Hier findest du alles, was du für die Prüfungen vom 10. KUP bis zum 9. DAN wissen musst. KUP bezeichnet die Schüler-Grade mit den farbigen Gürteln. Die Schwarzgurt-Prüfungen beginnen mit dem 1. DAN (bzw. I. DAN).
Die KUP-Grade
Das Gurtsystem ist unterteilt in KUP-Grade (die 10 Farbgurtstufen) und DAN-Grade (Schwarzgurtränge). Die KUP-Grade werden von 10 bis 1 rückwärts nummeriert, die DAN-Grade vorwärts gezählt. Der ersten Gurt ist der Weißgurt (10. Kup). Er wird beim Eintritt in die Schule verliehen, der Lehrer gibt dem neuen Schüler damit einen "Vertrauensvorschuss". Mit der Prüfung zum weiß-gelben Gurt (9. KUP) bestätigt der zweite Weißgurt, oder auch der weiß-gelbe Gurt genannt, dem Träger, dass er seinen Gurt nicht ohne Grund trägt. Da er den Gürtel mit der Anmeldung in der Schule ohne Prüfung überreicht bekommen hat, beweist er nun, dass er würdig ist, ihn auch zu tragen. Im Taekwon-Do bekommt man nichts "geschenkt" sondern erarbeitet sich alles - also auch den Weißgurt. Nach etwas über einem Jahr regelmäßigen Trainings steht man mit der Prüfung zum grün-blauen Gurt (5. KUP) an der Schwelle zu den Fortgeschrittenen. Auch hier gibt es bis zum rot-schwarzen Gurt (1. KUP) weitere Stufen zu erklimmen.
Mindestens fünf Jahre aktive Trainingszeit sind die Regel für die Prüfung Schwarzgurt, dem I. DAN. Dieser stellt den Eintritt in die Meisterklasse dar, die ebenfalls in fünf Stufen bis zum V. DAN unterteilt ist. Um mit dem 5. DAN die letzte Stufe technischen Könnens zu erreichen, muss man mindestens 25 Jahre aktiv trainiert haben. Das erreichen dieses Grades markiert den offiziellen Abschluß der Ausbildung unter dem seinem Lehrmeister. Diese letzte Prüfung markiert den Übergang zur Meisterschaft.
Die farbigen Gurte der Schüler geben einen Überblick über die zu erwartenden Fähigkeiten des einzelnen Schülers. Dies erleichtert auf Lehrgängen und im Training die Partnerzuweisung. Des Weiteren dienen die Gurtfarben als Motivation für den Schüler, fleissig zu bleiben um die nächste Stufe zu erreichen. Der begehrte Schwarzgurt lässt sich schließlich nur durch kontinuierliches Training über einen langen Zeitraum erreichen.
Um nun Stufe für Stufe weiterzukommen und den entsprechenden Gurt tragen zu dürfen, muss der Schüler das erforderliche Können in einer Gürtelprüfung präsentieren können. Die Zeitabstände zwischen den einzelnen Prüfungen betragen je nach Stufe zwischen drei Monate und mehrere Jahre.
Lesen Sie auch: Was ist der Unterschied?
Prüfungsinhalte im Detail
- 9. KUP, weiß-gelber Gürtel
- Hyong
- 1 Kick Sparring
- Bruchtest mit Yop Chagi
- Vorbereitungszeit: keine
- 8. KUP, gelber Gürtel
- Hyong
- 2 Kick Sparring
- Bruchtest mit 180 Grad Pandae Chagi
- Vorbereitungszeit: ca. 1-2 Monate
- 7. KUP, gelb-grüner Gürtel
- Hyong
- 2 Kick Sparring
- Bruchtest mit Tymien Ap Chagi (hinteres Bein kickt)
- Vorbereitungszeit: ca. 1-2 Monate
- 6. KUP, grüner Gürtel
- Hyong
- Ilbo Taeryon aus der Grundstellung Chongul (3 Techniken)
- Freikampf
- Bruchtest mit 180 Grad Tymien Pandae Chagi
- Vorbereitungszeit: ca. 1-2 Monate
- 5. KUP, grün-blauer Gürtel
- Hyong
- Ilbjo Taeryon aus der Grundstellung Chongul (5 Techniken)
- Freikampf
- Bruchtest mit 180 Grad Tymien Tollyo Chagi aus der Kampfstellung (Absprung mit beiden Beinen gleichzeitig)
- Vorbereitungszeit: ca. 1-2 Monate
- 4. KUP, blauer Gürtel
- Hyong
- Ilbo Taeryon aus der Grundstellung Chongul (5 Techniken)
- Freikampf
- Bruchtest mit 180 Grad Sudo Rückwärts und Tymien Twist Pandae Chagi
