MMA Kampfübertragung Legal: Was Sie in Deutschland Wissen Müssen

Ist Ihnen auch aufgefallen, dass man seit einiger Zeit nicht mehr auf UFC-Kämpfe wetten kann? Wir haben uns gefragt, warum das so ist.

Der Neue Glücksspielstaatsvertrag und Seine Auswirkungen

Der Grund dafür, dass UFC-Wetten aus den Apps praktisch aller großen Anbieter verschwunden sind, liegt am sogenannten „Staatsvertrag zur Neuregulierung des Glücksspielwesens in Deutschland“, der ab 1. Juli in Kraft tritt. Damit werden Online-Glücksspiel und Sportwetten endlich legalisiert, bisher waren sie nämlich eigentlich illegal.

Bisherige Situation

Bisher waren Online-Glücksspiel und Sportwetten tatsächlich illegal, vom staatlichen Anbieter Oddset einmal abgesehen. Trotzdem gibt es in jeder größeren Stadt Wettbüros, die Anbieter werben aggressiv im Fernsehen und sponsern sogar große Fußballclubs. Wie ist das möglich? Ganz einfach: Die Wettanbieter und Online-Casinos bedienen sich eines Tricks: Ihre Firmensitze befinden sich im europäischen Ausland, meist in Steueroasen wie Malta oder Gibraltar.

Ihre Online-Plattformen sind von den dortigen Behörden lizensiert. So dürfen sie nach europäischem Recht ganz legal Glücksspiel anbieten. Offiziell treten sie dann mit ihren Zweigstellen in Deutschland nur als Vermittler auf. Der Trick hat jedoch einen Haken: Deutsches Bundesrecht bricht EU-Recht, womit Wetten zumindest in 15 deutschen Bundesländern doch illegal ist. Schleswig-Holstein ist seit Jahren das einzige Bundesland, in dem Online-Glücksspiel offiziell erlaubt ist - daher auch der nervige Hinweis der Casino-Werbung, dass Spieler ihren festen Wohnsitz in Schleswig-Holstein haben müssen.

Trotzdem wurden Online-Casinos und Wettanbieter bislang deutschlandweit geduldet. Kein Wunder: Deutschland ist der größte Glücksspielmarkt Europas. 2013 wurden hier 4,1 Milliarden Euro bei Sportwetten eingesetzt, 2019 schon 9,3 Milliarden - mehr als doppelt so viel! Und der Staat verdient durch die Glücksspielsteuer kräftig mit, zuletzt 382 Millionen Euro pro Jahr.

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Im Glücksspiel-neuregulierungs-staatsvertrag einigten sich alle 16 Länder auf die Legalisierung von Online-Glücksspiel und Sportwetten. Das freut vor allem die Anbieter, ist aber auch für die Spieler zunächst einmal eine gute Sache. Denn: Wer seinen festen Wohnsitz nicht hoch oben an der Küste hat, genoss im Streitfall bislang keinerlei juristische Sicherheit. Weigerte sich ein Anbieter beispielsweise, einen Gewinn auszuzahlen oder sperrte einfach ein Benutzerkonto, hatten Spieler keine rechtliche Handhabe dagegen. Denn offiziell wurde das Geld ja illegal erspielt. Das ändert sich nun ab dem 1.

Einschränkungen und Änderungen

Doch nicht alle Änderungen werden Spieler freuen: Neben strengen Setz- und Einzahlungslimits werden künftig nur noch bestimmte Arten von Wetten und Glücksspielen erlaubt sein, um Spielsucht und Spielmanipulationen vorzubeugen. Plattformen, die eine Lizensierung in Deutschland anstreben - hierzulande also legal operieren wollen - müssen sich diesen Vorgaben beugen und ihr Angebot entsprechend überarbeiten. Fast alle haben das schon getan.

Beliebte Tisch- und Kartenspiele, wie Roulette oder Black-Jack beispielsweise, sind online fortan verboten und stationären Spielbanken vorbehalten. Eine Ausnahme ist Poker. Und auch die Wettplattformen mussten einmal quer mit der Flex durch ihr Angebot. Getroffen hat es dabei unter anderem auch Wetten auf UFC-Kämpfe.

Grundsätzlich verboten sind Kampfsport-Wetten im neuen Glücksspielstaatsvertrag nicht. Tatsächlich wird darin kaum eine Sportart explizit benannt, sondern nur schwammig formulierte Rahmenbedingungen vorgegeben. Anhand dieser Vorgaben müssen die Anbieter zunächst selbst entscheiden, welche Wetten sie künftig weiter anbieten werden und welche nicht. Da alle Anbieter um eine Lizensierung in Deutschland bemüht sind, versuchen sie sich so genau wie möglich an die Vorgaben zu halten, denn eine abgelehnte Lizensierung wäre ein klarer Wettbewerbsnachteil im hart umkämpften Wettmarkt. Die meisten Anbieter haben Kampfsport also freiwillig aus ihrem Portfolio gestrichen.

