Bernd Römer: Ein Leben für die Musik mit Karat

Bernd Römer, Gitarrist der bekannten deutschen Band KARAT, hat ein bewegtes Leben hinter sich, das eng mit der Musik verbunden ist. Seine Geschichte ist geprägt von Leidenschaft, Engagement und dem unbedingten Willen, seinen Traum zu verwirklichen.

Die frühen Jahre und der Weg zur Musik

Bernd Römer wurde am 6. September 1952 in Erfurt geboren. An Kindheit und Jugend hat er nur beste Erinnerungen: „Ich wurde mitten in der Stadt groß, hatte liebevolle, fürsorgliche Eltern und viele Freunde. Die ganze Stadt war unser Abenteuerspielplatz!“

Schon früh entdeckte er seine Liebe zur Musik. Dreizehn Jahre später fing die Musik an, sein Leben zu bestimmen. 1965 brachte die Plattenfirma „Amiga“ eine Langspielplatte von den BEATLES heraus - damals in der DDR eine Sensation, da man ja staatlicherseits mit Rock’n Roll bekanntlich nicht viel am Hut hatte.

Und genau diese Platte war es, die den Grundstein für seine musikalische Laufbahn legte. Ich war begeistert. Das wollte ich auch. Ich wollte Musik machen. Ich wollte Gitarre spielen und lange Haare haben. Seine erste Gitarre schenkte sich Bernd Römer selbst zum 14. Geburtstag. „Ich hatte ein Jahr lang gearbeitet und jeden Groschen gespart.“ Das Spielen brachte er sich selbst bei.

Mit 16 Jahren hatte er seine erste Band. Ich tat mich mit einigen Schulfreunden zusammen und als „Pythons“ hatten wir unsere ersten Auftritte in Erfurt. Wir spielten uns durch Schulfeiern, Faschingsveranstaltungen, Clubs und Tanzsäle, bis meine Bandkollegen zur Armee mussten und die Pythons sich auflösten. Danach spielte ich mit verschiedenen Erfurter Musikern zusammen, bis ich 1970 selbst eingezogen wurde. Auch während meiner Armeezeit hatte ich meine Gitarre an meiner Seite und übte.

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Der Einstieg ins Profigeschäft

Der Zufall wollte es, dass Horst Krüger, Chef einer Berliner Profiband, über mehrere Ecken auf mich aufmerksam wurde und mich 1973 in seiner “Horst-Krüger-Band“ haben wollte. Diese Herausforderung war enorm; ich als „kleiner“ Autodidakt sollte neben studierten und gestandenen Musikern spielen!

Nebenbei machte ich an der Musikschule Friedrichshain meinen Abschluss als Berufsmusiker (ohne den man in der DDR nicht professionell spielen durfte). Als es 1976 anfing, in der „Horst-Krüger-Band“ zu kriseln, ergab sich für mich der nächste glückliche Umstand.

Die Zeit mit Karat

Ullrich Pexa, Gitarrist von „Karat“ sprach mich an. Er suchte für die Band einen Nachfolger, da er einen Ausreiseantrag gestellt hatte. Das war so etwas wie meine persönliche „Sternstunde“. Ich stieg zusammen mit unserem Schlagzeuger Micha Schwandt ein.

Der Rest ist Geschichte: Karat wurde zu einer der beliebtesten Bands der DDR. „Dass wir dazu auch im Westen auftreten konnten, hat uns natürlich stolz gemacht“, erklärt Bernd. „Denn es bedeutete, dass sich unsere Musik auch international messen konnte. Das war wie ein Ritterschlag!“ Umgekehrt galt: Wer im West-TV auftrat, dessen Stellenwert stieg auch im Osten. „In letzter Konsequenz haben wir das aber alles unserer Musik zu verdanken!

Auch nach der Wende schaffte es die Band, an ihre Erfolge anzuknüpfen. Nach Herberts Tod war unser Glück, dass sein Sohn Claudius als Sänger übernommen hat“, sagt Bernd. „Das ist jetzt unglaubliche 17 Jahre her!

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Die Entwicklung von Karat im Überblick

Die Band Karat gilt als eine der erfolgreichsten Bands der ehemaligen DDR, die es auch im Westen zu großen Achtungserfolgen gebracht hat. Als das Jazzkonzept seiner Gruppe Panta Rhei Mitte der 1970er Jahre an Popularität verlor, entschloss sich der Bassist Henning Protzmann, eine neue Band zu gründen.

1975 entstand die Band aus der Gruppe „Pantha Rei“, mit Sängerin Veronika Fischer an der Spitze. Nachdem die Sängerin, später selbst im Osten ein gefeierter Star, der Band abhandengekommen war, formierten sich die Bandmitglieder Herbert Dreilich, Henning Protzmann und Ulrich Swillms kurzerhand neu. Es entstand die Band Karat.

