In der ZDF-Trödelshow "Bares für Rares" können Verkäufer ihren Dachbodenfund oder das Schnäppchen vom Flohmarkt zu Geld machen. Manchmal springen dabei Zehntausende Euro raus.
Der unverhoffte Dachbodenfund entpuppt sich überraschend als wertvoller Schatz und geht beim Trödelhändler für viel Geld über die Theke - davon träumen wahrscheinlich viele Teilnehmer, die ihre Waren zu Bares für Rares ins Walzwerk in Köln tragen. Und die Zuschauer der beliebten ZDF-Sendung fiebern mit den Verkäufern mit.
Der Ablauf des erfolgreichen TV-Formats mit Moderator Horst Lichter ist dabei stets gleich. Die Verkäufer tragen ihre Waren zu einem der Experten. Die schätzen den Wert der Gegenstände. Anschließend geht es zu den Händlern, die ihre Gebote abgeben. Und die haben es manchmal in sich, wenn sich die Preisvorschläge bei besonders wertvollen, seltenen und begehrten Waren überschlagen.
Doch im Jahr 2019 kam es zu einem Verkauf, der alle bisherigen Rekorde brach: ein Diamantkreuz mit 40 Karat, das eine Reliquie enthielt.
Das Diamantenkreuz: Eine Weltsensation
Eine Weltsensation und einen Verkaufsrekord legte im Jahr 2019 eine echte Reliquie hin. Ein Diamantkreuz mit 40 Karat machte dabei nur den weltlichen Wert des heiligen Kreuzes aus. Eingesetzt ist dort in der Mitte ein Fenster aus Bergkristall, hinter dem sich Holzsplitter verbergen. Bei diesem handele es sich um Holzstücke aus dem Kreuz Jesu Christi, wie ein unbeschädigtes Siegel des Papstes Clemens IX. verbürgt.
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Das Kreuz datierte Expertin Heide Rezepa-Zabel auf das 17. Jahrhundert.
Stephanie Huber und Cosima Birk aus Rülzheim hatten das wertvolle Stück, das aus einer Erbschaft stammte, zu der Sondersendung der Trödelsendung auf Schloss Schwerin mitgebracht. Mutter und Tochter waren zwar von einem hohen Wert ausgegangen. Der Schätzpreis von 60.000 bis 80.000 Euro war dann aber auch für sie eine große Überraschung.
Das Reliquienkreuz aus "Bares für Rares" Screenshot ZDF Sonntag, 26.05.2019, 16:56Es war eine Rekordsumme: Für 42.000 Euro kaufte die Juwelierin Susanne Steiger (36) am Mittwoch in der ZDF-Sendung „Bares für Rares“ von Horst Lichter (57) ein wertvolles Reliquienkreuz.
Allein die Diamanten sollen einen Materialwert von 15.000 Euro haben.
Cosima Birk berichtete in der Show, ihre Tante habe eine alte Dame immer sonntags in die Kirche begleitet und aus Dankbarkeit den Anhänger vererbt bekommen, der Experten zufolge aus der Zeit um 1700 stammt.
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Der Verkauf und seine Folgen
Am Ende griff "Bares für Rares"-Händlerin Susanne Steiger zu, sicherte sich das Schmuckstück - und handelte einen Preis von 42.000 Euro aus.
Händlerin Susanne Steiger war nach dem Kauf überwältigt. Nach einem solchen Stück suche man als Händler das Leben lang, sagte sie. "Das ist die Nadel im Heuhaufen. Und die habe ich heute Abend hier gefunden.
Nach dem Erwerb des wertvollen Reliquienkreuzes will die Käuferin es als Leihgabe einem Museum zur Verfügung stellen. „Es haben sich schon so viele Menschen bei mir gemeldet, die das Kreuz gerne ansehen wollten, dass ich es der Öffentlichkeit zugänglich machen möchte“, sagte Steiger aus Bornheim bei Köln am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.
In einem Interview stellte sie klar: „Ich beabsichtige viel mehr, das Kreuz als Leihgabe an ein Museum der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, damit interessierte Menschen es sich ansehen können“.
„Die Geschichte des Reliquienkreuzes ist noch nicht zu Ende erzählt …“, schreibt sie dazu. „Ich forsche gerade zur Provenienz und versuche die Herkunft des Kreuzes zu lüften.“
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„Meine Faszination und Liebe zu diesem Stück ist ungebrochen und ich freue mich auf den Tag, an dem ich meine Arbeit mit euch teilen kann“, stellt Steiger schon jetzt klar. „Hoffentlich wird das Kreuz final dort ausgestellt, wohin es historisch gehört.“
Nachdem in der ZDF-Trödelshow "Bares für Rares" zuletzt eine religiöse Reliquie mit angeblichen Holzsplittern aus dem Kreuz Christi für die Rekordsumme von 42.000 Euro den Besitzer gewechselt hatte, meldet ein Anwalt nun Zweifel an dem Geschäft an.
Friedemann Ungerer hält die Transaktion für nicht rechtskräftig, weil er aufgrund der Unerfahrenheit der Verkäuferinnen Stephanie Huber und Cosima Birk den Tatbestand der sittenwidrigen Geschäfte und des Wuchers erfüllt sieht.
Die gesetzliche Bestimmung dazu findet sich unter Paragraf 138 im BGB, wo es heißt: "Nichtig ist insbesondere ein Rechtsgeschäft, durch das jemand unter Ausbeutung der Zwangslage, der Unerfahrenheit, des Mangels an Urteilsvermögen oder der erheblichen Willensschwäche eines anderen sich oder einem Dritten für eine Leistung Vermögensvorteile versprechen oder gewähren lässt, die in einem auffälligen Missverhältnis zu der Leistung stehen."
Die teuersten Verkäufe bei "Bares für Rares" im Überblick
Das Diamantenkreuz mit den Partikeln vom Kreuz Jesu hält mit einem Verkaufspreis von 42.000 Euro bis heute den Rekord des am teuersten verkauften Objekts der Sendung.
