Karat, die Edelsteine des Deutschrocks, glänzen, glitzern und funkeln seit fünfzig Jahren.
Ehe-Aus und neue Liebe
Gerüchte gab es schon länger: Die Ehe von Karat-Gitarrist Bernd Römer mit seiner Frau Tine (58) soll am Ende sein. Jetzt die offizielle Bestätigung.
„Es stimmt. Tine und ich haben uns getrennt. Wir sind bereits geschieden“, sagt Römer.
Ein halbes Jahr lebte er alleine, bis er Melanie während eines Eishockeyspiels traf.
Der Musiker präsentierte öffentlich die Neue an seiner Seite. Während der Vorstellung des Soloalbums von Puhdy Dieter „Maschine“ Birr (70) in Berlin lächelte Römer zusammen mit Melanie Ranftl (33) aus Berlin in die Kamera.
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Hochzeit mit Melanie
Neuenhagen - Sie war bisher die große Liebe von Bernd Römer (62) - die Gitarre. Seit fast 40 Jahren spielt er dieses Instrument bei Karat. Bernd und die Gitarre - ein Bund fürs Leben.
Nun kommt ein neuer dazu. Der Rocker hat jetzt ganz überraschend seine Freundin Melanie (35) geheiratet.
Wie jetzt bekannt wurde, gaben sich Bernd Römer und Melanie bereits vor einer Woche das Ja-Wort. Sie ganz in Weiß, er mit roter Krawatte und im Maßanzug. So stand das Paar im Rathaus Neuenhagen, besiegelte vor dem Standesbeamten mit Unterschrift, Ringen und einem Kuss ihre Ehe.
Danach startete bei strahlendem Sonnenschein im Garten der Gemeinde Hoppegarten ein wundervolles Fest mit den Band-Kollegen, Familie und Musiker-Freunden.
Mit dabei war auch Puhdys-Frontmann Dieter „Maschine“ Birr mit seiner Frau Sylvia, die gleich ein Foto mit dem frisch vermählten Paar schossen.
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Auch Musik-Produzent Ingo Politz kam, unter dessen Regie das aktuelle Karat-Album „Seelenschiffe“ entstand.
Sängerin Ute Freudenberg und Puhdys-Gitarrist Dieter „Quaster“ Hertrampf zählten ebenfalls zu den zahlreichen Gästen. Ein herrliches Grill-Büfett gab es. Bis früh um vier Uhr wurde gefeiert.
Für den Karat-Gitarristen ist das nun die zweite Hochzeit. Seine erste Ehe scheiterte nach 35 Jahren.
Römer lebte Monate allein, bis der rockende „Eisbären“-Fan vor vier Jahren Melanie bei einem Eishockeyspiel kennenlernte. Es funkte, das Paar zog zusammen.
Bernd Römer ist überglücklich mit seiner Melanie. Vor einem Jahr machte er seiner Traumfrau den Heiratsantrag. Ganz romantisch, wie es sich gehört.
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„Wir waren mit Karat auf dem Kreuzfahrtschiff ,Albatros’ unterwegs. Dort, auf der Brücke, habe ich sie gefragt“, erzählte der Musiker jetzt in der aktuellen „Super-Illu“.
Warum sich der Musiker noch einmal traute zu heiraten? „Ganz einfach“, sagt Bernd Römer. „Wir lieben uns!
Bernd Römers musikalische Karriere
Bernd Römer ist dienstältester Musiker der Gruppe und seit 49 Jahren dabei. Der Gitarrist ist dienstältester Musiker der Gruppe, zu der er 1976, ein Jahr nach ihrer Gründung, stieß.
Angefangen hat alles im schönen Erfurt. Hier kam Bernd 1952 zur Welt. Seine Mutter war eine Putzmacherin aus Wuppertal, sein Vater Goldschmied.
Seine erste Gitarre schenkte sich Bernd Römer selbst zum 14. Geburtstag. „Ich hatte ein Jahr lang gearbeitet und jeden Groschen gespart.“ Das Spielen brachte er sich selbst bei.
1973 dann die große Chance: Bernd stieg bei der Berliner Horst-Krüger-Band ein. „Dabei kannte ich damals kaum eine Note!“ Die fehlenden Grundlagen holte er ab 1974 nebenbei an der Musikschule nach.
