Kickboxen Gürtel System: Ein umfassender Leitfaden

Sie wollen aus der Masse herausstechen und etwas Aufregendes erleben? Wie wäre es mit Kickboxen? Diese Kampfkunst ermöglicht es Ihnen nicht nur, Selbstverteidigungsfähigkeiten schnell zu erlernen, sondern fördert auch den Muskelaufbau, die Bewegungskoordination und das Selbstbewusstsein.

Was ist Kickboxen?

Kickboxen ist eine Kampfsportart, bei der Sie sowohl Schläge als auch Tritte einsetzen. Der Sport hat seinen Ursprung im Karate und entwickelte zwei Hauptvarianten: Die amerikanische Variante, die auf Karate basiert - sogenanntes Full-Contact-Karate -, und die japanische Version, die Karate und thailändisches Boxen - Muay Thai - verbindet.

Kickboxen ist nicht nur dynamisch, sondern auch äußerst spektakulär. Im Vergleich zu anderen Kampfkünsten zeichnet es sich durch eine hohe Effektivität aus. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die ganzheitliche Entwicklung. Kickbox-Training fördert Ausdauer und Muskelaufbau. Es ermöglicht effektiven Stressabbau und Sie lernen in Gruppentrainings oder durch die Teilnahme an Wettbewerben viele neue Menschen kennen.

Seit 2018 ist die WAKO (World Association of Kickboxing Organizations) vom Internationalen Olympischen Komitee anerkannt. Trotzdem dauert es wohl noch, bis diese Disziplin Teil der Olympischen Spiele ist.

Kickbox-Wettbewerbe

Kickbox-Wettbewerbe finden in unterschiedlichen Formen statt; meist in Gewichtsklassen unterteilt:

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  • Semikontakt (Pointfight): Bei dieser Wettkampfart steht die Technik im Mittelpunkt. Nach jedem Treffer gibt es eine Unterbrechung des Kampfes für die Bewertung durch die Kampfrichter; die Kontrahenten begeben sich währenddessen wieder in die Ausgangsposition.
  • Leichtkontakt: Dieser Kampfstil findet auf Matten statt. Ziel ist es, möglichst viele Treffer beim Gegner zu platzieren.
  • Vollkontakt: Diese Wettkampfart findet im Boxring statt und wird nach Punkten oder durch K. O. entschieden.

Die Bedeutung des Gürtels im Kickboxen

Im Kickboxen kennzeichnet die Gürtelfarbe den Fortschritt und das Können. Bei Kickboxen spielt der Gürtel eine entscheidende Rolle, nicht nur als praktisches Accessoire, sondern auch als Symbol für die harte Arbeit, das Training und die Hingabe, die ein Sportler investiert.

Die Farben der Gürtel im Kickboxen

Die Gürtelfarben im Kickboxen sind meines Wissens nach Weiß(Anfänger), Gelb, Orange, Grün, Blau, Braun und dann Schwarz. Durch die Entstehung aus dem Karate haben die meisten Verbände die Kickboxen Gürtel mit übernommen.

Hier ist eine detailliertere Aufschlüsselung der Schülergrade (Kyu) und Meistergrade (Dan):

  1. Schülergrade (Kyu):
    • Weiß: Anfängerstufe
    • Weiß-Gelb
    • Gelb: Grundkenntnisse erlernt
    • Gelb-Grün
    • Orange: Fortgeschrittene Grundtechniken
    • Orange-Grün
    • Grün: Erste fortgeschrittene Techniken
    • Grün-Blau
    • Blau: Gute Beherrschung der Grund- und Fortgeschrittenentechniken
    • Blau-Rot
    • Rot (Braun): Vorbereitung auf den ersten Meistergrad
    • Rot-Schwarz
  2. Meistergrade (Dan):
    • 1. Dan: Erster Meistergrad
    • 2. Dan: Zweiter Meistergrad
    • ...
    • 10. Dan

Gürtelprüfungen im Detail

In den meisten Kampfsportarten, die wir anbieten, besteht die Möglichkeit, Prüfungen abzulegen. Solche Prüfungen sind selbstverständlich kein Muss, aber sie sind ganz sicher Lernhilfe und Motivation fürs Dranbleiben bzw. auch, um (sich selbst) zeigen zu können, wie weit man bisher schon gekommen ist.

Die einzelnen Dachverbände haben hier teils unterschiedliche Anforderungen, weshalb wir im Detail hier die Gürtelprüfungen der WAKO (als größte Organisation) vorstellen werden. Zwischen den einzelnen Graden sind Wartezeiten vorgeschrieben, die der Vorbereitung zur entsprechenden Kickboxen Prüfung dienen.

