Synthetische Diamanten, auch bekannt als Labor-Diamanten, erfreuen sich zunehmender Beliebtheit als erschwingliche und ethisch vertretbare Alternative zu natürlichen Diamanten. Sie werden in Laboren unter kontrollierten Bedingungen hergestellt und weisen die gleiche chemische Struktur und physikalischen Eigenschaften wie natürliche Diamanten auf.
Was sind synthetische Diamanten?
Unter synthetischen bzw. gezüchteten Diamanten ist ein im Labor hergestellter Diamant zu verstehen, der die gleiche chemische Struktur wie ein natürlicher Diamant hat. Sie entsprechen rein chemisch den natürlichen Diamanten, denn bei der Herstellung werden die natürlichen Umstände der Entstehung auf verschiedene Arten nachgeahmt. Was die Kohlenstoffverbindungen unter Hitze und Druck im Erdinneren erfahren, wird im Labor oder in industriellen Anlagen simuliert. Das Produkt ist ein Stein, den man genauso wie die natürlichen Rohdiamanten schleifen und bearbeiten kann.
Der Hauptunterschied liegt in seiner Entstehung: Naturdiamanten bilden sich über Millionen von Jahren tief unter der Erde, während ein synthetischer Diamant innerhalb von wenigen Wochen durch Hochdruck- oder Gasphasenverfahren im Labor produziert werden.
Eigenschaften von synthetischen Diamanten
Was einen gezüchteten Diamanten besonders auszeichnet, ist seine nahezu perfekte Nachbildung der natürlichen Eigenschaften. Dazu zählen:
- Härte
- Glanz
- Lichtbrechung
- Transparenz
- Dichte
- Wärmeleitfähigkeit
- Farbe
Herstellung von synthetischen Diamanten
Synthetische Diamanten werden entweder durch das Hochdruck-Hochtemperatur-Verfahren (HPHT) oder die chemische Dampfabscheidung (CVD) hergestellt.
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Hochdruck-Hochtemperatur (HPHT)
Hierbei dienen Kohlenstoffquellen wie Grafit in einer Hochdruck-Hochtemperatur-Umgebung als Ausgangsmaterial. Das Verfahren ahmt die natürlichen Bedingungen in der Tiefe der Erde nach, in der sich natürliche Diamanten über Millionen von Jahren entwickeln. Die Kohlenstoffatome ordnen sich in einer Diamantstruktur an und der Kristall wächst im Laufe der Zeit. Die Herstellung benötigt unterschiedlich lange - von einigen Stunden bis zu wenigen Tagen.
Chemische Dampfabscheidung (CVD)
Der Hersteller setzt ein spezielles Verfahren ein, das dünne Diamant-Schichten auf einem Substrat erzeugt. Dafür nutzt er eine Vakuumkammer, in der ein gasförmiger Kohlenstoffvorläufer Anwendung findet. Die Kohlenstoffatome verbinden sich mit der Oberfläche und formen allmählich einen Diamantkristall. Der Vorgang kann mehrere Wochen in Anspruch nehmen. CVD-Diamanten eignen sich für Schmuck besser, da sie im Vergleich zu HPHT-Diamanten eine höhere Reinheit aufweisen und weniger Einschlüsse haben.
Während das HPHT-Verfahren durchschnittlich mehr Farben erzeugt, liefert das CVD-Verfahren oftmals eine höhere Reinheit. Dennoch: Haben Sie einen synthetischen Diamanten erst mal in der Hand, werden Sie keinen Unterschied erkennen können.
Preis von synthetischen Diamanten
Synthetische Diamanten kosten etwa 30 bis 40 Prozent weniger als ihre natürlichen Gegenstücke. Ihr Preis hängt von der Größe und dem Karatgewicht, der Qualität, dem Herstellungsverfahren sowie der Verarbeitung, Schliffarten und Schliffformen ab.
Im August 2023 zahlte man für einen normalen Ein-Karat-Diamant aus natürlicher Quelle 5185 Dollar, aus synthetischer Herstellung 1425 Dollar, wie das Nachrichtenportal Quartz berichtet.
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Die Preise für synthetische Diamanten sind sehr unterschiedlich. Walmart verkauft einen Solitärring aus synthetischen Diamanten mit einem Gewicht von 3 Karat, rund, F-G, VS1-VS2, für $2.975 (2.755 €), während Signet's Blue Nile einen ähnlichen Solitärring aus synthetischen Diamanten mit einem Gewicht von 3,00 Karat, rund, G, VS1, für $8.190 (7.583 €) anbietet.
Die Kosten für synthetische Diamanten fallen seit 2016 rapide und werden das vermutlich auch weiterhin tun, sagt er.
