Reliquienkreuz mit 40 Karat Diamanten – Eine Weltsensation bei "Bares für Rares"

Vor der malerischen Kulisse von Schloss Schwerin wurden in einer weiteren XXL-Abendausgabe des ZDF-Nachmittagshits «Bares für Rares» allerhand Raritäten vertrödelt - zu unglaublichen Preisen! «Das ist Irrsinn», meinte der erste Verkäufer und fasste damit die ganze Sendung treffend zusammen.

Eine Weltsensation machte Horst Lichter sprachlos. Man fragte sich mal wieder: Was haben die Leute nur alles im Keller versteckt? Welche Schätze schlummern auf Dachböden? Denn die Primetime-Ausgabe der täglichen Raritäten-Show kündigte die Sensationen bereits an und baute die Spannung bis zuletzt auf, als der absolute Hammer alle vom Hocker haute.

Händler in Spendierlaune

Schon zu Beginn zeigten sich die Händler in Spendierlaune. Der Händlerraum befand sich im prunkvollen Thronsaal, entsprechend grosszügig waren sie auch mit ihren Geboten. Ein Smaragdring im Wert von 4'000 Euro wurde für 11'000 Euro gekauft, eine goldene Taschenuhr von Robert Roskell für 3'600 Euro, ein Oldtimer-Roller mit Beiwagen Marke Heinkel Tourist 103 A-2 für 5'000 Euro, ein überdimensionaler Kronleuchter aus Porzellan für 3'250 Euro und eine 300 Jahre alte Eisenkassette für 1'600 Euro.

War das viele Geld etwa ein Fall für den «Tatort»? Nein, Schauspielerin Christine Urspruch schaute ganz privat in Horst Lichters Trödel-Schloss vorbei, um eine Chaiselongue gewinnbringend zu verkaufen. «Ich fühl mich wie eine Prinzessin», gefiel ihr die pompöse Kulisse. Das passte zu ihrer Geschichte der Récamiere, die sie nun loswerden wollte. Denn als sie das Möbelstück vor 20 Jahren kaufte, wurde sie von vier starken Männern darauf in die Berliner Strassenbahn getragen.

Kein Promi-Bonus für «Tatort»-Star

Nur leider verlief der Verkauf so gar nicht nach Plan. 1'000 Euro wünschte sich der «Tatort»-Star für das durchgesessene Ding. «Ich übergeb mich einfach dem Orbit und schaue, welche guten Sterne hier über mir sind», legte Christine Urspruch ihr Schicksal in die Hände der Trödelgötter Lucki, Waldi und Co. «Ich freu mich, Sie zu sehen», war Ludwig Hofmaier begeistert vom prominenten Besuch. Das Möbel fand er auch super: «Das ist was für kleine Leute!» Und schon machte es sich der Bayer gemütlich.

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Das Reliquienkreuz von Papst Clemens IX.

Die teuerste Rarität der XXL-Show war ein kleines, aber feines Schmuckstück, das die Studentin Stefanie und ihre Mutter Cosima aus Rülzheim mitgebracht hatten: ein Reliquien-Kreuz von vor 1700, das mit seinen 40 Karat Diamanten und Holzsplittern des Kreuzes Jesu die komplette Trödel-Crew verstummen liess.

«Heide, das ist ja eine Weltsensation?!», versagte Horst Lichter fast die Stimme. Heide Rezepa-Zabel bestätigte: Das war ein pontifikales Brustkreuz von Papst Clemens IX. Ein unglaublicher Fund: Dieses Kreuz gehörte einst Papst Clemens IX. Da die Expertin einen Zahlenwert finden musste, legte sie sich auf 60'000 bis 80'000 Euro fest.

Eine Summe, die wieder ein Publikums-Raunen hervorrief, den bärtigen Moderator jedoch ganz klein mit Hut werden liess: «Ihr erlebt mich das erste Mal relativ ruhig, weil das macht mich jetzt doch sehr ehrfürchtig. Ich bin ziemlich geplättet. So was habe ich noch nie in meinem Leben sehen dürfen.» Ein historischer «Bares für Rares»-Moment hing in der Luft: «Das hier geht jetzt in die Geschichte ein.»

Und so kam es auch. Man konnte im Thronsaal eine Stecknadel fallen hören, denn alle Händler hielten den Atem an. «Ich bin selten sprachlos», traf das Reliquien-Kreuz Wolfgang Pauritsch unvorbereitet. «Das ist ein absolutes Highlight. Das ist irre!», brachte Susanne Steiger mit bebender Stimme hervor. Lucki kamen vor Ehrfurcht fast die Tränen: «Wunderschön! Ich bin sprachlos. Hab ich noch nie gesehen.»