1976 schlug der damalige Karat-Gitarrist Ulrich Pexa der Band Römer als seinen Nachfolger vor. Bernd kam - und brachte Schlagzeuger Michael Schwandt mit. Der Rest ist Geschichte: Karat wurde zu einer der beliebtesten Bands der DDR.
„Dass wir dazu auch im Westen auftreten konnten, hat uns natürlich stolz gemacht“, erklärt Bernd. „Denn es bedeutete, dass sich unsere Musik auch international messen konnte. Das war wie ein Ritterschlag!“ Umgekehrt galt: Wer im West-TV auftrat, dessen Stellenwert stieg auch im Osten.
Auch nach der Wende schaffte es die Band, an ihre Erfolge anzuknüpfen. „Nach Herberts Tod war unser Glück, dass sein Sohn Claudius als Sänger übernommen hat“, sagt Bernd. „Das ist jetzt unglaubliche 17 Jahre her!
Karat: Von den Anfängen bis heute
Karat wurde 1975 in Ostberlin gegründet, feiert 50. Am Samstag (22.2.) wird das Quintett 50 Jahre alt - und feiert das mit einem Jubiläumskonzert in Berlin.
«Wir werden neue Songs vorstellen und alte Songs würdigen», sagt Sänger Claudius Dreilich der Deutschen Presse-Agentur.
Im Kulturhaus «Otto Buchwitz» in Heidenau nahe Dresden wird am 22. Februar 1975 Musikgeschichte geschrieben: Bassist Henning Protzmann, Gitarrist Ulrich Pexa, Schlagzeuger Konrad Burkert, Keyboarder Ulrich «Ed» Swillms sowie die Sänger Hans-Joachim Neumann und Herbert Dreilich stehen das erste Mal gemeinsam auf der Bühne. Ihre Band heißt Karat.
Schnell wird die neue Gruppe mit ersten eigenen Titeln wie «Leute welch ein Tag» im DDR-Rundfunk gespielt. 1976 bekommt die junge Berliner Band beim III. Interpretenwettbewerb der Unterhaltungskunst in Karl-Marx-Stadt eine Silbermedaille. Die erste LP erscheint 1978.
Über «Sieben Brücken» bis in die Hitparade: Ein DDR-Fernsehfilm wird zum riesigen Glücksfall. Er heißt «Über sieben Brücken musst du gehn». Keyboarder Ed Swillms, Verfasser vieler Hits der Band, vertont den gleichnamigen Titelsong.
Beim Internationalen Schlagerfestival 1978 in Dresden gewinnt Karat mit dem Lied den Grand Prix. Die Single schafft es in der DDR-Jahreshitparade auf Platz 2 - hinter «König der Welt», ebenfalls eine Ballade von Karat.
Als erste DDR-Band darf Karat ab 1979 alle Platten in Ost und West herausbringen. Sie werden millionenfach gekauft und sind eine wertvolle Devisen-Quelle für den sozialistischen Staat: 80 Prozent der Einnahmen durch Schallplatten und Konzerte im Westen flossen in die Staatskasse der DDR, wie Claudius Dreilich berichtet.
1982 wird das Album «Der blaue Planet» ein Riesenerfolg. Die Single «Jede Stunde / Falscher Glanz» erklimmt die Top Ten in der BRD. Karat tritt in der ZDF-Hitparade von Dieter Thomas Heck auf, schafft es dort mit «Jede Stunde» auf den zweiten Platz.
Herausforderungen und Neuanfänge
Als Karat 15 Jahre alt ist, verschwindet die DDR. Im Jahr 2025 sind es 35 Karriere-Jahre im vereinten Deutschland. Noch immer werden die Berliner als DDR-Band oder Ost-Band bezeichnet.
Nach dem Mauerfall gibt es auch für Karat eine Karriere-Delle, die Fans zieht es zur Westmusik. Aber bald kehren sie zurück. Doch im Oktober 1997 erleidet Sänger Herbert Dreilich bei einem Konzert einen Schlaganfall.
Im März 2004 gibt das Karat-Management bekannt, dass Dreilich an Leberkrebs erkrankt ist. Am Ende des gleichen Jahres stirbt er - mit 62 Jahren.
Für die verbliebenen Musiker folgt bald der nächste Schock: Dreilichs Witwe untersagt ihnen, den Bandnamen weiterzuverwenden. Der Sänger hatte sich 1998 beim Deutschen Patent- und Markenamt die Rechte an der Marke Karat gesichert.