Nachhaltigkeit von synthetischen Diamanten
Synthetische Diamanten erfreuen sich seit einiger Zeit zunehmender Beliebtheit, wie als nachhaltigere und ethischere Alternative zu natürlichen Diamanten gelten. Künstliche Diamanten werden dagegen in einem Labor produziert. Zwar ist ihre Herstellung sehr energieintensiv, jedoch bleibt der ökologische Fußabdruck insgesamt kleiner. Auch die sozialen Probleme des Diamantabbaus wie Kinderarbeit entfallen komplett, weil sie in kontrollierten Umgebungen erzeugt werden - dadurch können Konflikte wie bei den „Blutdiamanten“ vermieden werden.
Allerdings erfordert die Herstellung von im Labor gezüchteten Diamanten erhebliche Energie. Untersuchungen des Natural Diamond Council ergaben, dass im Labor gezüchtete Diamanten im Durchschnitt dreimal mehr Treibhausgasemissionen verursachen als in Minen geförderte Diamanten (511 kg pro Karat im Vergleich zu 160 kg bei natürlichen Diamanten).
Natürlicher vs. gezüchteter Diamant: die wichtigsten Unterschiede im Vergleich
Ein Unterschied zwischen synthetischen und natürlichen Diamanten ist mit bloßem Auge für den Laien nahezu unmöglich zu erkennen. Es bedarf eines Experten, der Prüfverfahren wie die Spektroskopie einsetzt. Darüber hinaus erhalten Diamanten bei der Herstellung eine Punze. Dabei handelt es sich um eine Markierung, die unter einer starken Lupe sichtbar gemacht werden kann, um den Schmuckstein zu identifizieren oder seine Herkunft nachzuverfolgen.
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Weitere Unterschiede zwischen den beiden Schmuckstücken finden Sie im Folgenden gegenübergestellt:
| Eigenschaft | Naturdiamant | Synthetischer Diamant |
|---|---|---|
| Entstehung und Gewinnung | Bildet sich unter hohem Druck und Temperatur in der Erde und durch Bergbau gewonnen | Wird durch verschiedene Verfahren in einem Labor gezüchtet |
| Dauer der Entstehung | Millionen von Jahren | Wenige Wochen |
| Nachhaltigkeit | Kann durch Kinderarbeit und schlechte Arbeitsbedingungen ethisch und ökologisch belastet sein | Energieaufwand hoch, ökologischer Fußabdruck allerdings geringer; ethisch unbedenklich |
| Preis | In der Regel aufgrund der Seltenheit teurer | Deutlich günstiger als echte Diamanten |
| Seltenheit | Sehr selten (je nach Region) | Nicht selten, da herstellbar |
| Anwendung in Ringen | Beliebt für Verlobungs- und Trauringe | Als erschwingliche und nachhaltigere Alternative zunehmend beliebt für jegliche Ringart |
| Wertstabilität | Hoch aufgrund ihrer Seltenheit und langfristiger Nachfrage auf dem Markt | Geringer als bei Naturdiamanten, da synthetische Diamanten leichter verfügbar und herstellbar sind |
Qualität von Labor-Diamanten
Verschiedene Faktoren wie Farbe, Klarheit, Einschlüsse, Karatgewicht und Schliff sind Qualitätsmerkmale von Labor-Diamanten. Bei künstlich gezüchteten Diamanten hat der Hersteller die Möglichkeit, Steineigenschaften der Schmuckstücke wie Reinheit und Farbe zu kontrollieren. Das heißt aber nicht, dass sie immer absolut perfekt sind. Es gibt auch hier Qualitätsabstufungen, die der Juwelier mithilfe einer visuellen Inspektion, der Spektroskopie und anderer Tests prüft.
Die verschiedenen Typen von künstlichen Diamanten
Ob Kultur- oder Naturdiamanten: Die verschiedenen Arten von Edelsteinen teilen Juweliere grob in zwei Kategorien ein, die auf dem Vorhandensein oder Fehlen von Stickstoff basieren. Das beeinflusst auch die Farbgebung.
- Typ Ia-Diamanten: 98 Prozent aller natürlichen Diamanten gehören zu dieser Gruppe. Die Farben variieren hierbei von farblosen Steinen bis hin zu gelben, braunen und selten pinkfarbenen Exemplaren.
- Typ IIb-Diamanten: Etwa 0,1 Prozent aller natürlichen Diamanten zählen zum Typus der isolierten Einzelatom-Stickstoffverunreinigungen - hauptsächlich in den Tönen Gelb (Canary), Braun und Orange.
- Typ IIa-Diamanten: Weniger als zwei Prozent zählen hierzu. Von farbloser Ausführung bis hin zur Rosé- und Braunnuancen ist alles dabei.
- Typ IIb-Diamanten: Nur rund ein Promille aller Naturdiamantarten fällt in diese Kategorie. Am häufigsten treten blaue bzw. graue Nuancen auf.
Generell gilt: Der Wert der einzelnen Diamanten richtet sich auch danach, ob Sie Verunreinigungen aufweisen. Besonders wertvoll sind die Diamanten vom Typ IIa - sie enthalten entweder sehr wenige oder keine Stickstoffatome in der Kristallstruktur. Im Schnitt sind sie 2 bis 3% teurer als andere Diamanten.
