Karate Tiger 2: Handlung, Besetzung und Hintergründe

Was waren das noch für herrliche Zeiten, als in loser Folge Karate-Actioner in die Videotheken gespült und unter der Marke „Karate Tiger“ zusammengewürfelt wurden? Verleiher Ascot bediente sich bei der „Kickboxer“-Reihe, inhalierte Titel wie „Best of the Best“, „To Be the Best“ oder „King of the Kickboxers“ und bewies einzig beim Auftakt der konstruierten Reihe Kontinuität.

Der nämlich brachte dem deutschen Publikum die voneinander unabhängigen ersten beiden „No Retreat, No Surrender“-Teile näher (aus dem dritten wurde „Kickboxer 2 - Blutsbrüder“). In dessen Erstling debütierte Jean-Claude Van Damme, der auch im Folgeteil den Fiesling geben sollte. Allerdings scheiterte sein Engagement ebenso wie die von Van Dammes heroischem „No Retreat…“-Opponenten Kurt McKinney.

Besetzung und Produktion

An ihrer statt wurden Loren Avedon („Tigerkralle III“) und Matthias Hues (wirkte auch in „Karate Tiger 8“ mit, der eigentlich den Titel „Fists of Iron“ trägt) verpflichtet. Der in Waltrop geborene Hues wurde als schurkischer Van-Damme-Ersatz ohne jede Schauspielerfahrung direkt aus dem legendären Gold’s Gym-Fitnessstudio in Los Angeles geworben; der Startschuss für eine bemerkenswerte B-Film-Karriere.

Die Hauptrolle bekleidet allerdings Avedon, der als charmanter Tausendsassa Scott nach Bangkok reist, um seine Verlobte Sulin (Patra Wanthivanond) zu treffen. Dass Scott in Kampfkünsten geschult ist, zeigt vorangestellt seine Suche nach Freund Mac (Max Thayer, „Martial Law II“).

Die führt ihn in eine Kickbox-Schule, wo er auf die schlagkräftige Terry (Cynthia Rothrock, „Yes, Madam!“) trifft und gleich einen Zufalls-Opponenten durch den Ring prügeln darf. Wer über solch körperliche Vorzüge verfügt, kann es auch mit einer Bande Kidnappern aufnehmen!

Lesen Sie auch: Karate Tiger: Mehr als nur ein Kampfsportfilm

Handlung im Detail

Allerdings erweist sich deren Motiv als politische Einflussnahme auf Sulins Vater. Nötig ist dieser erzählerische Antrieb lediglich, um die in Kambodscha ansässigen Schuldigen militärisch aufzublasen; natürlich samt russischer Beteiligung. Hier kommt im zunehmenden Verlauf auch Hues‘ Sowjet-Oberst Yuri zum Tragen.

Das Drehbuch, u. a. verfasst von Keith W. Strandberg (schrieb neben dem Vorgänger auch besagten „King of the Kickboxers“), pocht gerade in der Herleitung beständig auf Kurzweil. Dazu trägt in der hiesigen Fassung auch die Synchronisation bei, die in ihren besten Momenten Rainer-Brandt-Niveau erreicht.

Im Mittelteil zieht sich die Handlung, ohne den grundlegenden Unterhaltungswert zu minimieren. Nur nach Sinnhaftigkeit sollte bei diesem herrlich bestussten Videotheken-Gold nicht gefahndet werden. Das zeigt sich vor allem, wenn die beschwerliche Reise Richtung Soldatenlager bewältigt ist und die US-Helden das Camp in bester MacGyver-Manier mit Sprengfallen und mechanischer MG-Unterstützung versehen.

Der daraus resultierende Budenzauber lässt die Gegnerschaft blind in den Tod rennen, was zu adäquaten Benzinexplosionen (selbst bei Granatwürfen!) samt brennend umherfliegender Dummy-Unterkörper führt. Das ist alles so überzogen, dass der Showdown von „Phantom Kommando“ (1985) daneben glatt realitätsnah erscheint.

Punkten kann der vom bewährten Corey Yuen (inszenierte neben dem Erstling auch Klassiker wie „Above the Law“) gedrehte Streifen vorrangig bei den Martial-Arts-Sequenzen. Die pfeilschnelle Rothrock stiehlt dem Kollegen Avedon dabei mitunter die Schau.

Lesen Sie auch: Karate Kid III: Lohnt sich der Film?

Doch auch er weiß seine Qualitäten - einschließlich sporadischer Mimikentgleisungen - sehenswert zu präsentieren. Nach objektiven Gesichtspunkten lässt sich ein Film wie „Karate Tiger 2“ unmöglich bewerten. Wer ihn früher liebte, wird sich auch heute noch packen lassen. Der Rest darf über zweckfremden Säusel-Pop, die Ausweidung einer Schlange zur Zubereitung regionaler Getränkespezialitäten und anderen Nonsens gern in Kopfschütteln verfallen.