Die Preisfindung fiel den Händlern schwer. Für 42'000 Euro ging das Kreuz an Susanne Steiger, von Walter Lehnertz gab's 80 Euro zusätzlich dafür, die Rarität gesehen haben zu dürfen. Der höchste Preis, der je bei «Bares für Rares» erzielt wurde.

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«Das ist das Stück, wonach ein Händler ein Leben lang sucht. Das ist die Nadel im Heuhaufen, und die habe ich heute Abend gefunden», konnte Susanne Steiger ihr Glück kaum fassen. Das Besondere an dem Reliquienkreuz sind drei Holzsplitter im Inneren, die aus dem Kreuz Jesu stammen sollen. Besetzt ist das pontifikale Brustkreuz mit insgesamt 40 Karat Diamanten.

"Bares für Rares"-Anwalt: "Ich fand das unerhört"

Nach dem Verkauf wurden Stimmen laut, dass das Stück für eine wesentlich höhere Summe verkauft hätte werden können. Nun meldet sich ein Rechtsanwalt zu Wort. Ein Rechtsanwalt hält den Verkauf also für "rechtswidrig".

Rechtsanwalt Friedemann Ungerer stütze sich in seiner Begründung auf den Paragraf 138 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB). "Ich habe die Sendung auch gesehen und fand das unerhört", sagt er. Die Verkäuferin sei offensichtlich unerfahren gewesen.

Händlerin Susanne Steiger war nach ihrem Kauf sprachlos. "Das ist ein Stück, wo einem als Händler einfach das Herz aufgeht, wo man sein Leben nach sucht. Das ist quasi die Nadel im Heuhaufen. Die habe ich heute Abend hier gefunden. Ich bin wahnsinnig glücklich und mir fehlen einfach nur die Worte", sagte Steiger am Ende der Sendung.

Der Preis von 42.000 Euro sei jedoch nicht gerechtfertigt, wie Antiquitäten-Experten gegenüber der "Bild"-Zeitung bestätigt haben sollen. "Sollte die Pektorale tatsächlich echt sein, kann der Wert ins Unermessliche steigen. Zum reinen Materialwert kommt der ideelle Wert der Reliquie. Für besondere Stücke geben Sammler Mondpreise aus. Hunderttausende Euro", sagt eine Händlerin aus Bayern. Die Expertenschätzung in der Trödel-Show lautete 60.000 bis 80.000 Euro. Auch Fans von "Bares für Rares" warfen der Sendung Betrug vor.

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Weitere Highlights aus «Bares für Rares»

Nachmittags im ZDF ist die Welt noch in Ordnung: In Horst Lichters Trödelshow «Bares für Rares» herrschen Respekt und Etikette. Und manchmal entstehen um ein paar verstaubte Verkaufsobjekte wahre Trödeldramen, die ans Herz gehen.

  • «Warum will man so was weggeben? Das würd ich doch behalten!», konnte Horst Lichter gar nicht fassen, dass jemand einen Automaten, an dem man stundenlang Münzen einwerfen konnte, bei «Bares für Rares» verkaufen wollte.
  • Bettina Höller brachte ein Design-Nadelkissen mit Geheimfunktion mit. Als kleines Mädchen hatte sie ihre Grosstante beim Nähen beobachtet. 50 Euro war der bescheidene Wunschpreis der Verkäuferin. Sven Deutschmanek hielt das für völlig unrealistisch. Er korrigierte deutlich nach oben: 350 bis 400 Euro. Frau Höller war sprachlos. Die Händler überboten sich gegenseitig immer weiter nach oben.
  • Matthias Grütz wird Horst Lichter für immer im Gedächtnis bleiben - doch nicht wegen seiner Designer-Lampe. Der Verkäufer nutzte die einmalige Gelegenheit, Horst Lichter ganz fest an sich zu ziehen und ihm ein Küsschen auf die Backe zu drücken.
  • Das Bettelarmband, das Inge Trapp mitbrachte, war einmalig auf dieser Welt und hatte viel zu erzählen. «Ich würde es eher Reisetagebuch nennen», war Wendela Horz ganz entzückt von den kleinen Souvenir-Anhängern und Glücksbringern.
  • Markus Rahaus hatte etwas wahrhaft Rares aus Wetzlar mit nach Köln gebracht. Die schmucke Reitgerte war seit Uromas Zeiten im Familienbesitz.
  • Joëlle Schiefer wollte den ausladenden Kronleuchter ihres Opas verkaufen. «Sie können hier gut erkennen, wenn Sie das Glas antippen: Das ist Kunstglas», meinte Albert Maier.
  • Ebenfalls unterschätzt war diese kleine Schnupftabakdose aus Meissen von vor 1735 - diesmal jedoch von der Verkäuferin. Denn der Experte Detlev Kümmel erkannte: «Ein Highlight, ein absolutes Highlight. Ich bin selten zu beeindrucken, hab auch schon so viel gesehen. Aber das, in diesem Zustand. Ein wunderschönes Objekt. Altenpflegerin Natascha konnte ihr Glück kaum fassen, hätte sie sich schon über 150 Euro für die Dose gefreut. Am Ende wurden es jedoch satte 4'500 Euro!
  • Horst Lichter war sofort Feuer und Flamme für den orange-beigen Oldtimer, der auf den ehrenvollen Kosenamen «Knutschkugel» hört.
  • Eva Beran bot gleich zwei Objekte zum Verkauf an: ihre Oma in Form eines Gemäldes und die Kette, die sie darauf trug. Letztere war 350 bis 400 Euro wert, fürs Bild sollten laut Experteneinschätzung sogar 1'500 Euro drin sein.

