Kampfsportarten haben die Fähigkeit, das Leben zu verändern. Sie können denjenigen, die sie ausüben, Disziplin, Selbstvertrauen und Respekt einflössen. Kampfsportler lernen, ihren Körper und Geist zu kontrollieren und ihre Fähigkeiten zur Selbstverteidigung und zum Schutz einzusetzen.
Zusätzlich zu den körperlichen Vorteilen der Kampfkünste entwickeln die Übenden auch mentale und emotionale Stärke. Für viele Menschen bieten die Kampfkünste eine Möglichkeit, ihren Charakter zu stärken, inneren Frieden zu finden und die allgemeine Gesundheit zu verbessern.
Die Wurzeln der chinesischen Kampfkünste
Die chinesischen Kampfkünste sind eine Vielzahl von Kampfstilen, die sich im Laufe der Jahrhunderte in China entwickelt haben. Viele dieser Stile haben ihre Wurzeln im Shaolin-Tempel, wo buddhistische Mönche begannen, Kung Fu als Form der Selbstverteidigung zu praktizieren.
In China gibt es viele verschiedene Kampfkunststile, die sich in nördliche und südliche Stile aufteilen. Die nördlichen Stile konzentrieren sich auf die Abhärtung des Körpers und die Entwicklung von kraftvollem Qi, während die südlichen Stile sich mehr auf mönchsähnliche Disziplin und die Kampftechniken der Süd-Shaolin konzentrieren.
Wushu ist eine chinesische Wettkampf Kampfsportart und zugleich wird in China das als Oberbegriff benutzt. Die Kampfkunst umfasst die Gesamtbeweglichkeit des Körpers und ist fortgeschritten. In China werden Soloformen und Formen mit zwei oder mehr Kämpfern ausgeübt.
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Der Aufstieg von Kung Fu im Westen
Kung Fu ist heute eine der beliebtesten Kampfsportarten der Welt und es gibt viele verschiedene Stile, wie Wing Chun, Wushu und Tai Chi. Wie wurden die Stile im Westen populär? Die Antwort beginnt mit Bruce Lee.
Als er Ende der 1960er Jahre begann, in den Vereinigten Staaten Kampfsport zu unterrichten, führte er die chinesischen Kampfkünste zum ersten Mal in den Westen ein. Auch wenn Jackie Chan und Jet Li heute berühmter sind, so war es doch Bruce Lee, der die Begeisterung für die chinesischen Kampfkünste im Westen erst richtig entfachte. Seine Filme waren unglaublich populär und inspirierten eine neue Generation von Kampfsportfans.
Jackie Chan: Ein Schauspieler, der kämpfen kann
Nach Jahrzehnten im Showgeschäft, mehr als 80 Filmen als Darsteller und zahlreichen weiteren als Regisseur ist Jackie Chan (70) wohl weltweit einer der bekanntesten Chinesen. Auch wenn er seinen 70. Geburtstag feiert, denkt er trotzdem nicht ans Aufhören. Chan wollte immer ein Schauspieler sein, der auch kämpfen kann - nicht umgekehrt. Denn das Leben als Actionheld sei kurz.
Jackie Chan wurde 1954 in Hongkong als Chen Gangsheng geboren. Er wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Seine Eltern arbeiteten für einen Diplomaten als Koch und Dienstmädchen in einer wohlhabenden Hongkonger Gegend. Ein Job in Australien lockte den Vater schliesslich nach Canberra. Der kleine Jackie blieb zurück und besuchte fortan ein strenges Schauspiel-Internat.
Mit Aufstehen frühmorgens um fünf Uhr, harten Trainingseinheiten und Strafen bildete ihn die Schule in Kampfkunst aus. Mit 17 Jahren verliess er die Drama-Akademie im Jahr 1971 und arbeitete sich als Stuntman in der Hongkonger Filmszene nach oben. Trotz mächtiger Konkurrenz schaffte er es, in Filmen mit der Kung-Fu-Legende Bruce Lee (1940- 1973) mitzuwirken, welcher eher für seinen ernsten Kampfstil bekannt war.
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Chans einzigartiger Kampfstil
Chan dagegen zeichnete sich durch amüsante Einlagen aus und entwickelte bewusst seinen eigenen Kampfstil, in dem er oft torkelnd und betrunken wirkte. In Hongkong drehte er wie am Fliessband Filme. Der Weg nach Hollywood verlief zunächst beschwerlich.
Nach Bruce Lee startete Jackie Chan seine Karriere als Schauspieler, Stuntman, Regisseur und Filmproduzent. Erst sollte er Bruce Lees Fussstapfen ausfüllen, doch die ernsten Rollen lagen ihm nicht. Stattdessen ging er seinen eigenen Weg. Sein eigener Kampfstil und die witzigen Szenen wurden zu seinem Markenzeichen und machten ihn berühmt.
Bereits mit sieben Jahren spielte Jackie Chan in einem ersten Film mit. In seinen Teenagerjahren hatte er Rollen in weiteren Filmen, doch der Durchbruch liess auf sich warten. Nach seinem Schulabschluss arbeitete er deshalb als Stuntman. In Hongkong entwickelte er sich schnell zu einem beliebten Schauspieler und Stuntkoordinator.