Zusammenfassung der Handlung

Scott Wylde reist nach Bangkok um seine Verlobte Sulin und seinen Freund Mac Jarvis zu besuchen. Er quartiert sich in einem billigen Hotel, dass als Bordell bezeichnet werden könnte ein und versucht seine Verlobte telefonisch zu kontaktieren. Er trifft sich mit in einem Restaurant und wird von ihr in sein Hotelzimmer begleitet. Ihr Stelldichein wird von Entführern gestört, die Sulin verschleppen und Scott töten möchten.

Er möchte schließlich Sulins Vater kontaktieren, allerdings fand in seinem Haus ebenfalls ein Entführungsversuch statt. Er wird verhaftet und des Landes verwiesen. Allerdings gelingt Scott die Flucht und geht zu Marc Jarvis. Dieser sagt ihm widerwillig seine Unterstützung zu, nachdem er wegen Scotts Freundin mehrmals angegriffen wurde.

Sie erfahren, dass sie nach Kambodscha zum Berg des Todes müssen, also fliehen sie zusammen mit Terry vor Behörden nach Kambodscha und versuchen einen Geschäftspartner von Marc zu kontaktieren. Allerdings wird das Lager Marcs Geschäftspartner angegriffen und sämtliche Bewohner des Lagers getötet.

Sie konnten allerdings erfahren, das der Berg des Todes ein Trainingslager für eine Privatarmee des Russen Yuri ist. Auf den Weg dort hin werden sie auch von freundlichen Mönchen angegriffen. Scott und Marc können fliehen, Terry zunächst auch, wird aber schließlich eingeholt und unbemerkt auf ein Boot gebracht.

Lesen Sie auch: Neuauflagen und das Original: "Karate Kid"

Als Scott und Mac das wegfahrende Boot sehen, denken sie, Terry würde ohne die beiden die Flucht antreten. Als das Boot jedoch umdreht und mit einem Maschinengewehr und einer Panzerfaust auf sie gefeuert wird, erkennen sie die Situation und rennen zurück Richtung Stätte der Mönche.

Dort entdecken sie, dass die echten Mönche gefesselt wurden und in einem Waffenraum gesperrt wurden. Währenddessen wird in Bangkok Sulins Vater getötet, und der Lagerleiter beschließt das seine Geiseln Sulin und Terry am nächsten Tag den Krokodilen als Futter dienen sollen.

Marc und Scott arbeiten sich zum Lager vor und bereiten alles für ihren großen Angriff vor, bei dem sie die Armee mit Granaten und den Maschinenpistolen auslöschen wollen. Am nächsten Morgen werden Terry und Sulin über die Krokodilgrube gehängt und langsam herabgelassen.

Scott und Marc beginnen ihren Angriff und es gelingt ihnen Terry und Sulin zu befreien und sämtliche Soldaten zu töten. Allerdings tötet ein Soldat Terry und Scott beginnt mit Yuri, nachdem er den Soldaten getötet abzurechnen.

Er stellt sich ihm in einem Kampf und es gelingt ihm ein Seil um den Hals zu legen und ihn mit diesen in die Krokodilgrube zu fahren. Allerdings ist Yuri so stark, dass er den Lastwagen zu sich ziehen kann, während er von den Krokodil gebissen wird. Scott gelingt aus dem Wagen zu steigen und diesen in die Luft jagen.

Schließlich gehen Scott, Marc mit der Leiche von Terry und Sulin nach Hause.

Fassung und Schnitte

Die deutsche Fassung des Films wurde um 10 Minuten gekürzt und sprachlich entschärft. Allerdings ist nur die Australische Fassung komplett ungeschnitten, da in eine Szene enthalten ist, in der eine Schlange aufgeschlitzt ist, diese Szene ist selbst auf UK-DVDs nicht enthalten.

Sängerin Lisa Donovan Lukas hat den Text des Titelliedes Everywhere With You selbst gedichtet, außerdem singt sie das Titellied selbst.

Karate Tiger 2 ist ein Kampfsport-Actionfilm aus dem Jahr 1988 und der zweite Teil der im englischsprachigen Original "No Retreat, No Surrender" lautenden Filmreihe. Der deutsche Titel Karate Tiger 2 dient lediglich der besseren Vermarktung, mündet jedoch in ein Titel-und-Fortsetzungs-Wirrwarr. Regie führte wieder Corey Yuen.

Scott Wylde reist von den USA nach Bangkok, Thailand, um seine Verlobte Sulin und seinen Freund Mac Jarvis zu besuchen. Kurz nach dem ersten Treffen wird Sulin, deren Vater eine einflussreiche Person ist, jedoch entführt. Zusammen mit Mac und der Hubschrauber-Pilotin Terry macht Scott sich auf die Suche. Auf dem Weg dorthin haben sie es mit einer Vielzahl an Gegnern zu tun.

Selbst zunächst augenscheinlich gastfreundlich auftretende Mönche stellen sich als Anhänger der gegnerischen Seite heraus, welche die drei gefangen nehmen wollen. Scott und Mac können fliehen, Terry zunächst auch, wird aber schließlich eingeholt und unbemerkt auf ein Boot gebracht.

