Max Coga: Kämpfer, Nachtclub-Betreiber und Frankfurter Ikone

Vor wenigen Jahren durfte MMA in Frankfurt nicht stattfinden, jetzt füllen die Kampfsportler das Waldstadion. Es ist erst wenige Jahre her als Mixed Martial Arts, eine Mischung aller Kampfsportarten, in Frankfurt nicht erlaubt wurde.

Doch diese Zeiten sind vorbei. Die teuersten Tickets am Ring kosten vierstellige Summen. Überregionale Zeitungen berichten, RTL - wenn auch (noch) mit seinem kleinen Streaming-Angebot RTL+ - überträgt den Kampfabend, Musik-Star John Newman ("Love me again") macht die Halbzeit-Show und Ex-Fußball-Star Lukas Podolski bringt einen Titel-Gürtel in den Ring.

Etwa, wenn der Frankfurter Max Coga seinen Gegner mit einem spektakulären Kniestoß k.o. schlägt und das gesamte Stadion explodiert. Wenn Coga nach seinem Sieg noch mit gebrochener Hand im Ring ruft: "Ich liebe euch alle dafür, dass ihr hier seid." Dann glauben ihm die Fans das in diesem Moment.

Der Frankfurter Bub Max Coga ist Double-Champion von NFC - Deutschlands größter und bekanntester MMA-Organisation. Er ist jetzt Double-Champion von NFC - Deutschlands größter und bekanntester Organisation: Max Coga - MMA-Kämpfer mit einem Herz für Kinder. Privat schlägt er nachdenkliche Töne an.

„Ich bin Champion im Federgewicht und im Leichtgewicht. Bin also eine Gewichtsklasse höher gegangen. Das birgt natürlich ein Risiko“, betont der 34-Jährige, der im Bahnhofsviertel aufgewachsen ist und nun in dritter Generation das Nachtlokal „Pik Dame“ führt. Das sportliche Wagnis ging er bewusst ein. „Ich hatte es mir zur Aufgabe gemacht, der erste Double-Champion zu werden.“ Das ist ihm gelungen.

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„Das zusätzliche Highlight ist, dass der Kampf in der Süwag-Energie-Arena stattgefunden hat und ausverkauft war“, so der Frankfurter Bub, der sich über sein Heimspiel freut. „Ich habe in meiner gesamten Laufbahn noch nie zuvor als Profi in Frankfurt gekämpft, deshalb war das ein ganz besonderer Moment“, so Coga. Dieser Augenblick war so wichtig für ihn, dass er ihn „allen Müttern, die für ihre Kinder kämpfen“ widmete. So wie einst seine Mutter.

Viele hätten erwartet, dass er nach diesem Erfolg seine Karriere beendet und zurücktritt. Aber: „Ich habe noch einiges vor. Ich möchte mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber ich werde wieder in Frankfurt kämpfen“, kündigt er an. Verhandlungen dazu seien bereits im Gange. Und so viel verrät der Double-Champion: „Obwohl dieser Sieg schon ein historischer war, wird es noch monumentaler. Es wird noch mehr MMA-Geschichte geschrieben werden.“

„Ich habe in diesem Sport viel erreicht.“ Aber es gehe ihm um mehr als das Kämpfen. „Ich möchte junge Menschen inspirieren. Ich möchte sie motivieren, für ihre Träume einzustehen.“ Eins weiß er, trotz seiner vielen Trophäen: „Es geht um den Weg, nicht um das Ergebnis. Es ist egal, wenn es nicht so läuft, wie du dir das vorstellst. Du kannst immer darauf aufbauen. Das macht einen erfolgreichen Menschen aus, das sollen junge Leute lernen.“

„Deshalb habe ich mich entschlossen, einen gemeinnützigen Verein zu gründen.“ Genannt hat er ihn „Quantix“ - ein Box- und Basketballverein. „Frankfurt und der Sport haben mir extrem viel gegeben und ich möchte etwas zurückgeben.“ Wichtig sei ihm, Menschen aus anderen kulturellen Kreisen zu integrieren. Und zwar mit Hilfe von Sport und Musik. „Denn das sind Elemente, die grenzübergreifend Menschen zusammenführen.“

Mit im Boot: Daniel Weichel, „einer meiner besten Freunde und einer der erfolgreichsten Kämpfer“, freut sich Coga. Mit ihm betreibt er bereits eine Stiftung in Sansibar, die über Sport und Bildung Wissen vermittelt. „Mithilfe des Kampfsports kannst du die Leute erziehen, ihnen bewusst machen, wie gefährlich unkontrollierte Gewalt sein kann und dass sie verantwortungsbewusst mit den Kampfsportfähigkeiten umgehen müssen“, sagt Coga. Er selbst sei „kein Fan von Gewalt“.