Seit Juni 1976 ersetzten Bernd Römer (Gitarre) und Michael Schwandt (Schlagzeug), die beide von der Horst-Krüger-Band kamen, Ulrich Pexa und Konrad Burkert. Seine Stimme wurde schließlich zum Markenzeichen von Karat.

Die größten Erfolge und Auszeichnungen

1979 veröffentlichte die Band einen Ausnahmehit: Über sieben Brücken musst du gehen. Wenig später coverte Peter Maffay das Stück. Damit wurde Karat auch im Westen berühmt. Weitere Veröffentlichungen wie Albatros und der Blaue Planet feierte man auch im Westen. 1982 trat Karat als einzige DDR-Band in der Sendung „Wetten, dass?“ auf.

Durch den Gewinn des Grand Prix beim Internationalen Schlagerfestival 1978 mit den Titeln König der Welt und Über sieben Brücken mußt du gehn gelang Karat der endgültige Durchbruch.

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Im gleichen Jahr gewannen sie den „Kunstpreis der FDJ“, „Grand Prix beim internationalen Schlagerfestival“ und den „Preis der Presse“. Neben vielen weiteren Preisen gewann Karat vier Mal die „Goldene Schallplatte“ und drei Mal den „nl-Interpretenpreis“.

Schwere Zeiten und Neuanfänge

Nach dem Tod von Frontmann Herbert Dreilich trat Sohn Claudius 2004 in die Fußstapfen seines Vaters. Er steht heute an der Spitze der Kultband.

Am 10. Januar 2005 wurde von Seiten der Band offiziell bestätigt, dass Herbert Dreilichs Sohn Claudius die Nachfolge als Sänger übernimmt.

Für die Dauer eines Markenlöschungsverfahrens nannte sich die Gruppe vom 1. Januar 2006 bis zum 19. Im April 2007, dem ersten Verhandlungstermin im Namensstreit, legte das Gericht den Beteiligten nochmals eine Einigung nahe, die jedoch nicht zustande kam. Am 19. Im Sommer 2007 ging Karat mit dem Filmorchester Babelsberg sowie den Puhdys, Silly, Dirk Michaelis, Ute Freudenberg, Werther Lohse (Lift) und Veronika Fischer auf die Tour Ostrock in Klassik, bei der bekannte Titel der Interpreten durch Teilnahme des Sinfonieorchesters im klassischen Gewand präsentiert wurden.

35-jähriges Bühnenjubiläum

2010 konnten sie ihr 35. Bühnenjubiläum feiern. Für den schon 1992 erschienenen Best-Of-Sampler Vierzehn Karat erhielt die Band eine Goldene Schallplatte.

Seit 25 Jahren sorgt Adelheid Walther, die meist „Adele“ gerufen wird, für den Erfolg von Karat.

Privatleben

Auch privat fand Bernd Römer das Glück - zum ersten Mal mit 27: Er heiratete seine damalige Freundin Tine und wurde Vater einer Tochter. 35 Jahre hielt die Ehe. „Eine tolle Zeit: Wir haben so viel zusammen erlebt, auch mit den Musikerfreunden. Die ganzen Rocker-Feten spielten sich entweder bei Tamara Danz ab, oder in unserem Häuschen.“

Doch irgendwann lebten sie sich auseinander. „Das wollte keiner, aber es ist passiert. Und für Tine war es sicherlich schwer“, gibt Bernd zu. Doch sie schafften es, Freunde zu bleiben. „Als Tine vor zwei Jahren starb, hatten wir Gott sei Dank längst wieder einen guten Draht zueinander.“ Seit 2015 ist er mit Melanie glücklich verheiratet.

Bernd Römer heute

Dabei ist Bernd Römer bestens in Form und gesundheitlich fit. „Seit ein paar Jahren mache ich Intervallfasten. Und verzichte weitgehend auf Alkohol. Das tut mir gut.“ Aber er verrät auch: „Wenn man älter wird, macht man sich schon mehr Gedanken. Und wenn man auf die Uhr schaut, wird einem immer klarer: Der Sekundenzeiger dreht sich unaufhörlich.“

Doch was den Gitarristen jedes Mal aufbaut, ist die Musik - egal, wie schwierig die Zeiten auch waren.

Bandmitglieder von Karat

Hier ist eine Übersicht der aktuellen und ehemaligen Bandmitglieder von Karat:

NameGeburtsdatumSternzeichenInstrument
Claudius Dreilich8. September 1970JungfrauGesang
Bernd Römer6. September 1952JungfrauGitarre
Christian Liebig22. Dezember 1954SteinbockBass
Ulrich Swillms7. März 1947FischeKeyboard
Martin Becker30. Juni 1961KrebsKeyboard
Michael Schwandt4. November 1947SkorpionSchlagzeug