Als Scott und Mac das wegfahrende Boot sehen, denken sie, Terry würde ohne die beiden die Flucht antreten. Als das Boot jedoch umdreht und mit einem Maschinengewehr und einer Panzerfaust auf sie gefeuert wird, erkennen sie die Situation und rennen zurück Richtung Stätte der Mönche.

Dort stellen sie fest, dass die echten Mönche gefesselt in einem Waffenraum eingesperrt sind. Am Ziel angelangt, kommt es zu heftigen Feuergefechten. Sulin und Terry hängen gefesselt über einer Krokodilgrube und drohen in diese hineinzufallen. Mac kann die beiden schließlich befreien.

Als Scott zu ihnen läuft, wird er von dem sowjetischen Oberst Juri mit einer Maschinenpistole beschossen. Terry erkennt dies und stößt ihn in letzter Sekunde zu Seite, wird dabei aber selbst getroffen. Es kommt zum finalen Zweikampf zwischen Juri und Scott.

Mac kümmert sich währenddessen um die schwer verwundete Terry. Im Verlauf des Kampfes gelingt es Scott in einer Hütte schließlich, Juri mit einer großen, an der Wand hängenden Flagge einzuwickeln und ein Seil um seinen Hals zu schlingen.

Das andere Ende bindet er an einen Geländewagen, fährt los und zieht Juri quer durch das Lager und in die Krokodilgrube. Nachdem Scott versehentlich einen Holzpfahl gerammt hat, geht der Motor aus und springt nicht mehr an. Juri versucht den Wagen mitsamt Scott zu ihm in die Grube zu ziehen.

Ursprünglich sollten sowohl Jean-Claude van Damme als auch Kurt McKinney wieder dabei sein, aber die marginalen Sicherheitsvorkehrungen für die Dreharbeiten in Kambodscha schreckten ab. Besser so, denn dank dieser Umstände konnte der auch in beiden Fortsetzungen vertretene Loren Avedon das Spielfeld betreten.

Zusammen mit Cynthia Rothrock ein mehr als angemessener Ersatz, beide passen von ihren Martial Arts-Künsten auch viel besser in die typisch wilde Hongkong-Inszenierung von Ng See-Yuen und Seasonal Films. Auf der Gegenseite ist mit Hwang Jang-Lee dann auch noch ein weiteres Asia-Schwergewicht zu sehen.

Karate Tiger 2 ist ein hochgradig unterhaltsames Nonstop-Action-Feuerwerk im Dschungel, wie man es nach den 80ern leider kaum noch zu Gesicht bekam. Ärgerlicherweise ist der Film generell qualitativ aber auch fassungstechnisch bislang schlecht verfügbar. Die deutsche Fassung ist um 13,5 Minuten bei so ziemlich allen Actionszenen zensiert.

Ungekürzt ist nur eine australische DVD, am ehesten erschwinglich ist für Interessenten aber wohl noch die britische DVD. Diese ist bei Gewalt und Handlung vollständig, lediglich eine Szene mit Tiergewalt musste der BBFC zuliebe entfernt werden.

Seit August 2024 ist der Film endlich auch ungeschnitten in Deutschland erhältlich, auf Blu-ray/DVD-Mediabooks von Shamrock mit Nachsynchronisation für früher fehlende Dialogszenen, zwei Tonmixes und einer Widescreen- sowie einer Vollbild-Fassung. Die Basis bildete eine HD-Abtastung der deutschen Kinofassung, welche mit Inserts aus schlechteren Materialquellen ergänzt wurde.

Die Widescreen-Fassung verliert im Grunde keine wesentlichen Bildinformationen, aber dennoch sei insgesamt zur Alternative in Open Matte geraten.

Er kommt bei seinem Hotel an, einer recht einfachen Absteige. Ein Mann im Gang versucht ihm gleich eine Frau aufzuschwätzen, nachdem er von weiteren bereits kurz belagert wurde. Im Zimmer angekommen kracht erstmal das Bett unter ihm zusammen. Scott ruft bei der Wing-Residenz an und fragt nach Su Lin.

Der Zuhälter versucht ihn nochmal an eine Prostituierte zu vermitteln, worauf Scott ihn wieder abwimmelt und Su Lin am Telefon erst mit einem Akzent veräppelt. Scott schafft es endlich heraus und wird ausführlich in einem Restaurant zum Tisch geführt. Man hat alles besonders fein für ihn zugerichtet.

Am Tisch gibt es dann viel scherzhaften Dialog und es werden allerlei exotische Geichte gereicht. Affenhirn verwechselt Scott zuerst mit etwas anderem und spuckt es angewidert wieder aus. Nun kommt Scott mit Su Lin in seinem Hotel an. Sie ist natürlich nicht allzu begeistert von der billigen Absteige, doch mit ausgeschaltetem Licht im Zimmer küssen sich die Beiden dann doch innig.