40 Karat Diamant Kreuz bei "Bares für Rares": Wert und Geschichte

Sie fasziniert Groß und Klein, die ZDF-Trödelsendung „Bares für Rares“. Jeden Nachmittag um kurz nach drei und manchmal sogar zur Prime-Time um 20.15 Uhr verkauft der deutsche Durchschnittsbürger - vielleicht sogar der Nachbar von Nebenan - in der von Horst Lichter moderierten Show, was er auf dem Dachboden oder Flohmarkt gefunden hat. Dabei kommt es immer wieder zu spektakulären Überraschungen.

Das teuerste Objekt bei „Bares für Rares“

Das bislang erfolgreichste Exponat der „Bares für Rares“-Geschichte ist ein Brillantkreuz. Und auch wenn die Börsen der Händler für die Antiquitäten-Show eigentlich immer gut gefüllt sind - so viel Geld, wie das Schmuck-Kreuz wert war, hatte niemand bei sich.

Vollbesetzt mit Diamanten, circa 40 Karat hatte „Bares für Rares“-Expertin Dr. Heide Rezepa-Zabel da zur Expertise vor sich. Eigentlich sei das Diamanten-Kreuz ja auch nur ein Rahmen für ein schlichtes Kreuz aus Bergkristall, einer Art Fenster. Man könne es auf um 1700 datieren.

Und dahinter versteckt sich das eigentliche Geheimnis des wertvollen Stückes: Holzsplitter, ein Reliquie aus dem Kreuz von Jesus Christus. Das war eine Weltsensation. Auf 60.000 bis 80.000 Euro taxierte die Fachfrau den Wert. Im Händlerraum kamen die Verhandlungen allerdings deutlich früher ins Stocken.

Händlerin Susanne Steiger war mit 40.000 Euro am Ende Höchstbietende. Verkäuferin Cosima Birk bot einen Deal bei 50.000 Euro an. Am Ende einigten sich beide auf unfassbare 42.000 Euro. 7000 Euro zahlte Susanne Steiger bar, der Rest wurde per Blitzüberweisung überwiesen.

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Für 42.000 Euro erwarb Händlerin Susanne Steiger in der ZDF-Sendung "Bares für Rares XXL" ein Reliquien-Kreuz. Susanne Steiger dürfte dagegen das Geschäft ihres Lebens gemacht haben. "Das ist die Nadel im Heuhaufen. Und die habe ich heute Abend hier gefunden", hatte die 36-Jährige in der Sendung gesagt.

Die Geschichte hinter dem Kreuz

Die Jurastudentin Stephanie Huber und ihre Mutter Cosima Birk kamen mit dem Kreuz-Anhänger in die Sendung. „Ich habe das Kreuz von meiner Tante geerbt, die wiederum hat es von einer älteren Dame geerbt, die sie damals immer zur Kirche begleitet hat“, erzählte Cosima in der Sendung. Es wurde schnell deutlich, dass es sich bei dem Kreuz um etwas ganz Besonderes handelte.

Der Anhänger ist mit Diamanten, in etwa 40 Karat, besetzt. Bei einer näheren Untersuchung zeigte sich, dass nicht nur die Diamanten das Wertvolle an dem Fundstück sind. In dem Anhänger sind Holzsplitter eingearbeitet, die vom Kreuz Christi stammen - ein Papst-Siegel von Clemens IX. ist der Nachweis für die Echtheit der Splitter. Damit wird aus dem klobigen Anhänger eine Reliquie von unermesslichem Wert.

Der Handlungsprozess und was Susanne Steiger mit dem Kreuz machen möchte

Nach längerem Verhandeln und gegenseitigem Überbieten erstand Susanne Steiger das Kreuz schließlich für 42.000 Euro. „Ich war ergriffen von der Geschichte. Das hat mich sehr berührt. Was hat Susanne Steiger heute mit dem Kreuz gemacht?

Was hat Susanne Steiger mit dem Kreuz gemacht und wo ist es heute? „Ich beabsichtige viel mehr, das Kreuz als Leihgabe an ein Museum der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, damit interessierte Menschen es sich ansehen können“, erzählte sie im Interview. Wo genau die Antiquität heute lagert, ist nicht klar. Das Kreuz befindet sich zumindest nicht in Susis zwei Schmuck-Läden, die der „Bares für Rares“-Star führt.

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Kritik am Verkaufspreis

Sonntag, 26.05.2019, 16:56Es war eine Rekordsumme: Für 42.000 Euro kaufte die Juwelierin Susanne Steiger (36) am Mittwoch in der ZDF-Sendung „Bares für Rares“ von Horst Lichter (57) ein wertvolles Reliquienkreuz. Aber war der Preis für die vermeintliche Reliquie wirklich hoch genug?

Wenn es nach einer Antiquitäten-Expertin aus Bayern geht, nicht. Sie hält den wahren Wert des Kreuzes für weitaus größer. „Sollte die Pektorale tatsächlich echt sein, kann der Wert ins Unermessliche steigen. Zum reinen Materialwert kommt der ideelle Wert der Reliquie. Für besondere Stücke geben Sammler Mondpreise aus. Hunderttausende Euro“, sagte die studierte Kunsthistorikern gegenüber der „Bild“-Zeitung.

Allein der Materialwert des Kreuzes liegt bei 15.000 Euro.

Rechtliche Bedenken

Im Nachhinein sorgte das Kreuz noch für reichlich Gesprächsstoff: Aus juristischen Kreisen kamen Zweifel auf, ob der Verkauf tatsächlich rechtskräftig sei. Genau auf diese Unerfahrenheit berufen sich verschiedene Jurist*innen, schließlich seien Frau Huber und ihre Mutter nicht ausreichend mit der Materie vertraut gewesen. Dennoch wurde ihnen bereits in der Expertise von Frau Rezepa-Zabel eine weitaus höhere Summe in Aussicht gestellt.

Weitere bemerkenswerte Objekte bei "Bares für Rares"

Neben dem Diamantkreuz gab es noch weitere bemerkenswerte Objekte bei "Bares für Rares":

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  • Farblithografie von Otto Mueller: Das teuerste Bild der Show, verkauft für 30.500 Euro.
  • Rollsiegel (ca. 5000 Jahre alt): Ältestes Exponat, verkauft für 1200 Euro.
  • Trinkgefäß vom Flohmarkt: Gekauft für 5 Euro, verkauft für 29.000 Euro.

Höchstes Gebot, das abgelehnt wurde

Das höchste Gebot aller Zeiten wurde abgelehnt. Nie hat eine Händlerin oder ein Händler bei „Bares für Rares“ mehr Geld angeboten als Susanne Steiger für ein Mercedes 190 SL Cabriolet. 90.000 Euro wollte sie dem Besitzer geben. Doch der Deal platzte trotzdem.

Tabelle: Die teuersten Objekte bei "Bares für Rares"

Objekt Verkaufspreis Händler
Reliquienkreuz (40 Karat Diamanten) 42.000 Euro Susanne Steiger
Farblithografie von Otto Mueller 30.500 Euro Fabian Kahl
Mercedes 190 SL Cabriolet (Gebot abgelehnt) 90.000 Euro (Gebot) Susanne Steiger