Tragödien im Wrestling: Todesfälle im Ring und ihre Hintergründe

Wrestling ist eine spektakuläre Mischung aus Schaukampf, Theater und Stunts. Die Menschen, die das durchführen, beherrschen einen riskanten und fordernden Job, der auch Quereinsteiger aus klassischen Sportarten überfordern kann.

Im Ring herrscht bei den Showkämpfen das große Drama: Siege, Niederlagen und bittere Enttäuschungen. Doch die echten Tragödien finden im realen Leben statt.

Der Tod von Silver King im Ring

Ein besonders tragisches Beispiel ist der Tod des Wrestlers Silver King. Er starb mit 51 Jahren im Ring bei einem Kampf an einem Herzinfarkt. Obwohl er bereits bewusstlos war, prügelte der Gegner weiter auf ihn ein, da alle dachten, es sei Teil der Show. Erst Minuten nachdem er zu Boden ging, griffen die Ringrichter ein.

Der Vorfall ereignete sich am Samstag, und zunächst hatten die Zuschauer gedacht, dass es sich um Schauspielerei handeln könnte - doch dem war nicht so. Kollegen wie Chris Jericho machten ihre Trauer öffentlich.

Bei dem Kampf sollten Zuschauer zeitweise das Gefühl gehabt haben, dass es geplant gewesen war, dass King zunächst zu Boden ging und dann auch noch von seinem Gegner attackiert wurde. Erst nach einigen Minuten erkannten die Ringrichter den Ernst der Lage und starteten Wiederbelebungsversuche - vergeblich.

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Silver King, mit bürgerlichem Namen César Barrón, war bei einem Kampf der „Lucha Libre AAA Wordwide“ im Londoner Roundhouse angetreten. Bei der Veranstaltung schlüpfte Silver King in seine Rolle „Ramses“ - als Ramses hatte er in der Hollywood-Komödie „Nacho Libre“ 2005 neben Jack Black gespielt.

Nachdem der Wrestler bei dem Kampf zu Boden gegangen war, hatte sein Kontrahent ihn sogar noch kurzzeitig attackiert - wohl ausgehend davon, dass es sich um einen Teil der Show handele. Auch der Ringrichter habe zuerst nicht reagiert.

Mehrere Wrestler und der Ringrichter eilten nach etwa zwei Minuten zum Ring, starteten auch Wiederbelebungsversuche - erfolglos.

Weitere tragische Wrestling-Unfälle

Einen der tragischsten Wrestling-Unfälle hatte es 1999 gegeben. Der Superstar der damaligen WWF (heute WWE), Owen Hart, hatte sich bei einer Großveranstaltung von der Decke in den Ring ablassen wollen. Dabei war er nicht ausreichend gesichert - er stürzte ab und erlag dann seinen Verletzungen.

Weitere Beispiele für schwere Unfälle und deren Folgen sind:

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  • Darren Drozdov: Erlitt Querschnittslähmung nach missglückter Powerbomb.
  • „Stone Cold“ Steve Austin: Brach sich das Genick durch eine falsch ausgeführte Aktion, was zu jahrelangen Schmerzen und dem frühen Karriereende führte.
  • Brock Lesnar: Zog sich eine schwere Gehirnerschütterung bei dem Versuch einer "Shooting Star Press" zu.
  • Sabu: Brach sich das Genick nach einem missglückten Move.
  • Sid: Brach sich das Bein an mehreren Stellen bei einem Sprung vom zweiten Seil.

Die Tragödie der Familie Von Erich

Die Familie Von Erich war real - und von vielen Tragödien gezeichnet. Jack Adkisson (so der echte Name der Familie) leitete in Texas in den 80er Jahren eine eigene Liga, die WCCW. Fünf seiner sechs Söhne wurden selber zu Wrestlern und erlangten einen riesigen Bekanntheitsgrad. Der sechste Sohn (Jack Jr.) kam bereits im Alter von sechs Jahren bei einem Stromunfall ums Leben. Seine anderen Söhne (Kerry, Kevin, David, Mike und Chris) stiegen alle ins Wrestlinggeschäft ein und kämpften in der Liga des Vaters. Das Schicksal der Familie Von Erich ist von vielen Verlusten geprägt.