- Vorbereitungszeit: ca. 1-2 Monate
- 3. KUP, blau-roter Gürtel
- Hyong
- Ilbo Taeryon aus der Grundstellung Chongul (5 Techniken)
- Freikampf
- Bruchtest mit Yok Sudo und 360 Grad Pandae Chagi
- Vorbereitungszeit: ca. 1-2 Monate
- 2. KUP, roter Gürtel
- 8. und 9. Hyong
- Ilbo Taeryon aus dem Freikampf heraus
- Freikampf
- Hosinsul mit Hebeltechniken: Fassen 1 Arm und 2 Arme, Würgen von vorne und hinten, Klammern, Dobok fassen
- Bruchtest mit 180 Grad Tollyo Chagi aus der Kampfstellung - Fuß halten - 180 Grad Tymien Pandae Chagi
- Vorbereitungszeit: ca. 1-2 Monate
- 1. KUP, rot-schwarzer Gürtel
- 10. Hyong
- Ilbo Taeryon aus dem Freikampf heraus
- Freikampf
- Freikampf mit integriertem Bruchtest
- Abwehr gegen Angriffe frei gewählte Handtechniken (1 Gegner)
- Hosinsul mit Hebeltechniken gegen frei gewählte Angriffe
- Bruchtest mit 360 Grad Tymien Tollra Tollyo Chagi und Tymien Twist Pandae Chagi
- Vorbereitungszeit: ca. 1-2 Monate
Die DAN-Prüfungen
Der Prüfer muss selbst mindestens den 4. DAN-Grad erreicht haben, um DAN-Prüfungen abzuhalten. Ab dem 2. DAN muss der Prüfer mindestens 2 DAN-Grade über dem Prüfling liegen.
- 1. DAN, schwarzer Gürtel (Meisterschüler-Grad)
- Einmalig bei der Prüfung zum 1. DAN: 1. bis 12. Hyong
- Er wird bei folgenden Prüfungen nicht ausgetauscht.
- 2. DAN, schwarzer Gürtel (Meisterschüler-Grad)
- 1. bis 14. Hyong
- 12. Hyong im Kampf
- 3. DAN, schwarzer Gürtel (Meisterschüler-Grad)
- 1. bis 16. Hyong
- 14. Hyong
- 4. DAN, schwarzer Gürtel (Meister-Grad)
- 1. bis 16. Hyong
- Weitere Inhalte nach Absprache mit den Großmeistern
- 20 Lehrgänge im Mitgliedsausweis
- Leitung einer eigenen Taekwondo-Schule erforderlich
- Vorbereitungszeit: ca. 2-3 Jahre
- 5. bis 9. DAN, schwarzer Gürtel (Meister-Grad)
- Mit dem Erreichen des 5. DAN ist das technische Prüfungssystem komplett durchlaufen.
- Der Systemgroßmeister entscheidet darüber, ob höhere DAN-Grade nach speziellen Kriterien teils geprüft oder für besondere Verdienste verliehen werden.
- Der höchste DAN-Grad, der im Taekwondo weltweit verliehen wird, ist der 9. DAN.
- 10. DAN, schwarzer Gürtel
- Der 10. DAN im Taekwondo existiert zu jeder Zeit nur einmal auf der Welt und wird dem Präsidenten der WTF (World Taekwondo Federation) ehrenhalber verliehen.
Die Rolle der Gurte im Training
Die farbigen Gurte der Schüler geben einen Überblick über die zu erwartenden Fähigkeiten des einzelnen Schülers. Dies erleichtert auf Lehrgängen und im Training die Partnerzuweisung. Des Weiteren dienen die Gurtfarben als Motivation für den Schüler, fleissig zu bleiben um die nächste Stufe zu erreichen. Der begehrte Schwarzgurt lässt sich schließlich nur durch kontinuierliches Training über einen langen Zeitraum erreichen.
Funktionen des Gürtels
Das sichtbar zur Schautragen des Ranges ist nur vordergründig der Sinn der Gurte ("Ty") im Unterricht. Viel wichtiger ist der funktionelle, gesundheitliche Aspekt des Gurttragens: zwei fingerbreit unter dem Bauchnabel liegt der Körperschwerpunkt, in den asiatischen Quellen "Hara" (jap.) bzw. "Ha bog bu" genannt. Nach der Auffassung der Traditonellen Chinesischen Medizin (TCM) und vergleichbarer Lehren wird dort die Lebenskraft (Chi) erneuert und sozusagen gespeichert. An dieser Stelle und mit dem richtigem Druck gebunden, hilft der Gürtel dabei, den gesamten Körper blitzartig anzuspannen - um zum Beispiel einen Tritt gezielt auszuführen oder um einen Treffer „einzustecken“.