Gründe für den Ausschluss von UFC-Wetten

Bei dem Ereignis, auf das gewettet werden darf, muss es sich per Definition um Sport handeln. Gesellschafts- und Politikwetten sind deshalb ebenso aus den Wettangeboten verschwunden, wie UFC oder E-Sport, wobei letzteres ausdrücklich weder erlaubt noch verboten ist. Denn was Sport ist und was nicht entscheidet im Zweifel ein Prüfgremium des Gesetzgebers. Während es im Lizensierungsverfahren bei Fußball oder Tennis sicher keine Diskussionen gibt, wird beim Thema MMA vielleicht etwas genauer hingeschaut. Wenn man dann noch annimmt, dass im zuständigen Gremium keine 18- bis 38-jährigen Adrenalinjunkies sitzen, sondern vornehmlich Konservative im Rentenalter, dann ist es gar nicht so unrealistisch, dass der MMA-Sport durch die Prüfung rasselt.

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Die wirklich ausschlaggebenden Gründe für das Verschwinden der UFC-Wetten sind zwei ganz andere. Experten schätzen, dass hierzulande eine halbe Million Menschen ein problematisches oder pathologisches Spielverhalten zeigt. Weil der Gesetzgeber nicht möchte, dass noch mehr Deutsche in die Spielsucht rutschen, am Wettgeschäft aber weiter mitverdienen will, werden solchen Sport- und Wettarten verboten, die ganz besonders süchtig machen sollen.

Weil Live-Wetten eine hohe Ereignisfrequenz besitzen, also praktisch im Sekundentakt auf neue Ereignisse gewettet werden kann und Gewinne und Verluste so schnell passieren, dass Spieler leicht die Übersicht verlieren, wird dieser Wettform ein besonders hohes Suchtpotential zugeschrieben. Spieler können künftig also nicht mehr auf jeden Einwurf wetten, nur Tipps auf das Endergebnis sind zulässig. Bei sogenannten „Low-Score-Sportarten“, wie etwa Fußball, wo in einem Spiel nur selten Punkte fallen, kann außerdem auf das nächste Tor oder den nächsten Satz gewettet werden. Übrigens: Eine weitere Besonderheit der deutschen Gesetzgebung: Als Sportwette gelten hierzulande nur Wetten zu festen Quoten.

Das zweite und vermutlich schwerwiegendere Ausschlusskriterium im Glücksspielstaatsvertrag ist die Gefahr von Wettmanipulation. Wo viel Geld im Spiel ist, wird natürlich auch betrogen. Stichwort: Wettmafia. Einige Wettformate und sogar ganze Sportarten sollen deshalb laut neuem Glücksspielstaatsvertrag aufgrund ihrer erhöhten Manipulationsanfälligkeit gänzlich vom Wetten ausgeschlossen werden.

Besonders manipulationsanfällig sind laut Staatsvertrag Sportarten, bei denen Einzelpersonen wettentscheidende Ereignisse herbeiführen können, als Beispiel ganz klassisch: der Boxer, der sich hinlegt. Dies betrifft natürlich vor allem Wetten auf Einzelsportarten wie Kampfsport, die deshalb zwar nicht explizit verboten sind, aber besonders streng geprüft werden.

Ein Hoffnungsschimmer: Der Staatsvertrag besagt konkret, dass bei einer Prüfung der Manipulationsanfälligkeit auch die Bedeutung des Sportereignisses, die mediale Aufmerksamkeit und Höhe der Preisgelder berücksichtigt wird.

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Zukunftsperspektiven

Wie ihr seht, sind viele Vorgaben im Glücksspielstaatsvertrag Auslegungssache. Ein explizites Verbot von UFC-Wetten gibt es nicht und einen erkennbaren Grund für einen negativen Bescheid im Erlaubnisverfahren auch nicht. Boxen wird von den meisten Anbietern sogar noch angeboten, obwohl Manipulationsgefahr und Suchtpotential natürlich nicht sinken, nur weil Kicks und Würgegriffe verboten sind.

Meine Prognose ist, dass die Anbieter vor Inkrafttreten des neuen Staatsvertrags im Sommer den Ball erstmal so flach wie möglich halten, um möglichst ohne Komplikationen durch das Lizensierungsverfahren zu kommen.