Waghalsige Stunts und Verletzungen
Unzählige Knochenbrüche waren die Folge seiner riskanten Stunts. Seit «Der rechte Arm der Götter» (1987) hat Chan zum Beispiel ein mit Plastik versiegeltes Loch im Kopf, nachdem er bei den Dreharbeiten von einem Baum gefallen war. Fast keine Stelle an seinem Körper liess er aus, als er in der US-amerikanischen Late-Night-Show von Conan O'Brien mit dem Finger auf vergangene Knochenbrüche deutete.
Er zeichnete sich durch seine riskanten Stunts aus, von denen ihn einige fast das Leben kosteten. Er überlebte jeden einzelnen, verlor jedoch sein Gehör auf einem Ohr, erlitt fast eine Querschnittslähmung und erhielt ein Loch in seinem Kopf, das mit einer Plastikplatte gestopft werden musste.
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Als Stuntman lebt man gefährlich. Das hat auch Jackie Chan schon mehrfach erfahren. Bei einem seiner Stunts wäre er fast gestorben. Er sollte von einer Wand auf einen Ast springen. Dies ist ein einfacher Stunt, der ihm normalerweise keine Probleme bereitet hätte. Doch an diesem Tag litt er unter einem Jetlag. Das erste Mal gelang ihm der Stunt, doch beim zweiten Versuch stürzte er in die Tiefe. Dabei verlor er auf einem Ohr sein Gehör und brach sich den Schädel. Zusätzlich drang ein Knochenstück in sein Gehirn ein. Durch eine Notoperation konnte er gerettet werden.
Insgesamt tauchte Jackie Chan in über 80 Produktionen auf. Er führte jedoch nicht jeden seiner Stunts selbst aus. In einigen Situationen fehlte ihm dafür die Zeit oder er war aus anderen Gründen verhindert. Manchmal sahen die Stunts bei jemand anderem einfach besser aus. In anderen Fällen mussten die Stunts von einem Stuntman ausgeführt werden, der speziell darauf trainiert war. Jackie Chan zog sich im Laufe seiner Karriere viele Verletzungen zu.
Durchbruch in Hollywood und spätere Karriere
Seinen grossen Hollywood-Durchbruch hatte Chan zu diesem Zeitpunkt endlich erreicht. Mit der Actionkomödie «Rush Hour» (1998) etwa landete der Martial-Arts-Star auf der ganz grossen Bühne. Grosse Bekanntheit erlangte er ausserdem mit «Rumble in the Bronx» (1995), «Karate Kid» (2010) und «Shanghai Noon» (2000). Sein Fleiss liess den preisgekrönten Chinesen immer wieder auf den Ranglisten bestbezahlter Schauspieler erscheinen.
Durch seinen Film „Rumble in the Bronx“ gewann er 1994 das amerikanische Publikum für sich. Nach seinem Durchbruch spielte er in weiteren Filmen mit.
Jackie Chan versuchte mehrmals in Amerika durchzustarten. Erst 1994 gelang ihm der Durchbruch. Später sagte er, dass er kein Fan von Hollywood Filmen ist.
Auszeichnungen und Vermächtnis
Für seine Filme gewann er mehrere Auszeichnungen. Jackie Chan spricht viele Sprachen. Er kann Englisch, Japanisch, Koreanisch und Taiwanisch sprechen. Deshalb hat er einige seiner Filme in diesen Sprachen selbst synchronisiert.
Für seine Filme erhielt Jackie Chan mehrere Auszeichnungen. Er brach sogar zwei Weltrekorde. Einen für die meisten Karrierestunts. Ein weiterer Rekord steht ihm für die meisten Rollen in einem Film zu.
Der Actionstar und Kampfkünstler Jackie Chan hat in Los Angeles einen Oscar für sein Schaffen verliehen bekommen. Jackie Chan (62) steht seit seinem achten Lebensjahr vor der Kamera und wirkte in mehr als 150 Filmen mit. Seinen Durchbruch erlebte er im Jahr 1978 mit der Kung-Fu-Komödie «Die Schlange im Schatten des Adlers».
«Ich kann es immer noch nicht glauben, es ist ein Traum», sagt ein gerührter Jackie Chan bei der Dankesrede für den sogenannten Governors Award. Früher habe er die Oscar-Verleihung mit seinen Eltern geschaut und sein Vater habe immer gefragt, wann er endlich eine Trophäe gewinnen würde. «Ich habe ihm gesagt: Vater, ich mache bloss Action-Komödien.» Nun hat es aber doch gereicht. Der Ehrenoscar gehe an Menschen, die «wahre Pioniere und Legenden in ihrer Zunft» seien, begründet die Academy-Präsidentin Cheryl Boone Isaacs die Wahl.
Jackie Chan sieht sich selbst einer aussterbenden Spezies angehörig: «Langsam aber sicher gibt es den Actionstar nicht mehr. Dank der modernen Technologie kann heute jeder in Hollywood ein Superheld sein», so Chan.
Jackie Chan gehört zu den Martial-Arts-Filmen wie die Butter aufs Brot. Doch nur wenige Wissen, dass der Chinese in Asien auch als Sänger bekannt ist.