Die Herkunft der Gurtfarben
Um 1965 gab es im Taekwon-Do nur vier Gürtelfarben: weiß, blau, rot (braun) und schwarz. Diese Farben spiegelten die südkoreanische Flagge und Aristokratie wieder. Um 1972 wurden die Schülerfarben schließlich um gelb und grün ergänzt.
Die Graduierungs- beziehungsweise Gürtelsysteme der Kampfsportarten sind erst im 19. Jahrhundert entstanden und wurden erstmals vom Kanō Jigorō, dem Begründer des Judo eingeführt.
Lesen Sie auch: Die Bedeutung von Taekwondo Poomsae
Bedeutung der einzelnen Gurtfarben
- Der gelbe Gürtel steht für fruchtbaren Erdboden, auf dem Wissen und Können gedeihen sollen.
- Der grüne Gurt steht für den Sproß, die dem bestellten Boden entspringt und Richtung Sonne zur Pflanze heranwächst.
- Der blaue Gürtel steht für den Himmel und somit sinnbildlich für eine Grenze. Der Schüler muss nun zeigen, dass er in der Lage ist, Höheres anzustreben und auch zu erreichen.
- Der rote Gürtel repräsentiert die Sonne, von der schon eine große Kraft ausgeht, dient dem Schüler aber auch als Signal. Er steht nun kurz davor, Meister zu werden, und wird angehalten, sich noch intensiver und ausdauernder mit der Kampfkunst zu beschäftigen.
- Schwarz ist die Farbe der Meister und im Training diesen vorbehalten. Schwarz als Symbol für das Weltall vereinigt alle anderen Farben in sich und ist somit die stärkste von allen. Schwarz symbolisiert die Autorität, das Wissen und die Erfahrung der Meistergrade.
Die Schwarzgurtstufen
Die Träger des 1. bis 4. DAN gelten als Meisterschüler. Sie sollen Schritt für Schritt auch an die Kunst des Lehrens herangeführt werden. Im Training übernehmen sie Aufgaben und stehen Anfänger für Fragen zur Verfügung. Mit dem 4. DAN ist Experte der Kampfkunst und in der Lage, alle Gurtfarben auszubilden und zu fördern. Aktive, die sich im Taekwon-Do durch großes Engagement und lange, beharrliche Arbeit verdient gemacht haben (Richtwert: mindestens 15 Jahre), können zum IV. DAN geprüft werden.
Träger des 5. DAN und höher werden mit dem Titel Sabum-Nim bezeichnet. Dieser Begriff lässt sich am ehesten als "Vorbildlicher Lehrer" übersetzen. Hierzulande wird für diese Stufe auch die Bezeichnung "Meister" oder gar "Großmeister" verwendet.
Mit dem 5. DAN ist die Ausbildung im traditionellen Taekwon-Do vollständig durchlaufen. Alle technischen und geistigen Fähigkeiten des Taekwon-Do sind beim Träger dieser Stufe umfänglich vorhanden. Charakterlich soll er als Vorbild im Sinne der Kampfkunst gelten. Der 5. DAN ist üblicherweise ein täglich unterrichtender Lehrer der Kampfkunst, der Schüler erfolgreich zum Schwarzgurt führen und und auch darüber hinaus ausbilden kann. Der Titel eines 5. DAN lautet Sabeom (사범), das man am besten mit "Lehrmeister" oder "vorbildlicher Lehrer" übersetzen kann.
Höhere DAN-Grade
Wie im obigen Abschitt ausgeführt, ist mit dem V. DAN ist die technische Ausbildung im traditionellen Taekwon-Do vollständig durchlaufen. Es existieren jedoch noch DAN Graduierung über den V. Diese setzen keine technische Steigerung mehr im klassischen Sinne voraus und haben eher den Charakter einer Verleihungszeremonie. Eine formelle Prüfung findet jedoch trotzdem statt. Der Anwärter auf den hohen DAN-Grad zeigt sein Können im Rahmen seiner Schüler.
Das Erlangen dieser Graduierungen setzt neben einer angemessenen Wartezeit und repräsentativer Leistung aber ein besonderes Engagement im Taekwon-Do voraus. Dazu gehören insbesondere überregionale oder internationale Lehrtätigkeit oder sonstige besondere Verdienste um die Verbreitung der Taekwon-Do Kampfkunst. Diese sehr hohen DAN-Grade werden in großen Verbänden auch genutzt, um eine funktionelle Hierarchie unter den Meistern herzustellen.
Lesen Sie auch: Umfassender Test: Daedo Taekwondo Schuhe