Legale Streaming-Optionen für MMA-Kämpfe

Mixed Martial Arts - kurz MMA - sind voll dein Ding und du würdest dir auch in Deutschland gerne Bellator anschauen? Gute Nachrichten! Seit dem 01. Oktober 2021 kannst du alle Kampfsportevents auch bei dir zu Hause genießen. Für diese brauchst du allerdings ein VPN - ein Virtual Private Network.

VPN-Nutzung für MMA-Streams

Mit einem VPN kannst du den beliebten UFC-Live-Stream in Deutschland schauen und mit Emmanuel Sanchez, Neiman Gracie & Co mitfiebern. DAZN, YouTube, Network10 und der BBC iPlayer ermöglichen es dir, einen Bellator Live-Stream oder auch Aufzeichnungen der Kämpfe in Deutschland anzuschauen.

Streaming-Dienste im Überblick

  • DAZN: Eine etablierte Streaming-Plattform, auf der du pro Jahr 22 Bellator Kämpfe und die Championship ansehen kannst. Um den Live-Event zu verfolgen, benötigst du ein Abo für DAZN. Der Preis dafür liegt aktuell bei 14,99 Euro* im Monat.
  • YouTube (fighting.de): Um auf dem YouTube-Channel fighting.de einen Live-Stream oder eine Aufzeichnung von Bellator zu schauen, musst du den Kanal abonnieren. Das kostet dich allerdings 9,99 Euro im Monat*. Auf dem YouTube-Channel fighting.de kannst du dir damit die Übertragungen von Bellator ansehen.
  • BBC iPlayer: Mit dem BBC iPlayer empfängst du nicht nur Sportarten wie MMA, sondern auch Spielfilme, Dokus und mehr. Du kannst den iPlayer von BBC allerdings nur nutzen, wenn du in Großbritannien bist. Achtung: Ebenso wie bei uns ARD und ZDF ist die BBC eine öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt. Das bedeutet, dass du Rundfunkgebühren zahlen müsstest, wenn du BBCs iPlayer in Deutschland nutzt.
  • Network10 (10play): Um auf die Live-Berichterstattung dieses Kanals zugreifen zu können, musst du nicht nur ein VPN einsetzen, du musst dich auch per Postcode registrieren. Bist du registriert, kannst du einen Account anlegen und Bellator im Live-Stream verfolgen. Das Problem beim Nutzen von Network10 ist die Entfernung. Als VPN-Server musst du einen australischen auswählen.

Rechtliche Aspekte der VPN-Nutzung

Rechtlich gesehen ist das Nutzen eines VPN in Deutschland gestattet. Du kannst Bellator also bedenkenlos streamen und genießen. Rechtlich in der Grauzone bewegst du dich allerdings, wenn du von BBCs iPlayer Gebrauch machst, da du offiziell keine Gebühren bezahlst - was du eigentlich müsstest.

VPN-Anbieter im Vergleich

Mit diesen drei VPNs kannst du Streaming-Dienste problemlos nutzen, deine IP-Adresse ändern und unliebsames Geoblocking umgehen.

  • NordVPN: Gewährt dir absolute Anonymität beim Surfen im Internet. Für 4,49 Euro im Monat erreichst du hohe Geschwindigkeiten und bekommst beste Privatsphäre.
  • Surfshark: Das Abo kostet dich schlappe 2,73 Euro monatlich. Du profitierst unter anderem mit dem Netflix-Türkei-Hack von günstigen Netflix-Abo-Preisen, musst allgemein aber auf ein wenig Geschwindigkeit und ein paar Server verzichten.
  • ExpressVPN: Bietet dir für 6,67 Euro im Monat rasante Geschwindigkeiten, absolut sicheres Surfen und Zugriff auf die heiß ersehnten Bellator-Kämpfe.

Sportsurge und Andere Inoffizielle Streaming-Dienste

Sportsurge erfreut sich zunehmender Beliebtheit als Plattform für Live-Sportübertragungen ohne Abonnementgebühren. Obwohl Sportsurge praktisch ist, wirft es ernsthafte Bedenken hinsichtlich Legalität, Datenschutz und Nutzersicherheit auf.

Risiken und Legalität von Sportsurge

Nein, Sportsurge ist nicht sicher. Obwohl die Plattform keine urheberrechtlich geschützten Inhalte hostet, bietet sie Zugriff auf nicht autorisierte Streams. Das Ansehen von Raubkopien ist in vielen Ländern illegal. Die Strafverfolgung ist unterschiedlich, wiederholte Nutzung kann jedoch zu Geldstrafen oder Verwarnungen des Internetanbieters führen.

Sportsurge besitzt keine Übertragungsrechte für die verlinkten Inhalte. Organisationen wie die NFL, NBA und UEFA gehen zunehmend aggressiver gegen nicht autorisierte Streaming-Seiten vor und verschicken häufig DMCA-Aufforderungen zur Entfernung von Inhalten oder drohen mit rechtlichen Schritten.

