Judoka tragen eine weite Baumwollhose (Zubon) und darüber eine weite, halblange Jacke (Uwagi) aus Baumwolle, die durch einen farbigen Gürtel (Obi) zusammengehalten wird. Als Judogi bezeichnet man den gesamten Judo-Anzug, dieser sollte gut passen, also nicht zu groß aber auch nicht zu klein und außerdem sauber sein. An der Gürtelfarbe kann man den Ausbildungsstand des Judoka erkennen. Nach entsprechender Trainingszeit kann er eine Prüfung vor einer Prüfungskommission ablegen.
Bestandteile des Judoanzugs
Üblicherweise besteht ein Judoanzug aus drei Komponenten:
- Uwagi: der Jacke
- Zubon: der Hose
- Obi: dem Gürtel
Alles drei zusammen ergibt den Judo-Anzug.
Das klassische Design des Judoanzugs leitet sich aus der traditionellen japanischen Unterwäsche ab, die unter dem Kimono getragen wurde.
Materialien und Stoffgewicht
Judoanzüge werden für gewöhnlich aus Baumwolle oder Mischgewebe gefertigt, in der Regel weisen diese eine Reiskornwebung auf. Das entscheidende Qualitätsmerkmal eines Judo Anzugs ist das Stoffgewicht und zwar in Gramm pro Quadratmeter (kurz g/qm oder englisch gsm). Dabei sind 300, 350, 450, 550, 650, 750, 850 oder auch 950 gängige Werte.
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Je schwerer der Anzug ist, desto fester ist der Stoff der Jacke. Schwere Anzüge werden gerne für Wettkämpfe getragen. Eine richtige Judojacke hat eine geriffelte Struktur, welche auch als Reiskornwebung bezeichnet wird.
Beim Judoanzug spricht man oft von einer Reißkornwebung. Die Reißkornwebung ist eine besondere Art, um Stoffe zu weben. Bei der Webung entsteht einer sogenannter Reißkorneffekt. Dies sieht man deutlich am Judoanzug.
Hierbei ist aber nur die Judoanzug Jacke mit Reißkornwebung. Die Reißkornwebung ermöglicht im Gegensatz zu einer normalen Webung eine dickere Webung. Außerdem ist der Stoff stabiler. Besonders wichtig ist bei dieser Webart aber, daß der Judoanzug eine bessere Griffigkeit hat, was beim Judosport besonders wichtig ist.
Auswahl des richtigen Judoanzugs
Welcher Judoanzug zu Dir passt hängt unter anderen davon ab welchen Trainingsstand Du hast. Für den Einstieg reicht ein leichter Judoanzug mit einem Stoffgewicht von nicht mehr 400 gr/m². Bei einem schweren Stoff wird das Training gerade für Einsteiger zu anstrengend und man verliert die Lust am Weitermachen. Gerade ein Judoanzug für Kinder sollte nicht zu schwer sein, da das Hohe Gewicht, die Bewegungsfreiheit einschränkt eine gewisse Kondition, die in den meißten Fällen erst aufgebaut wird, voraussetzt.
Für Fortgeschrittene Judoka gibt es die Wettkampfanzüge, welche sich durch Stoffstärken von mehr als 500 gr./m² auszeichnen. Ebenso sind diese in den Wettkampffarben in Weiß und in Blau erhältlich.
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Empfehlungen für Anfänger
Anfänger bzw. "Schnupperer" sollten einen reißfesten Trainingsanzug ohne Reisverschlüsse oder Knöpfe anziehen und warme Socken oder Hausschuhe zum Training mitbringen. Wenn ein ernsthaftes Interesse am Kampfsport besteht, muss die allgem.
Größenangaben und Passform
Die Größenangaben der Judoanzüge orientieren sich grundsätzlich an der Körpergröße des Judoka. Dabei gibt es je nach Anzug und Hersteller Größenschritte in 10 cm oder in 5 cm, sowie die Schnittvarianten M (Normaler Schnitt) und S (Schlanker Schnitt Slimfit). Sollte der Judoka also eine Körpergröße von 1,53 Meter empfehlen wir grundsätzlich die Größe 150 bei einem Einsteigeranzug. Den Wettkampfanzug empfehlen dann in der Größe 155S bzw. M.
Bei jeden Judoanzug findest du die passende Größentabelle gleich neben der Artikelbeschreibung.
