Ergebnisse Judo Olympische Spiele

Das deutsche Judo-Team hat zum Abschluss der Wettbewerbe bei den Olympischen Spielen in Paris eine Medaille im Mixed hauchdünn und ganz unglücklich verpasst.

In einem dramatischen Kampf um Bronze unterlag die DJB-Auswahl um Silbermedaillen-Gewinnerin Miriam Butkereit am Samstag Südkorea 3:4. Igor Wandtke verlor dabei das entscheidende Duell durch drei Verwarnungen.

Die entscheidende Niederlage, die durch drei Shidos (leichte Verstöße) für Wandtke zustande kam, war allerdings umstritten.

„Die dritte Strafe war für mich zu früh“, sagte ZDF-Kommentator Alexander von der Groeben. Auch die Zuschauer quittierten die Entscheidung mit lautstarken Pfiff und Buhrufen.

„Wenn in Paris das Publikum pfeift, dann ist es ungerecht“, sagte von der Groeben, der selbst 1984 und 1988 an den Olympischen Spielen teilgenommen hatte „Ein Publikum, das Sachverstand hat. Dann kann man diese Entscheidung zumindest anzweifeln.“

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Im Halbfinale hatte Deutschland, das bei der Mixed-Premiere 2021 in Tokio Dritter geworden war, zuvor 0:4 gegen Japan verloren. Damit bleibt Platz zwei für Butkereit die einzige Medaille für das deutsche Team in Paris.

„Ich habe nicht verloren, weil ich schlechter war. Es ist sehr ärgerlich, weil es uns die Medaille gekostet hat“, sagte Wandtke.

„Igor hatte einfach Pech, es waren komische Strafen, die es den ganzen Tag nicht gab. Man hatte das Gefühl, dass man schnell einen Sieger haben wollen“, meinte Butkereit: „Ich bin traurig, aber auch stolz auf uns, wir haben alles gegeben.“

Vor drei Jahren hatte der Deutsche Judo-Bund drei Medaillen geholt. Eduard Trippel (Silber) und Anna-Maria Wagner (Bronze) gewannen damals auch im Mixed Edelmetall. Beide gehörten auch diesmal zum Team, die deutsche Fahnenträgerin Wagner kam aber wegen einer bei ihrem fünften Platz im Einzel erlittenen Knieverletzung nicht zum Einsatz.

Im Kampf um Bronze brachte Trippel (Ravensburg), der erst spät für die Sommerspiele nominiert worden war, das deutsche Sextett mit einer starken Vorstellung in Führung. Schwergewichtlerin Renee Lucht (Hamburg) verlor deutlich, Schwergewichtler Erik Abramov (Potsdam) trotz einer starken Leistung gegen den Einzel-Olympiazweiten Kim Min Jong unglücklich. Für Pauline Starke (Hannover) war gegen Silber-Gewinnerin Huh Mi Mi nichts zu holen.

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Igor Wandtke (Hannover) mit Mühe und Butkereit (Halle/Saale) sorgten gegen vom Gewicht her deutlich leichtere Gegner - im Team-Wettbewerb werden bei Männern und Frauen jeweils sieben Gewichtsklassen zu zu drei zusammengefasst - für den Ausgleich. Im entscheidenden Duell, das aus den vorigen sechs zur Neuauflage ausgelost wurde, musste wieder Wandtke (Gewichtsklasse bis 73 kg) gegen An Ba Ul (66 kg) ran - und konnte aus seinen Vorteilen keinen Gewinn erzielen. Stattdessen handelte er sich drei Strafen ein. Bronze war weg.

Judoka Miriam Butkereit hat bei den Olympischen Spielen in Paris am Mittwoch die Silbermedaille erobert. Dass sie sich über eine Medaille in der Gewichtsklasse bis 70 kg freuen kann, das wusste Butkereit bereits am Nachmittag nach dem Halbfinale gegen die Österreicherin Michaela Polleres. Die Hamburgerin ging als Außenseiterin in das Duell mit der Weltranglisten-3. Zu spüren war davon auf der Matte aber nichts.

Es war ein ausgeglichenes und taktisches Duell, in dem keine der beiden Kontrahentinnen einen Fehler machen wollte. Ohne Punkt-Wertung ging es nach vier Minuten in den "Golden Score", die Verlängerung. Im kurz darauffolgenden Finale gegen Europameisterin Matic lag Butkereit nach nur wenigen Sekunden mit dem Rücken auf der Matte. Die Führung brachte die Weltranglistenerste dann auch souverän über die Zeit. Die 30-jährige Hamburgerin kam kaum in den Angriff - und war nach dem Match tief enttäuscht.

"Ich wollte den Kampf unbedingt gewinnen, aber leider hat mich die erste Aktion gleich die Medaille gekostet. Ich habe alles gegeben, aber konnte das nicht mehr drehen", so Butkereit im Sportschau-Interview. Über die Silbermedaille konnte sie sich direkt nach der Niederlage noch nicht freuen. Erst weit nach der Siegerehrung war Butkereit bereit zu sagen: "Die Freude kommt langsam.