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Die Gürtelprüfungen für die unterschiedlichen Gürtelfarben sind vom Aufbau her sehr ähnlich und gliedern sich folgendermaßen:

  • allgemeine Grundausbildung (z.B. in Bezug auf Koordination, Dehnung, Ausdauer)
  • kickboxspezifische Ausbildung
  • soziale Verantwortung (Disziplin, Teamfähigkeit)
  • Theorie
  • Selbstverteidigung und Gewaltprävention

Die Gürtelprüfungen der Erwachsenen sind ebenfalls vom Aufbau her gleich und gliedern sich in folgende Prüfungsblöcke:

  • Kampfstellung und Fortbewegen sowie Schattenkickboxen
  • Grundtechniken (Hand- und Fußtechniken)
  • Kombinationen der Grundtechniken
  • Abwehrkombinationen
  • Modellsparring
  • Freies Sparring
  • Selbstverteidigung
  • Theorie

Die Gürtelprüfungen von weiß-gelb bis einschließlich grün werden von unserem Trainerteam Wolfgang Kramer und Manuel Weick abgenommen. Die Gürtelprüfungen von grün-blau und blau müssen von einem Regionalprüfer abgenommen werden (in unserem Fall erfolgt die Prüfung meist in Darmstadt).

Detaillierte Anforderungen für die Gürtelprüfungen

  • Weißer Gürtel: Als Anfänger habt Ihr einen sogenannten „weißen“ Gürtel, wobei hier einfach überhaupt keiner getragen wird. Es gibt auch keine Prüfung.
  • Gelber Gürtel: Der Prüfling zum 5. Kyu muss hier eine sichere Fortbewegung in der Kampfstellung vorzeigen, verschiedene Geraden sowie Vorwärtsfußtritte an den Pratzen ausführen, vorwärts sowie rückwärts abrollen können, Euch gegen Eure Grundtechniken verteidigen und Würgeangriffe abwehren. Außerdem müsst Ihr den Begriff der Notwehr sinngemäß definieren können.
  • Oranger Gürtel: Nach einer Vorbereitungszeit von ebenfalls 6 Monaten könnt Ihr die Kickboxen Prüfung zum 4. Kyu absolvieren. Hier kommt das Schattenkickboxen als Prüfungsteil hinzu und Ihr müsst nun mit den Fäusten auch Haken schlagen können, sowie den Halbkreistritt beherrschen. In der Selbstverteidigung müsst Ihr einen Sturz anfangen, Euch gegen einen Schwitzkasten sowie Unterarmwürgen verteidigen und Euch aus Handgelenkgriffen befreien. Der Theorieteil erfordert Euer Wissen über den Semikontaktkampf.
  • Grüner Gürtel: Ebenfalls 6 Monate nach dem 4. Kyu könnt Ihr die Prüfung zum 3. Kyu ablegen. Hier erwarten Euch zusätzlich die Aufwärtshaken mit den Fäusten sowie die Seitwärtstritte mit den Beinen. In der Selbstverteidigung sollt Ihr das seitliche Fallen beherrschen und Euch gegen Umklammerungen wehren. Erstmals müsst Ihr auch ein kurzes Sparring gegen alle bekannten Angriffe vorzeigen. In der Theorie wird Euer Wissen des Leicht- und Vollkontaktkampfes abgefragt.
  • Blauer Gürtel: Nach 6 Monaten als Grüngurt könnt Ihr den Ausbildungsstand des 2. Kyu erlangen. Dafür müsst Ihr die Handtechniken der Vorstufen festigen und den Axttritt sowie den Tritt mit dem Außenrist erlernen. Das Sparring gehört hier ebenso zur Prüfung, wie die Selbstverteidigung gegen Stockangriffe und mehrere Gegner. Die Theorie besteht aus dem Wissen um die Geschichte des Kickboxen und die Formen Regelkunde.
  • Brauner Gürtel: Als 1. Kyu habt Ihr 1 Jahr Vorbereitungszeit und müsst zusätzlich noch den Fußfeger und den Hakentritt erlernen. Die Vorführung aller gelernten Techniken im Sparring, alle Fallübungen und die Verteidigung gegen Messerangriffe und mehrere Gegner machen dieses Programm zum schwierigsten Kyu-Programm. Die Theorie besteht aus einer Zusammenfassung aller vorangegangenen Stufen und einem Lehrbeispiel.
  • Schwarzer Gürtel (1. Dan): Wer die Prüfung zum 1. Dan erfolgreich abgelegt hat, darf sich im Kickboxen Meister nennen. Dafür müsst Ihr allerdings die Schlag- und Tritttechniken aller Schülergrad beherrschen und im Sparring offensiv und defensiv sicher anwenden können. Weiterhin werden Euch nun Sprungtritte abverlangt und die Verteidigung gegen angriffe, bei denen Ihr Euch am Boden befindet. Außerdem benötigt Ihr einen Lehrgang in Erste-Hilfe drei weitere Lehrgänge, wovon einer ein Kampfrichterlehrgang sein muss.
  • Schwarzer Gürtel (2. Dan): Die Kickboxen Prüfung zum 2. Dan benötigt 2 Jahre Vorbereitungszeit und einen speziellen Vorbereitungslehrgang, sowie die C-Lizenz als Kampfrichter. Das Prüfungsprogramm wird ab hier völlig selbstständig vorgeführt.
  • Schwarzer Gürtel (3. Dan): Für den 3. Dan benötigt Ihr 3 Jahre Vorbereitung, einen C-Trainerschein und müsst einen Einsatz als Kampfrichter auf Landes- oder Bundesebene vorweisen können.
  • Schwarzer Gürtel (ab 4. Dan): Die Verleihung erfolgt auf Antrag vom Bundesverband durch den Weltverband.

