter attestierten ihm Nazi-Gebaren, auch weil er der US-Flagge demonstrativ den Rücken kehrte und stur sitzen blieb, wenn die amerikanische Nationalhymne gesungen wurde.
Acht Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs schockierte Hans Schmidt mit seinem brutalen Verhalten die Öffentlichkeit. Zuschauer forderten Präsident Eisenhower auf, Schmidt auszuweisen. Der Skandal blieb auch der Bundesregierung nicht verborgen. Für deutschstämmige US-Bürger waren die Vorfälle so unangenehm, dass sie um ihren Ruf in der neuen Heimat fürchteten.
Kein Wunder. Denn geboren wurde der Kämpfer zwar tatsächlich 1925, allerdings in Joliette in der kanadischen Provinz Québec - als Guy Larose. Und zunächst war er unter diesem Namen als Sportler recht erfolgreich. Seine seltsame Verwandlung hatte mit dem Fach zu tun, in dem er arbeitete: "Professional Wrestling". Der SPIEGEL beschrieb es als "verachtetes Rummelplatzvergnügen des Catch-as-catch-can" - mehr Show als Sport, darauf ausgelegt, Zuschauer mit fiktiven Charakteren bestmöglich zu unterhalten.
Anfangs war der junge Kanadier Guy Larose der Gute in diesem Spiel, ein Held, ein "Babyface". Bis sein Haupthaar lichter, sein Schädel schon im Alter von 26 Jahren kahl wurde. Wrestling-Shows waren in den USA das Fernsehereignis. Und da fiel der Kanadier 1951 einem Bostoner Promoter ins Auge. Paul Bowser entdeckte in dem 1,93 Meter großen und 110 Kilogramm schweren Glatzkopf mit dem strengen Gesichtsausdruck das ideale Scheusal - für die Rolle des hässlichen Deutschen.
Guy Larose kam die Verwandlung gelegen. In den USA hatte er erleben müssen, wie man über seinen französischen Namen spottete. Fortan mimte er als Hans Schmidt das personifizierte Böse - und zwar überaus überzeugend. Mehr als einmal fand Larose alias Schmidt sein Auto nach der Show mit platten Reifen oder komplett demoliert. Die Polizei musste ihn eskortieren, weil der wütende Mob mit Hutnadeln auf ihn einstach, Zigaretten an ihm ausdrückte oder Feuerzeuge vor seinem Gesicht entzündete.
Dabei war Larose nicht der einzige Wrestler, der einen Deutschen verkörperte. "Kurt von Poppenheim" etwa hieß eigentlich Jake Pappenheim, Nachfahre eingewanderter Wolgadeutscher. Diese Figur wiederum inspirierte 1955 einen Sohn ungarischer Einwanderer, sich als "Karl Von Hess" zum NS-Sympathisanten zu stilisieren. Der Schweizer Edouard Probst, in Europa als Catcher Rene Lasartesse erfolgreich, gab in den USA "Ludwig von Krupp". Und bereits 1939 war der aus Milwaukee stammenden Frank Altinger vom preußisch-stolzen "Hans Schacht" zum Nazi-Verschnitt "Fritz von Schacht" mutiert.
Dennoch war dieser deutsche Rüpel eine Ausnahme: "Schmidt spielte eine Rolle in diesem Phänomen," so Shoemaker, "aber er entwickelte sie zu etwas viel Größerem - die Repräsentation des reinen Bösen." Keiner rührte derart an die offenen Wunden des Zweiten Weltkriegs, befeuerte nationale Vorurteile und das längst nicht ausgeräumte Misstrauen gegenüber den Deutschen.
Bei Veranstaltern wie beim Publikum kam das prächtig an: Der Kanadier konnte sich vor Angeboten kaum retten, stand bis zu acht Mal pro Woche im Ring. Aber warum ausgerechnet als Hans Schmidt? Wer war Hans Schmidt?
Es ist ein Allerweltsname. An welchen Hans Schmidt der Wrestling-Promoter dachte, als er seinen kanadischen Schützling 1951 so nannte, ist nicht überliefert.
