Die Geschichte des Judo-Vereins Langen

Soll man die Geschichte des Judo erzählen, kommt man an diesen beiden Namen nicht vorbei: Jigoro Kano und Erwin Bälz!

Die Ursprünge des Judo

Erwin Bälz, als Professor an der Kaiserlichen Universität in Tokio tätig, stellte ein "Rückgang der Tradition und der körperlichen Bewegung" sowie einen "Fortschritt bei den Wissenschaften" der Studenten fest. Der junge Kano griff diese Anregung gerne auf. Schon vorher hatte er sich mit der alten, aus China stammenden Selbstverteidigung Jiu-Jitsu beschäftigt.

Diese "Geheimwissenschaft" wurde schon von der mittelalterlichen japanischen Krieger-Kaste der Samurai in verschiedenen Schulen von den Meistern an die Schüler weitergegeben. Nach dem Ende der Feudalherrschaft Mitte des vorletzten Jahrhunderts und dem damit verbundenen Verlust der Vormachtstellung der Samurai geriet diese Kunst der Kampfart, die im Schlachtfeld angewendet auch durchaus tödliche Techniken beinhaltete, mehr und mehr in Vergessenheit. Nur noch wenige "Meister" lehrten Mitte des 19.

Kano trug sein Wissen aus verschiedenen Schulen zusammen, verzichtete dabei allerdings auf schmerzhafte bzw. verletzende und gefährliche Techniken. Er entwickelte so eine Kampfsportart mit Techniken, die der Verteidigung dienten. Er nannte diese neue Form JUDO, den sanften Weg. Hierdurch versuchte er das Prinzip "Siegen durch nachgeben" ebenso auszudrücken, wie die Erlangung körperlicher Kunstfertigkeit und die Möglichkeit der geistigen Persönlichkeitsentwicklung.

Nach seinem Begründer Jigoro Kano (1860-1938), der diese Kampfkunst ebenfalls aus japanischen Kampf- und Verteidigungs-techniken entwickelte, sollte Judo als Erziehungssystem dienen, das „den Körper auf interessante, zu längerem Studium anregende Weise stärken und gesund erhalten soll und von Männern und Frauen jeden Alters auch als Wettkampf ausgeübt werden kann“ (Weinmann 1992, 107 nach Kano 1932).

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1882 eröffnete Kano seine eigene „Schule zum Studium des sanften Weges“, den Kodokan. Die Techniken stammen aus dem Jiu-Jitsu, wobei Kano die Elemente ausgelassen hat, die während des Übens oder des Wettkampfes zu Verletzungen führen könnten. Allerdings erst später, als eine Judomannschaft gegen eine Jiu-Jitsu Mannschaft im Wettkampf siegte, wurde man auf diese neue Kampfkunst -das Kodokan-Judo- aufmerksam.

Es wird nach dem klassischen Kodokan auf Matten und in reißfesten Judoanzügen trainiert, der Leistungsstand ist an unterschiedlichen Gürtelfarben zu erkennen, wobei die Schülergrade farbig sind, Meistergrade eins bis fünf schwarz und erst ab dem 6. Ausübung finden diese Formen im Techniktraining, der Kata (ähnlich wie beim Karate, jedoch als Partnerübung), Randori (übungskampf) und Shiai (Wettkampf).

Da Kano Zeit seines Lebens nicht nur als Judoka, sondern auch als Pädagoge wirkte, implizierte er diese Maßgabe auch in seinen Sport (vgl. Die Prinzipien des Judo sollen auch im täglichen Alltagsleben Anwendung finden und den Schüler über innere Gelassenheit zu einem ver-ständnisvollen Mitglied der Gemeinschaft entwickeln (vgl. Dem Prinzip „Siegen durch Nachgeben“ erfolgreich nacheifern zu können, bedarf es einem langen übungsweg, der nur in gemeinsamer Arbeit zu bestreiten ist.

Die Entwicklung des Judo-Sports in Deutschland

Die Entwicklung des Judo-Sports in Deutschland ist durch verschiedene Ereignisse geprägt. Im Jahre 1906 legen auf Einladung von Kaiser Wilhelm II. zwei japanische Kreuzer in Kiel an. Nach einer Vorführung dieser Nahkampftechniken gibt dieser Anweisung einen Jiu-Jitsu-Lehrer zu engagieren. Der bedeutendste Schüler ist Erich Rahn. Er gründet noch im selben Jahr die erste deutsche Jiu-Jitsu-Schule (die bemerkenswerter Weise heute noch existiert) in Berlin.

Erst im Jahr 1922 wird in Frankfurt/Main durch Alfred Rhode wieder der erste Verein in Deutschland gegründet. Er war es auch der 1925 Kontakte zu englischen Judo-Vereinen aufnimmt, während Jiu-Jitsu hierzulande Einzug in den Hochschulen hält. Nach langen Bemühungen finden 1929 internationale Judo-Wettkämpfe zwischen London und Frankfurt statt. Unter Alfred Rhode fand in Frankfurt 1932 die erste internationale Judo-Sommerschule mit japanischen Lehrern statt.

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Jigoro Kano, inzwischen selbst Professor, hält 1933 mehrere Lehrgänge in Deutschland ab. Ein Jahr später finden in die ersten europäischen Judo-Einzelmeisterschaften in Dresden statt. 1952 gründete sich mit dem Nordrhein-Westfälischen Judo-Ring der erste Nachkriegs-Verband. Kurz darauf wurde von Alfred Rhode das deutsche Dan-Kollegium (DDK) gegründet. Bereits 1953 bestand mit Ilse Brief die erste Frau in Deutschland die Prüfung zum 1.Dan.