  • David: Starb im Alter von 25 Jahren an einer verschleppten Magen-Darm-Entzündung.
  • Mike: Setzte seinem Leben im Alter von 23 Jahren mit einem Mix aus Medikamenten und Alkohol ein Ende.
  • Chris: Nahm sich im Alter von 22 Jahren mit einem Kopfschuss das Leben.
  • Kerry: Beging im Alter von 33 Jahren auf der Farm seines Vaters Selbstmord.
  • Kevin: Ist der einzige der Von Erich-Söhne, der noch lebt.

Der Fall Chris Benoit

Ein besonders erschütterndes Beispiel ist der Fall von Chris Benoit. Er galt als einer der technisch besten Wrestler der Welt. Doch dieses Bild sollte erschüttert werden.

Als Benoit am 24. Juli 2007 zur WWE-Veranstaltung „Vengeance: Night of Champions“ (2007) für sein geplantes Match gegen CM Punk nicht auftauchte, sorgten sich die Offiziellen und Wrestlerkollegen um das Wohlergehen von Chris Benoit und alarmierten die Polizei. Diese machte am folgenden Tag im Wohnhaus der Familie eine schreckliche Entdeckung: Chris Benoit, seine Ehefrau Nancy (43) und ihr gemeinsamer Sohn Daniel (7) waren tot.

Wie die Ermittler bekannt gaben, beging Chris Benoit selbst die Tat. So habe er am Freitag zunächst seine Frau erdrosselt, am folgenden Samstag sein Kind erstickt, bevor er sich am Sonntag in seinem Keller das Leben nahm.

Die Untersuchungen ergaben, dass Chris’ Gehirn zum Zeitpunkt des Todes den Zustand eines 85-jährigen Alzheimer-Patienten aufwies - als Folge von etlichen Gehirnerschütterungen, die Benoit im Laufe seiner Karriere erlitten hatte.

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Weitere Tragödien im Wrestling

Weitere Beispiele für tragische Todesfälle im Wrestling sind:

  • Dino Bravo: Wurde in seinem Haus erschossen aufgefunden.
  • Bruiser Brody: Wurde von einem Wrestling-Kollegen erstochen.
  • „Macho Man“ Randy Savage: Starb an einem Herzanfall hinter dem Steuer seines Autos.
  • Eddie Guerrero: Starb an Herzversagen.
  • Miss Elizabeth: Starb an einem tödlichen Mix aus Alkohol und Schmerzmitteln.
  • Brian Pillman: Starb an Herzversagen, verursacht durch Medikamentensucht und eine angeborene Herzschwäche.

Diese Unfälle zeigen, dass aus der bunten Show plötzlich düstere Realität werden kann.

Die Schattenseiten des Wrestlings

Wrestling ist keine anerkannte Sportart und kennt keine festen Regeln, auch keine Anti-Doping-Regeln. Der Druck, den die Akteure haben, ist hoch, und der Griff zu Schmerzmitteln ist für viele die einzige Methode, sich im Geschäft zu halten.

Die WWE hat im Laufe der Zeit einige Regeln verändert, um die Gesundheit der Wrestler zu schützen. Es darf kein Blut mehr fließen, Gehirnerschütterungen müssen so lange auskuriert werden, bis sie komplett verheilt sind, und Wrestler dürfen keine Stuhlschläge gegen den Kopf des Gegners mehr ausführen.

Fazit

Die Tragödien im Wrestling zeigen, dass die bunten Shows auch eine dunkle Seite haben. Die Risiken und Gefahren, denen Wrestler ausgesetzt sind, dürfen nicht ignoriert werden. Es ist wichtig, dass die Gesundheit der Wrestler geschützt wird und dass die Verantwortlichen der Ligen ihre Verantwortung ernst nehmen.