Was die Größenangaben angeht, so bestehen diese bei den Judoanzügen zumeist aus Zentimeter-Angaben. Das Beste ist es, zur Wahl der richtigen Größe, nach der vorigen Berücksichtigung des Anzug-spezifischen Einlaufverhaltens, die Körpergröße des Kindes zu ermitteln und diese dann auf die nächste Zehnerstelle aufzurunden. Dabei handelt es sich um die sicherste Methode, denn ein etwas zu großer Anzug lässt sich in der Regel „einschrumpfen“.
Farben der Judoanzüge
Es gibt weisse und blaue Judoanzüge. Für den Wettkampf empfiehlt es sich, sowohl einen weissen als auch einen blauen Judo Anzug zu haben. Im Judo Wettkampfsport trägt ein Kämpfer einen weissen Judoanzug. Der zweite aufgerufene Kämpfer trägt in der Regel einen blauen Judoanzug.
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Im Handel werden die unterschiedlichsten Farben für Judoanzüge angeboten, jedoch bringt das keinen Unterschied im Können des Trägers zur Geltung, wie das beim Gürtel der Fall ist. In der Regel ist der Judoanzug weiß, aber auch blau kann hin und wieder gefunden werden. Welche Farbe ihr wählt, ist ganz euch überlassen.
Judogürtel und ihre Bedeutung
Zum Anzug wird ein Gürtel, auch Obi genannt, in der Farbe getragen, welche den Rang des Sportlers widerspiegelt. Der Gürtel wird zweimal um die Hüfte geschlungen und mit einem Spezial-Knoten befestigt.
Die verschiedenen Gürtelfarben und ihre Bedeutungen sind von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung des Schülers im Judo.
Judogürtel zeigen den Leistungsstand des Trägers. Nach dem weißen Gürtel kommen dann z. B.
Die Gürtelfarben im Judo und ihre Bedeutung:
- Weißer Gürtel (9. Kyu): Symbolisiert den Anfang des Judo-Trainings, Unschuld und Reinheit des Geistes.
- Weiß-gelber Gürtel (8. Kyu)
- Gelber Gürtel (7. Kyu): Zeigt die erste Stufe des Fortschritts an, steht für die aufgehende Sonne und das erlangte Wissen.
- Orangefarbener Gürtel (5. Kyu): Symbolisiert die Dämmerung und die sich entwickelnde Kraft im Schüler.
- Grüner Gürtel (3. Kyu): Steht für Wachstum und Reife im Judo, solides Verständnis für grundlegende Techniken.
- Blauer Gürtel (2. Kyu): Repräsentiert die Verbindung des Himmels mit dem Meer, Tiefe des Wissens und der Fähigkeiten.
- Brauner Gürtel (1. Kyu): Symbolisiert Fruchtbarkeit und die Wurzeln, die der Schüler in seiner Ausbildung geschlagen hat.
- Schwarzer Gürtel (1. Dan und höher): Höchste erreichbare Gürtel im Judo, steht für Meisterschaft und Autorität.
IJF-Zulassung für Wettkämpfe
Judoanzüge bzw. Judogi in Wettkampfqualität benötigen eine IJF Zulassung, sobald man an öffentlichen Wettkämpfen der International Judo Federation und des DJB (Deutscher Judo Bund) teilnimmt. Diese Profi Judoanzüge entsprechen den Vorgaben der IJF zur Qualität, Positionen von Labels, Stoffqualität, Schnittmuster und Größenvorgaben.
Die Wettkampfzulassung erkennt man an dem gut sichtbaren Label IJF approved (Approved Judogi) am Judoanzug (Judojacke, Judohose und Judogürtel).
Pflegehinweise für Judoanzüge
Generell ist es empfehlenswert, den Anzug bei den ersten fünf bis 10 Mal bei 30 Grad zu waschen und danach auf der Leine zu trocknen. So kann ein zu starkes Einlaufen verhindert werden.
Ist der Judoanzug dann in dem normalen Trainingsbetrieb, dann kann die normale eingenähte Waschanleitung befolgt werden und hier sind in der Regel 60 Grad angegeben, um eine gute Hygiene zu gewährleisten. Zudem sollte auf Weichspüler verzichtet werden, denn diese schwächen das Material auf die Dauer und der Gegner findet einen deutlichen festeren Griff.
Grundsätzlich sollte der Judoanzug gewaschen werden, wenn er nach dem Training durchgeschwitzt ist.
Wo kann man Judoanzüge kaufen?
Im Onlineshop von kwon.de finden Sie eine große Auswahl von Judoanzügen in unterschiedlichen Größen, Farben und Stoffausführungen.