Doch genau in diesem Jahr machte vor allem ein Hans Schmidt Schlagzeilen - in Deutschland wie auch in den USA: Als letzter von den Amerikanern zum Tode verurteilter Kriegsverbrecher stieg der frühere SS-Hauptsturmführer Hans Hermann Theodor Schmidt am 7. Juni 1951 in Landsberg am Lech zum Galgen hinauf.
Auf andere Weise zog auch der Wrestler Hans Schmidt große Menschenmassen an - wegen seines gespielten schändlichen Charakters. Dabei marschierte er nicht im Stechschritt, trug keine Hakenkreuzarmbinde. Seine Wirkung als vermeintlicher Nazi war subtiler. Erst in den Sechzigerjahren sah man ihn bei Auftritten gelegentlich mit Wehrmachts-Stahlhelm, als er versuchte, mit Rivalen Schritt zu halten, die zur Provokation des Publikums inzwischen faschistisch salutierten. Für Fotos zeigte dann auch Hans Schmidt den Hitlergruß.
Ein weiteres Jahrzehnt später stieg Larose aus dem Geschäft aus. Statt Ringkampf wurde Tauchen seine neue Leidenschaft: "Es ist ein guter Sport, er ist real - nicht wie Wrestling", sagte er. Mit seiner Familie lebte Larose in Kanada, bis er am 26. Mai 2012 starb. Über seine Karriere sprach er nicht mehr so gern, modernes Wrestling schreckte ihn ab. "Ich schaue es ab und zu im Fernsehen, ärgere mich dann und will es nie mehr sehen! Das ist ein Haufen Clowns", sagte er dem Online-Magazin "Slam!
Zusammenarbeit zwischen Promotions
Nun durch Anschreiben und Fragen, wie es tatsächlich in jedem Fall passiert. Die GWF hat natürlich ein fantastisches Roster und sie waren die ersten namhaften Wrestler, die bereit waren, uns wirklich mit „Starpower“ zu unterstützen. Und das zu einem Zeitpunkt Mitte 2015, wo wir ja nun nicht wirklich richtig weit gewesen waren.
Das hört sich doch gut an und ich finde es toll, dass so eine große Liga wie die GWF euch da wirklich nun schon lange unterstützt. Aber auch mit der wXw pflegt ihr eine kleine Zusammenarbeit. Zuletzt schickte die wXw Leute wie Absolute Andy oder auch Sasa Keel zu euren Shows. Außerdem gab Kim Ray Trainings-Seminare bei euch in Birkenfeld. Wird man auch in der Zukunft immer wieder wXw-Wrestler in der cOw sehen?
Auch die wXw ist dankenswerterweise uns sehr offen gegenüber gewesen. So wie ich auch sagen muss, dass doch die allermeisten Promotions in Deutschland bereit sind, mit jemanden Zusammenzuarbeiten, der seine Zusagen hält und den Eindruck erweckt, wirklich etwas für das Business tun zu wollen. Und so kam es auch zu Gesprächen mit der wXw. Man muss ja neidlos anerkennen, dass die wXw extrem viel erreicht hat, und wir uns natürlich da auch das ein oder andere abschauen können (ohne die eigene Identität dabei zu verlieren).
Anfangs gab es noch die Exklusiv-Verträge bei der wXw, sodass mir natürlich viele Optionen einfach nicht zur Verfügung standen. Aber seit dem Ende dieser Exklusiv-Verträge ergaben sich diese und wurden zum Teil genutzt. Gerne auch in 2017, aber das wird sich dann ergeben, wenn es akut wird. Die Trainingshilfe hat uns auch sehr gefreut und weiter geholfen. Kim Ray hatte eine unglaubliche Akzeptanz unserer Schüler - und das von Anfang an.
Ich bin tatsächlich großer Fan von Ken Anderson und habe Ihn über die sozialen Netzwerke angeschrieben. Wir haben uns über Termin-Konditionen und Umfang des Bookings abgestimmt - und fertig war es. Hier hilft natürlich auch, dass Ken einen Tag später im Norden in Lübeck bei der IPW ist, die meiner Meinung nach eines der aktuell spannendsten...