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MMA war seine Möglichkeit, „mich selbst besser kennenlernen zu können. Deshalb ist es ganz klar, dass wir junge Menschen dazu erziehen möchten, sich von negativen Verlockungen fern zu halten“. Und davon gibt es im Bahnhofsviertel mehr als genug. Aber noch kann er nicht loslegen. „Es scheitert an der Halle“, klagt Coga, der aber hinzufügt, dass ihm die Stadt hilft, einen geeigneten Ort zu finden.

Der Tag-Teil: „Mad“ Max Coga ist MMA-Kämpfer. Einer der besten und aufregendsten in Deutschland, schon in den USA und Russland aktiv, Spezialist für spektakuläre Finishes - mit dem Ziel, bei dem Event NFC 10 am Samstag (ab 23 Uhr LIVE im Free-TV auf SPORT1) den nächsten Schritt in Richtung Gewinn des Federgewicht-Titels zu machen.

Der Nacht-Teil: nochmal eine ganz spezielle Geschichte. Eine Geschichte, in der ein mythischer Ort des Frankfurter Bahnhofs- und Rotlichtviertels die Hauptrolle spielt. Max Coga führt mythischen Frankfurter Nachtclub Max Coga ist Betreiber des Pik Dame, des ältesten Nachtclubs der Main-Metropole, 1959 von Cogas Großvater Hermann Gauß gegründet als Kabaretthaus und Schauplatz eines bunten Treibens in vielerlei Hinsicht.

„Vom Feuerschlucker bis zum lebendigen Pferd schickte er alles auf die Bühne, was amüsierte“, lautet die immer wieder zitierte Legende. Im Pik Dame feierte schon die amerikanische Entertainment-Ikone Eartha Kitt („Santa Baby“), die ebenfalls weltbekannte Funk- und Soulband Kool & The Gang („Celebration“, „Cherish“, „Jungle Boogie“) trat spontan dort auf, als sie nach einem Konzert durch die Kneipen der Stadt zog.

Max Coga wurde in diese Welt hineingeboren, als Sohn einer Stripperin und Oliver Gauß, Spross und Nachfolger des Pik-Dame-Gründers. Coga ist geprägt von seiner Herkunft aus dem Bahnhofsviertel mit seinen krassen sozialen Gegensätzen zwischen der benachbarten Hochfinanz und offener Drogenszene, Glamour und Gewalt. Als junger Chef des Familienunternehmens führt er das nostalgische Etablissement inzwischen mit einer neuen Vision.

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Das 2021 nach einem Umbau und Corona-Wirren wiedereröffnete Lokal ist inzwischen eingebettet in ein mehrstöckiges Wohngebäude, das „Pik Haus“, Coga wohnt auch selbst dort. Coga und sein umgemodelter Club, der jetzt auch Begegnungsstätte für die Hausbewohner ist, verkörpern den Wandel des Viertels - der allerdings nicht ins Langweilige führt, im Gegenteil.

Der Nachtclub-Unternehmer in dritter Generation ist längst selbst eine Kultfigur mit Witz und schneller Schnauze, die ihm auch in seiner zweiten Berufung als MMA-Fighter zu einer großen Fanbase verholfen hat. Über 60.000 Follower bespielt „Mad Max“ auf Instagram, sein besonderer Spagat zwischen Playboy-Lebensstil und sichtbar manischem Kampf- und Trainingsehrgeiz fasziniert ein größeres Publikum, auch sein Spektakel-Stil - 20 seiner 23 Siege fuhr er vorzeitig ein - tragen zum besonderen Nimbus bei.

Auch an Kampfabenden ist seine laute Anhängerschaft als „Frankfurter Mauer“ berüchtigt, die auch in Bonn in großer Stärke erwartet wird. Coga trifft dort am Samstag auf Zafar Mohsen, für die heiße Phase der Vorbereitung ist sein Club geschlossen.

Informationen zu Max Coga

KategorieDetails
GeburtsdatumJuni 1989
Gewichtsklasse-65,77kg | -70,3kg (Feder-/Leichtgewicht)
Größe172cm
Nationalitätitalienisch
KämpfernameMad Max
Team / TrainingscampMMA Spirit / MMA Spirit
Erfolge
  • SherdogProfi MMA Rekord: 26-8-1 (10 KO | 12 Submissions)
  • 2x Respect FC Federgewichts Champion (2013)
  • 1x Fair FC Federgewichts Champion (2014)
  • 4x Superior FC Federgewichts Champion (2016 + 2017)
  • 1x No. 1 FC Federgewichts Champion (2016)
  • 2x NFC Federgewichts Champion (2021, 2023)
  • 1x NFC Leichtgewichts Champion (2024)
  • BJJ Schwarzgurt unter Daniel Weichel