Marco Huck: Vom Kickboxen zum Boxweltmeister

Marco Huck, geboren als Muamer Hukić am 11. November 1978 in Ugao in der Gemeinde Sjenica in Jugoslawien, begann seine sportliche Laufbahn im Kickboxen.

Seine Familie ist bosniakischer Abstammung. Als Marco neun Jahre alt war, zog Familie Hukić nach Bielefeld, wo er mit seinen drei Geschwistern aufwuchs und zur Schule ging.

Huck wurde mit 16 Jahren Europameister im Kickboxen und zwei Jahre später bei der WAKO-Weltmeisterschaft der bislang jüngste Kickbox-Weltmeister einer deutschen Mannschaft, heißt es in seinem Wikipedia-Eintrag.

Nachdem er sich diesen Traum verwirklicht hatte, stand er wieder vor dem Spiegel. Er sagte: "Du hast hier alles erreicht. Jetzt wirst du Box-Weltmeister."

Der Wechsel zum Boxen

Huck brachte aus dem Taekwondo und Kickboxen erste Kampfsporterfahrung mit, unter Wegners Führung gelang es ihm, das Maximum aus seinem Talent zu machen.

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Im Jahr 2004 wechselte Marco Huck zum Profiboxen in der Gewichtsklasse Cruisergewicht.

DIE KARRIERE ALS PROFIBOXER begann 2004 im Berliner Gym von Promoter Wilfried Sauerland.

Für Marco Huck war es eine Ehre, überhaupt aufgenommen worden zu sein im Sauerland-Stall. Er hatte nur 15 Amateurkämpfe bestritten.

Huck ist ehemaliger Boxweltmeister der WBO und IBO.

2008 wurde Marco Huck im Cruisergewicht Europameister, ein Jahr später schließlich Weltmeister nach Version der WBO.

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Trotzdem war Huck über fünf Jahre WBO-Weltmeister und verteidigte seinen Titel 13 Mal. Das ist geteilter Rekord für das Cruisergewicht.

Hucks Urgewalt gepaart mit der ihm von Meistertrainer Ulli Wegner eingeimpften Doppeldeckung reichte aus, um die Gewichtsklasse eine halbe Dekade zu dominieren.

Diesen Titel hat er bisher achtmal erfolgreich verteidigt. 34 seiner 35 Kämpfe hat er gewonnen, davon 25 durch Knockout.

Marco Huck, der den Kampfnamen Käpt’n Huck trägt, ist für seinen offensiven und explosiven Kampfstil bekannt.

Huck konnte sich nur deswegen so lange an der Spitze des Cruisergewichts halten, weil Sauerland ihm gefährliche Konkurrenten wie den Polen Krzysztof Wlodarczyk oder den Russen Rakhim Chakhkiev durch Lobbyarbeit bei den Verbänden vom Leib hielt.

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Herausforderungen und Niederlagen

Als die Zusammenarbeit mit dem öffentlich-rechtlichen Sender endete, verließ Huck seinen ehemaligen Promoter.

Dabei wurde ihm zum Verhängnis, dass er wirklich glaubte, einer der besten Boxer der Welt zu sein, nachdem ihm Sauerland und Wegner das über Jahre eingetrichtert hatten.

In der Selbstständigkeit hoffte er, noch mehr Geld zu verdienen, weil er die Einnahmen nicht mehr mit Promoter Sauerland teilen musste.

Er verlor drei von fünf Kämpfen unter eigener Regie, weil er sich gegen Gegner in den Ring traute, die zu stark für ihn waren.

In den Momenten nach der Niederlage saß Huck einfach nur da, den zerbeulten Kopf auf die noch bandagierte Hand gestützt, und wirkte in sich gekehrt.

Möglicherweise war ihm in einem ehrlichen Moment klar geworden, dass seine Karriere durch die dritte Niederlage in den vergangenen fünf Kämpfen de facto zu Ende ist.

Comeback im Schwergewicht

Köln/Bielefeld. Der frühere Cruisergewichts-Weltmeister und in Bielefeld aufgewachsene Marco Huck plant sein Comeback im höchsten Limit.

Der 35-Jährige misst sich am 29. „Ich will zurück in die Weltspitze des Schwergewichts", sagte Huck.

Nach 15-monatiger Ringabstinenz feierte Marco Huck am gestrigen Samstag vor 500 Fans in der Eishalle von Braunlage ein erfolgreiches Comeback und einen gelungenen Einstand ins Schwergewicht.

Am 29. August 2020 werde ich wieder in den Ring steigen in der Stadt #Braunlage.

Für Huck war es der 42. Sieg im 49. Profikampf.

Persönliches

Seit 2011 ist Marco Huck mit seiner Frau Amina verheiratet. Huck ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.

Huck zog mit seiner Familie 1993 nach Brackwede. Er hat zwei jüngere Geschwister und eine ältere Schwester.

Inzwischen lebt Marco Huck in Berlin, seit 2009 besitzt er auch die deutsche Staatsbürgerschaft.

Familie ist die Nummer eins, noch vor Boxen. Ich habe zwei Schwestern (Munevera und Muamera, d. Red.) und einen Bruder (Kenan). Der Zusammenhalt untereinander ist sehr groß. Mir ist wichtig, dass es allen gut geht.

Wir sind zuerst von Novi Pazar, unserem Heimatort, mit dem Bus nach Tschechien. Dann wollten wir mit Schleusern weiter durch den Wald nach Deutschland. Sechs Kilometer Fußmarsch mit ein paar Tüten, wo unser Hab und Gut drin war. Wir wurden gefasst und mussten zwei oder drei Nächte in Teplice im Gefängnis verbringen. Keine schöne Erfahrung, aber beim zweiten Versuch hat es dann geklappt, mit dem Auto.

Ja, Mutter und Vater vorn, wir Kinder alle im Kofferraum des Kombis. Das vergisst man nie.

Direkt nach Bielefeld, erst in ein Auffanglager, dann in ein Asylbewerberheim. Das sollte der Ort meiner Jugend werden. Wir hatten dort ein Zimmer. Manchmal haben in diesem Raum über 20 Leute geschlafen. Mein Vater, damals 33 Jahre alt, wollte arbeiten, erhielt aber lange keine Arbeitserlaubnis, obwohl er eine Firma hatte, die ihn einstellen wollte. Das hatte er schriftlich. Das machte mich wütend. Aber na ja, diese Zeit verging. Aber immer dann, wenn ich im Ring stehe, wenn ich mich überwinden muss, dann denke ich daran, was für ein großer Mann mein Vater ist. Wenn ich fast schon am Ende bin, wenn ich in der siebenten oder achten Runde getroffen werde und ich mich frage: Warum machst du das alles?

Und wissen Sie was: Dass ich heute meine Familie unterstützen kann, ist ein reiner Genuss für mich.

Erfolge/Funktion Details
Weltmeister (WBO) Cruisergewicht Mehrfache Titelverteidigungen
Super-Champion (WBO) Cruisergewicht
Europameister Cruisergewicht (EBU) 2006 - 2009
Weltmeister Kickboxen 2003