Wrestling ist eine Mischung aus Action, Sport und Seifenoper, die das Publikum begeistert. Doch manchmal wird aus der bunten Show bittere Realität, wenn Unfälle zu schweren Verletzungen oder gar zum Tod führen. Obwohl die Kämpfe choreografiert und abgesprochen sind, bleibt Wrestling ein riskanter Sport, bei dem falsch ausgeführte Aktionen verheerende Folgen haben können.
Tragische Todesfälle im Ring
Die Wrestling-Welt hat in der Vergangenheit schmerzliche Verluste erlebt. Am vorigen Wochenende verlor die Wrestling-Welt den mexikanischen Superstar Hijo Del Perro Aguayo (35) - an den Folgen eines Kampfes.
Ein weiteres tragisches Beispiel ist der Tod des mexikanischen Wrestlers Silver King, der während eines Auftritts in London im Ring starb. Augenzeugen berichteten, dass zunächst Verwirrung herrschte, ob der Vorgang zur Show gehörte, bis klar wurde, dass es sich um einen Notfall handelte.
Auch der Tod von "Perro" Aguayo Jr. erschütterte die Wrestling-Gemeinde. Er liebte die Show, er zelebrierte sie seit über 20 Jahren - nun ist Wrestling-Ikone Pedro Perro Aguayo Junior sein Beruf zum Verhängnis geworden.
Am 13. November 2005 wurde Eddie Guerrero tot in seinem Hotelzimmer gefunden. Die Obduktion ergab als Todesursache ein Herzversagen.
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Die Liste der Wrestler, die frühzeitig an einem Herzinfarkt starben, ist lang und prominent: Eddie Guerrero wurde nur 38 Jahre alt, Yokozuna 34, der British Bulldog 39 Jahre. Der Ultimate Warrior († 54), Rick Rude († 40), der Macho Man († 58) und auch Roddy Piper († 61).
Erhöhtes Sterberisiko
Laut einer Studie haben Wrestler im Alter zwischen 45 und 54 Jahren ein dreimal höheres Sterberisiko als normale Menschen.
Schwere Verletzungen und ihre Folgen
Neben den tragischen Todesfällen gibt es zahlreiche Beispiele für Wrestler, deren Karrieren durch schwere Verletzungen beeinträchtigt oder sogar beendet wurden.
Darren Drozdov
Darren Drozdovs Wrestling-Karriere war leider nur von kurzer Dauer. Bereits ein Jahr später musste er aufgrund eines Unfalls im Ring seine Karriere beenden. Es war der 5. Oktober 1999, als er gegen D-Lo Brown antrat. Dieser wollte an Drozdov eine Powerbomb ausführen. Leider ging die Aktion schief, Drozdov landete auf dem Nacken. Die Folge: Querschnittslähmung. Seit diesem Unglück sitzt Darren Drozdov im Rollstuhl.
Owen Hart
Dennoch sollte das Schicksal am 23. Mai 1999 in Kansas City hart zuschlagen. Bei einer live im TV übertragenen Großveranstaltung sollte er als „Blue Blazer“ (verkleidet und mit einer Maske) mit einer Sicherung langsam von der Hallendecke in den Ring schweben. Als es zum geplanten Stunt kommen sollte, verlor Owen Hart (da er eine Maske trug) die Orientierung und löste aus Versehen die Sicherung. Daraufhin stürzte er aus 24 Metern von der Hallendecke herab und prallte auf die Ringecke. Zwar stürmten sofort die Sanitäter zum Unglücksort, gerettet werden konnte Hart jedoch nicht. Eine Stunde nach dem Unglück überbrachten die WWE-Kommentatoren dem TV-Publikum die Nachricht, dass Owen Hart seinen Verletzungen erlegen ist. Owen Hart hinterließ eine Ehefrau und zwei Kinder.
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„Stone Cold“ Steve Austin
Steve Austin traf beim SummerSlam (nach Wrestlemania die zweitgrößte Show des Jahres) auf Owen Hart. Vor dem Match einigten sich beide, dass Owen an Austin am Ende des Kampfes einen „Tombstone Piledriver“ ausführen würde - jedoch dabei nicht auf den Knien landen wird, sondern auf seinem Hintern. Nach 16 Minuten kam es zu der spektakulären Aktion - die Steve Austin das Genick brach. Da Owen Hart auf dem Hintern landete, krachte Austins Kopf direkt auf den Ringboden. Jedoch sorgte diese Verletzung für jahrelange Schmerzen bei Austin, weswegen er 2003 seine Karriere frühzeitig beenden musste.
Brock Lesnar
Es war der Höhepunkt der 19. Ausgabe von Wrestlemania, als er gegen Kurt Angle um den WWE-Titel antrat - und Lesnar wollte das Match nach 20 Minuten mit einer besonderen Aktion abschließen: einer „Shooting Star Press“. Leider lag Kurt Angle zu weit weg von der Ringecke, sodass Lesnar sehr weit springen musste. Genau das wurde ihm zum Verhängnis. Zum Glück zog er sich „nur“ eine schwere Gehirnerschütterung zu und konnte das Match sogar nach wenigen Minuten wie vereinbart gewinnen. Wie Lesnar später in seiner Biografie verriet, verlor er für einige Augenblicke komplett die Orientierung und kann sich auch heute nur noch schemenhaft an die Aktion erinnern.
Sabu
Seine wohl kritischste Verletzung zog er sich 1994 in einem Kampf mit Chris Benoit zu. Durch einen missglückten Move landete Sabu genau auf dem Kopf und brach sich das Genick. Seiner Karriere hat diese Verletzung nicht geschadet - im Gegenteil. Noch heute steigt Sabu für kleinere Ligen in den Ring.
Sid
Auf Anraten der WCW-Bosse sollte Sid einige neue Aktionen zeigen - also sprang er während des Kampfes vom zweiten Seil und trat mit dem rechten Bein ins Gesicht seines Gegners. Nur leider kam das linke Bein nicht auf dem Boden auf, wie es sollte - es knickte weg und brach entzwei. Sid brach sich das Bein an mehreren Stellen. Einer seiner Knochen stieß sogar durch die Haut. Trotz dieser schlimmen Verletzung stieg Sid nach einer mehrmonatigen Pause wieder in den Ring.
Die Schattenseiten des Erfolgs
Der Druck, im Wrestlinggeschäft erfolgreich zu sein, ist enorm. Viele Wrestler greifen zu Schmerzmitteln, um den hohen körperlichen Anforderungen standzuhalten. Dies kann jedoch zu Abhängigkeit und gesundheitlichen Problemen führen.
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Der Tod von Eddie Guerrero führte zu einer Diskussion über die Drogenpolitik der WWE. In der Folge wurden Maßnahmen ergriffen, um die Gesundheit der Mitarbeiter besser zu schützen.
Trotz der Risiken und Gefahren bleibt Wrestling eine faszinierende Sportart, die Millionen von Menschen weltweit begeistert. Es ist jedoch wichtig, sich der potenziellen Risiken bewusst zu sein und die Bemühungen um mehr Sicherheit und Gesundheitsschutz zu unterstützen.