Horst Lichter - Mehr als nur ein Moderator

«Bares für Rares» zählt zu den beliebtesten Trödelsendungen im deutschsprachigen Raum. Horst Lichter ist das Gesicht der Sendung - wer der erfahrene Trödelmann mit dem auffälligen Schnauz?

Seine flapsig-lustigen Sprüche und sein markanter Schnurrbart sind Horst Lichters Markenzeichen. Für seine kunstvolle Oberlippenverzierung hat der gebürtige Rheinländer 2009 sogar die Auszeichnung zum Bart des Jahres gewonnen.

Doch was für eine Geschichte steckt hinter dem Mann, der seine Autobiografie «Keine Zeit für Arschlöcher» nannte? Eine, die von vielen Hochs und Tiefs gekennzeichnet ist. Horst Lichter liess sich zum Koch ausbilden. Doch nach ein paar Jahren im Gastgewerbe verging ihm die Lust am Brutzeln. Der Umgangston war ihm zu rau.

Nach einem dreimonatigen Zwischenstopp in einem Ausflugslokal arbeitete er zunächst in einer Braunkohlefabrik, später erfüllte er sich den Traum von einem Laden, in dem sich alles befand, was er sich wünschte: alte Autos, Motorräder, Kitsch, Antiquitäten, Trödel, Essen und Trinken. Der perfekte Ort für ein geselliges Gemüt wie Lichter.

Von der Fabrik in die «Oldiethek»

Nach einer krankheitsbedingten Pause, Lichter hatte zwei Schlaganfälle und einen Herzinfarkt mit Nahtod-Erfahrung, verändert der Rheinländer sein Leben komplett. Im Januar 1990 eröffnete er einen Teil einer renovierten alten Halle als Club für Freunde und Bekannte. Sein Konzept: kochen mit Zutaten aus der Region und unorthodoxe Zusammenstellungen - es sollte einfach nur schmecken!

Sein Club wurde immer bekannter und Lichter fand seine Liebe zum erlernten Beruf wieder. 1995 wurde sein Club zum Restaurant Oldiethek. Seit Jahren spielt Horst Lichter in kleinen Theatern und erzählt Geschichten aus seinem Leben. Daneben war er immer wieder auch im Fernsehen zu sehen, unter anderem in der Sendung «Goldener Grill 2005» und der ZDF-«Fussball-WM Show».

Zwischen 2005 und 2012 war er regelmässig in «Kerner kocht» (bis 2008) und der Nachfolgesendung «... Das Erfolgsrezept von "Bares für Rares"

Die teuersten Stücke bei "Bares für Rares"

In der beliebten ZDF-Trödelshow mit Horst Lichter verfolgen seit 2013 Millionen Zuschauer die spannenden Geschichten und Verhandlungen um wertvolle Antiquitäten, Schmuckstücke und Raritäten. Hier sind die Stücke, die am meisten Geld eingebracht haben:

Platz Objekt Preis
1 Das heilige Diamantkreuz 42.000 Euro
2 Königliche Teller 36.000 Euro
3 Der Borgward Isabella 35.000 Euro
4 Expressionistische Kunst 30.500 Euro
5 Russisches Trinkgefäß 29.000 Euro
6 Historische Goldmünze 25.000 Euro
7 Der Santa Maria Diamant 21.000 Euro