Der Weg zu Silber war bei weitem kein einfacher für die Hamburgerin. Nach einem Freilos in der ersten Runde bekam es Butkereit im Achtelfinale mit der Australierin Aoife Coughlan zu tun. Die mehrfache Kontinentalmeisterin aus Down Under hatte schon einen Kampf absolviert und erwies sich als unangenehme Kontrahentin. Butkereit kämpfte kontrolliert, ohne dabei zu großes Risiko einzugehen und nicht in einen Konter von Coughlan zu laufen. Die 30-Jährige vom SV Halle hatte dort den Vorteil, dass die Australierin bereits zwei Strafen, sie selbst aber nur eine kassiert hatte.

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Dort traf sie auf die Belgierin Willems und versuchte wieder, mit Fußtechniken zum Erfolg zu kommen. Das führte aber zunächst noch nicht zum Erfolg. Zudem musste sie sich am Boden den Griffen ihrer Kontrahentin erwehren.

Gleichzeitig zu Butkereits Achtelfinalkampf musste sich auf der zweiten Matte in der Arena Champs-de-Mars Eduard Trippel gegen Marcus Nyman aus Schweden bewähren. Trippel, der in der Vorbereitung immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen hatte, konnte nicht an seine besten Leistungen anknüpfen und hatte einige Probleme mit seinem Gegner. Zwar erzielte er keine Wertung in der regulären Kampfzeit, konnte aber auch die Angriffe seines Kontrahenten abwehren.

Nyman zwang Trippel in der Extra-Zeit schließlich am Boden in einen Haltegriff, aus dem sich der 27-Jährige aus Rüsselsheim nicht mehr befreien konnte. Im Nachgang ließ Trippel seinen Frust über den Gegner raus: "Ich habe richtig gemerkt, dass er einfach kein Judo mit mir machen wollte." Trippel ärgerte sich, es am Ende nicht schlauer gemacht zu haben. Eine dritte Strafe habe er aber nicht provozieren wollen, weil das sei "einfach nicht meine Art.

Gold in der Gewichtsklasse bis 90 kg sicherte sich der Georgier Lasha Bekauri, der im Finale den Japaner Sanshiro Murao besiegte. Für Trippel gilt es nun, das Ausscheiden abzuhaken und sich auf das Wochenende zu konzentrieren.

Die deutschen Judoka sind in den letzten Einzelentscheidungen der Olympischen Spiele in Paris früh ausgeschieden. Damit bleibt Silber für Miriam Butkereit in der Klasse bis 70 kg die einzige Einzelmedaille für das Team des Deutschen Judo-Bundes (DKB) bei den Sommerspielen.

2021 in Tokio hatte es noch Silber für Eduard Trippel und Bronze für Anna-Matia Wagner gegeben, die diesmal leer ausgingen.

Am Freitag scheiterte Schwergewichtler Erik Abramov (Potsdam) in der Klasse über 100 kg im Achtelfinale an Temur Rachimow aus Tadschikistan, nachdem er in Runde eins noch den Mongolen Tsetsentsengel Odkhuu bezwungen hatte.

Bereits in der ersten Runde unterlag im Frauen-Schwergewicht (über 78 kg) die Hamburgerin Renee Lucht der Georgierin Sophio Somchischwili. Luchts Blick ging sofort auf den abschließenden Team-Wettkampf am Samstag. "Dort haben wir die Chance auf eine Medaille.

DatumGewichtsklasse (F)RundeKämpfer 1Kämpfer 2
28.07.2024bis 52 kg1. RundeUta AbeKelly Deguchi
28.07.2024bis 52 kg1. RundeKhorloodoi BishreltYeqing Zhu
28.07.2024bis 52 kg1. RundeSoumiya IraouiSofia Asvesta
28.07.2024bis 52 kg1. RundeLarissa PimentaDjamila Silva
28.07.2024bis 52 kg1. RundeMaryam March MaharaniJacira Ferreira
28.07.2024bis 52 kg1. RundeGefen PrimoYerin Jung
28.07.2024bis 52 kg1. RundeSofia FioraBinta Ndiaye
28.07.2024bis 52 kg1. RundeGultaj MammadaliyevaAngelica Delgado
31.07.2024bis 70 kg1. RundeKim PollingTais Pina
31.07.2024bis 70 kg1. RundeAnka PogacnikDemos Memneloum
31.07.2024bis 70 kg1. RundeAleksandra SamardzicLaerke Oslen
31.07.2024bis 70 kg1. RundeGulnoza MatniyazovaSong Hui Mun
31.07.2024bis 70 kg1. RundeGabriella WillemsMaría Pérez
31.07.2024bis 70 kg1. RundeAoife CoughlanSzabina Gercsak
31.07.2024bis 70 kg1. RundeAina Laura Rasoanaivo RazafyKatie-Jemima Yeats-Brown