Ausrüstung für das Kickboxen

Kickboxen ist ein Kampfsport, der die richtige Ausrüstung erfordert:

  • Handschuhe: Kickbox-Handschuhe schützen die Hände während des Trainings.
  • Kopfschutz: Ein Kopfschutz minimiert das Risiko für Kopfverletzungen während des Sparrings oder Trainings.
  • Fußschützer: Fußschützer bieten Schutz für die Füße und Knöchel, insbesondere bei Kicks.

Kickboxen Gürtel: Material und Pflege

Die Gürtel von Kwon werden aus hochwertigen und robusten Materialien hergestellt, die den täglichen Strapazen im Training und Wettkampf standhalten. Kwon bietet eine Vielzahl von Gürtellängen an, die sich perfekt an jede Gürtelschlaufe anpassen lassen. Dadurch kann der Gürtel sicher und bequem getragen werden, ohne zu verrutschen oder unangenehm zu sitzen.

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Die Kickboxgürtel bestehen in den meisten Fällen aus vielen Lagen reiner Baumwolle, Seide oder aus einer Mischung. Diese Materialien sind zwar prinzipiell waschbar, aber die Verarbeitung der Gürtel verbietet die Maschinenwäsche in jeglicher Form. Hierbei könnte der Gürtel stark einlaufen oder sich einfach selbst „aufdröseln“.

Eine kalte Handwäsche ist zwar prinzipiell möglich, wird aber im Regelfall auch nicht durchgeführt. Da der Gürtel normalerweise nicht mit der Haut in Berührung kommt, nimmt er auch keinen Schweiß auf und muss demnach nicht gewaschen werden.

Kickboxen Training

Das Kickboxtraining in einem Verein umfasst das Erlernen grundlegender Techniken, den Aufbau der Fitness sowie einer soliden Basis:

  • Aufwärmen: Das Training beginnt normalerweise mit einem Aufwärmprogramm, um den Körper auf die bevorstehende Aktivität vorzubereiten.
  • Technik- und Schlagübungen: Zuerst erlernen Sie grundlegende Schlag- und Tritttechniken. Der Trainer oder die Trainerin demonstriert die Techniken und erklärt ihre korrekte Ausführung.
  • Partnerübungen: Anschließend erfolgen in einigen Vereinen Partnerübungen, bei denen Sie abwechselnd Techniken ausführen, während Ihr Gegenüber diese blockiert oder ihnen ausweicht.
  • Schlagpolstertraining: Dabei arbeiten Sie mit Schlagpolstern, die von Fortgeschrittenen gehalten werden.

Der genaue Ablauf variiert je nach Verein, Trainer bzw. Trainerin und spezifischem Trainingsziel. In der Anfangsphase liegt der Fokus auf der korrekten Ausführung der Techniken, Sicherheit und der schrittweisen Steigerung der Intensität und Komplexität des Trainings.

Vor- und Nachteile des Kickboxtrainings zu Hause

Kickboxtraining zu Hause bietet eine großartige Möglichkeit, um Fitness aufzubauen, Techniken zu üben und sich in Form zu halten. Stellen Sie sicher, dass Sie über ausreichend Platz verfügen, um sich frei zu bewegen, ohne störende Möbel oder Gegenstände. Ideal ist ein ungenutzter Raum mit Mindestmaßen von 4,5 x 4,5 m. In den wärmeren Monaten trainieren Sie auch an der freien Luft - beispielsweise im Garten. Wenn Sie ein Schlagpolster oder einen Boxsack besitzen, können Sie Ihre Schlag- und Tritttechniken mit mehr Intensität üben. Denken Sie daran, Ihre Hände zu schützen und die Techniken kontrolliert auszuführen. Üben Sie Schattenboxen, indem Sie die Techniken in der Luft ausführen.

Obwohl Kickboxtraining zu Hause viele Vorteile bietet, gibt es auch einige Nachteile wie begrenzter Platz oder fehlende Trainingsgegenstände wie Schlagpolster oder Boxsäcke. Der Hauptnachteil ist jedoch die fehlende Aufsicht: Ohne Trainer oder Trainerin besteht die Gefahr, Techniken falsch auszuführen und sich zu verletzen.