Kickboxen ist eine Kampfsportart, die Techniken aus dem Boxen mit Tritten kombiniert. Die Wettkampfdisziplin des Kickboxens geht auf das Jahr 1974 zurück, als sie als „All Style Karate“, „Sport-Karate“ oder „Contact-Karate“ bekannt war.
In diesem Jahr einigten sich die Gründer des Weltverbandes WAKO (World Association of Kickboxing Organizations) wie Mike Anderson, Georg F. Brückner und andere darauf, traditionelle fernöstliche Kampfmethoden wie Taekwondo, Karate, Kung Fu usw. in einen sportlichen Wettkampf mit einheitlichen Regeln zu integrieren und gegen andere Kampfsysteme anzutreten.
Beim Bundesfachverband für Kickboxen - WAKO Deutschland e.V. ist Kickboxen nicht nur Leistungssport, sondern vielmehr Breitensport, der auch von vielen Kindern und Frauen ausgeübt wird. Neben dem Wettkampf liegt eines der Ziele des Trainings in den Gürtelgraden.
Die Graduierung der Sportler unterteilt sich in fünf Schülergrade, in Gelb-, Orange-, Grün-, Blau- und Braun-Gurte. Danach folgen die DAN bzw. Meistergrade, welche durch einen schwarzen Gürtel gekennzeichnet sind. Weitere Aspekte der Ausbildung sind die Selbstverteidigung und Fallschule.
Die Kickboxerinnen und Kickboxer sind ihrem Traum von Olympischen Spielen einen großen Schritt nähergekommen. In der 138. Sitzung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) wurde der WAKO Weltverband für Kickboxen vollumfänglich anerkannt, nachdem er bereits seit 2018 als provisorisches Mitglied gefördert worden ist.
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Für dieses Ziel rüstet sich die WAKO Deutschland. Das Präsidium, mit dem Darmstädter Präsidenten Oliver Hahl, schafft die zukunftsorientierten Voraussetzungen mit den nötigen Weichenstellungen. Das geht nur mit einem breit aufgestellten Team von qualifizierten, hoch motivierten Mitstreitern.
Mit der Verpflichtung des neuen Sportdirektors Steffen Große und dem mehrfachen ungarischen Weltmeister Laszlo Gömbös als Bundestrainer für den Bereich Pointfighting (PF) konnten schon zwei Schlüsselpositionen hervorragen besetzt werden. Weitere Maßnahmen zur Stärkung und Qualifizierung des Leistungssportpersonals sind geplant.
Erste Eindrücke seiner fachlichen Kompetenz und internationalen Qualität vermittelte Laszlo Gömbös beim Training des PF Nationalkaders am Wochenende im Hessischen Leistungszentrum. Unter Berücksichtigung des Hygiene-Konzepts der WAKO Deutschland waren 16 Spitzensportler nach Darmstadt gekommen.
Verschiedene Kampfstile im Überblick
Um das Kickboxen besser zu verstehen, ist es hilfreich, es von anderen Kampfsportarten abzugrenzen:
- Boxen: Eine Kampfsportart, bei der sich zwei Kontrahenten ausschließlich mit den Fäusten duellieren. Das Ziel ist, möglichst viele Treffer zu landen oder den Gegner durch einen Knockout außer Gefecht zu setzen.
- Muay Thai (Thaiboxen): Der Nationalsport Thailands, der sich durch den Einsatz von Ellenbogen- und Knietechniken sowie Clinchen auszeichnet.
- Brazilian Jiu Jitsu: Eine südamerikanische Variante des Kōdōkan Jūdō, die sich auf Bodenkampf und Aufgabe-Techniken konzentriert.
- Ringen: Ein Kampf- und Kraftsport, der den Ganzkörpereinsatz ohne zusätzliche Hilfsmittel erfordert und seit den modernen Olympischen Spielen im Jahr 1896 zum olympischen Programm gehört.
Wettkampfregeln im Kickboxen
Die Regelungen bezüglich erlaubter Aktionen variieren zwischen den einzelnen Schulen und Sportverbänden. Dies betrifft sowohl die Frage, ob der Gegner gehalten werden darf, als auch die erlaubten Trefferflächen. Tiefschläge sind dabei stets untersagt, aber in einigen Verbänden können Tritte auf die Oberschenkel (Lowkicks) erlaubt sein.
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Auch die Anwendung von Handdrehschlägen und Fußfegern, Techniken zur Aushebelung des Gegners, wird verbandsspezifisch geregelt. Gemeinsam ist allen Verbänden das Verbot von Schlägen auf den Rücken und auf am Boden liegende Gegner sowie das Werfen des Konkurrenten. Es ist verpflichtend, Schutzausrüstung wie Boxhandschuhe, Fuß- und Schienbeinschutz, Bandagen, Tiefschutz für Männer bzw. Gebissschutz zu tragen.
Es gibt verschiedene Arten von Wettkämpfen:
- Semikontakt: Nach jedem erfolgreichen Treffer am Körper des Gegners wird der Kampf kurzzeitig unterbrochen, und die Kämpfer begeben sich wieder in die Ausgangsstellung.
- Leichtkontakt: Es wird meist auf Matten gekämpft, und das Ziel ist, mehr Treffer als der Gegner zu erzielen.
- Vollkontakt: Wird in einem Boxring ausgetragen und kann nicht nur über Punkte, sondern auch durch K. O. gewonnen werden.
Alters- und Gewichtsklassen
Die Einteilung der Kämpfer erfolgt nach Alter und Gewicht, um faire Wettkampfbedingungen zu gewährleisten:
- Herren: Sportler, die das 18. Lebensjahr vollendet haben bis zur Vollendung des 40 Lebensjahres.
- Damen: Sportlerinnen, die das 16. Lebensjahr vollendet haben bis zur Vollendung des 40 Lebensjahres.
- Junioren: Männliche Sportler, die das 16. Lebensjahr vollendet und das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.
Es gibt verschiedene Gewichtsklassen im Semi- und Leichtkontakt sowie im Vollkontakt, sowohl für Männer als auch für Frauen.
Das Ziel: Olympische Anerkennung
Das ganze mit dem Ziel, eine olympische Disziplin zu werden. Die Kickboxerinnen und Kickboxer sind ihrem Traum von Olympischen Spielen einen großen Schritt nähergekommen. In der 138. Sitzung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) wurde der WAKO Weltverband für Kickboxen vollumfänglich anerkannt, nachdem er bereits seit 2018 als provisorisches Mitglied gefördert worden ist.
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Das IOC hat die World Association of Kickboxing Organizations (WAKO) bisher nicht anerkannt; es ist jedoch nicht auszuschließen, dass die beantragte Anerkennung in der Woche nach der Mitgliederversammlung des DOSB erfolgt. Die International Cheer Union wurde wenige Tage nach der letzten Mitgliederversammlung vom IOC vorläufig anerkannt und ist auch Mitglied der Association of IOC Recognised International Sport Federations (ARISF).