Die Band nennt sich deshalb ab 2006 «K...!». 2007 schließlich unterliegt die Witwe vor Gericht. Karat heißt wieder Karat.
Als sein Vater an Krebs erkrankt, bekommt Claudius Dreilich einen Anruf von der Band. Er wird gefragt, ob er als Sänger einspringen kann.
Zwei Gesellschaftssysteme, zwei Sänger, zwei Bandnamen: Karat hat sich immer wieder neu formieren müssen.
Aus der Anfangs-Ära ist noch Gitarrist Bernd Römer dabei. Er stieß 1976 zu Karat. Komplettiert wird die aktuelle Band von Keyboarder Martin Becker, Bassgitarrist Daniel Bätge und Schlagzeuger Heiko Jung. Die Musiker sind 49 bis 72 Jahre alt.
Jubiläumstour
50 Jahre Karat, das heißt auch: Es gibt ein neues Album samt ausgiebiger Jubiläumstour. Bis Dezember sind bundesweit knapp 60 Konzerte terminiert - unter anderem in der Hamburger Elbphilharmonie und der Dortmunder Westfalenhalle. Am 22. Februar, dem Band-Geburtstag, erscheint das neue Album «Hohe Himmel».
Privatleben von Claudius Dreilich
Fünf Jahre nach Hochzeit Karat-Sänger Claudius Dreilich gibt Trennung von Ehefrau bekannt
Sieben Jahre lang waren sie ein Paar, fünf davon verheiratet. Nun ist die Liebe von Musiker Claudius Dreilich und seiner Belinda zerbrochen.
Den Trennungsschmerz bekämpft Claudius Dreilich mit seiner Leidenschaft, der Musik. Aktuell tourt er mit Karat durch Deutschland, steht mehrmals pro Woche auf der Bühne.
Bernd Römer über sein Leben und die Musik
„Siebzig - das ist schon ein bisschen komisch für mich“, gibt Bernd Römer zu. Deshalb begeht er seinen Ehrentag am 6. September auch nur im kleinen Kreis mit der Familie. „Nächstes Jahr feiere ich dann groß meinen 50.
Dabei ist Bernd Römer bestens in Form und gesundheitlich fit. „Seit ein paar Jahren mache ich Intervallfasten. Und verzichte weitgehend auf Alkohol. Das tut mir gut.“ Aber er verrät auch: „Wenn man älter wird, macht man sich schon mehr Gedanken. Und wenn man auf die Uhr schaut, wird einem immer klarer: Der Sekundenzeiger dreht sich unaufhörlich.“
Doch was den Gitarristen jedes Mal aufbaut, ist die Musik - egal, wie schwierig die Zeiten auch waren: 2004 beispielsweise starb Karat-Frontmann Herbert Dreilich, danach mussten die Musiker mit dessen Witwe um den Bandnamen kämpfen.
An Kindheit und Jugend hat er nur beste Erinnerungen: „Ich wurde mitten in der Stadt groß, hatte liebevolle, fürsorgliche Eltern und viele Freunde. Die ganze Stadt war unser Abenteuerspielplatz!“
In der Schule gehörte Bernd zwar zu den Besseren, aber in Musik hatte er eine Vier. „Das lag daran, dass ich all das Zeug, was damals auf dem Lehrplan stand, nicht singen wollte...“ Stattdessen wusste er bereits mit 13 Jahren genau, wohin die Reise gehen sollte: „Bei einer Freundin hörte ich 1965 das Beatles-Album, das damals in der DDR erschienen war.
Auch privat fand Bernd Römer das Glück - zum ersten Mal mit 27: Er heiratete seine damalige Freundin Tine und wurde Vater einer Tochter. 35 Jahre hielt die Ehe. „Eine tolle Zeit: Wir haben so viel zusammen erlebt, auch mit den Musikerfreunden. Die ganzen Rocker-Feten spielten sich entweder bei Tamara Danz ab, oder in unserem Häuschen.“ Doch irgendwann lebten sie sich auseinander. „Das wollte keiner, aber es ist passiert. Und für Tine war es sicherlich schwer“, gibt Bernd zu. Doch sie schafften es, Freunde zu bleiben. „Als Tine vor zwei Jahren starb, hatten wir Gott sei Dank längst wieder einen guten Draht zueinander.“
Seit 2015 ist er mit Melanie glücklich verheiratet. „Das Wichtigste ist, tolerant zu sein“, sagt er. Sein Antrieb?