Nach langen Anstrengungen und Bemühungen wird der Judo-Sport 1964 in Tokio "olympisch". Das Jahr 1965 ist für den Judo-Sport in Deutschland nicht nur geprägt durch eine explosionsartige Steigerung der Mitgliederzahlen (über 30.000) sondern hauptsächlich durch Han Ho San´s Berufung zum Bundestrainer des DJB. Keiner wird damals gedacht haben, dass er erst 1999 als dienstältester Bundestrainer aller Sportarten in den verdienten Ruhestand geht.

Der Startschuss für die Judo-Bundesliga fällt im Jahr 1969. Im gleichen Jahr erringen Klaus Glahn, der seine Wettkampfkarriere bis 1973 erfolgreich fortsetzt, und Peter Herrmann jeweils Silbermedaillen bei den Weltmeisterschaften.

Gründung der Judo-Abteilung im Postsportverein Hof

1962 wurden in Hof die ersten Geldzusteller der Oberpostdirektion in waffenloser Selbstverteidigung ausgebildet, und somit das Interesse an Judo geweckt. Unter der Führung und Initiative von Albert Janich, der seine Ausbildung durch den BGS erfuhr, wird am 02.10.1962 die Judo-Abteilung im Postsportverein Hof gegründet.

Der Sportverein SV Luftfahrt Berlin e.V.

Der Sportverein SV Luftfahrt Berlin e.V. ging 1991 aus derm Sportverein BSG Luftfahrt Interflug hervor. Zu DDR-Zeiten war die staatliche Fluglinie Interflug Träger des Sportvereins. Seine Anfänge reichen somit bis in das Jahr 1957 zurück. Aufgrund seiner langen Geschichte ist der Sportverein ein bekanntes Teilstück in der Vereinslandschaft von Berlin. Zeitweise zählte der Verein bis zu 400 Mitglieder.

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Es wurde von jeher viel Wert darauf gelegt, den Kindern und Jugendlichen eine Alternative im Freizeitangebot zu sein. So hatte der Verein in der Vergangenheit 18 Sektionen vereint und betreut sowie 2 in der Außenstelle in Barth an der Ostsee. Die Sektionen Ringen, Rudern, Segeln und auch Judo waren zeitweise sogenannte “Trainingszentren”, d.h. es wurden Kinder und Jugendlichen durch intensives Training die Möglichkeit gegeben, in den Leistungssport hinüber zu wechseln. Die Sektion Judo nahm intensiv an Wettkämpfen teil, sodass manch ein Titel gewonnen wurde.

Die Zeit der “Wende” bedeutete auch für den Sportverein Luftfahrt eine Zeit der Neuorientierung. Leider bedeutete dies auch ein Rückgang der Mitgliederzahlen. Es wurde die Außenstelle in Lichtenberg ins Leben gerufen. Die Nachwuchsarbeit erfolgt zur Zeit dort, da aus dem umliegenden Wohngebiet ein großer Bedarf an sportlicher Betätigung zu spüren war. In Schönefeld selbst konnte kein Konzept bisher für die künftige Entwicklung des Sportgeschehens umgesetzt werden, da die Berlin-Brandenburgische Flughafengesellschaft, die die Sportstätte zur Verfügung stellt, keine langfristigen Zusagen machen konnte.

Die Sporthalle musste im Jahr ??? geräumt werden, dem Verein wurde jedoch eine provisorische Ausweichmöglichkeit in der Uranusstrasse angeboten. Wie bereits erwähnt, erfolgt die Nachwuchsarbeit des Vereins zur Zeit in der Außenstelle Lichtenberg. Es gibt sowohl männliche als auch weibliche Kinder- und Jugendsparten. Das Training erfolgt unter der Anleitung von engagierten Übungsleitern, welche vom Judo-Verband organisierte Weiterbildungsmaßnahmen in Anspruch nehmen. Es wird regelmäßig an Wettkämpfen teilgenommen, aber es werden auch andere Vereine zu Wettkämpfen eingeladen. Einmal im Jahr fahren die Kinder und Jugendlichen ins Trainingslager.

Der Trainingsbetrieb findet an mehreren Tagen in der Woche in der Sporthalle einer Schule statt. Die Trainingsmaterialien befinden sich sowohl in Schönefeld wie auch in Lichtenberg in einem gutem Zustand. Das Erwachsenen-Training findet in Schönefeld statt. Der im Jahr ??? geschaffte Sprung in die Landesliga motivierte viele Sportsfreunde sich neue Ziele zu stecken.

Um neue Mitglieder zu gewinnen, wird zur Zeit ein Konzept zur verstärkten Öffentlichkeitsarbeit erstellt. So sollen umliegende Schulen besonders einbezogen werden, die Unterstüzung des Landessportbundes Berlin in Anspruch genommen werden und eine eigene Vereins-Zeitschrift heraus gegeben werden. Es werden auch die Möglichkeit der Zusammenarbeit mit anderen Sportvereinen in Betracht gezogen. Um das Sportgeschehen in Lichtenberg und Schönefeld für Sportbegeisterte interessant zu gestalten, wird auch nach einer passenderen Trainingsstätte gesucht.

Der Wiederaufbau und Ausbau einer Kinder- und Jugendgruppe in Lichtenberg und Schönefeld zählt zu den wichtigsten Aufgaben des Vereins. Günstige Rahmenbedingungen und die ehrenamtliche Tätigkeit der Vorstandsmitglieder ist es zu verdanken, dass die Mitgliedschaft im Sportverein Luftfahrt zu sehr günstigen Konditionen im Vergleich anderer Sportvereine erfolgt.