Ist Sportsurge legal? Nein, Sportsurge operiert ohne offizielle Übertragungsrechte und ist daher nicht legal. Außerdem ist es nicht sicher und kann Ihre Privatsphäre gefährden.

Bekomme ich Ärger, wenn ich mir Inhalte auf Sportsurge ansehe? Dies hängt von Ihrem Land ab. Die USA, Großbritannien, Deutschland und mehrere EU-Länder bestrafen Nutzer aktiv, wenn sie auf Raubkopien zugreifen oder diese weiterverbreiten.

Legale Alternativen zu Sportsurge

Viele Sportfans kennen kostenlose, legale Streaming-Optionen nicht, die seriöse Sportinhalte ohne Risiken bieten. Diese Plattformen eignen sich perfekt für Highlights, Analysen und Nischeninhalte.

  1. YouTube TV: Mit über 100 Live-TV-Kanälen deckt es die NFL, NBA, MLB, internationalen Fußball und mehr ab. Nutzer erhalten Zugriff auf 4K-Streams, DVR-Aufzeichnung und gleichzeitige Streams.
  2. DAZN: Ist eine abonnementbasierte Plattform, die sich auf Kampfsportarten spezialisiert hat. Sie ist bekannt für exklusiven Zugang zu Events von Matchroom Boxing, Golden Boy Promotions und Bellator MMA. DAZN bietet außerdem Originalprogramme, Interviews mit Kämpfern und Wiederholungen von Events.
  3. Hulu + Live TV: Bietet Zugriff auf über 85 Live-Kanäle, darunter auch Top-Sportsender. Es ist eine gute Option für Familien, die Unterhaltung und Sport genießen möchten, ohne mehrere Abonnements verwalten zu müssen.
  4. Sling TV: Bietet Streaming à la carte, sodass Sie nur für die gewünschten Sender bezahlen.
  5. Peacock von NBCUniversal: Vereint Live-Sport, Wiederholungen und Unterhaltung.
  6. Paramount+: Ist ideal für Fußballfans und NCAA-Fans. Der Sender ist die US-Heimat der UEFA Champions League und bietet auch nationale Sportinhalte über CBS.
  7. FITE TV: Ist eine internationale Plattform, die sich ausschließlich auf Kampfsportarten konzentriert.
  8. Amazon Prime Video: Bietet ausgewählte Live-Sportübertragungen als Teil des Standardabonnements an und unterstützt Zusatzfunktionen wie NBA League Pass, Paramount+ und MLB.TV.

VPN-Nutzung mit Legalen Streaming-Diensten

Funktionieren legale Streaming-Dienste mit einem VPN? Ja. Ein seriöses VPN mit umfassender Abdeckung kann helfen, regionale Barrieren zu umgehen und eine Drosselung durch den Internetanbieter zu vermeiden, insbesondere bei Spitzensportereignissen.

Weitere Legale Streaming-Optionen

ranFighting

Ihr seid Fans von MMA, Boxen oder Martial Arts? Dann ist ranFighting genau das Richtige für euch. Ihr könnt ranFighting problemlos im Browser schauen. Die legalen Live-Streams von ranFighting hierfür findet ihr nachfolgend.

fight24.tv

Fight24.tv ist ein Videoportal für Kampfsport, das ihr auch als TV-Sender einschalten könnt. fight24.tv-Live-Stream kostenlos und legal online schauen. Wenn ihr eines der folgenden Online-Fernseh-Angebote abonniert, könnt ihr fight24.tv online schauen.

Zusammenfassung

Sportsurge ist zwar kostenlos und praktisch, birgt aber auch Risiken. Von Malware-Infektionen bis hin zu rechtlichen Risiken überwiegen die Nachteile der Plattform oft die Vorteile.

Tabelle: Legale Streaming-Optionen für MMA-Kämpfe in Deutschland

Streaming-Dienst Inhalte Preis VPN Erforderlich
DAZN Bellator Kämpfe, Championship 14,99 Euro/Monat Nein
YouTube (fighting.de) Bellator Übertragungen 9,99 Euro/Monat Nein
BBC iPlayer MMA, Filme, Dokus Rundfunkgebühren Ja (UK Server)
Network10 (10play) Bellator Live-Stream Kostenlos (mit Registrierung) Ja (Australischer Server)
ranFighting MMA, Kickboxen, Boxen Variiert je nach Anbieter Nein
fight24.tv Boxkämpfe, MMA-Duelle Variiert je nach Anbieter Nein

Diese Tabelle bietet einen Überblick über legale Streaming-Optionen für MMA-Kämpfe in Deutschland, einschließlich der benötigten Abonnements und VPN-Anforderungen.